Zwischen Scham, Mut und Bühnenzauber – Daniela Dillinger über Soloprogramme, Tabus und die Magie des analogen Theaters

Shownotes

Im Sonntagstalk ist die Schauspielerin und Theaterpädagogin Daniela Dillinger zu Gast. Sie spricht über ihren Weg auf die Bühne, ihr Lebensmotto „Folge deiner Sehnsucht – und Atmen hilft“ und ihre Soloprogramme wie „Vulva Reloaded“. Dabei gibt sie ehrliche Einblicke in den Mut zum Tabubruch, das Spiel vor Publikum ohne großes Bühnenbild und die unersetzbare Kraft des analogen Theaters. Alle Termine und Infos gibt es unter daniela-dillinger.de.

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00:00:00: Mein heutiger Gast ist weiblich.

00:00:04: Name.

00:00:05: Daniela Dillinger

00:00:07: Alter, das ist die Frage, die man Frauen eigentlich nicht stellt aber ich mache es trotzdem immer wieder.

00:00:14: Dein Geburtsort

00:00:15: Mannheim

00:00:17: Dein Beruf

00:00:19: Schauspielerin Theaterpädagogin Körpertherapolte.

00:00:23: Hast du Hobbys und wenn ja welche?

00:00:26: Also es gibt viele Dinge, die ich gerne tue Jenseits meines Berufs, der mir ja Berufung und sehr große Erzüllungen ist.

00:00:33: Und daher würde ich es glaube nicht als Hobby bezeichnen.

00:00:36: Aber ich tanze sehr gerne, Radfahren gehört zu meinem täglichen erfüllen.

00:00:42: Leben in die Berge gehen singen so was wie Jahrkreisrituale mache ich mit meinen Freundinnen.

00:00:51: Ja das sind Dinge, die mich so begleiten.

00:00:54: Hast du sowas nie

00:00:55: ein?

00:00:57: Hast du so was wie ein Lebensmotto?

00:00:59: Also muss kein Spruch sein, sondern einfach... ja.

00:01:02: Muss man auch nicht haben!

00:01:05: Ja folgt mir deiner Sehnsucht und atmen hilft.

00:01:09: Die Menschen die mit dir zu tun haben, was meinst Du sagen über dich?

00:01:12: Was macht Dich aus?

00:01:13: Woran erkenne ich

00:01:13: Dich?!

00:01:15: Also menschen spiegeln mir dass ich eine große Präsenz habe viel Energie, Kultur und das Ja, dass es mir gut gelingt so in einen entspannenden Kontakt zu kommen.

00:01:32: Gleich geht es weiter im Gespräch mit Daniela Dillinger.

00:01:38: Daniela dillinge heute Schauspielerin ist meine Gesprächspartnerin.

00:01:43: Ich habe jetzt hier gerade schon Mannheim gehört und dann achte ich immer weil ich auch lange Zeit dort gearbeitet, dann achta ich immer sehr genau auf die Tonfarbung aber ich höre nichts.

00:01:52: also das heißt du hast den Dialekt der Region nicht mitbekommen.

00:01:56: Ich kann aber schon, wenn ich will.

00:01:58: Aber meine Eltern waren Annette von Lowe und dann... Genau!

00:02:04: Und natürlich als Schauspielerin gehört der Sprecherziehung mit dazu eine klare Ausbrache an so.

00:02:11: Aber ich habe nie wirklich Dialekt gesprochen außer zu Freude

00:02:16: und Spaß.

00:02:17: Das heißt, Mandenheim war auch Prinziport der Kindheit- und Jugend?

00:02:22: Genau Bis zum Abitur war ich in Mannheim und dann bin ich losgezogen.

00:02:27: Okay, Abitura hab' ich schon gehört?

00:02:29: Das ist eine Frage die hier Woche für Woche loswerde.

00:02:31: Warst du ne gute Schülerin?

00:02:33: Ja also tatsächlich gut im Sinne von so ne Zweierstühlerin Und... Also ohne mich allzu sehr anzustrengen kann ich mal sagen Ich hatte Freude am Lernen und auch an der Schule.

00:02:48: Also ich war auf nem musischen Gymnasium, Mollgymnasium in Mannhai große Schule mit sehr vielen musikalischen Gruppen, Körnern, Orchesteren, Big Band, Jazz Band und natürlich einer Theater-Gege in Dächter mitgespielt hat.

00:03:04: Und ich bin da gerne hingegangen!

00:03:06: Das heißt das ging da schon los?

00:03:08: Warst du denn... Hast Du nach der Schule gewusst wo Du hin willst was das werden soll?

00:03:14: Ja also ich bin erstmal nach Frankreich als Supermädchen und ich hatte schon so den Plan Schauspielerin zu werden und die Lust Aber ich hatte überhaupt nicht den Mumm für so eine Vorsprech-Tour durch die Schauspielschulen.

00:03:30: Ich war da auch komplett überfordert, mich mit irgendwelchen Monologen vorzubereiten und so.

00:03:36: Also das habe ich mich schlichtweg nicht getraut.

00:03:40: Und dann hab' ich eben gedacht, ja dann gehste vielleicht eher in die dramaturgische Richtung... ...und dann habe ich Theaterwissenschaften, Germanistik und Erstgeschichte und dann Pädagogik

00:03:50: studiert.".

00:03:52: Und bin dann zum Glück doch auf der Bühne gelandet, weil ... Ich glaub ich hab nie so ungern gelesen oder mit zu wenig Freude gelesen wie während meines Germanistikstudiums.

00:04:04: In Erlangen erst mal zum Studieren und die waren sehr praxisorientiert.

00:04:09: also wir hatten einen experimentierten Theater.

00:04:12: das gibt's auch immer noch.

00:04:13: es gab ein Filmstudio, ein Hörspielstudio Tonstudio und da habe ich dann weiter schon Theater gespielt und bin dann nach meiner Zwischenprüfung nach Wien, für zwei Jahre.

00:04:28: Und da habe ich eigentlich so einen Bogen gemacht zum Kindertheater weil ich da auch verschiedenen Festivals wirklich ganz außergewöhnlich gutes Kinderteater gesehen hab was mich total begeistert hat.

00:04:42: Ganz viel aus den skandinavischen Ländern und Holland auch.

