Birgit Neubert: Mut beginnt im Kopf

Shownotes

Was macht Menschen stark – lange bevor sie sich körperlich verteidigen müssen? Darüber spricht Volker Pietzsch mit Birgit Neubert. Die Selbstverteidigungstrainerin, Kampfsportlerin und Autorin erzählt, warum eine prägende Begegnung in ihrer Kindheit sie zum Kampfsport brachte und wie sie seit Jahrzehnten Frauen und Mädchen dabei unterstützt, selbstbewusster und sicherer durchs Leben zu gehen.

Im Gespräch geht es um die Bedeutung von Körpersprache, Stimme und innerer Haltung, um den richtigen Umgang mit Gefahrensituationen und darum, warum Weglaufen oft die klügste Form der Selbstverteidigung ist. Birgit Neubert räumt mit verbreiteten Mythen auf und zeigt, dass Selbstverteidigung weit mehr ist als Schlagtechniken – sie beginnt mit Aufmerksamkeit, klaren Grenzen und dem Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit.

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00:00:00: Mein heutiger Gast ist zur weiblichen Name.

00:00:05: Wie geht Maria Neubert?

00:00:07: Alter!

00:00:09: Zweiundsechzig

00:00:10: Geburtshort

00:00:12: Donauwert

00:00:13: Beruf

00:00:17: Angestellte

00:00:19: Hast du Hobbys und wenn ja welche?

00:00:22: Ich hab Hobbies, ähm ich... singe ich zum Beispiel in einem Chor und ich habe ein Buch geschrieben, das heißt Der Ruby auf dem Do der Meister.

00:00:33: Und das bezieht sich auf mein hauptsächliches Lieblingshobby nämlich Ich gebe Selbstverteidigungskurse für Frauen und Mädchen.

00:00:43: Hast du so was wie ein Lebensmotto?

00:00:45: Also muss jetzt kein Spruch sein sondern keine Ahnung irgendwie Wie Du die Dinge angehst.

00:00:54: Nee fällt mir jetzt

00:00:56: Muss man auch nicht.

00:00:57: Also ganz wichtig sage ich an dieser Stelle muss man auch nichts haben, also gibt Menschen die haben an dieser stelle so ein spruch?

00:01:02: Ich kann es auch nicht nachvollziehen weil dann habe ich auch nicht... Okay Die menschen die mit dir zu tun haben was meinst du sagen über dich was macht dich aus?

00:01:14: woran erkenne ich dich?

00:01:15: Was mich ausmacht ist denke ich wirklich eine gewisse Präsenz.

00:01:21: Birgit Neubert ist meine Gesprächspartnerin.

00:01:24: Ich spreche heute über Selbstverteidigung und vieles mehr mit Birgit Neubert.

00:01:28: Jetzt habe ich Donauwörth gehört, das ist der Ort der Kindheit gewesen?

00:01:36: Ja genau!

00:01:37: Ich bin in Donawörth geboren, bin dort aufgewachsen und bin vor siebzehn Jahren in die Nähe von Ulm gezogen.

00:01:46: Sag mir was über Donau Wörth, es ist ein Fluss in der Nähe

00:01:50: ne?!

00:01:52: Ja, genau.

00:01:53: Die Donauwirt fließt tatsächlich.

00:01:56: die Donau, das liegt auch im Donauries ein sehr schöner Ort für sich mit vielen schönen Stellen und ja also auch ein lebenswerter Ort und ich bin der Donau quasi treu geblieben.

00:02:13: durch Ulm fließte auch die Donauer Ja, irgendwie.

00:02:17: Der Leben am Fluss ist schon... Das hat schon was!

00:02:20: Das darf man auch nicht vergessen.

00:02:22: Es ist natürlich der Blick wenn Wasser fließt.

00:02:24: das macht halt schon etwas mit uns ja?

00:02:28: Und es hängt dann auch des Herzt dran wenn man also das ganze Leben lang an dem Fluss wohnt.

00:02:37: Ich habe trotzdem kein Bild.

00:02:38: Das ist aber schon städtisch geprägt.

00:02:43: Donnerwirt?

00:02:44: Ja, auf jeden Fall.

00:02:44: Donnerwert ist eine Kleinstadt schon städtisch, ja.

00:02:49: Und das war wie gesagt Ort der ... Kinder, das heißt auch Schule.

00:02:53: dort passiert ne?

00:02:54: Ja!

00:02:55: Auch die Schule und meine Vergangenheit im Kampfsport hat alles in Donnerwald stattgefunden.

00:03:03: ich war da viele viele Jahre bei der Jahrzehnte bei der Volkssuchschule und hab also da die Selbstverteidigungskurse für Frauen und Mädchen gegeben.

00:03:14: Und ja, also da ist sehr viel auch in Verbindung mit dem Kampfsport.

00:03:23: Stellt diese Frage bewusst immer so am Anfang?

00:03:25: Weil ich möchte nämlich eine Frage immer loswerden.

00:03:27: Warst du ne gute Schülerin?

00:03:35: Was heißt?

00:03:38: Ja mittelmäßig.

00:03:41: Ich

00:03:43: kann jetzt nicht sagen, ich war die Oberschülerin.

00:03:45: Aber... ...ich war eine solide Schülerin!

00:03:50: Hast du nach der Schule sofort gewusst wo das hingehen soll was du machst?

00:03:56: Nein, ich bin damals noch Aro.

00:03:59: Ich bin damals quasi einer Freundin gefolgt, die eine Ausbildung gemacht hat und ich dachte dann wenn die das macht, mache ich das auch.

00:04:08: Das sind so Entscheidungen damals getroffen habe als junge Frau, noch etwas unsichere Frau die eher orientiert war ihr Leben so zu gestalten wie es die anderen tut.

00:04:26: ja also da hab ich noch nichts mich so geschaut oder auf meine Bedürfnisse, auf das was ich möchte wo mein Weg hingeht.

00:04:35: Das würde ich heute alles ganz anders entscheiden.

00:04:39: Na ja das ist natürlich immer einfach weil natürlich wenn wir so mitlaufen oder so ein Strom mitgehen es ist natürlich auch einfacher.

00:04:48: Ja,

00:04:50: weil in dem Moment wo ich vielleicht irgendwie so eine eigene Position bekenne die gegen den Mainstream ist wird es halt manchmal auch anstrengend.

00:05:00: Ich kenne das, ich musste mich durchsetzen da weil nicht den familiär vorgesehenen Berufsweg nicht mal im Ansatz machen wollte.

