Die Welt nicht in die Seele lassen – Max Prosa im Gespräch

Shownotes

Was passiert, wenn ein angehender Physikprofessor entdeckt, dass seine eigentliche Sprache nicht die der Formeln, sondern die der Poesie ist? Im Sonntagstalk spricht Volker Pietzsch mit dem Berliner Singer-Songwriter und Dichter Max Prosa über seinen ungewöhnlichen Lebensweg – vom Physikstudium auf die Konzertbühne.

Es geht um die Kraft der Sprache, handgemachte Musik, die Magie von Live-Konzerten und darum, warum gerade die Dinge, mit denen wir in der Schule anecken, später unsere größte Stärke sein können. Max Prosa erzählt von seinem Gedicht-Abo, seiner kreativen Arbeit auf Teneriffa und davon, weshalb echte Begegnungen wichtiger sind als Bewertungen, Klickzahlen und Bildschirme.

https://maxprosa.de/

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00:00:00: Mein heutiger Gast ist männlich, Name?

00:00:02: Max Brosa.

00:00:03: Alter!

00:00:04: Sechsunddreißig.

00:00:06: Geburtsort

00:00:07: Berlin

00:00:09: Beruf

00:00:10: Sänger und Autor.

00:00:13: Hast du Hobbys oder haben wir die schon gehört?

00:00:17: Habe mein Hobby zum Beruf gemacht, Scheiben Dichten singen

00:00:20: Okay das ist aber.

00:00:22: letztendlich sage ich auch oft an dieser Stelle dass es das Coolste was einem im Leben passieren kann weil letztendlig musst Du nicht arbeiten in Anführungszeichen

00:00:29: Ja nur organisieren.

00:00:32: Hast du sowas wie ein Lebensmotto?

00:00:36: Nee... Ach doch, ich habe selbst eines beschrieben!

00:00:40: Hohl dir nur diese Welt nicht in die Seele.

00:00:44: Schick was aus deiner Seele in die Welt.

00:00:47: Die Menschen, die mit dir zu tun haben, was meinst Du sagen sie über dich?

00:00:52: Woran erkenne ich

00:00:52: Dich?

00:00:53: An den Borken, die Ich benutze.

00:00:57: Max Broßer ist Mein Gesprächspartner.

00:00:59: Er ist Dichter, er ist Singer-Songwriter und mein Gesprächspartner heute hier.

00:01:03: Max Prosa!

00:01:04: Sehr schön.

00:01:04: Bist du ein richtiger Berliner?

00:01:06: Ja.

00:01:07: Okay wo bist Du aufgewachsen?

00:01:09: In Schalottenburg.

00:01:13: Ich glaube das funktioniert noch.

00:01:14: Ost- und Westberlin funktioniert irgendwie noch ne?

00:01:16: Hier

00:01:16: gerade so in Neunundachtzig war es.

00:01:18: Genau.

00:01:19: Das heißt du bist ein Großstadtkind.

00:01:22: Und dort logischerweise auch alles was zu einer Kindheit dazugehört Schule Kindergarten oder sowas... hat in Berlin stattgefunden.

00:01:32: Alles in Berlin, ja.

00:01:33: Okay.

00:01:33: Es ist eine Frage die kommt gleich immer am Anfang, die stelle ich wirklich habe ich bisher in den fünfzehn Jahren jedem Gast gestellt also auch an dich warst du ein guter Schüler?

00:01:44: Hat gewechselt aber im Prinzip zu den meisten Zeiten schon.

00:01:49: Dann die frage warst Du gut in Musik oder in Deutsch?

00:01:53: Nee.

00:01:54: Okay

00:01:56: nicht unbedingt nee.

00:01:57: okay

00:01:58: Das ist immer komisch.

00:01:58: Nimm mal, hattest du diese Erwartungshaltung?

00:02:00: jemand der heute in heutigen Leben damit arbeitet?

00:02:03: Hast Du eine Ahnung?