00:04:48: Als ich dann zurück ging nach Erlangen und mein Studium zu beenden, habe ich dann schon Kontakte geknüpft mit dem Theater Pfütze aus Nürnberg.

00:04:56: Wo ich in den letzten Jahren meine Stroms auch schon mitgearbeitet hab.

00:05:01: Jetzt ist jetzt vorbekommen?

00:05:04: Und da bin ich tatsächlich auch irgendwann eingestiegen und wurde engagiert als Schauspielerin im Theater Pederugel.

00:05:11: Gleich geht es weiter im Gespräch mit Daniela Dillinger.

00:05:15: Ihre Eltern waren beide Lehrer und trotzdem haben sie kein Gegenwind gemacht für ihre selbstständige freiberufliche Tätigkeit.

00:05:24: Meine Gesprächspartnerin Daniela Dillinger.

00:05:26: Jetzt hast du als Schauspielerin gearbeitet, in der Regel steht man ja dann mit mehreren Menschen auf der Bühne wahrscheinlich auch beim Schultheater so... Wie ist das heute?

00:05:40: Du machst ja, das kann ich zumindest als Deiner Bieter ins Sehen ersehen.

00:05:44: Du machst dir auch Solo-Programme,

00:05:46: d.h.,

00:05:46: dass ist schon eine andere Nummer, ob man alleine eine Bühne füllen muss oder in einem Team auf der Bühnen steht?

00:05:53: Ja, das ist ne andere Nummer!

00:05:55: Mein erstes Solo-Programm hab' ich noch im Rahmen vom Theater Zütze gemacht, Rosa wie Mädchen so sind und da es eigentlich auch schon die Idee geboren mal ein Stück zu machen für Erwachsene wo Frauenrollen ausfüllen kann.

00:06:12: Der Pfeffer habe ich viel, die Kinderrollen gespielt.

00:06:14: Ich finde es den Kater des scharfes Leben und ich habe immer darum gekämpft dass ich mal den Wolf spielen darf.

00:06:21: aber ich wirkte jetzt auf der Bühne jünger als eine Kollegin von mir und dann blieben ihr meistens die Erwachsenen rollen und für mich die Kinder rollen.

00:06:31: Und dann hab' ich schon gesagt irgendwann mach ich mal ein Stück das heißt Altrosa und dann spiele ich von der Nonne bis zum Vamp Und das wurde dann tatsächlich irgendwann mein erstes Erwachsenen-Sole-Programm unverschämt.

00:06:44: weiblich heißt, dass ich es sich im Jahr zwei Tausendsechzehn gemacht habe.

00:06:47: Da hatte ich dann in des Theaterzürzes schon verlassen und da hatte er erstmal gedacht, ich gehe jetzt eher in die körpertherapeutische Richtung und lasse es mit dem Theater.

00:06:57: Ich hab dann schon gemerkt, das Spielen fehlt mir und so ist dann mein erststes Erwachsenden-Soleprogramm

00:07:05: entstanden.".

00:07:06: Jetzt

00:07:08: wirst du hier so ein Begriff ins Gespräch, Theater Fütze.

00:07:12: Ich glaube da muss man noch mal so bisschen reingehen.

00:07:13: es gibt zu unzählig viele kleine engagierte Ensembles und ich glaube wahrscheinlich gehört das auch dazu.

00:07:20: Ja die Pfütze ist eines der am längsten bestehenden Kinder- und Jugendtheater in Deutschland.

00:07:26: Das gibt jetzt vierzig Jahre Die seit langen Jahren wirklich eine sehr gute Theaterarbeit für ein jungenes Publikum und eben auch für einen Erwachsenen-Publikum machen, aber es sind immer Stücke die auch für Kinder sind.

00:07:39: Es sind keine reinen Kinder oder Jugendtheaterstücke, sondern ja genau, das sind keine rein erwachsenden Theaterstücke so muss ich sagen.

00:07:49: Und als ich dazu kam war das noch richtig kollektive Struktur.

00:07:54: also wir haben alles gemeinsam entschieden.

00:07:56: Das hat sich jetzt natürlich weiterentwickelt.

00:08:00: Die sind seit langen Jahren in der Stadtkultur und auch überregional etabliert, sind immer wieder auf den Festivals für Kinder- und Jugendtheater zu sehen.

00:08:12: Zumindest eine Kinder- oder Jugendtheaterszene gar nicht wegzudenken und sehr bekannt.

00:08:18: Du hast ... das entnehme ich ja auch.

00:08:19: der Wieter immer wieder irgendwie, du bist so, glaub ich, wissensfungreich, ne?

00:08:23: Weil es wird noch mal was Neues, kommt ein neues Ausbild dazu!

00:08:28: Das ist so der Eindruck, den ich habe.

00:08:29: Das gehört bei dir dazu?

00:08:31: Ja das gehört absolut dazu!

00:08:33: Also heute sage ich, ich bin ein Witter und der Witter ist ja so... Ich sag jetzt mal im Sternkreis des Zeichen des Aufbruchs und ich brauche immer wieder neue Herausforderungen.

00:08:44: also es war auch der Grund dann vom Theater zu irgendwann wegzugehen weil ich das Gefühl hatte so richtig wach sich nicht mehr.

00:08:50: Also dieses Sole-Programm eines der Projekte, wo ich gesagt hatte, das will ich mich jetzt trauen.

00:08:58: Und für mich wird es dann ... wenn ich das Gefühl habe, ich bin nicht mehr richtig herausgefordert, es wird zu viel Routine, dann fange ich an mich zu langweilen und dann muss ich... Manchmal geht's mir selber auf den Wecker!

00:09:11: Aber da muss ich wieder ins kalte Wasser springen und mir eine neue Herausforderung suchen.

00:09:17: Ja, es gehört zu meinen Wesen und es erfüllt mich auch sehr auch mit meinen Achtundfünfzig noch sehr lebendig hält.

00:09:26: Und ja, ich hoffe mal das hört mich auf bis ich irgendwann die Kiste

00:09:30: steige.".

00:09:31: Ich finde dass es sogar eine positive Eigenschaft ist.

00:09:34: Das zeichnet uns Menschen ja aus, dass wir immer wieder neue Dinge probieren und... Ich find' das eigentlich ganz gut weil ich ticker so ähnlich, dass ich immer denke jetzt kann ich das.