00:05:12: Und das ist anstrendend?

00:05:13: Das ist anstreckend ja.

00:05:15: und Also zu diesen, das sind so Erkenntnisse.

00:05:18: Zu denen bin ich leider erst später gekommen.

00:05:22: Naja, besser später als nie?

00:05:24: Ja!

00:05:25: Das ist

00:05:26: der Mensch macht ja eine Entwicklung und ja... also diesen Teil der Entwicklung bin ich etwas später angegangen.

00:05:35: Darf ich fragen was du dann gemacht hast?

00:05:37: erstmal

00:05:38: Das war eine kaufmännische Ausbildung.

00:05:41: Als Bürogehilfin, damals hieß das noch Büro-Gehilfin also es klingt ja fürchterlich wie die Bürokauffrau.

00:05:48: Also war das aber damals?

00:05:51: Ja das war so und ich habe dann später noch Fortbildungen drauf gesetzt als staatliche Geprüfte Sekretärin und dann als Kontrollerin und da bin ich eher unterwegs in dem Leben Mit je.

00:06:08: Also ich überlege gerade, ich war auch auf einer Wirtschaftsschule und da gab es auch... Ich glaube sie hieß Kaufmännischer Gehilfe, dass man mit dem diesen Abschluss hatte man quasi damit man eine Ausbildung hatte.

00:06:22: dann hätte man theoretisch einen Zugang auf die entsprechend Fachhochschule irgendwie gehabt.

00:06:29: aber ich weiß es nicht mehr genauer habe ich zum Glück alles nicht gebraucht.

00:06:38: Du hast es ja am Anfang schon erwähnt, wann ist denn dieser Kampfsport?

00:06:40: Wann ist der denn in dein Leben gekommen?

00:06:43: Er war tatsächlich erst sieben Jahre alt.

00:06:47: Also mein Vater hat den Kampfsport so nach Donavert gebracht mit zwei Kumpels.

00:06:55: Da haben die damals mit Judo und dann Jiu-Jitsu die erste Kampbsportschule nach Donawert gebracht Und genau.

00:07:04: Mir selber ist mit sieben Jahren ein Exibitionist begegnet und das war natürlich ein sehr erschreckendes Erlebnis, mir ist so nichts passiert aber ich musste halt realisieren dass mir halt einen Vater mit einem schwarzen Gürtel nichts hilft ja und er hat dann damals gesagt komm halt mit ins Training.

00:07:28: Das war damals noch sehr unüblich das Mädchen im Kampfsport waren, das hat sich Gott sei Dank sehr geändert.

00:07:36: Und ich bin mitgegangen und bin hängen geblieben.

00:07:40: Es hat mir einfach Spaß gemacht!

00:07:41: Das kam dann auch bald ganz schnell andere Mädchen dazu.

00:07:46: Und ja...und es war eine gute Zeit.

00:07:48: Ich habe erst zwei Jahre Judo gemacht und

00:07:51: dann

00:07:52: ist so

00:07:52: mein Hauptsport

00:07:54: jujutsu geworden, hab aber noch Ich weiß ja nicht, zehn Jahre Aikido trainiert also ein bisschen interdisziplinär.

00:08:04: Aber es war schon dann dieses Erlebnis mal mit sieben Jahren ich weiß gar nicht überlege gerade ob man das so richtig einschätzen kann aber es war dann obwohl jetzt nichts passiert ist eine bedrohliche Situation die dich dann motiviert hat zu sagen ich muss was tun.

00:08:19: Also so klar waren die Gedanken mit siebem jahren natürlich noch nicht.

00:08:23: aber diese Bedrohung Also das hat mich wirklich beschäftigt und mein Vater oder meine Eltern auch in dieser Hilflosigkeit, die man dann als Eltern hat.

00:08:37: Weil halt ihre kleine Tochter so grad davon gekommen ist ... Wir konnten weglaufen... wir waren drei Mädchen... wir konnten dann weglaufen.

00:08:46: Dann hat eben mein Vater gesagt jetzt geh mal mit in diesen Sport!

00:08:50: Und dann diese ganzen Gedankengänge, die da hängen zu bleiben, diesen Benefit zu sehen.

00:08:57: Wie das ist wenn ich mich selber wehren kann?

00:09:00: Das kam natürlich alles erst mit der Zeit!

00:09:03: Wie kam dein Papa dazu?

00:09:08: War es einfach Interesse oder warum hat er das gemacht?

00:09:14: Der ist also mit Freunden da irgendwie reingeraten.

00:09:20: Ich glaube, heute ist das so Gang und Gebe, wenn man schaut... Da gibt es alle möglichen Kampfsportarten mittlerweile auch selbst in den Sportvereinen.

00:09:27: Ist das angesiedelt?

00:09:28: Aber ich glaube, das war vor... Was war's für sich...?

00:09:32: Ja, fünftig.

00:09:33: Das war nicht der Fall, ne?

00:09:37: Es

00:09:38: war tatsächlich eine Ausnahme.

00:09:40: Und wie gesagt, der erste Kampfsportverein so in Donavert und die haben dann damals ein Doscho, also ein Dosho ist ein Übungsraum, in dem Kampnsport trainiert wird.

00:09:52: Und die haben das damals aufgebaut.

00:09:55: Das existiert tatsächlich heute noch dieses Doscho?

00:09:58: Ja!

00:10:00: Also mit einfachsten Mitteln ... Die haben da trainiert... Also auch schon Jujutsu trainiert, das wurde dann damals quasi gegründet aus Judo, Karate und Aikido.

00:10:16: Da wurden die Techniken zusammengewürfelt und auch aus dem alten Tiujitsu.

00:10:21: Und das ... Jiu-Jitsu wurde in der Jahre neunundfünfzig offiziell gegründe.

00:10:28: Die haben dann also sich da sehr reingehängt Prüfung gemacht, quasi vom Weißgott sind die gleich bis zum Braunkott gesprungen.

00:10:41: Das gibt es heute alles gar nicht mehr.

00:10:43: aber um überhaupt diesen Sport dann publik zu machen hat man eben damals so ganz besondere Möglichkeiten gefunden und mein Vater war hatte sechs schwarze Gürteljahr.

00:10:58: Birgit Neubert ist meine Gesprächspartnerin.

00:11:03: In sehr jungen Jahren hatte sie eine Begegnung mit einem Exhibitionisten.

00:11:07: Birgit Neubert hat aus diesem Grund sich sehr früh mit dem Thema Kampfsport beschäftigt.

