Ein Blick in den Abgrund – Wege aus der Spielsucht
Shownotes
In dieser eindringlichen Ausgabe begrüßt Volker Pietzsch einen Gast, der eine extreme und schmerzhafte Lebenserfahrung teilt: Der diplomierte Kaufmann und Autor Michael Gruninger blickt im Studio auf die dunkelsten Jahre seines Lebens zurück. Nach dem verheerenden Brand seines Familienunternehmens verfiel er einer tiefen Spielsucht und verspielte durch hochriskante Börsengeschäfte Millionen – bis die Abwärtsspirale schließlich im Gefängnis endete. Nach 16 Monaten Haft und einer intensiven Therapie geht Gruninger heute mit seiner Geschichte an die Öffentlichkeit. Im Talk berichtet er schonungslos ehrlich über die psychologischen Mechanismen der Sucht, die Warnsignale des Körpers und seine neue Mission „Spielfrei“, mit der er Betroffenen und Angehörigen als Mutmacher und Impulsgeber zur Seite steht.
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00:00:00: Mein heutiger Gesprächspartner ist Männlich-Name.
00:00:04: Michael Gruninger.
00:00:06: Alter!
00:00:07: Achtundvierzig.
00:00:08: Beruf.
00:00:09: Ich bin ausgebildet Diplomkaufmann und da ich gerade die letzten Jahre im Gefängnis verbracht habe, momentan kein aktiver Beruf.
00:00:19: Außer vielleicht Autor.
00:00:21: Hast du Robbis?
00:00:22: Und wenn ja welchen?
00:00:24: Ja meine Hobbis sind Sport Film und Serien Zwar.
00:00:30: natürlich ist Hobby über Viehzahl bei der Familie verbringen, mit meinen Kindern verbringen.
00:00:33: Wann dann gerne in der Natur?
00:00:36: Gerne unterwegs!
00:00:37: Genau.
00:00:38: Ich glaube ich gerade den Geburtstort vergessen.
00:00:41: Wo ist er denn?
00:00:42: Ich bin geboren in Freiburg
00:00:44: und hast du so was wie ein Lebensmotto?
00:00:48: Ach, ein Lebensmotor, aber ich denke die letzten Jahre haben gezeigt man muss den aktuellen Moment genießen und für mich ganz wichtig zu befrieden sein mit dem was man hat drüber nachdenken oder enttäuscht sein, was man nicht hat oder nicht mehr hat.
00:01:02: Die Menschen die mit dir zu tun haben?
00:01:04: Was meinst du sagen die über dich?
00:01:06: Was macht dich aus?
00:01:07: Woran erkenne ich dich?
00:01:09: Ich denke empathisch interessiert einfühlsam lustig humorvoll meistens gut gelaunt und manchmal auch verschlossen.
00:01:21: Michael Gruninger ist mein Gesprächspartner.
00:01:26: Später geht es hier um das Thema Spielsucht.
00:01:29: Michael Gruninger ist mein Gesprächspartner.
00:01:31: Du bist in Freiburg geboren, bist du dort auch aufgewachsen?
00:01:35: Ja.
00:01:36: Ich war bis nach dem Abitur in Freiberg, hab dann noch Metzverdäher gemacht und bin dann nach München gegangen zum Studieren.
00:01:43: Oh!
00:01:45: Sehr spannend.
00:01:45: erstmal ich glaube Freiburger ist ein schöner Platz oben aufzuwachsen oder?
00:01:49: Ich find's toll.
00:01:50: wir haben immer das beste Wetter am besten Fußballverein in Deutschland Und natürlich hohe Lebensqualität, andere machen hier Urlaub.
00:01:58: Ich glaube das ist richtig schön am Platz zum Leben und zwar aufwachsen natürlich.
00:02:04: Also ich war einige Male in Freiburg und für mich hat es halt absolute Entschleunigung und natürlich dieses Wasser durch die ganze Stadt, das ist natürlich schon was Besonderes.
00:02:14: Du sprichst jetzt die Freiburger Bechler an diesen
00:02:16: Warten?
00:02:16: Natürlich!
00:02:17: Durch den Wahrzeichen.
00:02:19: Klar macht natürlich tolle Stimmung, Wasser ist immer toll.
00:02:22: Was man bei den Bächle wissen muss, du musst immer aufpassen als Nicht-Freiburger.
00:02:25: Wenn du in den Bach trittst dann musst du oder darfst so sag ich immer eine Freiburgin heiraten.
00:02:30: Okay das ist ein Gesetz?
00:02:33: Genau ungeschriebenes Gesetz!
00:02:36: Du bist ja in der Freiburg auch zur Schule gegangen nämlich an, ne?
00:02:39: Genau.
00:02:40: Warst du ein guter Schüler?
00:02:42: Gut genug.
00:02:43: Ich habe eigentlich das gemacht was nötig war.
00:02:46: Ich war jetzt nie der Einsatzschüler aber es hat immer gereicht für eine ordentliche Note.
00:02:52: Und jetzt habe ich gerade schon diese Stelle gehört, da werde ich natürlich hellhörig weil ich das ganz witzig finde.
00:02:58: Das heißt Abitur und Metzgerlehrer hab' ich gehört ne?
00:03:01: Genau.
00:03:02: also... Ich stamm ja aus der Unternehmerfamilie halt eingesessen in Freiburg und wir hatten ein Min-Unternehmen im Bereich Fleisch & Wurst deswegen Metzgarnere dann auch und der Weg war so bisschen vorgezeichnet einfach als schulische Ausbildung und dann auch Studium und es gehört einfach indem Mit jeder zu, dass man von der Materie Ahnung hat.
00:03:22: Das heißt die Metzgerlehrer macht viel Sinn.
00:03:25: natürlich hast du nach dem Abitur und kurz vor dem Studium nicht so richtig Lust darauf.
00:03:29: Wenn es nicht gleich macht, macht das wahrscheinlich dann nie mehr.
00:03:32: Deswegen hat sich das bei mir direkt ans Abiturt kurz zivil dienstwochen dann den Lehrer angeschlossen.
00:03:38: Was hast Du studiert?
00:03:40: Bittes Wirtschaft
00:03:41: Okay, das sind ja Sachen die passen ja durchaus zusammen.
00:03:43: Die braucht man eigentlich in vielen Umgebungen.
00:03:47: Ja
00:03:47: Genau Das
00:03:49: heißt, du hast die Lehre gemacht?
00:03:50: Aber hast du im älterlichen Betrieb gearbeitet?
00:03:52: dann?
00:03:55: Ja oder danach.
00:03:59: Ich bin eben dann im Jahr zweitausend nach München gegangen zwischen Dieren bis Zweitausendsfünf und bin dann zwei tausends fünf ins Unternehmen also nach Freiburg zurückgekommen.
00:04:08: das war es ein bisschen die Zeit.
00:04:10: direkt nahm Studium.
00:04:11: da hätte ich auch gerne noch bisschen mehr von der Welt gesehen weil auch in anderen Firmen gearbeitet war dann aber nicht möglich, weil mein Vater gesundheitlich angeschlagen und sehr angeschlagen war zu der Zeit.
00:04:21: Und ich dann direkt zurückkommen musste und bin dann in den Betrieb eingestiegen.
00:04:27: Wolltest du in dem Betrieb einsteigen?
00:04:29: War das immer dein Plan?
00:04:31: Ja, das war der Plan.
00:04:33: Ich sag mal es war so ein bisschen beides.
00:04:35: Es war also vorgegeben, weil natürlich willst du für mich schon immer einen Nachfolger haben.
00:04:43: Mein Bruder war ... auch im Unternehmen, aber hat sich dann auch nochmal umorientiert.
00:04:47: Ist dann wieder zurückgekommen und dann war klar ich bin der Letzter in der Reihe und das war so vorgegeben.
00:04:54: Aber es wäre jetzt gelogen zu sagen dass das eine schlimme Vorgabe ist in so ein Betrieb einzusteigen als gleich sozusagen als Geschäftsführer.
00:05:02: Ja
00:05:03: gibt's ja immer so unterschiedliche.
00:05:05: manche wollen damit gar nichts zu tun haben wenn so'n Betrieb da ist?
00:05:08: Und andere haben wir es durchaus dann auch als Lebensaufgabe.
00:05:12: was sie sagen okay das erhalte
00:05:14: Ja, also das war schon so.
00:05:18: Zu der Zeit, im Jahr zwei tausendfünf, wäre es auch schön gewesen noch irgendwo anders Erfahrung zu sammeln um dann die auch in Betrieb einzubringen weil du kommst vom Studium kannst eigentlich in der Praxis gar nichts.
00:05:27: und Das ist dann in der Phase in der mein Vater sehr sehr angeschlagen aber sogar bei einem Komalag unklar überhaupt wieder aufwacht.
00:05:34: Man ist nicht der beste Staat Und man kann natürlich sagen ins kalte Wasser geworden.
00:05:38: aber das ist das hört sich immer so Heroisch und so toll an und sowas auch für den Kinofilm, aber es ist natürlich du stehst erst mal da und weißt gar nichts.
00:05:47: Naja ich sag mir das ist ja immer gerade so wie du sagst jetzt kalte Wasser geworfen so ein einfacher Satz sind Wirklichkeit steckt ja viele Details dahinter Und neben den Sachen die man lernen kann gibt es ja immer diese Diese ungeschriebenen Regeln die auch die man kennen muss um Gefühl und Bauchgefühl.
00:06:07: Das ist das ist Ja gar nicht so einfach und das fehlt Natürlich wenn Man Einfach So Etwas übernimmt, ohne dass man vielleicht die Chance hat auch zu fragen.
00:06:14: Hey was bedeutet das denn?
00:06:17: Genau und du hast dann ganz viele Mitarbeiter, die dir erstmal nicht automatisch folgen nur weil du jetzt gerade da bist.
00:06:21: Du musst sie erst mal kennenlernen, du musst die Abläufe kennenlern.
00:06:24: Du muss wissen wie werden Dinge gemacht... Und da ist natürlich dann grade ein starker Vater der dir das beibringen kann oder zeigen kann.
00:06:33: Ganz wichtig!
00:06:34: Das hatte ich erstmal nicht, dann hat sich mein Vater zum Glück wieder brappelt sozusagen, ganz ruhig nie aber dann doch wieder erholt und beim Unterleben zurück.
00:06:46: Und dann haben wir erstmal so coexistiert und er war leider jetzt nicht der Mentor, der dich an die Hand genommen hat gesagt, guck mal hier oder so das sind seine Aufgaben, das machst du sondern er war halt der Patriarch der eigentlich alles entschieden hat und nicht gewohnt war dass es plötzlich jemand gibt ja vielleicht auch Entscheidungen trifft.
00:07:01: und da haben wir uns am Anfang so ein bisschen behagt sag ich mal.
00:07:05: Das hat bei mir dann auch erst mal in den ersten Jahren so einer gewissen Demotivation geführt, weil ich meinen Platz nicht so richtig gefunden habe dort.
00:07:13: Meine Aufgabe nicht so wirklich gefunden habe und das war sozusagen gar keine einfache Zeit.
00:07:19: die ersten Jahre ist dann... ...Durch ein Sondereig, es hat sich eigentlich alles geändert.
00:07:27: Ende der Betrieb an dem Samstag morgens komplett abgebrannt.