00:02:04: Es

00:02:04: ist nur das Handel.

00:02:06: Besonders schlecht sozusagen war ich im Handschrift.

00:02:09: da hatte ich immer auf der Grundschule ne drei und das ist ja sozusagen ne fünf dann eigentlich.

00:02:15: Das Interessante ist aber dass sich jetzt also das was am meisten sich verkauft von so Merchandise Artikeln beim Konzert nicht.

00:02:23: Das sind eben Beute mit meiner Handschrift drauf Und ich habe irgendwie diese alte Schulhandschrift und diese eben sehr speziell, so wie ich sie schreibe schon immer.

00:02:32: Das hat sich auch nicht geändert seitdem.

00:02:34: Heute ist es eben so dass Leute das besonders schön finden, dass es so speziell ist und wiedererkennungswert hat.

00:02:41: Deswegen besonders gerne diese Beutel kaufen.

00:02:43: wohin ging es damals?

00:02:44: so war, dass die Schrift sozusagen von der Norm abgewichen ist, wie ich geschrieben hab und deswegen bekam ich dann eine schlechte Note.

00:02:52: Ich finde es jetzt erstmal gut dass du das irgendwie überstanden hast, weil... Also ich hab auch so Traumata aus meiner Schulzeit von den Dingen die man lange gebraucht hat um sie wegzuräumen.

00:03:03: Dass man die Dinge sehr wohl doch kann ja und manche Sachen sitzen da oft tief insofern ist es doch schön.

00:03:09: Und Handschrift!

00:03:10: Ist bös wieder im Trend.

00:03:14: Das wurde ja in den skandinavischen Ländern sehr früh abgeschafft in der Schule und man stellt fest Es macht irgendetwas mit uns.

00:03:23: Hält es jetzt wieder Einzug in die Schule?

00:03:25: Ja, ja.

00:03:26: Es ist ja auch immer so dass man dann von der Norm abweicht, wenn man keine gute Note bekommt und das muss einem eigentlich immer auffallen weil da ist auch irgendwas besonderes dabei was dann später möglicherweise zum Vorteil wirkt.

00:03:38: Oh!

00:03:38: Das ist ne Perl.

00:03:38: Ich

00:03:38: war auch immer der der nicht singen konnte.

00:03:41: Okay, das wird immer lustiger.

00:03:44: So war ich in meiner ganzen Klasse bekannt.

00:03:47: ist diese erste Album vielleicht deswegen so bekannt geworden.

00:03:50: Damals, weil ich eigentlich nicht singen konnte es aber doch getan habe und in dieser Kraft da steckte irgendwas was dann viel interessanter war als jemand der eine geölte Stimme von fünfzehn auf gehabt hat und immer am Chor gesungen hat oder so.

00:04:06: In dieser Kraft ist dann doch zu tun um damit auch irgendwo hinzukommen.

00:04:11: Auf jeden Fall, was ich ganz stark finde.

00:04:12: Das nehme ich jetzt schon mit aus unserem Gespräch ist, dass wer in der Schule auffällt irgendetwas Besonderes hat.

00:04:18: Ja!

00:04:19: Da ist wirklich, glaube ich... da ist was dran.

00:04:23: Hast du nach der Schule gewusst, was du machen willst?

00:04:28: Ja aber es war etwas ganz anderes.

00:04:30: Ich wollte Physikprofessor werden und habe deswegen Physik studiert weil nämlich mein Vater von meinem besten Freund er war Physikprofessor und irgendwie hat mich das fasziniert, diese Welt die der so hatte um sich hatte.

00:04:47: Und irgendwas im Sinne von einer Suche... Es gibt auch eine Parallele.

00:04:55: Man könnte sagen ich mache genau das Gegenteil aber das stimmt auch nicht ganz denn es ist immer noch so eine Suche nach einer Form von Wahrheit oder Universalität die sich entweder in Zahlen abstimmen kann oder eben in Worten.