00:11:13: Sie ist meine Gesprächspartnerin.

00:11:15: und jetzt hört man ja, es gab dieses Erlebnis unter einem relativ jungen Alter den Einstieg und das hast du immer beibehalten?

00:11:23: Immer!

00:11:26: Ja bis ich quasi umgezogen bin Ja, habe ich die ganze Zeit hier zu trainiert und war dann natürlich auch Trainerin.

00:11:36: Ich habe eine Kindergruppe trainiert zusammen mit einem anderen Trainer.

00:11:44: Fast fünfzehn Jahre lang haben wir diese Kindergruppen gehabt und das hat mir einfach immer Spaß gemacht!

00:11:52: Also es ist ja zum einen der Sport Sport mit einem besonderen Benefit.

00:12:01: Dass man sich halt stärker fühlt oder wohler fühlt, oder sicherer fühlt und das hat mir immer gut gefallen.

00:12:11: Okay, und das heißt du hast dann irgendwann auch nach... also du hast den Sport selbst gemacht aber du hast da irgendwann auch erkannt?

00:12:17: Du kannst es auch weitergeben!

00:12:19: Ja genau ja als ich bin.

00:12:22: mein Vater hat dann eben damals auch über die Volkshochschule Kürse angeboten, einfach um Leute ins Training zu locken.

00:12:32: Und hat dann irgendwann mal zu mir gesagt, übernimm doch du mal die Frauen!

00:12:37: Weil die Fragen anders und immer das peinlich.

00:12:42: Das

00:12:42: hatte ich immer gesagt, mach' du das mit den Frauen?

00:12:45: Okay, machen wir das mit dem Frauen okay.

00:12:47: Fragen denn Frauen anders?

00:12:49: Ja ja es geht... um andere Gefahren.

00:12:56: Bei Männern geht es oft um die Ehre oder um Geld, wenn sie irgendwie in eine blöde Situation kommen.

00:13:04: Da geht's auch oft einfach um materielle Dinge und bei Frauen uns gehts halt an die Wäsche.

00:13:15: Wenn jemand nur unseren Geldbeutel will, dann sind wir ja eigentlich froh drum.

00:13:19: Den geben wir gerne her!

00:13:21: Ja, also für ein Geldbeutel würde ich... Das darf man nicht zu laut sagen.

00:13:25: Aber für ein Gelbbeuteln würde ich nicht kämpfen!

00:13:28: Aber für mich als Person um meine Haut zu retten natürlich.

00:13:35: Jetzt geht es ja darum wir leben ja oder vielleicht verändert sich das auch durchaus in einer Gesellschaft, in der man erst mal zumindest über viele Jahrzehnte ein hohes Sicherheitsgefühl hat?

00:13:47: Ist es so, dass bei manchen erstmal so ein Störgefühl kommen muss?

00:13:51: Dass man da einfach sagt hey ich muss hier irgendwas tun.

00:13:57: Wenn mal Frauen fragt und das habe ich oft genug getan in meinen Kursen ob sie schonmal in einer Situation waren in der Sie sich nicht wohl gefühlt haben, in der sie sich in irgendeiner Form stark oder nicht zu stark bedroht gefühlede haben dann sagen fast alle ja sie kennen das.

00:14:20: Das ist dann der Punkt, wo manche sagen, ich gucke mir das mal an und brauche irgendjemand, der mir sagt, was ich da tun wollte.

00:14:31: Zumindest hoffe ich, dass sie auf diese Idee kommen.

00:14:34: Denn ganz viele Frauen bleiben in der Denke... Ich habe sowieso keine Chance!

00:14:41: Die Männer sind immer stark, die Männer sind Also die Täter sind immer zwei Meter groß, zwei Meter zwanzig groß.

00:14:50: Sind bewaffnet bis auf die Zähne und ich habe keine Chance.

00:14:53: Das ist das was in den Köpfen der Frauen steckt.

00:14:57: Und da stimmt so nicht!

00:15:01: Die Täter sind halt der ganz normale Typ von nebenan ja?

00:15:08: Nicht alle sind bewaffnete und wenn denen ein Also nicht ein Opfertyp gegenübersteht.

00:15:17: Dann sagen auch die Zahlen ganz klar, dass die Täter oft von ihrem Opfer ablassen wenn das Opfer sich wehrt oder wenn die Frau sich heftig wehrtt.

00:15:29: Ich würde sogar was meiner männlichen Perspektive sagen und ich glaube es passiert vielleicht auch Männern also wo sie sind stärker aber es passiert ihnen weniger weil sie halt öfter sich selbstbewusster im Raum bewegen.

00:15:42: Und ich bin aber irritiert.

00:15:44: Ich weiß nicht, ob dir das heute auffällt?

00:15:45: Wir haben ja alle diese Smartphones und ich kriege da immer so einen Schreck wenn Menschen auf den Bildschirm gucken, heute durch die Öffentlichkeit laufen.

00:15:55: man ist dann automatisch schon in der Opferhaltung, wenn man so runter guckt.

00:16:00: Ja also man hat natürlich eine ganz andere Ausstrahlung und ich würde es nicht nur an der Ausstahlung festmachen sondern sie bekommen halt auch nicht wirklich mit was um sie rum passiert.

00:16:13: Denn man blendet ja dann das Umfeld so ein bisschen aus, also man hört... nicht unbedingt.

00:16:19: oder nimmt es nicht so wahr, wenn jemand von der Seite kommt?

00:16:23: Da wird ja schon das Straßenverkehr zu Gefahr.

00:16:27: Weil der Kopfhörer kommt noch dazu genau dass ich gucke auf Bildschirm dann bin ich von Audio abgelenkt und dann kriege ich meine Umwelt nicht mehr mit der und finde das oft sehr fahrlässig.

00:16:37: Ich bin da manchmal irritiert wenn ich Menschen durch die Straßen sehe.

00:16:41: also ich kriege schon gerne mit was um mich herum los ist.

00:16:43: Ja, genau.

00:16:46: Für den Geist ist es ja auch schön was anderes wahrzunehmen wie ich arbeite oder einfach die Luft zu genießen und so weiter.

00:16:56: Also nicht nur in Bezug auf was strahle ich denn aus sondern ich glaube dass das überhaupt nicht gut für's Leben ist.

00:17:05: Naja, ich bringe nur einfache Beispiele ist es ja wenn wir nicht eine bedrohliche Situation auf mich zukommen sehe.