00:09:44: und dann was gibt's denn noch?

00:09:46: Ja genau!

00:09:47: Naja da gibts halt ein Glücks hier unterschiedliche Menschen.

00:09:49: Es gibt ja also Menschen, die sind glücklich im Finanzamt weil sie da nicht so viel Abwechslung haben.

00:09:54: Und das finde ich ja auch toll, also ohne die ging es auch nicht und das gibt halt die Pioniere sag' ich mal und die, die für den guten Boden sorgen dass der eben auch immer gut gejältet ist, dass was wachsen kann.

00:10:08: Gleich geht's weiter im Gespräch mit Daniela Dillinger.

00:10:11: Aus dem Wunsch, einmal alle Frauenrollen an einem Abend zu spielen ist irgendwann ein eigenes Soloprogramm geworden.

00:10:18: Meine Gesprächspartnerin ist Daniela Dillinger und sie ging aus einem Ensemble heraus und wir unterhalten uns über ihre Lust auf immer neue Herausforderungen.

00:10:28: So ein Solo-Programm!

00:10:30: Ich stelle mir das unheimlich schwierig vor und ich habe vor allen Menschen die auf so einer Bühne stehen vor zwei, dreihundert Leuten und da ein oder zweistündiges Programm.

00:10:38: Wir geben einen solchen Respekt erst mal, dass sie sich den Text merken können.

00:10:42: Aber zweitens, dass Sie dieses Programm geschrieben haben und dann ist auch noch komplett auf einer Bühne wiedergeben können.

00:10:51: Was ist denn das für ein Gefühl?

00:10:52: Wenn man das erste Mal mit so einem Programm, wo man ja vielleicht gar nicht so weiß wie reagieren jetzt die Menschen auf der Bühnen steht.

00:11:00: Ja, das ist schon sehr aufregend!

00:11:03: Also dieser Wechsel von einem Probenraum, also leeren Probenrahmen mit Regisseurinnen und Assistenten zu stehen.

00:11:11: Und dann tatsächlich die ersten Male mit Publikum wobei ich auch sagen kann Ich mache durchaus so... Sobald das schon relativ weit entwickelt ist.

00:11:23: Auch lade ich mir ein paar Menschen ein Die entweder Theater know how haben oder gar keins und holen mir schon mal Feedback ab.

00:11:33: Und allein wie die reagieren, das erzählt ja auch schon viel und wir sitzen dann danach zusammen.

00:11:40: Es ist auch eine Kultur, die ich aus dem Theater Pzitzel mitgenommen habe und die sehr hilfreich und unterstützend ist.

00:11:45: Und dann aber tatsächlich vor Publikum zu spielen und auch je nach Aufführungsort – das war jetzt für mein zweites Programm Volvo Reloaded – sehr spannend weil ich in der Corona-Zeit meine Premiere nicht machen konnte, die ursprünglich geplant.

00:12:05: Und dann habe ich über den Sommer angefangen, so Wunschzimmeraufführung zu machen, weil ich dachte, wenn das Stück jetzt ein halbes Jahr liegt bis ich es wieder rannehme, dann kann ich wirklich bei Null anfangen, weil dieser Text sich auch im Körper verankern muss.

00:12:20: und dann hab' ich bei mir damals Wohnzimmeraufführungen gemacht mit zehn, zwölf Leuten weil die ja nicht im dunklen Zuschauraum verschwinden, sondern halt in meinem Wohnzimmer saßen.

00:12:32: Ich habe alles mitbekommen was auf deren Gesicht so abgeht und das war dann schon auch noch mal ein ganz schöner Schritt all diese Bewegung zu sehen und wirklich zu merken.

00:12:44: was macht es dass ich auf der Bühne da tue in den die zuschauen?

00:12:50: und das ist schon aufregend Und es ist auch jedes Mal neu aufregend, weil tatsächlich das Publikum immer eine andere Zusammensetzung hat.

00:13:02: Es ist schon der große Unterfalt zu Kino.

00:13:08: Es geht nicht nur in eine Richtung sondern es geht in zwei Richtungen.

00:13:12: Ich krieg einfach total mit was im Zugeforum passiert und ob ich die Leute habe oder ob ich sie nicht hab.

00:13:22: Ja, manchmal sehe ich sogar gerade die Gesichter und sie lachen oder sehen wie die Tränen über die Bank laufen.

00:13:28: Und das wird dann auch noch alles zu meinem ganzen Text weiter in mir verarbeitet.

00:13:33: also schon komplexes Vorgehen so ein Solo-Programm über anderthalb Stunden.

00:13:39: Gleich geht es weiter im Gespräch mit Daniela Dillinger.

00:13:43: Wie fühlt es sich an ganz allein auf einer Bühne zu stehen?

00:13:46: Was passiert wenn das Publikum nicht im dunklen Saalsitz sondern im eigenen Wohnzimmer?

00:13:51: Das war unter anderem schon Thema hier im Gespräch mit Daniela Dillinger.

00:14:20: Ich sag jetzt mal, je kleinstädtischer oder dörflicher ist es verhaltener.

00:14:26: Während das in den Städten ... Das spürt man einfach als ein Publikum, dass sich mit diesen Themen oft auch schon mehr auseinander gesetzt hat, nehme ich mal an.

00:14:38: Kann nicht behaupten aber es ist meine Annahme und wo ja lauter gelacht wird oder stärker reagiert wird auch.

00:14:47: Ich habe eine Theorie, je kleiner das ist umso mehr kennen sich vielleicht die Menschen und deswegen sind sie vielleicht Verhalten.

00:14:55: Das kann auch sein ja!

00:14:57: Also denken dann die Nachbarinnen wenn ich an dieser Stelle lache oder der nachfahre?

00:15:04: Ja ich glaube da ist dann tatsächlich dieses dass man sich kennt spielt dann glaub ich bei manchen Sachen doch einer eine Rolle.

00:15:11: du hast gerade Die Zeit angesprochen, die ich bei künstlerischen Berufen auch irgendwie noch mal anspreche.

00:15:16: Das heißt Corona war erst einmal ein Schreck?

00:15:20: Ja das war erstmal ein ganz schöner Schreck!

00:15:22: Also ich stand eigentlich mit allen meinen beruflichen Standbeinen, die ja viele sind also als Schauspieler als Theaterpädagogin und als Körpertherapeutin.