00:07:33: Also da hab' ich jetzt nie vergessen Samstagmorgen um, ich glaube, elf Uhr, neunundzwanzig oder dreißig Anruf bekam von der Hausmeisterin und dann hat sie gesagt es brennt.
00:07:43: Und im ersten Moment denkst du da in der Fahrradschuppen.
00:07:47: Oder so ist nichts auf den Ausdeck, Firma steht in Flammen.
00:07:49: und dann bin ich mit meiner Freundin später eine Frau hingefahren und auf dem Weg dorthin fährst du dann über die Güter Bahnhofbrücke und auf der Brücke sehen wir einen Riesenrauchwolke, die ein Hunderte von Metern hoch war.
00:08:04: richtig was passiert?
00:08:05: und, ja.
00:08:06: Und als wir dann dort ankam, stand der ganze Betrieb in Flammen.
00:08:10: Was denkt man in diesem Moment?
00:08:13: Das ist ja nicht nur ... Der ist ja alles weg, ne?
00:08:16: Das alles weg.
00:08:16: Du musst dir vorstellen, du gehst am Abend aus dem Büro, am nächsten Morgen ist das Büro nicht mehr da.
00:08:22: Gar nichts mehr davon da!
00:08:23: Also erst mal hast du eigentlich gewisse Harnik, gewisse Lehre, kannst du gar nicht richtig denken, sondern guckst natürlich erstmal... Was uns genau passiert, sind hoffentlich keine Menschen involviert.
00:08:35: Die Feuerwehr war mit hunderten Leuten dort und du musst dir erst mal einen Überblick bis du dann realisierst dass alles weg ist.
00:08:42: Trauert das ein bisschen weil du erstmal natürlich in einem gewissen Notfallmodus verfällst.
00:08:48: Gleich geht es weiter im Gespräch mit Michael Groeninger.
00:08:53: Er hat im familiären Betrieb mitgearbeitet, der aber eines Tages komplett abgebrannt ist.
00:09:00: Da waren wir gerade im Gespräch mit Michael Gruninger.
00:09:03: Danach fängt man an zu überlegen wie komme ich wieder in Unterlagen?
00:09:06: Habe ich sie überhaupt noch?
00:09:07: gibt es irgendwo Kopien?
00:09:09: Wahrscheinlich geht das dann irgendwann los?
00:09:11: Man muss ja irgendwas machen.
00:09:12: danach
00:09:13: Ja du hast Fragen wie werden die für Janis geliefert?
00:09:19: geht es morgen weiter?
00:09:20: wie bleibt man am Markt und so weiter, dass die Gedanken kommen natürlich relativ schnell.
00:09:24: Vor allem wenn du dann aber siehst das eigentlich nichts mehr übrig ist.
00:09:28: Du stellst dir auch die Frage natürlich Wie ist man versichert?
00:09:31: Was passiert jetzt?
00:09:32: Und das wird alles ein bisschen gesteuert natürlich.
00:09:35: Du weißt, du bist versicherd.
00:09:37: Du weiß nicht was es bedeutet.
00:09:39: Dann kommen relativ schnell die Menschen zusammen, die dir das auch erklären und die du brauchst.
00:09:44: Wenn du diese erste Panik Trauer verflogen ist und dann verfällst du natürlich totalen Aktionismus.
00:09:50: Und so war es bei uns auch, wir hatten das erste Meeting mit den Sachverständigen der Versicherung oder unserer Seite.
00:09:59: Dann geht es erstmal um die Frage, baut man wieder auf?
00:10:03: Oder baut mal nicht wieder auf!
00:10:05: Das ist ein ganz wichtiger Punkt rückblickend in meiner Geschichte dieses Gespräch weil als der Leiter der Versicherung die Frage gestellt hat oder gesagt hat, es gibt zwei Szenarien.
00:10:17: Aufbauen nicht auf, man hat mein Vater sofort gesagt wir bauen wieder auf, das andere brauchen wir gar nicht drüber reden.
00:10:22: und bis heute ärger ich mich über mich selber weil ich den Mut hatte die innere Stärke hatte zu sagen Moment mal ich will wissen zwischen welchen Varianten entscheiden wir uns.
00:10:37: ob die Entscheidung nachher anders ausgefallen wäre kann ich heute nicht sagen.
00:10:40: aber Ich bin einfach der Meinung solchen Entscheidungen, man muss zumindest wissen zwischen was man sich entscheidet bevor man eine Entscheidung fällt.
00:10:46: Und das wurde weggewischt und sofort ist Aufbaustenario verfolgt ohne jetzt mal zu überlegen, was bedeutet der Brand eigentlich für das Unternehmen?
00:10:56: Was bedeutet der brand von uns am Markt?
00:10:59: Was kann in den Jahren passieren?
00:11:00: Welche Risiken wirkt es vor uns?
00:11:03: Und ich verstehe natürlich wenn du hast einen Familienunternehmen da hängt die Familie dran Mitarbeiter daran Menschen mit denen wir Tag und Nacht zusammenarbeiten, dass es da nicht einfach ist zu sagen ja ich will aber mal gucken wie was ist für uns das Beste.
00:11:18: Aber richtig wäre's gewesen.
00:11:20: Naja jetzt kommt der Punkt auch dazu.
00:11:23: die Welt dreht sich immer weiter.
00:11:24: Das heißt wenn ich an Unternehmen wieder aufbauer passiert trotzdem im besten Fall dauert das vielleicht nur Monate bis alles wieder funktioniert.
00:11:33: aber in diesen Monaten gibt es ja Mitbewerber die aktiv sind.
00:11:36: Es verändert sich vielleicht irgendwas am Markt und ich bin nicht in der Rolle, dass ich so liefern kann wie vorher.
00:11:43: Also hat das Konsequenzen auch für die Zukunft?
00:11:45: Genau!
00:11:46: Daran hat keiner in dem Sinn gedacht bzw.
00:11:49: völlig unterschätzt.
00:11:50: Und es ist mal aber klar, es wird Jahre gehen bis wieder aufgebaut ist weil du musst deinen ersten Grundstück finden.
00:11:57: Du musst planen, du musst bauen, du muss einrichten und wir begannen dann sofort damit das alles in die Wege zu leiten, haben uns sofort Architekten gesucht.
00:12:08: Der sich damit schon auskannte und der schon Betriebe gebaut hat, die sozusagen aus dem Feuer entstanden sind.
00:12:13: Und
00:12:14: dann war es so viel zu tun dass wir uns die Arbeiten ganz grob nur aufteilen konnten.
00:12:17: Das heißt mein Vater hat sich gekümmert um Produktionen aufrechterhaltung der Nieferfähigkeit, Abwicklung mit den Sachverständigen und mein Part war der komplette Aufbau.
00:12:27: Der komplette Betrieb mit der kompletten Einrichtung, mit Architekt, mit allem Drum und Dran.
00:12:33: Das begann dann meine gute Zeit im Unternehmen, weil ich eine Aufgabe hatte, die mich twenty-four seven gefordert hat.
00:12:40: Wo ich selber Entscheidungen treffen konnte, keine mehr reinreden konnte.
00:12:45: Erstens kannte sich mein Vater da nicht aus und zum anderen hatte er auch gar nicht die Zeit und die Kapazität gehabt, sich damit noch zu befassen.
00:12:50: Das war einfach mein Baby sozusagen.
00:12:53: Und das war so ein bisschen ein Freischwimmen für mich im eigenen Unternehmen.
00:12:58: Du hattest dann die eigene Mitarbeiter, die dir vertraut haben, den du vertraute hast... Du hattest ein klares Ziel und einfach eine ganz große Aufgabe, die alles abverlangt hat.
00:13:10: Und war der Wiederaufbau erfolgreich?
00:13:13: Der Aufbau war grundsätzlich erfolgreich wenn man sieht am Ende standen toller Betrieb da einen anderthalb Jahre später top modern gut strukturiert wettbewerbsfähig von Anlagen von von allem.
00:13:28: wir haben dann neu eröffnet in Jahr zwanzig zehn Mitte.
00:13:32: Und dann hat man aber gesehen, dass genau die Risiken, die wir am Anfang unterschätzt haben, das die voll eingeschlagen haben.
00:13:37: Wir hatten vor dem Brand einen Umsatz, der ungefähr bei, weiß ich nicht, forty-fünf Millionen lag und nach dem Brand bis zu plötzlich erst mal bei fünfzehn.
00:13:49: Man muss gucken mit einem neuen Betrieb wie komme ich wieder auf den Umsatzniveau, mit dem ich leben kann?
00:13:55: Das lag natürlich zum Einen daran die Kunden, die uns versprochen haben.
00:14:00: Wenn ihr wieder da seid dann sind wir auch da diese Versprechen teilweise nicht so halten konnten weil sie eben wie du gesagt hast vorhin neu in die Verwandten hat mit denen zufrieden waren.
00:14:08: es hat alles funktioniert.
00:14:10: der markt vergisst auch nach einer gewissen zeit die Sympathie die man am Anfang noch empfinden.
00:14:16: das Leben geht einfach weiter.
00:14:18: und Entscheidungen dass jetzt ich sag mal das kann man gar kein übel nehmen.
00:14:22: das heißt wenn ich auf den betrieb habe Und irgendjemand liefert und er macht es gut, dann habe ich ja vor einmal, oh, ich würde gerne.
00:14:29: Aber das hat auch gut
00:14:30: funktioniert.".
00:14:31: Das ist eine Abwägung?
00:14:32: Und ein funktionierendes System stellt man selten ab.
00:14:37: also... Genau!
00:14:38: Man kann es niemanden übernehmen.
00:14:39: aber uns hat es natürlich bis ins Markt getroffen weil wir diese Umsätze einkalkuliert haben.
00:14:46: Dazu kam noch dass der Markt generell in diesen Jahren ganz schwierig war.
00:14:51: letzten Endes haben wir gekämpft recht weit nach oben noch bekommen, aber halt im Prinzip nicht zu Margen mit denen wir gut leben konnten.
00:14:59: So dass wir dann im Jahr zwanzig zwölf Insolvenz anmelden mussten.
00:15:04: Es war ein ganz neue Betrieb da alles toll strukturiert Aber Wir hatten nicht das finanzielle Tolster und sozusagen die harten Jahre durchzustehen.
00:15:14: Weil das ist das was dir eine Versicherung nachher nicht ersetzt wenn du am Markt nicht gleich Fuß fasst.
00:15:19: Die Versicherung baut den stellt ihr neues Gebäude hin hält dich über die Zeit am Leben, aber danach musst du selber sofort da sein.
00:15:25: Und das ist eben nicht ausreichend gelungen leider.
00:15:28: Okay und das heißt dann obwohl man alles gegeben hat steht man dann trotzdem vor dem
00:15:35: Aus?
00:15:35: Genau!
00:15:36: Das war natürlich unheimlich bitter.
00:15:38: also du steckst in so ein Projekt ja dann dein ganzes Herzblut und deine ganze Leidenschaft und siehst ihr auch was geschaffen wurde und was man damit bewegen kann.
00:15:50: Bevor es eigentlich richtig los ging, war's dann zu Ende.
00:15:52: Und ... Dann steht sich natürlich, wenn das so kurz nach dem Brand passiert, dann wieder die Frage hättest du dich damals nicht vielleicht anders entscheiden müssen?