00:17:11: Ja was weiß ich in drei vierhundert Metern habe ich oft die Chance einfach vielleicht durch Wechsel der Straßenseite oder sonst was auch einfach defensiv zu reagieren ohne dass sich da irgendwie irgendwo reinlaufen muss.

00:17:24: also Es sind ja nicht immer die, wo wir vielleicht auch gleich noch hinzukommen.

00:17:29: Die harten Mittel oder dass man sich wehren muss.

00:17:32: oft sind es hier einfach erstmal die Sachen ich gehe vielleicht etwas aus dem Weg oder ich zeige halt auch Ich bin kein leichtes Opfer.

00:17:39: Ja genau

00:17:41: Gleich geht's weiter im Gespräch mit Birgit Neubert.

00:17:45: Birgit Neubert ist meine Gesprächspartnerin.

00:17:47: Sie hat sich früh mit dem Thema Kampfsport beschäftigt und lehrt das heute auch noch.

00:17:53: Wie ist denn das mit Gefahrensituation im Alltag?

00:17:55: Wie gehen wir da richtig um?

00:17:58: Sobald mir mein Gefühl sagt, jetzt kommt eine komische Situation auf mich zu oder ich kann da irgendwas nicht einschätzen... In dem Moment sollte man eigentlich schon switchen in eine andere Haltung, auch in das Finden von Lösungen und wegzulaufen.

00:18:16: Sich zu verstecken irgendwo die Straßenseite zu wechseln, in einen Kaffee zu gehen oder irgendwas zu machen.

00:18:22: Das ist nicht feig!

00:18:23: Das ist nur schlau und sonst gar nichts.

00:18:27: Und das ist zum Beispiel etwas, was in meinem Buch Rubi auf dem Do der Meister.

00:18:33: Es war mir ganz wichtig so was auch unterzubringen.

00:18:35: da gibt es also auch ein Mädchen das demonstriert wegzulaufen wenn's im Gefahr ist und da gibt dann einen ganzen alten Meister in diesem Buch und der das dann auch nochmal betont dass weg zu laufen sehr schlau ist ja sich in Sicherheit zu bringen ist super.

00:18:55: Naja, ich sag mal wenn man in eine Situation kommt wo es vielleicht ums Leben geht.

00:19:00: also ganz offen Wenn irgendjemand in zwanzig Meter mit einem Messer vor mir steht bitte nicht Es ist eine blöde Idee.

00:19:09: Ja ja genau.

00:19:11: Wenn ich noch rauskomme aus der Situation dann sofort.

00:19:16: aber man muss das Problem dabei is einen einigermaßen kühlen Kopf dabei behalten, indem ich mich nicht von dieser Angst, die dann natürlich entsteht runterdrücken lasse bis zur Handlungsunfähigkeit.

00:19:33: Das ist ja das was oft passiert dass Frauen in Gefahr erst mal handlungsunfähig sind.

00:19:40: Die sind einfach nicht mehr in der Lage irgendetwas zu tun.

00:19:45: Und so ging mir das damals übrigens auch mit diesem Exhibitionisten, als ich sieben war.

00:19:50: Ich wusste, ich soll weglaufen, aber ich konnte nicht wegläufen.

00:19:53: Es ging nicht!

00:19:53: Ich war nicht Herr meines Körpers her und das ist ein Phänomen, das sehr verbreitet ist.

00:20:01: und ich hoffe einfach wenn die Frauen sich mal beschäftigt haben mit dieser Thematik und auch mal in so einem Kurs erlebt haben dass sie sehr wohl zuschlagen können und dass sie sich sehr wohl wehren können, dass sie aus dieser Handlungsunfähigkeit schneller rauskommen.

00:20:20: Und die Angst dieses herunterdrückt in Wut und den Zorn umwandeln kann denn dann steht nicht mehr dieses Opfer vor dem Typ sondern dann steht da ein Gegner und das ist der Punkt der die größte Chance darstellt, dass der Täter von dem Opfer ablässt.

00:20:43: Wenn das Opfer nämlich nicht diejenige ist diese, die er am Anfang sich ausgesucht hat in dem Glauben, die kann ich schaffen also mit der kann ich machen was ich will.

00:20:57: Jetzt machst du ja auch diese Kurse.

00:21:00: Was sind denn so die größten, wo du merkst, Hemmschwellen?

00:21:04: Die insbesondere junge Mädchen haben?

00:21:08: Also ich habe jetzt gerade wieder eine Klasse mit zwölf bis fünfzehnjährigen ... also der Hemmsschwelle ist die Leute wirklich anzuschauen, mit fester deutlicher Stimme zu sprechen und zu sagen Nein!

00:21:25: Halten Sie Abstand, bleiben Sie weg von mir.

00:21:28: Nehmen Sie die Hand vor meiner Schulter und dieses ... Wir Frauen sind halt auch, die Mädchen sind ja oft so Dauerlächler.

00:21:36: Ja?

00:21:37: Wir lächeln immer vor uns hin oder wenn wir mit anderen sprechen.

00:21:40: Und das ist natürlich gut, weil es ist schön, nette Leute vor sich zu haben.

00:21:46: Aber wenn ich in Gefahr bin, brauche ich nicht Lächeln!

00:21:49: Da muss ich nicht schön sein.

00:21:50: Sondern da kann ich hässlich sein und wütend eine ganz andere Seite von mir zeigen.

00:21:56: Und jetzt denkt man ja, die fünfzehnjährigen ach das können sie schon!

00:22:01: Ja aber es... Das könnte vielleicht ihren Eltern gegenüber weil sie halt da gerade irgendwie Zoff haben Aber des fremden Gegenüber zu zeigen.

00:22:11: dieses Gesicht ist viel Es echt richtig schwer und vor allen Dingen Man muss wissen dass über achtzig Prozent der Täter den Opfer bekannt sind.

00:22:24: Also es ist ja nicht nur der Typ, der hinter der Hecke vorspringt oder am Bahnhof oder bei Dunkelheit wie man sich das immer so vorstellt sondern es sind halt ganz oft Menschen die man kennt also jemand aus der Klasse oder jemand aus da klicke dem er mehr oder weniger gut kennt und dagegen anzugehen noch mal viel schwieriger, wenn man vielleicht in dem Moment gar nicht so als Zicke dastehen möchte.

00:22:58: Oder sich denkt das kann ja jetzt der Zeichen der.

00:23:02: also ich bin ja immer gut mit ihm ausgekommen warum lässt er mich jetzt net in Ruhe?