00:15:32: Stand ich eigentlich mit all den Beinen im Lockdown bis auf... Ich unterrichte auch an der Hochschule, an der Geoxymion oben hier.

00:15:39: Da konnte ich mein Kurs online halten, aber alles andere war erst mal auf Eis gelegt in.

00:15:46: Zumindest immer wieder.

00:15:47: diese Phasen gab er dann auch immer wieder im Sommerphasen wo es dann ging oder dann auch Theateraufführung wo zwei Stühle waren und dann anderthalb Meter Abstand und dann wieder zwei Stüle.

00:15:58: Dann waren jetzt nicht meine schönsten Aufführungen da ist die Stimmung in Saal schon ihr Verhalten auch

00:16:05: Das ist eine Geschichte die sich wahrscheinlich für alle Beteiligten nicht wirklich gerechnet hat.

00:16:09: das heißt selbst zu ein Saal was auch von alles bezahlt werden muss, wenn da wirklich nur zehn oder zwanzig Prozent des Potenzials drin sitzt.

00:16:18: Ja und so dankbarer war ich für die Veranstalterinnen, die es gemacht haben.

00:16:24: Also da war auch das Kulturfunk momentan dabei mit dem ich meine Produktionen auch gemacht habe.

00:16:32: Kriegt man da Existenzangst?

00:16:35: Also sagen wir mal so... Ich selber bin ein sehr positiver Mensch und ich hab jetzt auch keine Kinder zum Beispiel, das heißt es war immer so ein Gefühl irgendwie bringe ich mich durch.

00:16:48: Ich bin mir auch nicht zu schade für irgendeine Arbeit.

00:16:52: also ich habe während des Studiums auch geputzt oder habe in Kneipen gearbeitet.

00:16:57: also von daher war's nicht wirklich eine Existenz.

00:17:01: Angst weil ich dachte ich bring mich immer durch.

00:17:04: irgendwie geht schon Aber es war natürlich schon eine krasse Zeit.

00:17:08: Und gleich geht's weiter im Gespräch mit Daniela Dillinger!

00:17:11: Wir sprechen hier über so Fragen, wie reagiert ein Publikum auf dem Dorf anders als in der Stadt.

00:17:17: und wie war es in der Corona-Zeit für jemanden, der mit allen Standbeinen gleichzeitig im Lockdown stand?

00:17:24: Daniela is meine Gesprächspartnerin.

00:17:27: Jetzt finde ich die schon erwähnten Solo-Programme auch auf deiner Webseite.

00:17:33: Da gibt es dann, bevor wir zum Thema kommen.

00:17:37: Gibt es zum Beispiel das Programm Unverschämte Weitlich Solo für eine Frau?

00:17:41: Was erwartet mich denn da wenn ich da komme?

00:17:43: und ist es auch für Männer?

00:17:44: Es ist unbedingt für meine Arten Verlucht!

00:17:48: Das schreibe ich ja auch immer explizit.

00:17:50: Die können da auch noch mal viel mitnehmen Und auch Ahre nehmen da gerne was mit Also auch aus dem zweiten Programm Weil sie über bestimmte Dinge angeregt werden ins Gespräch zu kommen.

00:18:03: Also unverschämt weiblich, ich habe das schon erwähnt.

00:18:06: Das ist das Solo-Programm was ich mir schon lange gedacht hatte.

00:18:09: Ich will mal ein Stück spielen wo ich sämtliche Frauen haben ausdrücken kann von der Nonne bis zum Wämm.

00:18:16: und die Geschichte ist eine Frau ist eigentlich mit ihrem Mann verabredet ins Theater zu gehen in einen Programm namens Unverschängte Weiblich.

00:18:26: Der Mann kommt mal wieder nicht rechtzeitig aus der Arbeit raus sie kommt auf den letzten Drücker ins Theater gehetzt Und dann geht es aber auf der Bühne auch nicht so richtig los, weil die Künstlerin auch nicht kommt und ihr reißt der Faden.

00:18:39: Sie hat keine Lust mehr auf warten weder auf ihren Mann noch dass ihr Leben richtig losgeht.

00:18:45: und sie erspielt sich dann so nach und nach die Bühnen und erforscht eigentlich diese Frage was heißt das denn unverschämt weiblich zu sein?

00:18:54: Was gehört da dazu auf dem Tisch tanzen?

00:18:57: den Mann eine klare Ansage zu machen.

00:18:59: was will ich und was will Ich Nicht Enten?

00:19:03: der Mann, den sie sehr attraktiv findet und der Chefkoch ist ihres Lieblingsrestaurants zu sagen du bist heute mein Nachtisch.

00:19:12: Also Dinge zu wagen!

00:19:15: Und ich glaube da haben alle Menschen in unserer Kultur Frauen wie Männer diese Momente wo sie eigentlich den Impuls haben.

00:19:24: das würde ich jetzt gern machen.

00:19:26: und wenn es der Frühlingsschrei ist... oder sich auf dem Spielplatz, auf die Schaubel zu setzen.

00:19:33: Oder eben auch mal auf den Tisch zu tanzen.

00:19:36: und dann gibt es diese paar Sekunden wo sich der Kopf einschaltet und sagt Alter bist du sicher?

00:19:42: Und was denken wir anderen?

00:19:45: und wo wir's denn nicht tun leider.

00:19:48: Oder ja eben doch!

00:19:50: Wenn man so die Impressionen der Vorstellung sieht das ist sehr spartanisch wie du auf der Bühne bist.

00:19:56: ne Du kommst mit relativ wenig Material aus.

00:20:00: Genau, ich und jeweils ein Stuhl bei.

00:20:03: Ulverschenweiblich ist es einen Plüschhocker der sich dann auch noch zur Treppe auftlappen lässt so aus den siebziger Jahren zum Krumm gestellt.

00:20:12: und ja und bei VulvaReloaded bin ich auch nur mit einem Stuhll

00:20:17: Was schon eine Leistung ist ne?

00:20:18: Das heißt im Prinzip bedeutet das du musst die Bühne auffüllend

00:20:24: Ich fülle die Bühne und ich bin zwar alleine, aber... ...ich müsste es eigentlich mal zählen.