00:05:06: und am Ende waren es dann bei mir die Worte.

00:05:08: darauf musste ich erst kommen Und da gab's auch keinen so universellen Weg hin, die zur Physik.

00:05:15: Sondern den musste ich mir selber schlagen.

00:05:17: aber es gibt da durchaus auch Parallelen würde ich sagen.

00:05:21: Das heißt ich muss mir jetzt vorstellen du saßt dann im Physikstudium?

00:05:24: Ja ja genau!

00:05:26: Okay wie lange?

00:05:27: So anderthalb Jahre.

00:05:29: Es geht gleich weiter im Gespräch mit Max Prosa.

00:05:32: Max Proser ist Dichter und Singer-Songwriter.

00:05:34: Er wollte eigentlich Physikprofessor werden, aber er hat im Studium gemerkt, nee das ist es dann doch nicht!

00:05:40: Er ist mein Gesprächspartner.

00:05:42: Und wann kommt an der Punkt wo man sagt ja irgendwie ist es ein falsches Bild?

00:05:47: Der kam als ich gemerkt habe dass sich nicht so viel Zeit investieren kann.

00:05:51: Nicht genug Zeit investiren kann ohne mich zu fragen wofür ich das alles eigentlich mache.

00:05:57: Ganz zum Gegensatz dazu konnte ich bei der Musik die ich dann so als Hobby betrieben habe, sozusagen immer Zeit investieren und konnten mich darin verlieren in diesem Spiel mit den Tinnen und Worten ohne dass ich geguckt hab wie viel Zeit vergeht.

00:06:13: Das ist einfach sind die Stunden verflogen Und das war dann das Zeichen, dass irgendwas nicht richtig läuft.

00:06:21: Bist du für Studium in Berlin geblieben?

00:06:24: Ja

00:06:24: Okay Und jetzt hast du schon die Musik angedeutet.

00:06:28: Das heißt, wann ging denn das da los?

00:06:30: Also in der Schule warst du der, der nicht singen konnte oder nicht so gut singe konnte.

00:06:35: Wann hast du den gemerkt, da ist irgendwas?

00:06:38: Na fasziniert hat es mich dann schon und ich hab Gitarre gespielt und habe irgendwann festgestellt... Das praktisch die Bands, die ich so gesehen habe.

00:06:47: Also sowas wie Rolling Stones oder was bei meinem Paterleaf... Ich hab Konterkkitar gespielt und dass sie das gleiche Instrument ja bedienen nur eben mit verstärkt.

00:06:57: Aber im Prinzip war es nicht soweit weg Und die Hände müssen nicht so viel was anderes machen.

00:07:01: und dann hab' ich mir meinen Weg gesucht da mehr hin in diese Richtung Und das Internet kam auf.

00:07:07: man konnte so Tabs sich runterladen akkordet solidern.

00:07:12: Das war irgendwie eine faszinierende Welt, sich diese alle auszudrucken und so Ordner anzulegen.

00:07:16: Und die einfach zu singen!

00:07:18: Dann gab es Bilder in meinem Kopf von Publikum... Da in meinem Zimmer war ich ja nur aber hatte die Gitarre um und diese Lieder gesungen und die Leute gesehen und das war wohl das Bild was dann geblieben ist und sich irgendwie mit Leben gefüllt hat im Laufe der Zeit.

00:07:36: Was hast du da für Liedergesung?

00:07:37: Hast du da Songs nachgesungen oder war das schon etwas Eigenes?

00:07:41: Nee, das war erst mal dass Maria von Blondie kommen wir irgendwie in den Sinn.

00:07:46: Okay!

00:07:47: Zum Beispiel und sowas.

00:07:50: Und dann habe ich so eine Band gehabt auch nicht die Schulband weil da war ich auch nicht sozusagen passend genug.

00:08:01: Ich konnte nicht jetzt so spielen wie jetzt ein Jazz-Gitarist in der Schulband spielen musste sondern hab selber eine gegründet mit drei Freunden.