00:23:07: oder naja da ist halt betrunken oder wie auch immer.

00:23:11: und dann die lassen viel zu viel mit sich geschehen weil sie sich nicht trauen rechtzeitig frühzeitig eine klare Grenze zu setzen.

00:23:19: Gleich geht es weiter im Gespräch mit Birgit Neubert.

00:23:25: Das

00:23:29: kommt jetzt bei dir auch raus und so ist auch meine Vorstellung, wir können ja tatsächlich wenn wir ein gewisses Selbstbewusstsein haben sehr viele Sachen schon noch mit dem Verbalen erledigen.

00:23:41: aber ich glaube die Kombination dass ich auch weiß, wie ich mich vielleicht körperlich wäre spielt wahrscheinlich im Hinterkopf eine Rolle.

00:23:52: Das ist ein wirklich großes Gut das man in sich trägt wenn man weiß man hat einen Plan.

00:24:02: Wenn es jetzt weitergeht dann schlage ich mit dem Ellbogen zu zum Beispiel.

00:24:08: Es steckt natürlich aber die Der erste Moment, den kann man vielleicht noch sehr gut regeln mit der Stimme.

00:24:17: Mit der Art wie ich dastehe.

00:24:20: Mit dem wie ich schaue und was sich ausstrahle.

00:24:26: Da sind die Chancen sehr groß.

00:24:28: nur das muss man sich trauen und man muss es vielleicht auch einfach mal geübt haben.

00:24:35: Ich glaube dass ist ein ganz wertvoller Stichpunkt weil wir sind ja eine Gesellschaft mittlerweile Wahrscheinlich dadurch, dass es sehr lange sehr friedlich auch bei uns war.

00:24:46: Sind wir auf so ein bisschen verweichtlicht sage ich manchmal ja und das Ding an der Sache ist zum Beispiel auf der offenen Straße die Stimme laut zu erheben haben wir ja eher abtrainiert bekommen.

00:24:57: Das ist ja, man sagt ja eher du störst jetzt hier sehr leise das ist ja eher das was wir als Kinder hören.

00:25:03: und oder wenn du in einen Raum eingehst falle nicht auf dass mir alles solche solche Sachen die erst mal so antrainiert werden in einer unangenehmen Situation muss ich genau das Gegenteil machen.

00:25:14: Genau genau und es ist.

00:25:15: Ich finde es super wenn Leute sich auf eine wirklich nette Art und Weise zeigen, und auch so durch ihr Leben gehen.

00:25:23: Ich mag auch nette Leute!

00:25:26: Aber

00:25:27: die andere Seite darf ja auch sein, weil es da einfach in einer anderen Rolle ist.

00:25:32: Und man kann das mit ganz kleinen Dingen üben indem man zum Beispiel wenn man jetzt irgendwo was in einer Schlange steht

00:25:43: z.B.,

00:25:44: und es will sich jemand vordrängeln dass man sich dann einfach mal ein bisschen aufbaut und

00:25:51: wirklich

00:25:51: stabil steht, mal das Lächeln rausnimmt.

00:25:55: Und dann gucken wir mal ob der sich nur vordrängelt.

00:25:59: Das geht ganz schnell zurück ja?

00:26:02: Also auch einen Vordränger was ja wirklich harmlos ist.

00:26:06: Aber doch eine gute Gelegenheit im Alltag zu üben oder?

00:26:08: Genau!

00:26:08: Das ist eine super Gelegenkeit im Alltag zu übe.

00:26:11: Weil

00:26:11: ich verliere im Zweifelsfall ja nichts.

00:26:12: weißt du... Ich bin in der Schlange trotzdem eins hinten dran, aber ich verliere ja nichts.

00:26:19: Genau!

00:26:20: Oder man steht... Man ist im Aufzug und da kommt jetzt jemand rein, der gefällt einem nicht oder man hat so spontan das Gefühl dass es komisch, dass man sich wirklich traut sofort wieder raus zu gehen aus dem Aufzug oder sich selber positioniert vor den Druckknüpfen.

00:26:42: Aber man muss lernen, sich zu positionieren.

00:26:45: Das muss man üben und man kann das wirklich in so ganz kleinen Dingen üben Und wenn man es dann erfährt Welche was das ausmacht ja Dann wird man natürlich immer sicherer.

00:26:58: So wie heißt das üben?

00:26:59: das heißt wir Wir schreien Gemeinsam.

00:27:03: oder Wie lerne ich die Stimme zu erheben?

00:27:06: Ich muss erst mal einen Raum dafür finden.

00:27:08: Ja also zum Beispiel bei erwachsenen Frauen.

00:27:13: Das kann man auch mal einfach beim Autofahren machen, ja?

00:27:17: Einfach mal losbrüllen oder... Ja also die Mädchen zum Beispiel können das mal machen wenn jetzt niemand zu Hause ist und es kommt ein bisschen drauf an wie man brüllt.

00:27:33: Wenn es mit so einer hohen Stimme ist dann signalisiert es eher Angst.

00:27:39: aber was wir wollen?

00:27:41: brüllen wie eine Löwin.

00:27:44: Also wirklich von mir muss Gefahr ausgehen und da musste ich das viel mehr nach einer Löwin anhören, als nach einem Eichhörnchen.

00:27:52: Und deshalb muss die Stimme tief sein und massiv sein.

00:27:58: Wie muss ich mir das vorstellen?

00:27:59: Das heißt wenn du so einen Kurs hast mit lauter jungen Mädchen, das übt ihr dann?

00:28:04: Das üben wir!

00:28:07: Jetzt hat ja vielleicht ein Mädchen dann auch noch das Problem, dass natürlich die Stimme ja erstmal wahrscheinlich von sich aus schon gar nicht so tief klingt.

00:28:16: Ja aber trotzdem kann man tiefer brüllen und trotzdem kann mal diese Wut in diesen dieses Gebrülle mit reinbringen.

00:28:31: Also es hat ja noch einen anderen Wert, wenn man jetzt streitet mit jemanden dann werden meistens mit der Zeit die Stimmen lauter.

00:28:42: Umso wütender man wird um so lauter wird man.

00:28:45: aber es geht auch anders drum.

00:28:47: also die Wut was ich gerade beschrieben habe in einem normalen Streit da steigt die Wuth und dann kommt die Stimme dazu Und es geht natürlich auch umgekehrt.

00:28:59: Also die Stimme wird lauter und dann kommt die Wut!