00:16:00: Gleich geht es weiter im Gespräch mit Michael Gruninger.
00:16:05: Michael Gruninger ist mein Gesprächspartner.
00:16:07: Er hat eben Familienunternehmen gearbeitet.
00:16:09: Das ist eines Tages abgebrannt und mit der Versicherungssumme hat man dann das Unternehmen wieder neu aufgebaut.
00:16:15: Man kam aber schließlich an die alten Millionumsätze in der Höhe nicht mehr dran Und das Unternehmen ging in die Insolvenz.
00:16:24: Er ist mein
00:16:24: Gesprächspartner.".
00:16:26: Das heißt aber, du musstest dich neu orientieren?
00:16:28: Ja also es war so, dass ich mit ihr finanziell gut ging trotz der Insolvents und ich jetzt gar nicht unbedingt im großen Aktionismus hätte verfallen müssen.
00:16:40: Ich hatte auch noch eine zweite Firma, deutlich kleinere, die ich aus dem gleichen Branche gekauft habe.
00:16:46: Die lief aber ohne mich.
00:16:47: Das war eigentlich auch nie so gedacht, muss, sondern das war einfach ein zweites Stand bei.
00:16:53: Aber in mir kamen total irgendeine Unruhe auf.
00:16:57: Also es ist so ... dass mich auch die Jahre davor schon so diffuse Verlustängste begleitet haben, die zumindest bei mir kam, wenn du dran denkst, du kommst jetzt im Unternehmen, dass fast wundert Jahre gibt und machst den Schüchtern mit dir Gedanken.
00:17:11: Du willst nicht die Generation sein, die jetzt sozusagen ins Sand setzt oder wo's schief geht oder was schlecht läuft?
00:17:18: Da habt natürlich früher als Jugendlicher auch mal immer mitbekommen, dass es gute und schlechte Jahre gab.
00:17:22: Aber da wurde nie bei uns richtig drüber gesprochen.
00:17:25: Und diese Verlustängste haben sich natürlich jetzt so ein bisschen manifestiert durch den Brand, durch die Insolvenz.
00:17:32: Mein Vater ist dann Ende zwanzig zwölf noch gestorben.
00:17:34: Das war der Dritter Schlag in kurzer Zeit.
00:17:38: Das hat sich für mich so ein wenig angefühlt als würde mich jetzt mit allem allein lassen auch wenn das objektiv von außen betrachtet Quatsch ist aber es fühlte sich an Und ich bin natürlich in den Loch gefallen, von twenty four seven.
00:17:50: In totaler Ecken und gebraucht werden Entscheidungen treffen, durcharbeiten offenbar.
00:17:58: Ich saß plötzlich im Prinzip zu Hause mir ging es zwar eigentlich gut aber ich hatte keine Aufgabe mehr.
00:18:02: Ich hatte keinen richtigen Dreck mehr vor Augen.
00:18:06: und dann kommen die natürlich so Gedanken wie kannst du es irgendwann Job annehmen?
00:18:10: Aber dann kommt ein bisschen der Hoch muss sagen Wie sieht das denn jetzt aus, wenn ich jetzt irgendwo plötzlich als Angestellter anfange zu arbeiten?
00:18:18: Noch dazu hatte ich finanziell nicht nötig und so fällst du ein bisschen in der Lethargie und ein bisschen eine ungute Phase.
00:18:27: Und dann habe ich dort stärker begonnen mich an der Börse zu investieren.
00:18:34: Das hatte ich vorhin nur einen ganz geringen und normalem Ausmaß gemacht.
00:18:38: und dann habe für mich entdeckt weil ich auch einen Startkapital hatte für mein Depot dass man statt normaler Aktien zu investieren eben auch mit Tebelprodukten arbeiten kann, mit diesen sogenannten Knockout-Zertifikaten.
00:18:52: Die, die ein wesentlich schneller und höheren Gewinn regnen und versprechen im Erfolgsfall aber was mal ausblendet in dem Misserfolgsfalt genau das Gegenteil tun nämlich einen ganz schnellen hohen überproportionalen Verlust.
00:19:05: Und da habe ich dann zwei Tausend dreizehn begonnen jetzt Startkapital von ungefähr siebenhunderttausend Und hab dann Tag und Nacht irgendwann sozusagen getradet, in dem Sinne du kannst nachts nicht wirklich trade.
00:19:18: Aber du kannst natürlich über Nacht investiert sein und dann bleibst du nachts auf und guckst wie entwickelt sich das so zu sagen overseas?
00:19:26: Du kannst da wirklich viel Zeit damit verbringen und es war am Anfang auch sehr erfolgreich.
00:19:31: heute muss man sagen leider sehr erfolgreich.
00:19:34: Und ich habe dann bis Anfangs.
00:19:37: Das Depot auf fast zwei Millionen gesteigert den Deportwert
00:19:43: Was hat sich erst mal gut an?
00:19:45: Ja, es hat sich auch gut angefühlt.
00:19:47: Klar ist das... Du hast natürlich irgendwo eine Beschäftigung, du hast aber vor allem die Bestätigung.
00:19:51: Du hast eine Bestätung, dass du was kannst und was leistest.
00:19:55: Dass es dir gut geht.
00:19:57: Solche Dinge projizierst du dann ja oft auf ... Da geht's gar nicht um das Geld an sich sondern es geht um das, was damit verbunden ist.
00:20:07: Aber natürlich auch wenns immer auf den Weg darin kleinere Verlustfails gab ging´s eigentlich kontinuierlich immer nach im Berg auf und dadurch wird man irgendwann einfach unvorsichtig.
00:20:17: Und bei mir war es dann so, ich habe Anfangs-Werzehn wurde ich dann total unvoresichtig und hab den gesamten Depotwert auf Google gesetzt.
00:20:30: Google ist zu der Zeit nur gestiegen.
00:20:32: Wirklich kann man sagen ist nurgestiegen hat zum ersten Mal die tausend Dollar überschritten und stand dann bei als ich es investiert habe glaube und mein Ziel war sozusagen auf Zwölfhundert Dollar und habe sozusagen alles in dieser Scheine investiert.
00:20:46: Und kurz vor der Zwölf-Hundert-Dollar-Marke hat Google scharf korrigiert, und ist noch mal ganz knapp, ganz kurz unter die Tausend Dollar gefallen, danach weitergestiegen aber ich war raus.
00:20:58: Das heißt das Zirkut ging von zwei Millionen mehr oder weniger auf Nudeln.
00:21:02: Das Einzige was dann noch blieb, war die Steuerrückerstattung, die du dann ja bekommst weil dir die Gwinne vorher versteuert hattest
00:21:09: Also nicht alle Eier in einen Korb.
00:21:13: Das ist diese Börsen-Weisheit und das ist jetzt dann so ein
00:21:18: Parallelbeispiel,
00:21:18: ne?
00:21:19: Ja gut der Strategie war alles falsch.
00:21:22: Nicht nur an alles auf einen Korbst sozusagen sondern auch den gesamten Deportwert viel zu kurzen, viel zu knappen Knockout gewählt weil man einfach nicht mehr einkalkuliert hat dass es überhaupt irgendwie schief gehen könnte und das war natürlich total.
00:21:38: Ja, und spätestens das war der Beginn meiner Spielsucht, denke ich.
00:21:44: Kann man sagen weil dann dieses Chasing den Verlust hinterherrennt begann Und Ich habe mich dann definiert über diese zwei Millionen bei denen ich war die ich nicht gebraucht habe.
00:21:55: aber da war ich und Da musste ich wieder hinkommen.
00:21:59: Das war ab da das absolute Ziel diesen Verluss wieder nett machen zu wollen und wieder auf diesen Depot werden zu kommen.
00:22:07: Was ist das, was ich wolle?
00:22:09: Irgendwann war es dann, vielleicht auch damals schon.
00:22:15: Das war einfach die fixe Idee im Kopf.
00:22:18: Heute verstehe ich, dass das auch dadurch getriggert war, dass sich ein Verlust gereilt hat und dieser Verluste schien der Erste zu sein, den man umkehren konnte, dem man wieder ausbügeln konnte.
00:22:33: Den Brand konnte ich nicht ... War da, konnte ich's nicht wieder wettmachen Die Insolvenz konnte ich nicht rückgängig machen.
00:22:40: Den Tod meines Vaters konnte man aber hier, beim Depot hatte ich die Möglichkeit, es konnte ich
00:22:44: steuern.".
00:22:45: So war unterschwelligt der Gedanke damals.
00:22:48: Hier kann ich eingreifen und das kann ich wieder ausbügeln.
00:22:53: Und genau dieses Wiederausbügel bringt dich halt in ganz, ganz schlimmes Fahrwasser.
00:22:59: Du fängst dann an sich auf diesen Punkt zurückfokussieren und alles andere darum irgendwann auszublenden oder zu vergessen.
00:23:07: Gleich geht es weiter im Gespräch mit Michael Groninger.
00:23:12: Michael Groeninger hatte einiges erlebt in seinem älterlichen Betrieb gearbeitet, der ist abgebrannt, es gab eine Insolvenz.
00:23:19: trotzdem ging es ihm finanziell gut.
00:23:21: er ist mein Gesprächspartner.
00:23:23: also wenn ich jetzt das extern höre die Geschichte von dir dann denke ich wow!
00:23:28: Ich habe zwei Millionen eigentlich brauche ich hier gar nichts mehr zu machen und genieße meinen Leben.
00:23:34: so meine ganz naive Vorstellung Mache vielleicht meine Dinge weiter, aber letztendlich weiß ich.
00:23:38: Ich bin abgesichert.
00:23:41: Das heißt, da passiert ja dann irgendetwas... Ja!
00:23:45: Da kommt dieser Suchtfaktor.
00:23:46: Irgendetwas wird im Hirn wahrscheinlich umgeschaltet, dass man halt nicht mehr rational ist?
00:23:51: Ja und das ist die Frage wo es beginnt.
00:23:53: Ich weiß, letzte Woche war ich beim Frühstückspfein von Satz Eins und dann hat sie mich auch gefragt wenn ich jetzt zurückgehen könnte, wo würde ich stopp machen?
00:24:02: Und da ist meine Antwort heute ganz klar vor dem ersten Trade, nicht beim großen Gewinn sondern vor dem erster Trade.
00:24:08: Weil dieser erste Gewinn oder sagen wir mal die ersten Gewinne machen das Ganze so gefährlich weil sie die erstmals Gefühl geben du kannst es, du bist gut informiert Du weißt was du tust und du kannst etwas leisten.
00:24:22: Und wenn ihr dann abstürzt, dann kommst du aus der Spirale.
00:24:25: Zumindest jemanden der da sucht anfällig ist wie ich nicht mehr raus.
00:24:29: Es wird besser gewesen zu sagen gar nichts zu trade'n, gar keine gewinnt zusammen.
00:24:33: Ich war ja auch schon vorher abgesichert.
00:24:35: Mir ging es vorher gut genug, ich hätte auch nichts tun müssen außer die Finger stillhalten müssen.
00:24:38: Das ist aber nicht gelungen aus den Gründen, die ich von dargelegt habe und dieses Chasing ist ganz symptomatisch für die Sucht und ein ganz großer Baustein.
00:24:51: Du willst sie vernussendlich akzeptieren?