00:08:09: Einer war Schlagzeug, die anderen beiden waren auch Gitaristen.

00:08:11: Das war natürlich problematisch.

00:08:13: Niemand wollte Bass spielen und so... Und dann hatte ich das so.

00:08:16: Irgendwie haben wir da die ersten kleinen Auftritte gehabt auf verschiedene Arten.

00:08:21: Ich finde spannend Blondie als Beispiel.

00:08:25: Ich musste gerade ein bisschen rechnen.

00:08:26: Das ist aber eigentlich nicht so die Musik gewesen, die grade du aufgewachsen bist, als du sozialisiert wurdest aktuell war.

00:08:33: Das heißt es war ältere Musik.

00:08:36: Das stimmt aber ich war irgendwie immer da so ein bisschen drüber haben.

00:08:38: Ich habe wie gesagt auch die Rolling Stones gehört, mein Onkel hatte mir damals eine CD geschenkt Forty Licks das war so'n Best of und das hat mich fasziniert.

00:08:47: Bob Dylan und David Bowie hatte ich dann etwas später entdeckt als auch Schallplattenspieler, dann wollte ich dann Schallplattenspieler haben und da war es noch nicht ganz wieder en vogue und es war leicht zu haben von allen Leuten diese alten Platten Und ich war da irgendwie schon immer so ein bisschen nostalgisch auf der Reise durch die Zeiten, die ich gar nicht erlebt habe.

00:09:05: Das ist... Ich finde es sehr spannend weil wir am Radio, wir gucken natürlich genau drauf welche Musik spielen wir und da werden halt auch viele Tools genutzt und deswegen klingt manchmal auch wenn man durch die Republik fährt die Sachen sehr ähnlich, weil natürlich wenn du Menschen befragst was wollt ihr hören dann sagen sie alle das selber.

00:09:23: Und faszinierend finde ich tatsächlich, also für uns ist es fein weil wir mögen zum Beispiel die Achtziger.

00:09:29: Aber es gibt immer wieder Stationen, die würden sie gerne loswerden aber das funktioniert so überhaupt nicht.

00:09:34: Das heißt gerade diese Siebziger und Achtzigern haben eine enorme emotionale Bindung und selbst wenn ich in die Playlist meiner Kinderschauer, die sind zwar auch schon fast erwachsen, finde ich zur Hälfte Musik eigentlich zu der ich groß geworden bin.

00:09:49: Ja interessant ja.

00:09:52: Naja, da wurden natürlich Grundsteine gelegt auch so gerade was du Songs und Sound anbetrifft.

00:09:58: Die dann später sich dann immer wiederholt haben aber vielleicht nie in dieser Originalität mit diesem Esprit der ersten Male wieder wiederhohlt werden konnten.

00:10:11: Wann hast Du denn gemerkt?

00:10:14: Also klar irgendwie... Du hast gemerkt das schlummert irgendwas in dir.

00:10:18: Aber wann funktioniert denn der Schritt auf die Bühne?

00:10:20: Was muss denn da passieren?

00:10:22: Da, es hat einfach nur... Ich hatte da schon immer so einen Drang hin würde ich sagen.

00:10:28: Und es hat so ein bisschen gebraucht bis ich dann wusste, ich bin Max Brosa zum Beispiel auch die Name.

00:10:33: das war irgendwie ein Teil weil Podeswig ist mein Familienname und das war klar dass kein Künstlername da wüsste niemand wie man das schreibt und so habe ich mich da so ein bißchen mitbeschäftigt.

00:10:44: Dann kam irgendwie Max Prosa plötzlich mehr in den Sinn und ich hatte den ersten Auftritt.

00:10:48: da kamen alle meine Freunde beim zweiten kam dann niemand mehr Oder kaum mehr Leute, so ist der klassische Verlauf.