00:29:03: Ich brauche diese Wut, um diese Energie, die die Angst hat, die mich völlig handlungsunfähig macht.

00:29:12: Die muss ich nutzen und in Wut umwandeln.

00:29:18: Dazu ist Schrein zum Beispiel ein Hilfsmittel.

00:29:23: Es ist sehr beeindruckend Denn der Täter, also er geht ja davon aus dass er dieses Opfer quasi in der Hand hat und dann plötzlich ist das nicht mehr so.

00:29:42: Und ich kann das in den Kursen ganz schnell, ganz deutlich machen Ja, ich stelle mich einfach nur vor dir hin und ändere meinen Blick.

00:29:51: Jetzt habe ich da natürlich Übung mehr!

00:29:53: Aber ich kriege dich schon dazu, dass die untereinander etwas verändern.

00:30:01: Und ich lasse sie erst mal in der Gruppe prüllen.

00:30:06: Das macht es einfacher, weil immer ein paar dabei sind, die sagen, oh, ich kann überhaupt nicht schreien.

00:30:12: Doch, die können schon schreieren am Ende des Kurses.

00:30:16: Das geht ja auch auf der Situation, wenn mir jetzt auf der Straße irgendwas passiert und ich werde angesprochen von jemandem.

00:30:22: Dann geht es genau darum zu zeigen hier stimmt was nicht.

00:30:29: Auch wenn es manchmal Menschen gibt die nicht hinschauen.

00:30:31: wenn du laut genug bist dann hast du in der Regel doch schnell Hilfe auf der Strasse.

00:30:37: Ja also das hat sich Gott sei Dank geändert.

00:30:39: so diese Zivilcourage hat sich stark verbessert.

00:30:44: Vor ein paar Jahrzehnten noch ganz schrecklich.

00:30:49: und da hat man dann immer gesagt, schrei lieber Feuer.

00:30:52: Weil da kommen die Leute eher und helfen oder schauen werden aufmerksam als wenn jemand um Hilfe schreit.

00:30:59: Ich glaube dass das zwischenzeitlich sich wirklich gewendet hat.

00:31:03: dieses Blatt und vor allen Dingen also ich sage jetzt zu denen auch sprecht doch jemanden direkt ansagt du mit deinem ruten Pullover!

00:31:10: Du hilfst mir jetzt Du rufst die Polizei, ja?

00:31:17: Also dass man die Leute aus ihrer eigenen Ohnmacht holt, die vielleicht jetzt auch nicht wissen was sie tun sollen.

00:31:23: Aber die Polizei zu rufen... das geht immer!

00:31:26: Gleich geht es weiter.

00:31:27: im Gespräch mit Birgit Neubert

00:31:29: Sie hat in jungen Jahren

00:31:30: Kampfsport gelernt.

00:31:32: Sie ist meine Gesprächspartnerin Birgitt Neuberth.

00:31:35: Und jetzt kommen wir aber zu dem... Was trainierst du?

00:31:39: Das heißt wie muss ich mir das vorstellen?

00:31:41: kannst du diese Kampfsportart beschreiben?

00:31:43: Für jemanden, der gar keine Ahnung hat so wie ich.

00:31:46: Die Techniken die ich leere in den Selbstverteidigungskursen, die kommen aus dem Jujutsu weil Jujutzu ein Sport ist der auch also der alle möglichen Angriffsarten hat.

00:32:02: Ich sage jetzt mal fürs Judo zum Beispiel die trainieren sehr auf Kontakt dann wirft einer den anderen aber die haben jetzt weniger Angriffe aus der Ferne, also da kommt jetzt jemand mit einem Schlag oder jemand mit dem Stock in der Hand.

00:32:19: Das trainieren die normalerweise nicht.

00:32:21: das machen manche Vereine trotzdem aber das ist nicht so.

00:32:24: die Basis vom Judo und im Jujutsu durchdreht dass da mehrere Kampfkünste ursprünglich zusammengeführt wurden sind da alle möglichen Angriffe dabei also wie Schlachttechniken also mit und ohne Waffen oder auch ich werde an den Handgelenkten gefasst, ich werde gewürgt.

00:32:45: Ich werde umklammert an den Haaren gezogen usw.

00:32:49: Und die in den Kursen versuche ich den wenigen Techniken beizubringen aber die gegen alle mögliche Angriffe einzusetzen.

00:33:04: Was ist denn der richtige Weg?

00:33:07: Ich mach so einen Kurs und er hat so und so viele Einheiten.

00:33:11: Aber ich glaube, die hohe Kunst ist ja ... Du bist jahrzehntet dran geblieben.

00:33:15: Die Kunst ist auch ein bisschen dranbleiben, dass man das nicht verliert.

00:33:20: Ja!

00:33:22: Natürlich wäre es schlau oder nach meinem Geschmack, sagen wir mal so gut, einen Kampfsport zu lernen Aber nicht jeder hat daran Interesse.

00:33:34: Und das verstehe ich auch, man kann mit so einem Kurs ... Das ist ein Schnellschuss natürlich!

00:33:44: Man lernt den Sport nicht von Grund auf.

00:33:47: Man lernte nur in Anführungszeichen ein, zwei Techniken die im Kopf hängen bleiben und da hoffe ich einfach dass sie wirklich gut hängenbleiben.

00:33:58: Ich sage zu denen zum Beispiel Sie sollen mental weiter trainieren.

00:34:04: Also zum Beispiel, wenn man Fernseh schaut oder sich einen Film anschaut und da ist eine Frau in Gefahr ja wie auch immer dann nicht zu denken oh Gott ich schaute gar nicht hin das macht mir Angst und die hat jetzt keine Chance oder so diese normalen diese normale Bedrohlichkeit dann weiterzuspinnen für sich selber sondern im Kopf mit dieser Frau mitzukämpfen und sich zu denken, nimm doch die Flasche nebendran.

00:34:35: Haus ihn doch über den Schädel oder geh doch einfach raus.

00:34:40: jetzt hast du noch also die Möglichkeit oder jetzt schlag doch da und dahin weil das einfach eine Stelle ist die gut funktioniert.

00:34:51: so

00:34:53: Okay, also jedes leere Material nutze ich aber.

00:34:57: Das ist tatsächlich die mentale Auseinandersetzung.

00:35:00: Darum geht es?

00:35:01: Genau

00:35:01: und was sie halt gerne möchte oder was so meine Idee dahinter ist, sich selbst zu trainieren Lösungen zu finden und nicht sich darin zu trainiren die Angst mitzuempfinden mit dieser Schauspielerin und selber da immer kleiner zu werden, sondern wenn ich sowas sehe größer zu werden.