00:24:54: Du willst dir beweisen?
00:24:55: Es geht gar nicht um Geld!
00:24:56: Es geht um Selbstwertgefühl, um Selbstbewusstsein auf das Gefühl nach außen hin darstellen zu können... kannst was leisten.
00:25:05: Diesen Gefühl jagst du hinterher und symbolisch dafür ist das
00:25:08: Geld.".
00:25:09: Das heißt, es hat angefangen mit Zertifikatehandel?
00:25:13: Und dann hast Du gerade Spielsucht gesagt – Was ist gefolgt?
00:25:19: Ich hatte dann nachdem das Depot sozusagen abgestürzt ist noch zweieinfünfzigtausend Euro.
00:25:25: Ziehen ist zwei Millionen.
00:25:27: Das heißt du sagst da nicht ich habe jetzt zehn Jahre Zeit Und macht ganz langsam und guckt, dass ich vielleicht irgendwann wieder bei einer Million zwei Millionen sagst.
00:25:33: Ich muss so schnell wie möglich wieder aus.
00:25:35: diesen zwei Millionen das brauche ich für.
00:25:37: mein inneres Selbstwertgefühl führt natürlich dazu, dass die zwei diese waren fünfzigtausend von kürzester Zeit weg sind.
00:25:46: Und dann setzt immer noch der Impuls ein zu sagen jetzt musst du es aber lassen sondern gesagt ist wie kann ich weiter machen?
00:25:55: begann der Moment, wo ich dann das erste Mal an die Familie herangetreten bin.
00:25:58: Weil ich Startkapital gebraucht habe und mir sozusagen aus dem Familienkreis Geld grün habe.
00:26:03: Das ist aber nicht mit der Begründung... Ich brauche das für mein Selbstwertgefühl weil ich meinen Depot pushen will, sondern natürlich unter Vorgabe anderer Dinge, die irgendwie nötig waren.
00:26:11: Und da beginnt dann die Unehrlichkeit, die dich in der Sucht dann bis zum Ende auch begleitet, dass du eben Geschichten erfindest, dass so Dinge verheimlichst, Dinge beschönigst wenn du Geld brauchst Und das hat sich dann bei mir lange Jahre hingezogen mit auf und ab.
00:26:31: Das Schlimme ist ja auch, du hast nicht nur Misserfolg aber du hast am Ende Misserfolge.
00:26:35: Es kann sein dass du ein halbes Jahr traidest und den Detotwert auch steigerst und alles gut läuft bis der eine Moment kommt wo der Markt mit Korrekturen scharfe ansetzt und du bist dabei.
00:26:46: dann bist du wieder bei null.
00:26:48: So ging es mehr jahrelang immer wieder.
00:26:50: Immer wenn du bei null bist brauchst du neues Geld.
00:26:54: angefangen, Vermögenswerte zu verkaufen.
00:26:57: Wie zum Beispiel die Solaranlage, die noch auf dem alten Firmengebäude war, die mir gehört hat, Firmenanteile der zweiten Firma und irgendwann dann auch tatsächlich ging es an das eigene Haus.
00:27:10: Und kannst dir vorstellen wie das natürlich in der Familie, in der Kernfamilie auch immer problematischer wurde?
00:27:18: Wenn du Dinge veräußerst, die dir vielleicht sogar ein gutes Einkommen beschert waren Dinge veräußert, dass die für die Zukunft wichtig gewesen werden.
00:27:26: Wenn es sogar irgendwann ans Haus geht in dem du wohnst ist das natürlich brutal und Du selber siehst aber eigentlich immer nur Ich muss weitermachen ich muss wieder dahin kommen wo ich war und siehst gar nicht was du finden Krater hinter dir hinterlässt eigentlich.
00:27:41: Es hört sich wenn du so schilderst so an dass ich denke mein Gott jetzt jetzt muss man's doch merken oder Jetzt muss es da.
00:27:46: aber das heißt Aber da kann man einfach mit rational Wir denken gar nicht mehr irgendwie steuern, weil du steckst da in irgendeiner Spirale drin.
00:27:55: Ganz genau!
00:27:55: Also du selber nimmst die... Dein Umfeld gar nicht mal richtig war und du bewährtest es auch nicht nach den richtigen moralischen Maßstäben.
00:28:05: Weil du wieder sagst normalerweise spätestens hier zu aufhören müssen.
00:28:09: Der Gedanke des Aufhörens stellt sich in der Luft überhaupt gar nicht.
00:28:12: In der Luft geht's darum weiterzumachen, genauso gegenteil davon und dann so heimlich wie möglich weiterzumachen.
00:28:18: Und das ist das Gefährliche, du teilst ja mit deinem Umfeld gar nichts mehr im letzten Endes.
00:28:24: Du erzählst weder wenn es gut gelaufen ist noch wenn es schlecht gelaufen wird.
00:28:28: Du kannst dich nicht mehr über Gewinne freuen.
00:28:30: Du darfst aber auch nicht bei Verlust und Trauern sozusagen.
00:28:34: Du musst nach außen hin eine Fassade aufbauen die immer perfekt ist.
00:28:39: Die dein Umfeld in den Glauben lässt, ist eigentlich allesgut Unglaublich anstrengend, aber auch unglaublich belastend für dich selber.
00:28:50: Weil also bei mir so ich bin.
00:28:53: Ich habe da wirklich viel gemogen in der Zeit und mich natürlich auch nicht wohl in meiner Haut gefühlt.
00:29:00: Das Geld von der Familie ist ja noch eine Sache kann ich mir jetzt vorstellen das ist am Anfang sogar noch relativ leicht dort Unterstützung zu bekommen.
00:29:11: Aber du hast ja gesagt, du hast immer mehr gebraucht und immer wieder neue Quellen.
00:29:15: Geht es dann auch über die Familie irgendwann hinaus?
00:29:19: Ja klar.
00:29:20: Bei mir ging's dann leider weiter darüber hinaus.
00:29:23: Ich hab später in den Jahren, sagen wir mal ab zwanzig, achtzehn neunzehntzwanzig kamen die Einschläge auch immer näher und immer häufiger.
00:29:33: Und am Anfang versuchst du noch über Bankdarlehen mit Onlinebanken
00:29:37: usw.,
00:29:38: dann stark Kapital zu bekommen.
00:29:40: aber Irgendwann ist es natürlich auch so sein Siem Möglichkeiten auch aufgebraucht, zumal meine Sicherheiten die ich mal früher vielleicht hatte ja teilweise gar nicht mehr da war oder gar nicht mir da waren.
00:29:49: Also bekommst du schon dort in den... ...die Zickmühle vielleicht Sicherheiten anzugeben, die so gar nicht bestand haben?
00:29:56: Ich habe dann auch teilweise Gelder aus der Firma wegentfremdet und anderweitig genutzt, dann zwar zurückzahlen können.
00:30:05: aber das ist natürlich erstens moralisch völlig falsch und geschäftsmäßig völlig falsch.
00:30:11: ein Ritt auf der Rasierklinie, der auch nicht eh nicht gut geht und so mache ich dann ja auch einen Partner in der Firma hatte.
00:30:17: Der Anteil oder sogar die Mehrheit der Anteile besaßt also das natürlich aus verschiedenen Gründen hoch brisant und später in den Jahren zwanzig und dreinzwanzig muss sich dann auch oder bin ich dann auch mein Adressbuch durchgegangen habe geguckt wer meiner Bekannten wen könnte ich ansprechen und um Geld bitten?
00:30:36: Und spätestens da ist natürlich jede Grenze jede rote Linie massiv überschritten.
00:30:42: Gleich geht es weiter im Gespräch mit Michael Gruninger.
00:30:45: Das große Thema von Michael Gruninger ist die Spielsucht, er hat mit Hebelprodukten gewettet und nachdem er sein eigenes Geld verspielt hat und auch das Geld der Familie, hat er im Bekannten- und Freundeskreise weiter gefragt Ich befürchte du hast Geld bekommen ne?
00:31:05: Du formulierst es genau richtig.
00:31:06: leider habe ich Geld bekommen und natürlich dem geschuldet dass dass ich in Freiburg bekannt war, meine Familie bekannt ist.
00:31:14: Meine Fassade bis dahin sehr gut funktioniert hat und mir natürlich vertrauen entgegen gebracht wurde.
00:31:20: was ich heute sagen muss.
00:31:22: Ich da zwar nicht willendlich oder wissend, also wissentlich ist falsch, natürlich wusste ich's aber ich habe es anders bewertet, massiv missbraucht habe.
00:31:29: und das Problematische dabei war ja, dass ich den Leuten Sicherheiten versprochen habe von denen ich wusste sie sind nicht da.
00:31:39: Aber in der Sucht ist deine Gedanken weltne andere, du sagst nicht.
00:31:44: Ich
00:31:44: betrüge jetzt hier Leute und ich will Leuten schaden, wollte dich auch nie, sondern deine Gedanken sind... ...ich brauche jetzt einfach Geld um weitermachen zu können.
00:31:53: Diesmal schaffe ich, diesmal mache ich alles Richte.
00:31:57: Am Ende hat jeder sein Geld, keiner ist geschädigt und alle sind zufrieden.
00:32:01: So ist die Denkweise in der sucht Und das ist natürlich fatal und peinlich.
00:32:05: muss dir vorstellen bekommst du das Geld von dem Bekannten und verlierst es Geld.
00:32:11: Dann stehst du wieder vor der Wahl, höre ich jetzt auf?
00:32:15: Aufhören ist keine Option.
00:32:16: also sagst du wieder, ich brauche neues Geld und dann geht die ganze Spirale vom Vornen
00:32:19: los.".
00:32:20: Und die Spiralle hat dann ganz schnell noch weiter einen Abgrund geführt.
00:32:25: Vielleicht nicht schnell genug ne?
00:32:28: Ja... Wie man's möchte, wie man's nennen möchte.
00:32:33: Also die Schnell wars schon.
00:32:36: Aber du versuchst halt immer weiter, du versufst immer weiter.
00:32:39: Und ich hab mir natürlich auch über die Jahre gefragt warum reagierst du so?
00:32:44: Warum kannst du den Zustand nicht akzeptieren?
00:32:47: und später ist mir dann auch klar geworden.
00:32:49: Ich habe ... ... im Moment gekommen wo einfach bei mir jegliche Kraft ausgebraucht war, wo gar nichts mehr ging und sozusagen der Problemberg schon so groß war dass es einfach nicht mehr drüber gucken konnte, weil ich mir bei so vielen Menschen dann Geld geliehen hatte.
00:33:08: Es gab Menschen die haben ihr Geld auch zurückbekommen.
00:33:11: Ich habe natürlich versucht zu tun was ich konnte aber es war einfach da nicht mehr machbar und man wäre noch nicht mehr leistbar.
00:33:17: Und dann hab' ich's endlich geschafft einen Schlussstrich zu ziehen und der stationäre Therapie zumachen.
00:33:23: für drei Monate von September XXIII bis November XXIII.
00:33:29: Zu dem Samen wusste ich natürlich aber auch es laufen schon Ermittlungen gegen mich, weil die Menschen ihr Geld nicht bekommen haben.
00:33:35: Ich teilweise dann auch schon offen gelegt habe dass da nichts mehr kommt und dann wurde ich am zwanzigsten Dezember dreiundzwanzig verhaftet.