00:20:30: In beide Stücken bin ich in den verschiedensten Rollen auf der Bühnen und also bei Bulldog Loaded Überschlagen sind's glaube ich schon so um die vierzig Personen, die da zu Wort kommen.

00:20:42: Also ich schlüpfe sehr schnell von einer Figur an die nächste.

00:20:47: Jetzt sehe ich neunzig Minuten ohne Pause.

00:20:49: das heißt Das ist schon eine Leistung, da weißt du auch was du getan hast danach oder?

00:20:56: Ja ich weiß was ich getan habe.

00:20:57: Wobei ich auch sagen darf es nicht anstrengend für mich und dann kann ich jetzt nach einigen Jahren sagen okay das muss wirklich eine Gabe sein von mir weil es natürlich immer wieder aufregend also das Lampenfieber geht auch nie ganz weg zum Glück das macht ja auch sehr wach aber Einfach sehr erfüllend auch zu merken natürlich, wie mein Publikum mitgeht.

00:21:28: Was es auslöst?

00:21:29: Was die Reaktionen danach sind und ich bin immer erst mal noch so ein Stück weit euphorisiert.

00:21:36: Es gibt dann schon eine Stunde.

00:21:38: anderthalb Stunden danach merk ich so okay jetzt sagt meine Energie runter und dann hab' ich meistens einen Traubenzucker also zumindest wenn ich noch nach heim fahre.

00:21:50: Und gleich geht es weiter im Gespräch mit Daniela Dillinger.

00:21:53: DanielaDillinger spricht über ihr erstes Programm für Erwachsene und vieles mehr hier im Talk, sie ist meine Gesprächspartnerin.

00:22:02: Das ist

00:22:09: ja das Spannende.

00:22:20: Ich war mit meiner Regisseurin am Arbeiten, mein ursprünglicher Arbeitstitel war Vagina Dialoge angelehnt von einem Stück von Yves Ensler was in den neunziger Jahren eigentlich deutschlandweit gespielt wurde die Vaginar Monologe.

00:22:39: und ich habe gedacht ich mache ein Stück wo Vagena beziehungsweise Bull war im Dialog mit allem, was ihr so begegnet.

00:22:48: Also Menstruationstasse, Tampon, Kondompenis, Frauenärztin

00:22:54: usw.,

00:22:54: Fahrerzettel.

00:22:56: und da wird das Stück so weiterentwickelt.

00:23:00: und dann geht es irgendwann darum wie benennen wir das?

00:23:02: Wie nennen wir's dass es Interesse weg, dass ist auch für Jung- und Alt weil es ein Stück für Jung und Alt kann.

00:23:11: man ab sechzehn Jahren ist gut Rezipierbar.

00:23:16: Was für ein Titel nehmen wir, dass es ansprechend ist?

00:23:19: Und dann kamen wir irgendwann auf Bulva Reloaded und ja... Für die einen ist das abschreckend!

00:23:27: Ich bekomme auch so Reaktionen, dass Frauen fragen was eine Bulva ist.

00:23:33: Also da gibt's wirklich noch viel Unkenntnis.

00:23:35: Auch dieses, auch das durfte ich in der Arbeit dazulernen.

00:23:39: Das Vulva des ganzen äußeren Geschlechtes und Vagina ja nur im Anführungszeichen der Verbindungskanal von der Öffnung zur Gebärmutter Und dass was die Lippen hat eben die Vulva ist und nicht die Vagena.

00:23:55: Aber auch wirklich es zurück schrecken?

00:23:59: Nein!

00:23:59: Das ist nicht mein Thema.

00:24:02: Oder?

00:24:03: Ich war auch auf der IKF letztes Jahr, Internationale Kulturbörse in Freiburg.

00:24:08: Also die Kleinkunstmesse für den deutschsprachigen Raum und bin da ganz konkret auf Veranstalterinnen zugegangen.

00:24:18: Und die meisten haben auch eher schreckhaft reagiert und meinten das ist nichts für uns nicht für unser Publikum.

00:24:25: also schon erstaunlich im XXI.

00:24:29: Jahrhundert.

00:24:30: Ja, ich denke an manchen Stellen wundere ich mich manchmal, wo ich dachte.

00:24:35: Jetzt habe ich ja schon ein gewisses Alter das wir in den achtziger und neunziger Jahren bei vielen Dingen irgendwie schon weiter waren als wir heute manchmal agieren.

00:24:43: Gleich geht es weiter im Gespräch mit Daniela Dillinger.

00:24:47: Vulva Reloaded Ein Titel der definitiv polarisiert Und dass mit Absicht.

00:24:53: Darüber spreche Ich hier Mit Daniela dillinger Schauspielerin.

00:24:57: Was?

00:24:57: Erwartet mich denn, wenn ich jetzt zu dir komme bei Vulva Reloaded?

00:25:03: Bei Vulva Reloaded erwartet dich ein Stück das sich sehr vielfältig und sehr breit mit genau diesem Ort auseinandersetzt.

00:25:15: Und auch diesen Tor aus dem wir alle herausgeboren sind.

00:25:21: also Wir sind alle in der Gebärmutter gezeugt und herangewachsen so wie kein Kaiserschnitt sind, durch die Vagina und die Vulva ins Leben gekommen.

00:25:34: Und das war auch eine der Fragen, die ich beschäftigt habe – Wie kann es sein, dass dieser Ort noch immer so Scham besetzt ist?

00:25:45: Ich erwartet ein Stück wo verschiedenste Frauen aber auch Männer zu Borat kommen, teilweise durch die Jahrhunderte- und Jahrtausende.

00:25:56: Was haben Männer über das weibliche Geschlecht gesagt, zum Beispiel?

00:26:23: Ist das eine erforschte Region oder eine unerforschte Region?

00:26:28: Wie ist mein Verhältnis?

00:26:30: Gibt es eine Wertschätzung, gibt's eine Abwertung und da gibts eben die verschiedensten Frauenfiguren, die von ihrem Erleben erzählen auch von ihren Fragen.

00:26:41: Es gibt zum Beispiel auch eine Expedition in genau diese Schoßraumhöhle also wo wir... Gemeinwärm in diese Höhle hineinwandern und quasi auch diese Orte.

00:26:55: Und wie ist das eigentlich alles angeordnet?

00:26:58: Wo ist die Vagina, wo ist die Gebärmutter, wo sind die Eierstöcke?