00:35:26: Und zu sagen Mensch also eigentlich die hätte schon Möglichkeiten mir würde schon

00:35:31: was einfallen.

00:35:32: So gleich

00:35:34: geht es weiter im Gespräch mit Birgit Neubert.

00:35:36: Sie hat in jungen Jahren Kampfsport gelernt.

00:35:39: sie ist meine Gesprächspartnerin Birgitt Neubert.

00:35:42: Hat sich da irgendwas verändert über die Jahrzehnte?

00:35:45: In den Kurzen

00:35:46: Ja Es hat sich sicher etwas verändert.

00:35:49: einfach auch durch dass ich älter geworden bin, habe ich mehr diese Essenz um was es wirklich geht.

00:36:00: Als jüngere Frau und Trainerin habe ich noch mehr Snacks nebenher gelehrt wo immer heute denke Das brauche ich niemandem zeigen, der nicht den Sport vom Grund auf lernt.

00:36:17: Weil das kann man sich einfach nicht merken!

00:36:19: Ich trainiere mit denen ganz straight die Dinge, die sie sich hoffentlich merken können, die leicht umsetzbar sind und die dann eben auf viele verschiedene Angriffe umsetztbar sind.

00:36:33: So, jetzt haben wir ein Buch das auch sich um diesen Kampfsport dreht.

00:36:38: Kann ich denn auch mit deinem Buch vielleicht als junges Mädchen Dinge lernen ohne dass ich jetzt in so einem Kurs war?

00:36:47: Ich hoffe, dass man zumindest schon mal einen Eindruck davon bekommt, anderen Weg gibt, eben einen Weg aus dieser Angst raus und aus dieser Hilflosigkeit raus.

00:37:03: Und die Hauptperson in dem Buch, die Ruby ist am Anfang auch noch eher schüchtern und die geht ihren Weg, den ihr lernt durch einen Zufall Kampfsport und merkt dann was sie damit erreichen kann.

00:37:24: Sie hat zusammen mit ihrer Freundin also zwei Typen in ihrer Schule, die auf sie diese ständig ärgern und die immer massiver und bedrohlicher werden.

00:37:37: Und sie spürt dann eines Tages dass sie mit dieser Änderung, mit dieser änderung ihrer Stimme ihres Aufträgens und ihres Mutes eine Eindruck macht bei diesen Typen und dass die, ohne das irgendwas passiert von ihr ablassen.

00:37:58: Vorher haben sie eben nie aufgehört.

00:38:02: Ja ich glaube, wir müssen halt auch lernen, dass wir uns an vielen Stellen wehren müssen weil oft ist es einfach... Ich habe in dieser Sendung schon viele Sendungen zum Thema Mobbing gehabt.

00:38:17: da ist ja auch die gleiche Geschichte.

00:38:19: Dieses Wegducken hilft halt nichts.

00:38:23: Es führt meistens, dass man in diese Opferrolle kommt und wer frühzeitig anfängt sich zu wehren und zeigt ich bin nicht das leichter Opfer, kommt in der Regel besser aus Situationen raus.

00:38:34: Und

00:38:35: man

00:38:35: kann einen gesunden Weg dazu finden.

00:38:38: also das heißt wenn mich wehern kann oder mich mit diesem Thema auseinandergesetzt habe Kann ich vielleicht auch besser einschätzen, wann bin ich jetzt wirklich in Gefahr?

00:38:50: Oder man reagiert auch nicht über.

00:38:55: Sondern man kann sich das mit klarem Verstand die Situation anschauen und besser einsetzen.

00:39:09: Birgit Neubert ist meine Gesprächspartnerin.

00:39:11: Sie hat den jungen

00:39:12: Jahren Kampfsport gelernt,

00:39:13: bringt das heute in Kursen auch noch bei und hat sich mit dem Thema auch in einem Jugendbuch befasst.

00:39:20: Sie ist meine Gesprächspardnerin!

00:39:22: Wie viele Kurse gibst du heute noch?

00:39:25: Das sind so zwei drei im Jahr höchstens also mehr nicht mehr nicht.

00:39:32: Wie kam die Idee zu dem Buch

00:39:34: d.h.,

00:39:34: Du wolltest mehr junge Mädchen erreichen oder was war der Gedanke?

00:39:38: Der Gedanke war, dass ich ... ja man wird ja älter.

00:39:44: Und ja, ich dachte es ist ja schade wenn das diese ganze Erfahrung und das was sich da so gemacht hat, wenn das einfach irgendwann aufhört.

00:39:54: gut es gibt natürlich tausend andere die auch solche Kurse geben und die das auch mit Sicherheit hervorragend machen.

00:40:00: aber Ich hätte halt das jetzt für mich auch gern weitergegeben und ich fand es immer schon mal spannend, diesen Gedanken ein Buch zu schreiben.

00:40:11: Und so kam mir die Idee, das miteinander zu verbinden – ja!

00:40:17: Dann habe ich das so umgesetzt...

00:40:20: Ist übrigens auch optisch ein schönes Buch, so wie man das heute gerade für junge Zielgruppe macht mit Buchschnitt der schön bedruckt ist.

00:40:28: Das ist so etwas was tatsächlich in der jungen Zielgruppen sehr gut funktioniert.

00:40:32: Erklär uns mal weil.

00:40:34: ich hatte gar keine Ahnung aber ich habe immer gemerkt Leute die Kampfsport erfahren sind, die verstehen den Titel sofort.

00:40:41: Ruby auf dem Doh der Meister übersetzt das Mal?

00:40:46: Ja also der Dooh ist im Grunde der Weg.

00:40:50: Das ist so ein alter Begriff aus Asien, der also in vielerlei Hinsicht funktioniert aber eben auch im Kampfsport und zum Beispiel Yu-Do.

00:41:02: Der Do ist immer der Weg, Aiki-Do, Tekwan-Do Also dieses Do steht immer für Weg oder So dieser Übungsraum da ist auch der Weg mit drin.

00:41:17: Und die Ruby geht diesen Weg, also von diesem schüchternen jungen Mädchen in einer heilen Welt ist.

00:41:30: Die überhaupt nicht weiß was sie tun kann, wem sie sich anvertrauen kann, die überhaupt keine Idee hat findet durch diesen Kampfsport zu ihrer Stärke und zu ihrem Mut, und entdeckt sich quasi neu.