00:33:45: Das war alles Trading was du gemacht hast das heißt
00:33:48: Trading.
00:33:49: okay ja Ich überlege gerade, weil du hast ja heute bei allem was mit Geld zu tun hat so viele Prüfragen.
00:33:58: Dass du das überhaupt auch so lange machen konntest zeigt dir auch aber wahrscheinlich ist da auch schon ein bisschen Trickserei drin, dass die Fragen, die man so beantworten muss.
00:34:08: Meinst du Fragen bei den Banken oder Fragen?
00:34:10: Ja genau!
00:34:11: Bei dem Plattform.
00:34:12: Also das hat glaube ich den Grund liegt darin, dass bis zumindest bis Trading nicht als Spiel als Glücksspiel angesehen wurde, sondern als rationales Geldmanagement.
00:34:28: Und die Banken bitte damals noch keinerlei Verpflichtungen hatten, Tradition zu betreiben, Information zu betragen und heute sieht es anders aus.
00:34:39: Heute geht es in die Richtung dass auch Banken behandelt werden wie Glückspielunternehmen das sie auch einschreiten müssen.
00:34:45: bei mir war so
00:34:46: Ist das eine Wette?
00:34:47: Wenn Hebel drin ist, müssen wir mal ganz ehrlich sein.
00:34:50: Es ist ja nicht so, wenn ich eine Google-Aktie kaufe und halte die über ... Das Beispiel von dir aufzugreifen.
00:34:56: und halten sie über fünf oder zehn Jahre, dann ist da ein Auf und Ab aber mit einer doch höheren Wahrscheinlichkeit, wenn du konsequent bist, wirst du besser abschneiden.
00:35:06: Ja!
00:35:06: Wenn du dich gerade pech hast und hast einen Titel der halt Probleme bekommt.
00:35:10: Aber bei einem Hebel, der wirklich davon lebt diese Grenzen überschritten werden, ist es eine Wette.
00:35:19: Richtig!
00:35:20: Das ist rote oder schwarz?
00:35:22: Das Problem dabei ist ja auch im kurzfristigen Handel den du deinem Drain-Trading hast, kannst du zwar grundsätzlich richtig liegen und trotzdem verlieren.
00:35:30: Ja, das
00:35:32: ist falsche Startung gewesen
00:35:34: ne?
00:35:34: Oder eine Stunde zu früh oder so.
00:35:36: Das reicht je nachdem Wussten bei mir eigentlich über alles Bescheid.
00:35:41: Die hatten auf alle Konten einen Blick, die wussten was da läuft aber es hat keiner reagiert.
00:35:46: Das muss man schon so sagen und ich hätte mich natürlich im Nachhinein gewünscht dass da mal einer gekommen wäre und vielleicht sogar mal das Konto gesperrt hätte und gesagt hätte wir müssen jetzt erst einmal gucken Was da läuft?
00:35:56: Was machst
00:35:57: du da eigentlich?
00:35:58: Und die Entwicklung wird dahingehen, dass das jetzt kommt.
00:36:03: Aber für mich ist es erstmal zu spät.
00:36:06: Wie viel Geld hast Du verspielt?
00:36:08: Eine gute Frage, also ich würde sagen am Ende zwischen vier und fünf Millionen.
00:36:16: Das ist ja was man nicht tut, man zählt es ja nie ganz genau zusammen.
00:36:21: Es ist wahrscheinlich natürlich viel mehr weil du ja zwischendrin auch gewonnen hast ne?
00:36:24: Also das heißt gut... Ja
00:36:27: wenn du natürlich die Gewinne noch wieder zu dem Verdammt dann sind wir bei ganz anderen so mich ab.
00:36:32: Also nur wenn du die Jahre zwanzig bis dreinzwanzig nimmst das war der Bereich der juristisch nachher vor Gericht relevant war.
00:36:41: Da waren es, glaube ich, achthundert Millionen Euro die ich umgesetzt habe und um die zwanzig tausend Traits nur in diesen drei oder vier Jahren.
00:36:50: Also da kannst du die Dimension ein bisschen abschätzen.
00:36:55: Und das war wie gesagt nur zwanziger bis dreinzwanzig?
00:36:59: Ich hab mein Erlebnis was mir gerade einfällt... Ich war mal in Las Vegas und da läufst du halt durch diese ganzen Casinos mit diesem Spielautomat.
00:37:11: Und natürlich irgendwann probierst du es auch aus, ja?
00:37:14: Und ich habe da eine Lehre gehabt weil wir haben da einfach mit zehn Dollar gespielt und wir hatten zwei tausend Dollar an diesem Abend gewonnen!
00:37:24: Wir haben sie aber eigentlich nicht gewonnen, weil wir sie natürlich über die Tage wieder komplett verspielt haben.
00:37:28: In Wirklichkeit hätten wir den Urlaub finanziert gehabt.
00:37:32: Ja genau.
00:37:33: Also deswegen kann ich diese Mechanismus, man denkt dann halt das ist gewonnenes Geld auch komm' ich mach weiter aber du bist natürlich viel mehr Grenzen.
00:37:45: Du setztest das Geld nicht des Verhältnis zum realen Leben?
00:37:49: Gleich geht es weiter im Gespräch mit Michael Groninger.
00:37:52: Michael Groeninger leidet unter Spielsucht und es war ein langer und harter Weg bis er da raus kam.
00:38:00: Er ist mein Gesprächspartner.
00:38:01: jetzt Hast du gesagt Therapie?
00:38:03: War die Therapie schon das Entscheidende für dich, dass du wieder ... Ja, sag ich mal.
00:38:10: Die normalen Maßstäbe wieder bekommst?
00:38:13: Ja, ein wichtiger Baustein jeden Fall.
00:38:16: Es kamen da mehrere Dinge zusammen.
00:38:19: Zum einen hatte ich wirklich jetzt meinen Schlussstrich gezogen und dieser Schlussstriche bedeutete... Ich musste zwar sagen was Phase ist, ich musste sagen, was in mir los ist wie der Zustand ist.
00:38:31: Der Zustand war vorherend schlecht finanziell gesehen, aber diese Offenheit hat mir viel Druck genommen.
00:38:39: Ich bin ja jahrelang dem Zustand hergerannt und gesagt ich muss alles dafür tun dass die Passade erhält.
00:38:45: Ich muss alles damit tun das es keiner merkt.
00:38:47: Es muss alles davon tun dass niemand am Ende geschädigt ist.
00:38:50: Und jetzt waren zwar leider Menschen geschädigt, aber es nahm mir den Druck sofort weitermachen zu müssen.
00:39:00: Das war also in gewisser Weise eine zwar stühligere Schlimme, aber eine Befreiung.
00:39:07: Und das andere war dann die Therapie gegen drei Monate bis ich mich da wirklich auf der Setting eingelassen habe, auf die Methoden eingelassene hab, auf mich selber eingelasene hab bestimmt anderthalb Monate gedauert, die nicht einfach waren.
00:39:19: Nach den drei Monaten bin ich aus der Therapie entlassen worden Nicht weil die Zeit abgelaufen war sondern weil eine Stabilisierung eingetreten ist und Der Plan war dann eine ambulante Weiterbehandlung zu haben.
00:39:32: Und witzigerweise hätte gerade am zwanzigsten Dezember, zwanzigtreiundzwang nicht die erste ambulante Sitzung in der Uniklinik stattfinden sollen und genau in dem Morgen bin ich verhaftet worden.
00:39:42: Das ist ein Schock?
00:39:43: Kann man nicht beschreiben!
00:39:45: Also auch wenn du weißt dass irgendwie was im Vorhintergrund läuft und das ein Verfahren droht und so... Wenn die plötzlich vor ihr vor der Tür stehen mit einem Besuchungsbeschluss und einem Haftbefehl und dann realisierst du gehst Die nehmen dich jetzt mit und du gehst bis heute Abend nicht zu Hause.
00:40:00: Und du weißt nicht, was jetzt kommt?
00:40:01: Das kann man eigentlich nicht beschreiben.
00:40:04: Also richtiger Schockzustand und ja Hilflosigkeit in dem Moment.
00:40:10: Und das ist dann der Moment wo wirklich ... Du weißt... Jetzt kannst du gar nichts mehr machen!
00:40:14: Jetzt musst du dich wirklich hundert Prozent der Sache stellen.
00:40:18: Ja also zur Lebenszeit von wäre ich auch unlieferhaft und bereit gewesen mich die Sache zu stellen.
00:40:22: Das ist das Wittere daran Aber du bist da komplett fremdbestimmt.
00:40:27: Du bist ab dem Moment, wo die dich abführen sozusagen in einer anderen Welt und im Gefängnis ist eine komplett andere Welt, die ich natürlich so nicht kannte und auch nicht kennenlernen wollte Und in der du komplett fremt bestimmt bist nur noch Befehle ausführst sozusagen In allen Deinen Freiheitsgedanken eingeschränkt bist und das Gefängnissen hat nichts Gutes Was meiner Sicht aber das einzige was es dann doch für mich gebracht hat war einfach eine lange klare Abstinenz.
00:40:58: Ich war sechzehn Monate am Ende dann im geschlossenen Vollzug, in dem du nicht an Handy, nicht an iPad, an PC, an Dörse und Kursen, an Depots auch nur denken konntest.
00:41:11: Also weiter weg als an dem Ort kannst du von all diesen Dingen gar nicht sein!
00:41:16: Und das hat mir so technisch glaube ich doch am ende sehr geholfen weil es einfach jetzt am Ende eine Stabilität gegeben hat unheimlich wichtig war.
00:41:26: Und ob es draußen so gelungen wäre, das einzuhalten ist zumindest fraglich?
00:41:32: Nichtsdestotrotz kann ich mir vorstellen dass das sechzehn harte Monate sind weil das ja auch eine ganz eigene Welt ist.
00:41:42: Ja also das kann man so klar sagen wenn's jetzt darum geht zu bestrafen.
00:41:48: das Gefängnis ist eine Strafe und zwar ne richtige Strafe Kein Zuckerschlecken, es gibt dort nichts was angenehm ist.
00:41:55: Ich kam dorthin und habe zwanzig Stunden am Tag eingeschossen in einer neuen Quadratmeterzelle mit einem Bildgefangenen
00:42:02: verbracht.".
00:42:04: Die erste vier Monate war ich mit dem Rumänen zusammen der zwar ein ganz lieber Kerl war.
00:42:08: Er sprach aber nur rumänisch und spanisch und ich Deutsch und Englisch.
00:42:11: das heißt wir konnten uns außer mit Händen und Füßen gesten und bisschen Wörterbuch vier Monate lang überhaupt nicht unterhalten.
00:42:18: Und wenn ihr gerne vorstellt so bis dann zweizwanzig stunden am Stück mit der Person in der Zelle und dazu hat er noch geschnarcht wie ein Traktor, das kommt dann auch noch dazu.
00:42:28: Ist es brutal?
00:42:29: Das ist ganz brutal!
00:42:31: Du siehst, ich habe sechzehn Monate lang einen Radius gehabt von vielleicht hundert Metern in den ganzen Sechzehntmonaten.
00:42:40: Du versuchst dich zu beschäftigen, du kannst dir dort einen kleinen Fernseher mieten, lesen, schreiben, dazelt... Und man sonst versucht so überleben.