00:10:55: und dann dritt der vierte Fünfter.

00:10:56: Und vielleicht beim zwanzigsten kam man wieder Vier-Fünf und irgendwann hat er natürlich noch ein paar Kurven genommen.

00:11:05: aber dann wurde der Manager von Cliseaux auf mich aufmerksam.

00:11:09: Gleich geht es weiter im Gespräch mit Max Poser.

00:11:12: Max Proser hat gerade von seinen musikalischen Anfängen hier berichtet und irgendwann war er dann im Vorprogramm von Clueso.

00:11:20: War das auch so ein bisschen der Start, oder wie ging es da weiter?

00:11:24: Und dann hatten sie mich geholt auf... Der hat damals schon in der Messehalle in Erfurth.

00:11:29: Das macht er glaube ich immer noch gespielt zu Weihnachten und da hatten sie mich dann als Vorbein geholt.

00:11:33: Und dann war gleich der Sprung von zwanzig Leuten, die dann also nach einer Weile kamen, nachdem ich es in Berlin immer wieder versucht hatte hinzu was würde ich?

00:11:41: Acht Pausen oder Zehntausend.

00:11:43: Das war echt heftig bei schwer zu verkraften!

00:11:47: Aber es ist fast eine klassische Geschichte.

00:11:49: Das heißt, wer das nicht richtig verfolgt, dann sagt man auf einmal ach guck mal der Newcomer über Nacht.

00:11:55: aber natürlich gehört der Frust dass man wirklich auch mal vor ja nicht nicht stark besucht im Haus spielt gehört dazu.

00:12:02: Absolut absolut und das kam auch zwischendurch immer wieder.

00:12:05: also das bleibt nicht aus und Es muss auch sein damit sich so was wirklich finden und zeigen kann mit sich auch wirklich was, wenn man irgendwas Neues entwickelt und muss mal erstmal ein paar Bälle gegen die Wänder werfen.

00:12:18: Schauen wir sie zurückkommen!

00:12:19: Und dann formt sich da etwas und all diese Zeit brauchst bis es dann wirklich gegriffen werden kann von vielen Leuten, bis ich das geformt habe.

00:12:30: Hast du so einen Geheimrezept?

00:12:32: Weil nach so einem Abend ist man ja wahrscheinlich frustriert.

00:12:35: Was ist da die Motivation weiter zu gehen?

00:12:38: Ich glaube dass... genau der Unterschied ist, vielleicht das was Talent genannt wird.

00:12:46: Das vielleicht gar nicht so sehr gibt aber doch den Willen weiter zu machen und dass da irgendwie wie eine Art Auftrag drin steckt ein höheres Gut.

00:12:57: wer das hat macht weiter und dann formt sich der Weg ob er singen kann oder nicht.

00:13:06: Ja, also ich kann das sogar nachvollziehen was du erzählst.

00:13:11: Ich bin auch getrieben von so Dingen die ich machen muss und ich mache sie dann einfach auch egal was dafür Widerstände kommen.

00:13:19: Und es ist ganz interessant diese Dinge.

00:13:20: wo sucht man sich seine Aufträge?

00:13:22: Das sagt ja viel über einen zum Beispiel auch im Hausflurrscht wenn da eine Pflanze steht.

00:13:28: wer nimmt sich den Auftrag in Giesti und was sagt er's über die Menschen aus?

00:13:33: Was nimmt man für Aufträge an?

00:13:35: Die ganze Welt ist ja voll davon.

00:13:38: Ja, das ist tatsächlich so und manchmal witzig!

00:13:42: Das habe ich so noch nie gesehen.

00:13:43: also das heißt die Dinge die man ehrenamtlich macht oder einfach die man rechts oder links des Weges dann einfach ihr annimmt.

00:13:53: Ist ein tolles Bild.

00:13:56: Erzähl mal was du für Musik machst das heißt du schreibst dir mittlerweile selbst?