00:41:49: Und deshalb geht sie ihren do-ieren Weg!

00:41:54: Ist ja erst mal ein gutes, glaube ich, ganz gutes Bild.

00:41:57: Weil je eh davon sollt ihr auch seinen Weg finden und ihn dann auch gehen.

00:42:02: Das ist insofern auch so übertragen aufs Leben gut.

00:42:05: Und was ich halt spannend finde es du hast halt oft in Geschichten für junge Menschen, hast du denn immer jemanden der hat irgendwie eine besondere Kraft?

00:42:14: Der kann besonders etwas gut und isst in einem Bereich anderen überlegen und das ist bei deiner Geschichte definitiv nicht der Fall

00:42:23: Nee, erst mal gar nicht.

00:42:24: Erstmal überhaupt nicht.

00:42:26: aber ja und man kann es so hoff ich zumindest so mitgehen mit ihr diesen Weg und verstehen warum sie jetzt anders reagiert wie vorher und also miterleben wie erstaunt sie dann auch über sich selber ist dass das jetzt was ganz anderes zu einem ganz anderen Ergebnis geführt hat wie vorher.

00:42:52: Ja.

00:42:54: Du möchtest das im Prinzip, dass was du machst und was du gelernt hast, was dir im Leben geholfen hat letztendlich vielen jungen Menschen hilft?

00:43:01: Und hast es deswegen in eine gute Geschichte gepackt?

00:43:07: Ich hoffe tatsächlich die Leute für Kampfkünste zu interessieren oder zumindest so einen Selbstverteidigungskurs, das möchte ich gerne machen!

00:43:19: Das mache ich jetzt einfach mal.

00:43:20: Das ist ja ein kleinerer Schritt, das mache ich und dann einfach mal in eine Welt zu schauen die man vorher einfach für einen selber verschlossen war.

00:43:35: Und vielleicht sagt jemand okay, ich gehe jetzt einmal im Kampfsport, probiere es einfach mal aus!

00:43:42: Naja, es ist einfach den Selbstwert.

00:43:44: Ich glaube das steckt da drin dahinter auch Verantwortung für sich selbst zu übernehmen und einfach dieses Wissen.

00:43:53: ich kann mir selbst helfen.

00:43:55: In allen Lebensbereichen, selbst wenn ich nie anwenden muss, ist das einfach hilfreich.

00:43:59: Genau!

00:44:02: Es hat nichts damit zu tun um unbedingt anwänden zum Wissen aber in sich

00:44:07: zu graben... Genau das Gegenteil.

00:44:11: Ich mache manche Dinge, damit ich sie nicht anwenden muss.

00:44:16: Versicherung.

00:44:17: Wenn ich auch nicht anwendet?

00:44:19: Wenn ich etwas versichere, möchte ich doch den Fall gar nicht haben.

00:44:22: Es ist schön wenn ich es nicht brauche.

00:44:24: Ja genau!

00:44:25: Das drückt am allerbesten aus und trotzdem wird man merken dass es ganz oft im Alltag hilft.

00:44:34: also ich hatte zum Beispiel einen Chef Der war ein bisschen älter schon und er war halt so, naja das kleine blonde Mädchen in der Richtung.

00:44:49: Also da lass ich jetzt mal meine Chefmacht spielen!

00:44:52: Und er wollte mich quasi rügen wegen etwas was ich gar nichts dafür konnte... Mit Sicherheit ganz einfach.

00:45:03: Und ich habe mich nur an das Ding gesetzt und hab den nur angeschaut, und mit meiner Stimme gesprochen... ...und es ist nichts passiert!

00:45:14: Er hat dann gesagt, ach ja, war ja nicht so schlimm.

00:45:16: Ist ja alles geremmt.

00:45:18: Genau!

00:45:19: Das ist ein Erfolgserlebnis, wenn man das einmal gemacht hat.

00:45:22: Weiß man ja auch?

00:45:22: Ich kann das wiederholen und es spart viel Stress im Leben.

00:45:27: Ja.

00:45:29: Ja, wie gesagt.

00:45:29: Es ist ein Gut dass man in sich trägt das ganz ganz oft hilft.

00:45:34: ja

00:45:35: und letztendlich ich mein je mehr starke Menschen unterwegs sind um so weniger Dinge passieren.

00:45:43: dann passiert so etwas was dir passiert es nicht weil dann gibt es keinen täter.

00:45:46: ja das heißt wenn wenn viele in der gesellschaft sich wehren können Dann haben die halt keine raum.

00:45:52: ja Das wäre ein Wunschtraum aber tatsächlich ist es also unrealistisch, aber man kann natürlich nur in der Beziehung für sich handeln und sich selber zu stärken.

00:46:10: Und ich versuche das so ein bisschen weiterzutragen sowie viele Kampfsportler versuchen weiterzu tragen im Kurzen, im Training

00:46:20: usw.,

00:46:22: weil einfach dieses Besondere darin für mich gefunden habe und das gerne auch an andere weitergeben würde.

00:46:31: Und ich sage mal eine Übung, da hast du mich beeindruckt... Und da merkt man erst mal, wie selbst man... Also ich glaube, ich könnte schon im Notfall schreien.

00:46:39: Da habe ich jetzt nicht das Problem mit.

00:46:42: aber am ersten Moment wenn du in einem ganz normalen Raum bist und wirst laut es fällt halt auf!

00:46:47: Das ist etwas... Ich glaube man sollte es trainieren und vielleicht einfach dass man zu Hause in den eigenen vier Wänden vielleicht auch mal die Stimme erhebt und guckt wie klingt das überhaupt?

00:46:56: Dass ich nicht so überrascht von mir selbst bin.

00:46:59: Ja

00:46:59: ja einfach mal mit dem eigenen Spiegelbild arbeiten Und sich da auch trauen, wirklich hässlich zu sein.

00:47:13: Laut und so eine Wut-Bombe zu sein!

00:47:17: So schnell switchen können von der normalen netten Person die man ja ist bleibt.

00:47:26: Ja, also das ändert ja auch nichts an der Weiblichkeit.

00:47:30: Das ändert nicht daran, dass man nicht als Frau auch schön sein möchte und auch sexy sein möchte.

00:47:37: Das endet es ja alles nicht.

00:47:39: aber ich kann auch anders und das muss man üben.

00:47:43: Man muss es üben!

00:47:45: Okay, das lassen wir mal als Appell hier am Ende des Gesprächs stehen.

00:47:48: Vielen Dank!

00:47:50: Sehr gerne!

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