00:42:51: im Feld ist mit den Beamten und in dem Feld ist es mit den Mitgefangenen.
00:42:55: Eigentlich keine schöne Situation, ja?
00:42:59: Nein, also wirklich gönne ich niemandem.
00:43:04: Und du hast – wenn du das jetzt so sagst – sehr viele Stunden Zeit über Dinge nachzudenken?
00:43:11: Ja!
00:43:12: Du hast richtig viel Zeit nachzdenken und das ist auch ein Positives weil wenn du dich darauf einlässt, dass du an deine inneren Gefühle herankommst.
00:43:24: Du kommst Zeit zu verstehen und zu hinterfragen.
00:43:28: Das hab ich auch getan.
00:43:29: Ich hab angefangen mir auf ein paar Dinge aufzuschreiben ... Und einige Dinge zu analysieren.
00:43:35: Daraus ist ja dann die Idee entstanden im Buch zu schreiben über meine Geschichte.
00:43:40: Zuerst als Selbstreflexion und als eigene Bearbeitung meiner Themen.
00:43:47: Ich habe aber dann gemerkt zum einen ein Gefängnisbuch zu schreiben, das gibt es schon hunderttausendmal.
00:43:52: Das ist nichts Besonderes!
00:43:54: Ich habe dann aber auch gemerkt dass meine Geschichte gerade jetzt auf die Spielsucht bezogen zumindest alles bietet was man in dieser Sucht erleben kann oder muss.
00:44:04: ich hab eigentlich alles mitgenommen was es gibt und habe dann im Rechercheprozess auch Kontakt zur Menschen bekommen die in der Suchtberatung arbeiten in der Suchtforschung arbeiten.
00:44:16: Die haben auch gesagt, Mensch ist es ganz wichtig dass man jemanden hat oder Menschen hat die ihre Geschichte teilen weil das hilft am allermeisten anderen Betroffenen oder auch Angehörigen von Betroffenem.
00:44:27: und so ist dann die Ideen standen ein Buch zu schreiben über die Spielsucht anhand meiner Geschichte.
00:44:34: Ich glaube das Problem an der Sache ist, dass es oft wie auch bei dir lange Zeit im Verborgenen stattfindet.
00:44:41: ja wenn die Mechanismen halt offen liegen Dann gibt es vielleicht ein Wahnzeichen und jemand hört an der richtigen Stelle auf.
00:44:49: Das ist die Hoffnung, die damit verbunden ist.
00:44:52: Es ist ein ganz großer Kerngedanke sozusagen des Buchprozesses, dass man sagt wenn dann soll meine Geschichte wenigstens für andere Hilfe sein?
00:45:03: Dass man rechtzeitig erkennt wo muss ich aufhören, wo darf ich nicht falsch abbiegen?
00:45:09: Es ist immer so leichter hin gesagt, dass man hofft das es anderen hilft.
00:45:12: Aber es ist tatsächlich so.
00:45:14: wenn du mit einem Thema emotional verbunden bist und das erlebt hat was ich erlebt habe dann ist es ein tiefer Wunsch bei mir zumindest jetzt anderen zu helfen Und mein Beispiel nicht als hellen Geschichte Das ist keine hellen geschichte aber als Mahn das Beispiel zu sehen.
00:45:30: Wenn es anderen Hilft Dann war's allemal wert das Buch zu schreiben.
00:45:34: Gleich geht es weiter im Gespräch mit Michael Groninger.
00:45:37: Spielsucht war viele Jahre sein Thema.
00:45:40: Michael Groninger ist mein Gesprächspartner.
00:45:42: Was ist das für ein Gefühl, aus dem Gefängnis zu kommen und zu wissen es liegt jetzt mit hoher Wahrscheinlichkeit hinter mir?
00:45:51: Ja die Hoffnung ist dass es so hundert Prozent hinter mir liegt.
00:45:55: Das ist meine Aufgabe ganz klar also...
00:45:57: Das heißt du bist momentan auf Bewährung d.h.
00:46:00: Du darfst das nicht wiederholen ja?
00:46:03: Genau
00:46:04: genau!
00:46:06: Ich bin vor zwei Wochen gelassen worden zum sogenannten Zweidrittelzeitpunkt.
00:46:10: Das ist üblich bei Erstverbüßern, die sich gut benommen haben und geführt haben – das kann ich von mir behaupten, das habe ich getan – und habe jetzt zweijahre Bewährung.
00:46:19: Aber ich sehe natürlich den Rest meines Lebens auf Bewährungen vor mir selber nicht mehr in Situationen zu kommen, die mich zu Dingen bringen, die man nicht machen darf.
00:46:32: Und die Voraussetzungen dafür sind.
00:46:35: die ist mal deutlich besser als vor drei Jahren, weil ich natürlich ein Prozess durchgemacht habe.
00:46:40: Weil ich die Dinge besser verstanden habe und was jetzt auch nicht selbstverständlich mit relativ oder stabilen Verhältnissen aus dem Gefängnis gekommen bin.
00:46:49: Familiär hab' ich rückhalt, hab' jetzt eine gewisse Perspektive durch die Dinge, die ich jetzt gerade tue Und für mich auch ganz wichtig seit letztem Jahr ne neue Beziehung, die sehr stark auf Ehrlichkeit basiert und mir sehr gut tut.
00:47:06: Das ganze gibt mir Stabilität.
00:47:08: Und meine Aufgabe ist es, diese Stabilkeit zu bewahren und bei Dingen die problematisch werden können in Zukunft anders zu reagieren als früher.
00:47:17: Der finanzielle Schaden den kannst du ja wahrscheinlich in deinem Leben nicht gut machen oder?
00:47:22: Ich könnte sagen nicht wenn ich nicht an der Basis schnell bin.
00:47:27: Naja das ist das eine hängt jetzt ja mit dem anderen auch zusammen wenn Du halt einfach sagst okay dass ist etwas, was ich zukünftig so nicht mehr mache.
00:47:37: Ja das ist also Traden und dann bedeutet es dass du ja eher vielleicht hast du nochmal Unternehmerbeschglück kann ja auch passieren.
00:47:44: Das kann ja sein aber die Wahrscheinlichkeit ist dann doch eher gering wenn man jetzt und wahrscheinlich willst du sie auch nicht mehr drauf anlegen?
00:47:53: Nein und das war jetzt gerade natürlich ein bisschen spaßig gemeint.
00:47:57: Das Thema ist aber mir sehr ernst weil es mir natürlich unheimlich leidtut Menschen aus meinem Umfeld geschädigt habe und auch betrogen habe.
00:48:06: Und ich glaube zu wissen, dass der Vertrauensbruch am Ende noch schwerer wiegt als das Geld.
00:48:14: Ich wollte mein Leben lang immer verlässlich sein und war es in diesen Punkten nicht, konnte es nicht sein.
00:48:21: Das beschämt mich natürlich und tut mir wirklich weh.
00:48:25: Wenn ich die Möglichkeit hätte den schaden Monetär wieder gutzumachen würde ich das sehr gerne tun.
00:48:30: aber wie du gesagt hast ist Der Moment ist zumindest nicht realistisch oder absehbar, dass das passieren kann in der nächsten Zeit.
00:48:39: Das geht ja... Wenn ein Thema Insolvenz im Raum steht, es gibt natürlich viele Elemente und dann muss auch derjenige, der es verursacht hat eine zweite Chance bekommen und das funktioniert halt nicht wenn diese Last immer auf einen liegt weil dann fehlt ja irgendwann die Motivation.
00:48:58: Es ist ein schwieriges Dilemma was ich mal nicht lösen lässt wahrscheinlich ohne Weiteres.
00:49:03: Aber die Schuld schwingt wahrscheinlich trotzdem mit, Jan?
00:49:06: Sie schwingte total mit und deswegen sehe ich jetzt zumindest als meine Aufgabe an transparent und offen damit umzugehen, die Verantwortung zu übernehmen mich nicht wegzudrucken und so etwas zu erklären.
00:49:18: das ist auch die Chance die es mir dem Buch habe zumindest zu erklären was steckt dahinter wie ist es gekommen und auf ein bisschen Verständnis zumindest zu hoffen.
00:49:29: Aber klar ist die Schuld zu sein, die ich auf mich geladen habe.
00:49:32: Das nehme ich nicht mit der leichten Schulter einfach weg.
00:49:36: Ja und das was ihr jetzt aus deiner Geschichte gehört habt, ist ja auch diese Situation.
00:49:40: Du hattest ja zumindest mal einen lokalen Bekanntheitsgrad.
00:49:43: D.h.,
00:49:45: sich nicht wegzuducken ist gar nicht so einfach weil wahrscheinlich täglich auf der Straße du jemand begegnen könntest den du geschädigt hast?
00:49:54: Nicht nur könnte, es passiert.
00:49:57: Und ganz ehrlich, natürlich.
00:49:59: Das ist schwierig oder da habe ich auch immer Respekt davor und das ist weil es natürlich sehr scham behaftet ist und man malt sich ja dann vorher auch aus wie so Gespräche vielleicht laufen könnten und Gott sei Dank und dafür bin ich sehr dankbar.
00:50:14: Ist es bis jetzt meistens anders gelaufen als ich mir vorgestellt oder ausgemalt habe?
00:50:18: Ich hab zum Beispiel wenn ich kurz erzählen darf am Tag der Entlassung war ich auf dem Freiburger Markt.
00:50:26: Am Blumenstand ist mir die Frau von einem Freund, der geschädigt ist, entgegengekommen.
00:50:31: Und ... Die hat mich so nett begrüßt und in die Arme genommen.
00:50:36: Emotional war das einfach toll, weil sie ganz anders reagiert hat als ich befürchtet habe.
00:50:42: Das tut natürlich dann auch gut.
00:50:43: Ich denke, sie hat aber gemerkt, dass es mir wahnsinnig leidtut.
00:50:48: Das ist ja das Wichtigste, dass jetzt mit Ehrlichkeit verbunden ist.
00:50:52: Ich kann nichts anderes tun als zu sagen, und es tut mir leid.
00:50:57: Und dann tut's natürlich gut, wenn du solche Erlebnisse hast, weil das nicht selbstverständlich ist.
00:51:05: Nicht einkalkoniert ist, dass es immer so läuft, weißt du?
00:51:08: Ja ich glaube, ich kann das sogar nachvollziehen.
00:51:10: da geht wahrscheinlich so... jetzt siehst du eine Person, da geht sofort das Kopfkino los.
00:51:14: was könnte ich jetzt in den nächsten Sekunden und Minuten alles passieren?
00:51:20: Ja, vielleicht für deinen Weg.
00:51:21: auch schön wenn die Reaktion dann doch dieses Verständnis dafür haben.
00:51:25: Ich meine du hast natürlich mit Gefängnissen und all dem was du hinter dir hast ja auch kein leichtes los!
00:51:32: Ne aber der Unterschied ist ja immer ob ich die Mitleid hoffe oder wie sehr darf ich das sozusagen sagen dass ich jetzt auch gelitten habe oder auch schon Vorfeld natürlich gelitten hab.
00:51:43: Wenn Du in der Spielsucht dich befindest ruinierest Du hier erstmal Dich selbst Und erst später leidern auch andere.
00:51:52: Das heißt, du hast ja vorher auch viel gelitten sozusagen.