00:27:02: Wo sind die Ei-Leiter?

00:27:04: wird es quasi räumlich erfahren

00:27:05: können.".

00:27:07: Gleich geht's weiter im Gespräch mit Daniela Dillinger.

00:27:10: Ihr aktuelles Programm heißt Vulva Reloaded – damit is sie in Deutschland unterwegs!

00:27:15: Meine Gesprächspartnerin ist Daniela.

00:27:18: Jetzt sehe ich einige Termine in diesem und dem nächsten Jahr.

00:27:23: Du bist unterwegs, du bist mal in Dresden, bist jetzt ganz konkret in Wiesbaden.

00:27:29: Nimm uns mal mit wie funktioniert das denn überhaupt?

00:27:32: Ich habe hier schon öfter mit Künstlerinnen gesprochen.

00:27:35: Das ist auch dieses Thema Booking und irgendwie zu schauen dass man auf die Bühne kommt Ist auch etwas was im Hintergrund passiert was nicht so ganz ohne ist.

00:27:46: Ja, und dafür bin ich unglaublich dankbar.

00:27:50: Das ist bei Bulva Reloaded tatsächlich so ein kleines Bundler weil es... Wie es beraten wird meine hundertfünfte Aufführung sein mit diesem Stück was wirklich ungewöhnlich ist für eine solo selbstständige Künstlerin die keine Agatur hat?

00:28:05: Es ist so dass immer irgendjemand dieses Stück sieht so begeistert ist das er bei sich vor Ort alles in Bewegung setzt um eine Aufführung zustande zu bringen.

00:28:19: So, wie jetzt eben dank an ihn Heiko Jordan aus Wiesbaden sich stark gemacht hat und so das Künstler aus ¾ in Wiesbadengedinnen konnte mich für eine Aufführung einzuladen Ich habe bei verschiedensten Agenturen angeklopft.

00:28:37: Keiner hat Kapazität gehabt oder Interesse gezeigt.

00:28:42: Und so ist es tatsächlich sowohl dass Frauen, meistens in diesem Fall jetzt eben auch tollerweise ein Mann mich weiter empfehlen und ihre Begeisterung an die Veranstalter da vor Ort herantragen.

00:28:55: Weil meine Erfahrung auch ist dass wenn ich Veranstaltte direkt anrufe, die weder die Kapazität haben sich damit wirklich zu befassen oder sich das anzuschauen – und das verstehe ich auch, die kriegen sehr viele Anfragen!

00:29:09: Und wie?

00:29:10: Das braucht einfach sehr viel Zeit um es dann unterscheiden zu können.

00:29:15: Und ja, so wurde ich jetzt immer wieder eingeladen und weitergereicht.

00:29:19: Oder in Dresden bin ich jetzt tatsächlich auch für siebenundzwanzig wieder einggeladen ist dann schon das dritte Mal, dass ich dort verordnet.

00:29:26: Man muss ein bisschen sagen wir haben natürlich hier bei uns in der Region viele schöne kleine Theater die auch ganz gut funktionieren und man muss um bisschen den Veranstaltern halt auch zugestehen Die wollen natürlich, dass auch der Abend voll ist und deswegen isst vielleicht ein Risiko manchmal halt für den einen oder anderen Veranstalter tatsächlich.

00:29:45: Ein Risiko was natürlich schade ist.

00:29:47: aber umso schöner das es bei dir funktioniert, dass diese Empfehlungen da sind und dann sowas wie Das Künstlerhaus dreiundvierzig Dann den Mut hat das auch aufzuführen.

00:29:58: Ja, das ist toll.

00:29:59: und schön ist eben auch, dass diesen Menschen dann vor Ort ihre eigenen Netzwerke aktivieren und die Werbung machen Weil, wie wir es schon gesagt haben für viele ist das Abfrechpunkt dieser Titel.

00:30:11: Aber wenn sie dann die Empfehlung haben von jemandem den Sie kennen und dem Sie vertrauen, dann ist es eine deutliche Hilfe ja auch zur Vorverkaufsstelle zu gehen und zu sagen ich hätte gerne zwei Karten für Vulva Reloaded.

00:30:24: Das ist ja auch schon ne kleine Mutprobe.

00:30:27: Gleich geht's weiter im Gespräch mit Daniela Dillinger.

00:30:31: Hundertfünf Aufführungen und das ganz ohne Agentur.

00:30:34: Meine Gesprächspartnerin Daniela Dillinger über Empfehlungen absagen, und über das Risiko dass ein Veranstalter überhaupt eingeht.

00:30:41: Sie ist meine Gesprächspartnerin!

00:31:01: Also wir sollten es sogar genau, ja.

00:31:04: Und das kann man halt manchmal mit einem Titel machen und das geteilt.

00:31:07: wie gesagt Menschen die werden neugierig und ich denke man bekommt nichts nicht alle und ich glaube dann muss man sich gerade auf dem auf der Bühne steht auch dran gewöhnen dass er so ist.

00:31:18: Ja natürlich und Es kommt sicher dazu dass Dass man sich unter diesem titel eben auch nicht so richtig vorstellen kann.

00:31:27: was kommt da?

00:31:28: Also ich habe eine ganz wunderbare Mail gekriegt von einem sehr begeisterten Zuschauer, der in einem Abo-Abend war.

00:31:35: In Nürnberg und der da halt hingegangen ist mit seiner Frau weil er das Abo schon so lange hat.

00:31:41: aber naja also wir haben uns auch gar nicht informiert Aber es hätte kampffeministisch oder sehr peinlich unter der Girdlinie werden können.

00:31:50: aber er hat mir dann wirklich ne ganz begeisterte Mail geschrieben wie großartig ihr das fand und dass er auch noch nie in einer Schauspielerin oder einen Schauspieler nach einer Performance gedacht hat.

00:32:03: Und das ist für mich dann natürlich auch nochmal eine ganz wunderbare Rückmeldung, aber klar!

00:32:08: Es könnte hoch-not-peinlich werden... ...oder eben ein spannendes Täter haben?

00:32:18: Das ist das was ich öfter an dieser Stelle sage.

00:32:21: Ich meine es sind viele Künstler unterwegs man kennt den Namen nicht und einfach mal drauf Einlassen und ich sag mal das allerschlimmste ist der abend es nicht gelungen.