00:14:01: Genau

00:14:03: Was ist das für Musik, jemand der das noch nie gehört hat?

00:14:08: Erst mal ist es so Musik... Also die nicht elektronisch ist von ihrer Natur.

00:14:14: Und natürlich benutzen wir auch mal elektronische Instrumente.

00:14:17: aber das ist ja eine grundlegende Unterscheidung in dieser Zeit.

00:14:21: Keine Elektrobeats und keine rein elektronischen Musik sondern das sind handgemachte Musik und das sind Geschichten, die da gesungen werden.

00:14:32: Die sich lohnen erzählt zu werden, danach suche ich immer nach so Geschichten die in diese Zeitspanne passen.

00:14:39: Wer so ein Song nen Stipp Zeit dekorieren, so drei Minuten, dreißig oder vier Minuten und dreißiger.

00:14:44: Und dann was passt rein?

00:14:46: Was lohnt es sich, erzählt zu werden?

00:14:48: Dann kann man das ausschmücken, Energie an verschiedenen Stellen setzen... und diese Geschichte erzählen.

00:14:55: Und im besten Fall hören Leute das, fühlen sich dadurch bereichert und reflektieren auf sich selbst.

00:15:00: Das ist ja die Magie auch von Liedern ne?

00:15:03: Ich singe das vor fünfhundert Leuten und diese fünfhunderte Leben haben nichts miteinander zu tun.

00:15:08: und trotzdem findet jedes dieser Leben sich in dem Lied wieder ganz eigener Art und Weise.

00:15:14: Ich muss gerade an ein Lied von Reinhard May denken da loop ich mir ein Stück Musik von Hand gemacht, dass es das was überall funktioniert!

00:15:20: Ja,

00:15:21: ja...

00:15:23: Das heißt, klar kannst du das auf einer großen Bühne machen mit entsprechender akustischer Verstärkung.

00:15:28: Aber du kannst es auch am Lagerfeuer machen?

00:15:30: Genau ja.

00:15:32: Okay spannend!

00:15:33: Was ist das für ein Gefühl wenn fünfhundert Menschen entsteht da auch so eine Stille und die hören dir alle zu?

00:15:38: Ja, das ist schön bei den Konzerten.

00:15:40: Es ist wirklich sehr still und die Leute kommen hin für genau dieses Erlebnis.

00:15:46: Also es ist schwieriger geworden in der heutigen Zeit sich zu verbinden ohne dieses Konzert, weil einfach so viel Ablenkung da ist und muss sich einlassen auf diese Lieder und auf eine Geschichte.

00:15:56: So wie wenn jemand erzählt und zuhören muss um die Geschichte zu.

00:16:01: begreifen und dann am ende freut man sich aber drüber gibt ein warmes gefühl im bauch weil man hat die geschichte verstanden und etwas davon mitbekommen.

00:16:09: und das genau so passiert es bei konzerten.

00:16:11: und es ist aber immer schwieriger ohne dass sozusagen per spotify oder so ne, weil da einfach andere reize eine rolle spielen und einfach dieses visuelle medium fehlt.

00:16:24: Und so ist wirklich eine musik die für live die heutzutage vor allem live funktioniert

00:16:31: Also ich kann das immer nur empfehlen in die Theater gehen, in irgendwelche Aufführungen gehen.

00:16:36: In kleine Konzerte gehen.

00:16:38: und dann habe ich immer eine ganz große Bitte an alle Menschen bitte dann nicht durchs Handy schauen sondern einfach im Raum sein und sich das anschauen und all die Videos und Bilder die man macht.

00:16:50: Man schaut sie sich nicht mehr an.

00:16:55: Ich habe das bei der Einschulung meiner Kinder erlebt und es ist für mich so mit des einprägendste gewesen, als ich mich umgeguckt hab.

00:17:02: Und irgendwie zwanzig Eltern durch einen kleinen Monitor sich den Kram angeguckt haben.

00:17:08: Aber die waren eigentlich dabei!