00:51:57: Aber wenn du natürlich Schuld auf dich geladen hast, kannst du dich schlecht hinstellen und sagen Ja ich habe ja auch, ich hab bei meisten gelitten oder ich hab... Ich hab ja auch gelitten.
00:52:05: das ist in schmaler Grad natürlich aber das gehört zur Wahrheit dazu und so sehen es Gott sei auch viele dass zumindest durch die Verurteilen oder durch die Gefängnisstrafe hier auch eine Bestrafung stattgefunden hat eigentlich das Leben auch wieder, muss die auch wieder erlaubt sein, aufzuleben.
00:52:21: Und bei mir kommt ja in meinem Fall noch eines dazu.
00:52:25: Ich wurde juristisch dann Gutachten erstellt was auf die Spielsucht geprüft hat.
00:52:31: Das hatte damals der Staatsanwalt den Auftrag gegeben und da wurde von mir der Schuldfähigkeit festgestellt.
00:52:37: Das heißt auch der Richter hat uns am Urteil klar vermerkt dass die Spielsucht die Ursache für meine Taten war, dass es ohne Spielsuch diese Taten nicht gegeben hätte.
00:52:47: oder ist juristisch äußerst selten, was das vorkommt.
00:52:50: Alle fünf bis zehn Jahre gibt es einmal so einen Fall in dem juristische Spielsucht anerkannt wird als Ursache für die Taten und man spricht dann davon Persönlichkeitsveränderungen, die durch die Sucht entstehen und Werte Nivellierungen, wie dadurch entstehen?
00:53:04: Und da gibt es neun Kriterien, anhand denen das getrüft wird hast du fünf oder sechs erfüllt, es ist leicht, hast du sieben erfüllt, ist es Mittel und hast du alle erfüllt?
00:53:16: Ist eine schwere... also schwere Ausprägung.
00:53:19: Und bei mir waren alle neuen Kriterien erfüllt.
00:53:23: Gleich geht es weiter im Gespräch mit Michael Groninger.
00:53:28: Michael Groeninger ist mein Gesprächspartner.
00:53:30: er leidet an Spielsucht und bei ihm besonders ausgeprägt und du hast von den neuen Kreterien gesprochen.
00:53:37: Das gehört dazu wahrscheinlich auch dass man sich selbst schädigt.
00:53:39: ja das ich meine Du hast ja mit deinem Geld angefangen.
00:53:41: ne
00:53:42: Ja, also was dazugehört ist vor allen Dingen eben dieses Chasing, das ich schon ein paar Mal erwähnt habe.
00:53:46: Dass du im Verlust hinterherrenst die Heimlichkeit in der ganzen Stadt findet dass du deine Familie verlierst teilweise oder zumindest Probleme der Familie entstehen, dass du dann eben Dinge tust, die du normalerweise nicht tun würdest, die auch moralisch nicht in Ordnung sind.
00:54:05: Ich weiß es nicht alle neuen auswendig aber in diese Richtung geht's.
00:54:07: also je mehr du auch unter den Ausprägungen deiner Spielsucht selber leidest, in jemanden du sozusagen dir selber auch zufügst umso schwerer ist die Ausprägung.
00:54:18: Und von daher kann ich mich jetzt nicht hinstellen sagen, die Spielsicht ist schuld und ich habe gar nichts getan
00:54:24: usw.,
00:54:25: aber ich kann zumindest erklären warum ich es getan habe und warum ich in dem Moment nicht anders handeln konnte als ich gehandelt habe.
00:54:33: Das ist keine Entschuldigung, sondern eine Erklärung.
00:54:36: das ist für mich wichtig Punkt, um das Buch zu verschreiben.
00:54:42: Einfach eine Antwort zu geben auf die vielen Fragen, die natürlich auch entstanden sind, weil wenn du dich in Freiburg umhörst hat jeder irgendwas mitbekommen und keiner kennt die ganze Geschichte.
00:54:51: Wie ist das Verhältnis heute zur Familie?
00:54:54: Gott sei Dank ist das verhältnis in der Familie auch während der Haftzeit gut und stabil geblieben Und haben alle sozusagen mitgezogen mich nicht fallen lassen und da bin ich auch sehr dankbar für weil es nicht selbstverständlich ist und gerade im punktor auf die Kinder gesehen, die natürlich da auch viel durchmachen mussten.
00:55:11: Da bin ich so froh dass es alle gut hinbekommen haben, gut rum bekommen haben und das ist jetzt kein nachhaltiges Schaben sozusagen angerichtet hat.
00:55:20: Und jetzt hast du im Prinzip durch dein Erlebnis durch die Dinge die dir passiert sind?
00:55:26: Im Prinzip einer Mission!
00:55:29: Die du in die Welt trägst oder die Mission spielfrei.
00:55:34: Das ist diese große Ehrlichkeit, weil du warst jetzt hier bei mir im Gespräch.
00:55:38: Aber du hast auch schon bei ganz vielen anderen Medien und hast über diese Sache gesprochen.
00:55:43: Und da gehört ja tatsächlich etwas dazu, weil ... Du kehrst halt wirklich die intimsten Dinge von dir und logischerweise auch Not gedrungen durch deinem Umfeld aus, ne?
00:55:56: Das heißt das ist etwas was man ja normalerweise nicht macht!
00:56:00: Was ich nie getan habe.
00:56:02: Heute würde ich mir wünschen, ich hätte es früher getan weil ich dann festgestellt hätte dass man auch wenn man Schwächen anspricht oder ehrliche Gefühle äußert oder Ängste äussert.
00:56:14: Auch Hilfe bekommen hätte.
00:56:15: das hätte mir Rückblick wahrscheinlich viel erspart viel geholfen.
00:56:20: Es ist auch heute nicht einfach darüber zu sprechen aber Ich habe festgestellt und so habe ich auch mein Buch geschrieben absolute Ehrlichkeit hab mich auch nicht geschont, sondern er hat erzählt wie es war.
00:56:34: Und diese Ehrlichkeit ist für mich mittlerweile ganz wichtig geworden weil ich dadurch gelernt habe rechtzeitig über Probleme zu sprechen bevor sie zu groß werden oder bevor Sie im heimlichen schon wieder eine falsche Richtung nehmen.
00:56:47: und du hast glaube ich so der wichtigste Prozess in der Therapie gewesen diese Perspektivübernahme von außen und geparkt mit einfach dieser absoluten Ehrlichheit Auch gerade dann wenn's wir tut.
00:57:00: Und die Erfahrungen, die ich damit gemacht habe waren bis jetzt aber wirklich eigentlich ausnahmslos gut und das ist ein schönes Gefühl.
00:57:08: Du hast gesagt für dich wäre es am besten gewesen den ersten Trade nicht zu machen?
00:57:15: Hast du irgendwie eine Ahnung?
00:57:16: weil wir sind ja alle unterschiedlich.
00:57:18: Es gibt ja Menschen was was ich gebe Menschen die können einmal im Jahr ins Casino gehen und verlieren oder gewinnen und verfallen nicht in so einen Element.
00:57:29: Manche können ein Trade setzen vielleicht zweimal im Jahr und freuen sich dann über einen kleinen Gewinn.
00:57:34: Und wenn sie verlieren, sagen sie halt okay war vielleicht Geld was ich zur Verfügung habe.
00:57:39: Hast du eine Ahnung wo diese Grenze läuft?
00:57:43: Ich glaube das ist sehr individuell.
00:57:45: Ich glaube dass heute mehr Menschen von der Spiesucht betroffen sind als das öffentlich sagen.
00:57:52: Vielleicht auch selber wissen ob die Ausprägung immer gleich so schlimm sein muss wie bei mir sei da hingestellt, aber es hängt natürlich auch von den Umständen ab.
00:58:01: Wenn du jetzt zum Beispiel ein Unternehmer bist der super florierendes Unternehmen hat viel Geld verdient und parallel dazu an der Börse spekuliert Der kann vielleicht auch einen Verlust selbst wenn er höher ist wie besser verkraften weil er ein Einkommen hat was das locker abdeckt.
00:58:17: Als es bei mir war wurde dann einfach kein Einkommen dagegen mehr stand.
00:58:22: Es gibt aber auch Menschen die sind gar nicht anfällig.
00:58:23: ich werde mich da meinen Vater denke.
00:58:25: der hat mir erzählt er hat früher einmal für vierzigtausend Euro Aktien von dem Unternehmen gekauft.
00:58:31: Das Unternehmen ging insorvent, das Geld war weg und er hat daraus gesagt nie mehr mache ich das.
00:58:36: Es ist nicht jeder gleich anfällig aber ich glaube dass die Dunkelziffer bei der Spielsucht viel viel höher ist als wir alle glauben.
00:58:44: Ich glaube wir müssen ein bisschen einsortieren weil ich glaube tatsächlich du kannst mit Aktien schlechte und gute Erfahrungen machen Definitiv in einem anderen Bereich unterwegs.
00:58:55: Das muss man ja sagen, also das heißt in dem Moment wo es wirklich um Hebel geht... ...das muss man einfach so sagen da geht's dann um den fünffachen, zehnfachen, fünfzigfachen oder hundertfachen Wert eines Papiers auf einmal.
00:59:06: Das heißt man spielt ja mit auf einmal Beträgen die man gar nicht sieht.
00:59:10: Also man setzt dann vielleicht hunderte Euro ein und Wirklichkeit gehören da drei vier Nullen dran?
00:59:15: Genau richtig!
00:59:16: Also das ist natürlich eine sehr riesige Art und Weise.
00:59:21: Aber das gehört natürlich in der Spielsucht auch dazu, dass du... ...das Risiko steigerst.
00:59:26: Dass du mit kleinerem Gewinn irgendwann nicht mehr zufrieden bist.
00:59:29: Weißt ihr?
00:59:30: Es gibt dir keinen Selbstwertgefühl wenn du nach vier Wochen mit Apple... ...fünfhundert Euro verdient hast.
00:59:37: Wenn du es ansonsten gewohnt bist mit hohen Beträgen umzugehen und vielleicht auch hohe Einnahmen hast und eine Firmarsmethoden umsetzen
00:59:45: usw.,
00:59:45: dann ist das sind fünfhundert euro für dich ein paar Wochen.
00:59:48: Gibt dir kein Kick, gibt dir keine Zufriedenheit.
00:59:54: Es ist spannend, aber ich glaube wir sind hier so eine Stelle wo man es eigentlich ganz gut merkt.
00:59:59: Weil natürlich wenn ich sage ich habe jetzt zum Beispiel eine Apple-Aktion das Beispiel vorzuführen und habe dort... ...fünfhundert Dollar oder fünfhundert Euro gewonnen dann sag' ich jetzt erstmal in meinem naiven wunderbar!
01:00:11: Ich habe mit einer Anlage Geld verdient.
01:00:14: Und der Punkt ist halt wenn der Kick dazu kommt ja?
01:00:19: Wenn man einfach sagt pass mal auf Ich bewege mich in ein Risiko, wo es nicht mehr um das normale geht.
01:00:28: Immer wenn du überproportionale Gewinne machst, dann geht es natürlich auch ins Risiko?
01:00:34: Du hast völlig recht!
01:00:35: Deine Anlage mit Tode ist viel besser und viel gesünder.