00:32:31: ja also aber Ich finde jetzt auch nicht dramatisch man war wenigstens draußen.

00:32:36: Das stimmt natürlich Ja, aber man kann hier entscheiden zwischen denen die ich schon kenne Und den Bekannten in anfangs sein Künstlern die ich auch aus dem fernsehen kennen und so.

00:32:47: da weiß ich dann was ich kriege.

00:32:49: Es ist wie nach zur mcdonald's gehe oder so sehr überall schmeckt überall gleich.

00:32:55: Da weiß ich dann schon, oder eben den Mut haben was zu wagen und ja kann gut gehen.

00:33:03: Ja aber es geht mehrheitlich eigentlich gut.

00:33:05: also ist meine Erfahrung Ich habe selten irgendeinen Abend wenn ich in irgendein kleines Theater gegangen bin gesagt das war jetzt ein verschwendeter Abend.

00:33:12: wirklich ganz ganz selten.

00:33:14: Und ich sage dann immer aber das passt natürlich bei dir nicht zur Not geht man in der Pause.

00:33:20: Aber ich würde natürlich auch niemand festhalten Ja, wenn sie oder er sich traubt.

00:33:27: Ja wo ich ganz lang die deutsche so scharbe hafte die bleibt sitzen.

00:33:33: Gut man in den einen oder anderen shows wird man ja dann auch mit eingebunden wenn man geht.

00:33:37: deswegen kann ich das vielleicht auch verstehen.

00:33:40: Ach okay, ne ne das mache ich nicht Oder werde nur freiwillig Gibt schon so ein kleines Beteiligungsmoment aber es muss niemand Und ich finde es furchtbar, wenn Zuschauer oder Zuschauerinnen auf die Bühne gezerrt werden.

00:33:54: Also so was mache ich nicht!

00:33:56: Das macht dich sehr sympathisch weil ich bin auch ein großer Freund das ich selbst entscheiden will ob ich irgendwo mitmache und ja und

00:34:04: unbedingt.

00:34:06: Ja und ich hasse ist wenn ich den ganzen Abend zu irgendwas animiert werde da gehe ich dann nicht noch mal hin.

00:34:14: Bin ich ganz frei dir geht mir auch so.

00:34:16: Gleich geht es weiter im Gespräch mit Daniela Dillinger.

00:34:20: Darf Kunst polarisieren?

00:34:22: Das ist unter anderem die Frage hier im Gesprich, mit Danielas Dillinge.

00:34:27: Sie ist hier bei mir und wir sprechen unter anderm über ihr Programm Vulva Reloaded!

00:34:32: Was ich jetzt so rausgehört habe also erst mal siebenundzwanzigneuntein neunzehn Uhr Wiesbaden Theater Künstlerhaus Dereiundvierzig in Palast Hotel einfach mal vorbeischauen irgendwas wagen.

00:34:43: was ich jetzt so aus unserem Gespräch rausgehört habe, ist dass du aber so das gefunden hast.

00:34:48: Dass du es eigentlich nicht wirklich arbeiten musst im Leben?

00:34:52: Ja beziehungsweise, dass ich das unglaubliche Glück hab, dass sich für das richtig arbeite oder für das, was ich gerne tue, so muss ich sagen, sodass was ich von Herzen gerne ture Geld bekomme und das finde ich wirklich... Das ist wie eine Gnade für mich!

00:35:09: Und vielleicht habe ich da das richtig gemacht, was ja auch mein Lebensmutter ist, Folge deiner Sehnsucht.

00:35:16: Auch wenn es erst mal nicht so ausschaut als könnte das Gelegenheit oder als wäre es wirklich ein bisschen vermessen sich das zu wünschen oder ich mir zu wünschten tatsächlich eines Tages auf der Bühne zu stehen und damit auch meinen Geld zu verdienen.

00:35:31: aber es ist geglückt!

00:35:33: Das war gegen Schrittchen für Schrittchen.

00:35:36: Jetzt stehst du auf... Der Bühne, wir haben aber jetzt hier auch so Sachen gehört wie Lehrbeauftragte und Lese-Auch noch Dozentin.

00:35:44: Das heißt was sind das für Dinge die du da noch machst?

00:35:48: Also ich unterrichte Auftritt und Präsentationen für den Lehrstuhldesign an der Geoxymon Ohm Hochschule also im Grunde auch mein Metäger und ich unterstütze junge Menschen dabei.

00:36:00: wie stehe ich vor einer Menschengruppe?

00:36:04: Wie gelingt es mir dort zu entspannen, wie gelingt's mir dort weiterzuatmen?

00:36:10: Was ich ja brauche um denken zu können.

00:36:12: Wie setze ich Körpersprache ein und was unterstützt mich damit ich das was mein Inhalt ist gut rüberbringen kann?

00:36:25: oder ich unterrichte an der Werkbundwerkstatt auch eine ganz wunderbare Einrichtung deutschlandweit einzigartig in Nürnberg die Ein Jahr für junge Menschen oder auch ältere Menschen bieten in Sachen Gestaltung.

00:36:39: Und da habe ich das Glück, zwei Wochen lang mit jungen Leuten Theater zu machen und immer wieder zu erfahren was Theater für eine Kraft entfaltet im Sinne von des Materialen, mit dem ich arbeite.

00:36:54: die arbeiten sonst mit Holz, Metall Textil und Glas Und im Theater ist das Material, mit dem sie arbeiten.

00:37:03: Sie selber ihr Körper, ihre Stimme, Ihre Mimik, G-Stick... Ja wie lauf ich durch einen Raum auf welcher Position muss meine Nase sein damit ich wirklich präsent bin und auch präsend wirke?

00:37:19: Und was es in der Gruppe auch in zwei Wochen machen kann?

00:37:26: Ich hatte jetzt gerade dieses vergangene Schuljahr junge Leute, die so aus diesen Corona-Jahrgängen kommen.

00:37:34: Keiner hatte Theater gespielt in der Schule keinen Sport, keiner ein Instrument so richtig und alle hatten Schiss davor, Theater zu spielen.

00:37:43: und die haben sich aber so drauf eingelassen und sind so gewachsen in diesen zwei Wochen und wollten dann auch unbedingt eine Aufführung machen was wir da noch machen wollen.

00:37:52: Wir machen kleine Aufführungen erarbeiten deren Geschichte, deren Plot sind dann so viertelstunde zwanzig Minuten.

00:38:01: Und das ist was, wo ich's Gefühl hab, da kann ich als Frau die selber viele Wege gegangen is', viel Selbsterfahrungs-, viel Selbsterforschung gemacht hat.

00:38:13: So von dem, was ich selber gelernt habe mitgeben diesen jungen Menschen ja auch ihrer Sehnsucht zu folgen sie selber zu sein eigenwillig eigenartig zu sein und ja, sich selber in die Welt zu bringen.

00:38:34: Und zuleuchtend!

00:38:35: Das beglückte ich auch

00:38:36: sehr.".

00:38:38: Gleich geht es weiter im Gespräch mit Daniela Dillinger.

00:38:40: Es ist immer schön wenn man an dieser Stelle Menschen hat, die letztendlich das tun was sie von Herzen tun wollen und im Prinzip nicht mehr arbeiten müssen.

00:38:50: Daniela is im Prinzip auch so eine Person und sie ist meine Gesprächspartnerin

00:38:56: Und wir haben ja heute diese, das ist verrückt wie sich die Technik entwickelt mit der künstlichen Intelligenz.

00:39:06: Man hat hier irgendwie gesagt was weiß ich?

00:39:07: Die Pakete kommen irgendwann automatisiert mit der Drohne.

00:39:11: Die kommt bei mir immer noch ganz normal mit einem kleinen Transporter so wie das vor zwanzig dreißig Jahren war.

00:39:19: Dafür ist in kreativen berufen ohne ende das heißt in medien, in grafik auch in sachen die früher schauspieler gemacht haben.

00:39:27: In dem sprechen ist die künstliche intelligenz eingedrungen wie ich glaube sich dass kaum jemand hätte vorstellen können.

00:39:34: und wenn ich überlege isst die bühne letztendlich der letzte verbliebene platz wo ich jetzt auf absehbare zeit so eine art schutzraum auch sehe Weil da wüsste ich jetzt noch nicht, außer in der Textbearbeitung wie dann die Sachen da durch KI übernommen werden können.

00:39:53: Solange wir uns als Gesellschaft dieses Theater leisten wollen weil es ist in Deutschland ja mit vielen Zuschüssen versehen unbedingt und ich glaube auch daran vielleicht wird zurückgehen zu kleineren Formaten Aber ich glaube an das Analoge und ich glaube daran, dass als Menschen zusammenzukommen, Geschichten zu teilen.

00:40:21: Gemeinsam zu singen, Geschrichten zu erzählen... Das ist uns so in den Knochen über Jahrtausende.

00:40:33: Das wird nicht untergehen.

00:40:34: also vielleicht verändert die Formate.

00:40:37: Vielleicht werden es nicht mehr die großen Theater sein.

00:40:41: Es ist ja eine Frage, wie lange wir uns das leisten wollen und können.

00:40:45: Aber hoffentlich noch lange und ihr seht da auch einfach, sehen in welchen Wert es hat und dass es nicht ersetzbar ist.

00:40:54: Das ist auch ein Theaterabend wo ich den Schauspieler Atmen hören kann was anderes als Kino.

00:41:04: Ich

00:41:04: glaube, dass etwas Schönes gesagt nämlich... Obwohl wir halt viele digitale Möglichkeiten haben, die ja auch toll sind.

00:41:13: Müssen wir halt immer schauen dass wir uns diese recht analog zu sein einfach immer wieder rausnehmen und erlauben.

00:41:22: Und also bei mir fängt es tatsächlich im theater besucht damit an das ich mich strikt weigere mein smartphone vorzuzeigen.

00:41:30: Das heißt ich habe eine karte dabei wenn ich sie mir selbst ausdrucken muss.

00:41:35: Ja

00:41:36: weil ich hab alleine schon panik dass Mein Gerät nicht gehen könnte und ich nicht reinkomme.

00:41:41: Ja, Batterie leer?

00:41:43: Nix mehr!

00:41:46: So kann jeder von uns es auch gestalten.

00:41:49: Und wenn ich hier rausgehe in Nürnberg auf meinem Fahrradweg in die Stadt hinein komme ich an der Sörder Liese vorbei.

00:41:57: da lagern Menschen allen Alters aller Couleur und die sind friedlich beieinander und teilen ihr Sommerleben und ihr Sommerglück Auch wenn ich sehe wie viele Gemeinschaften zum Beispiel entstehen, Deutschlandwald.

00:42:11: Also wo Menschen wieder andere Wohnformen suchen und gemeinschaftlich bohnen wollen?

00:42:18: Es ist einfach ein kundmenschliches Bedürfnis nach zusammen sein und zusammenspielen und ja miteinander was gestalten.

00:42:29: Ja und ich bin jetzt hier bei uns in der Region das Staatsjahr meins als Beispiel schafft es jedes Jahr Stück für Stück bessere Werte einzufahren und ist erfolgreich.

00:42:40: Insofern sehe ich ja das durchaus der Bedarf, auch wenn es vielleicht subventioniert wird an der einen oder anderen Stelle.

00:42:47: aber der Bedarf ist ja da sonst würden wir nicht Menschen in die Theater kommen.

00:42:52: Ja unbedingt.

00:42:53: also im Staatstheater ist es auch manchmal schwierig noch eine Karte zu kriegen Und es ist toll ist toll und zeigt es dass Dass wir das brauchen und uns wünschen als Menschen.

00:43:07: Mehr über dich gibt es auf deiner Homepage Daniela-Dillinger.de.

00:43:11: Da stehen alle Termine drauf, da steht vieles über dich drauf.

00:43:14: einfach mal vorbeischauen und terminen ist wie gesagt siebenundzwanzigzehnneunter in Wiesbaden und ich wünsche dir da viel Erfolg.

00:43:23: und vielleicht ist es ja so wie in Dresden dass du dann in einem Jahr schon ein weiteres Mal nach Wiesbaden kommst.

00:43:31: Ja hoffentlich!

00:43:33: Das wünsche ich mir.

00:43:34: Wünscht mir ein volles Haus und viele begeisterte Zuschauerinnen und Zuschauer.

00:43:40: Ich danke dir für das Gespräch!

00:43:43: Danke dir, Volker!

00:43:44: Es war mehr einfach nirgendwo.

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