01:00:38: Und vor allen Dingen ist sie deswegen gesündert weil du dich nicht tagtäglich damit beschäftigen musst.
01:00:46: Wenn ich überlege was ich Lebenszeit vergeudet habe meiner Familie mit Freunden, mit mir selber andere Dinge zu tun ist der Verlust sehr noch viel höher.
01:00:57: Weil du nimmst hier irgendwann dein Umfeld gar nicht mehr richtig wahr.
01:01:00: die Dinge wo du bist da bist eigentlich ganz woanders.
01:01:03: das ist ja noch viel schlimmer die Lebenszeit die du mental gebunden warst mit diesem Thema.
01:01:09: und wenn du jetzt Aktien kaufst und sagst ich gucke im halben Jahr wieder rein dann habe ich vielleicht sogar noch Gewinn gemacht und freue mich.
01:01:16: ist es viel viel gesünder viel besser als was ich getan habe?
01:01:20: gar keine Frage.
01:01:21: Gleich geht es weiter im Gespräch mit Michael Gruninger.
01:01:25: Seine Mission ist heute spielfrei, er ist spielsüchtig und hat Millionen verspielt mit Hebelprodukten, mit Trading.
01:01:33: Michael Gruninger ist mein Gesprächspartner.
01:01:36: Ja ich wollte so ein bisschen einordnen dass hier so der Hebel eigentlich das Dramatische ist.
01:01:41: wenn wir irgendwie für uns Sparen oder Geld anlegen Und dass dann mal rauf oder runter geht, dann gehört das zu den normalen Geschehnissen dazu.
01:01:49: Hast du ja auch gesagt bei Google?
01:01:51: Ja!
01:01:52: Das war halt die falsche Stunde.
01:01:54: Genau heute steht Google... Sie haben mir ein paar Mal Access-Blit gemacht wahrscheinlich bei fünf, sechs Tausend.
01:02:01: Hätte ich damals nur die Aktien investieren, hätte es liegen lassen bis heute, hätte ich wahrscheinlich die zwei Millionen noch dem Weg in den Fünfzehn Jahren verdient
01:02:08: und hättest die Zeit gehabt.
01:02:09: Und hättet sie Zeit gehabt.
01:02:10: deswegen ist was du sagst völlig richtig.
01:02:13: Ja, aber so konnte ich das leider damals nicht sehen.
01:02:16: Das heißt mir fällt jetzt natürlich auch die Geschichte von Uli Hönes ein?
01:02:21: Ich meine da habe ich ja auch irgendwie was von wie viel Traits der in der kurzen Zeit gemacht hat.
01:02:26: Das heisst da haben wir wahrscheinlich ein ähnliches Bild liegen ne?
01:02:29: Ich will es nicht über den Uli-Hönes richten!
01:02:32: Wir gingen einfach nur... Mir kam nur der Gedanke dass ich hab da irgendwas heute noch von zwanzigtausend Traits gehört und Ich weiß nur, als ich die Geschichte irgendwie gehört habe, dass es dann auch hieß, es liefen so und so viele Tausend Trades manchmal tagsüber.
01:02:45: Er hat ja nachts gehandelt und Wochenende gehandeln, weil er mit dem Wiesen gehandelte.
01:02:50: Ganz kurz übrigens zum Uli Hoeneß möchte ich vielleicht nur sagen, ich hab für mein Buch auch Menschen angeschrieben, die eine gewisse Expertise, eine gewiss Bekanntheit haben.
01:03:00: Und hab auch den Uli-Hoeneß angeschrien Und er hat zwar von meinem Buch abgesagt, aber war einer der ganz wenigen die sofort persönlich abgesagt haben.
01:03:09: Also ich muss wirklich sagen menschlich ganz toll weil von den meisten bekommst du einfach keine Antwort.
01:03:15: Er hat innerhalb von kurzer Zeit zwar negativ geantwortet, aber persönlich geantworten.
01:03:19: das finde ich ganz toll.
01:03:20: Muss man auch mal erwähnen.
01:03:22: Du hattest den gleichen Gedanken den ich jetzt gerade in unserem Gespräch hatte?
01:03:27: Wahrscheinlich ist er finanziell auch in der Lage, dass es und will da gar nichts reininterpretieren.
01:03:32: Vermutlich kann er sich das leisten und hat auch gar nicht irgendwie diese Probleme.
01:03:37: aber ich glaube, es ist ein Alarmzeichen wenn ich so viele Trades laufen habe, dass ich's nicht kontrollieren kann?
01:03:43: Ja ja vor allem wenn du eigentlich einen ganz anderen Job hast.
01:03:47: Er hat ja nun seine Person ist ja eigentlich nicht Börsenhändler sondern er ist ja in anderer Funktionen verleben lang gebunden und erfolgreich Ja.
01:03:58: Und das nimmt es eben, dass man sich da für sowas dann noch so viel Zeit nimmt ist normalerweise ein Alarmzeichen.
01:04:05: und wenn heute jemand entdeckt vielleicht nach unserem Gespräch wow ich habe ein Problem kann er sicher an dich wenden?
01:04:16: Herzlich gerne absolut in jeder Frage helfe ich gerne weiter.
01:04:21: wenn ich das kann Wäre sogar mein Wunsch, sozusagen wenn ich die Rückmeldung bekäme.
01:04:26: Ich kann irgendwas weitergeben was jemand nutzt.
01:04:28: das würde mich sehr freuen
01:04:30: und ich finde es immer schön wenn jetzt tatsächlich aus deiner doch sag ich mal durch schicksalhaften Geschichte dann wirklich diese Idee mission spielfrei wird.
01:04:44: und ja wenn du vielen Menschen vielleicht durch dein Vorbild durch das was du erlebt hast zeigst hey pass mal auf Den Schmerz müsst ihr nicht selbst erleben, sondern brecht einfach so früh wie möglich ab und vielleicht erkennt der ein oder andere an deiner Geschichte dass er vielleicht noch am Anfang steht.
01:05:03: Und dort dann aufhören kann das ihre Zoll?
01:05:05: Also bevor man all diese Sachen mit Familie, Freunden und dann auch Gefängnis hat ich glaube das ist etwas was ja sollte man sich ersparen.
01:05:14: Unbedingt also vor allem dann des Schlimmste war es gar nicht rückblickend das Gefängnis, sondern das Schlimmste war.
01:05:20: Menschen im Umfeld betrogen und gelogen zwar.
01:05:25: Eigentlich gibt's Punkte davor aber das ist der letzte Punkt an dem man eigentlich dann irgendwie den Absprung schaffen sollte.
01:05:31: Das Gefängniss war da nur so sagen doch die Anhängsel daran.
01:05:36: Aber das Schliimste für mich rückblickend ist genau dieser Punkt.
01:05:41: Schwingt trotzdem die Angst mit?
01:05:44: Ich weiß nicht, wahrscheinlich wirst du keine Trading-Plattform mehr dich einlocken.
01:05:48: Du wirst keinen Zugang haben.
01:05:49: aber schwingt diese Angst mit oder fühlst du dich gesichert?
01:05:54: Im Moment fühle ich mich gut was diesen Teil angeht Aber ich weiß mittlerweile dass es genau der Zeitpunkt ist an dem man achtsam sein muss Wenn du dich sicher fühltest wenn du dich gut fühls da bist und angreifbarst.
01:06:07: Und deswegen werde ich auch weiter die Therapie.
01:06:10: Ich fand einen wahrnehmen und habe gelernt, eben jetzt da besonders darauf zu achten.
01:06:17: Das hat nichts anbrennt weil man muss ehrlich sein auch wenn ich die Sucht im Griff habe süchtig bist du dein Leben lang.
01:06:25: Also wenn jemand sagt ich hab diese die sucht besiegt ist ein schöner spruch.
01:06:29: aber das wird sich am Ende zeigen ob es wirklich stimmt oder nicht.
01:06:32: und bis dahin ist eine Aufgabe unten weg der beim wir noch lange nicht zu ende ist und wahrscheinlich erst am end des lebens zur ende sein wird.
01:06:40: Und ich glaube, hier kann man die Parallel zum Alkohol ziehen oder zu anderen Drogen.
01:06:43: Das heißt wenn die Abhängigkeit da ist und der Umgang nicht aus irgendeinem Grund nicht machbar ist, heißt das ein Leben lang weglassen.
01:06:54: Absolut!
01:06:55: Ja...
01:06:56: Und leider haben wir ja viele Verlockungen.
01:06:58: Ja?
01:06:58: Also auch du!
01:07:00: Ich sage mal...
01:07:00: Jeder jeder!
01:07:01: Du gehst ins Netz um irgendwas zu recherchieren dann Keine Ahnung, wirst du irgendeine Werbeanzeige sehen?
01:07:08: Es wird irgendwas links oder rechts blinken.
01:07:10: Du wirst ein Artikel sehen.
01:07:12: Vielleicht entdeckst du sogar eine Aktie von der du sagst das ist eindeutig die könnte...
01:07:18: Das ist nicht nur das es sind auch den Menschen um dich rum.
01:07:22: ich habe im Gefängnis so viele Menschen kennengelernt die nur gehört haben zwei Millionen Depot irgendwie und dann lachen sofort daraus eine Kompetenz ab und sagen wenn du draußen bist da musst wir zeigen wie es geht und so weiter.
01:07:35: Die haben nicht daraus abgeleitet.
01:07:36: Ich sitze deswegen hier, weil alles schief gelaufen ist und die haben nur den Fall gehört, die sie für interessant gefunden
01:07:42: haben.".
01:07:42: Und natürlich hast du dementsprechend Verlockungen oder Umer mit denen du dich auseinandersetzen musst?
01:07:48: Das ist meine Aufgabe, dass ich die richtigen Dinge entgegensetze und das was ich hart, hart gelernt habe jetzt auch wirklich in der Realität umsetzen.
01:07:58: Da tun mir natürlich gerade solche Gespräche gut, weil je mehr man darüber spricht Präsenter hat man diese Dinge auch im Kopf.
01:08:08: Naja, und du hast jetzt ja sage ich mal auch einen Vorteil?
01:08:10: Du hast wirklich die Geschichte ausgebreitet sie ist ganz offen was natürlich auch dazu führt dass mehr Menschen auf dich schauen
01:08:17: Klar Ja Und wenn dann welche dabei sind die sich vielleicht in Teilen wieder erkennen und sagen ohja da muss ich aufpassen oder gut das mal einer sagt.
01:08:28: Oder hier Die Dinge sehe ich auch Dann ist doch die Mission spielfrei schon fast erfüllt zumindest was die nach außen angeht.
01:08:37: Ich danke dir für diese ganz große Offenheit in dem Gespräch, ich danke dir dafür dass du darüber sprichst und ich drücke dir die Daumen das du vielleicht in die Lage versetzt wirst vielen Menschen dabei zu helfen dieses Problem auch zu lösen und loszuwerden weil ich finde dann hat deine Geschichte einen ganz besonderen Wert.
01:09:01: Ja das ist... Die Hoffnung, die ich auch damit verbinde, dass es zumindest im ein oder anderen hilft und mir selber hilft das.
01:09:09: Und jetzt werde ich den Weg so weitergeben nachdem ich nur eingeschlagen habe und danke dir herzlich für die Einladung des Gesprächs.
01:09:17: Hat mir sehr viel Spaß gemacht!
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