00:17:11: Man kann's in groß sehen.

00:17:14: Ja ja... Das ist eine komische Art dieser Zeit, dieses Bildschirm.

00:17:23: Durch dem Bildschirmbetrachten.

00:17:26: Das Schöne ist natürlich, wir kommen in Kommunikation mit vielen Menschen.

00:17:28: Wir können Bilder verschicken und das nutzt du ja auch.

00:17:32: Du kannst Botschaften an viele Menschen senden – das ist ja klasse!

00:17:38: Ich glaube, ich nenne es immer das analoge Leben.

00:17:42: Das müssen wir uns bewahren.

00:17:44: Ja!

00:17:44: Es hat einfach so viel mehr Zauber, nicht wahr?

00:17:50: Ich hab das auch gerade diese Gesanken, dass wir immer diese Zahlen nehmen.

00:17:54: Beispielsweise was ist der Unterschied zwischen zwanzig Grad und dem Gefühl von Zwanzig Grat auf der Haut?

00:18:02: Wenn du morgens guckst und siehst es zu zwanziger Grad dann triffst du wirklich die bessere Entscheidung als wenn du das Fenster aufmachst und es fühlst so.

00:18:12: oder auch wenn du in ein Film gehen willst und du hörst den Titel und dann schaust du nach was er für Bewertungen hat und dann steht da vielleicht irgendwie sieben von zehn dann gehst du nicht, dabei hat vorher eigentlich dieser Titel nach dir gerufen.

00:18:25: Aber du lässt es dir sozusagen verberben von der Zahl die entstanden ist bei ganz anderen Leute diesen Film gesehen haben zu denen wer vielleicht nicht gesprochen hat und so.

00:18:32: Also diese Übermacht der Zahlen macht ganz schön viel kaputt.

00:18:37: Gleich geht's weiter im Gespräch mit Max Prosa.

00:18:40: Max Proser ist mein Gesprächspartner.

00:18:41: wir waren gerade an der Stelle.

00:18:43: ja zahlen...die Aussagentreffen Ja, beim Thema Bewerten.

00:18:49: Nein diese Bewertungskultur!

00:18:50: Ich bin ja schon skeptisch wenn irgendwie was was ich von Durchschnitt von fünf Stern hat oder vier Komma acht.

00:18:58: Ich tendiere sogar schon zu niedrigeren Dingen weil ich denke das Leben ist oft viel normaler.

00:19:04: Das wäre auch her

00:19:06: und man geht mit Menschen essen.

00:19:09: mir gefällt jemand anderen gefällt es nicht.

00:19:11: dass ist jetzt das ist ja das Tolle wir sind ja nicht gleich.

00:19:15: Also deswegen hoffe ich, dass es Unterschiede gibt und das ein Film der mir vielleicht gefällt.

00:19:20: Im anderen halt nicht gefällt.

00:19:21: alles fein Ja deine Lieder von was handeln die?

00:19:27: Von einem was uns bewegt würde ich sagen Schicksal Hörereingibung Natürlich von Lieber Dem Leben nach dem Tod Zufällen.

00:19:47: Also so wie, weil ich habe gesagt, ich hab auf jemanden gewartet und der ist nicht gekommen.

00:19:56: Ich glaube sein Weg hat eine Abzeugung genommen.

00:19:58: So Dinge halt die häufig vorkommen.

00:20:04: Schreiben ist ja glaub ich auch durchaus... Hat hat so viele Teile von Handwerk.

00:20:09: jetzt habe ich schon so ein Gespräch gehört dass dir die Dinge durchaus ja also sowie Eingebungen kommen?

00:20:15: Ist das so ne Mischung bei dir?

00:20:17: Nee es ist schon.

00:20:19: Es ist schon Handwerk in dem Sinn, dass ich mich hinsetzen muss eine lange Zeit.

00:20:25: Und dann kommt mit der Zeit immer was aber es ist nicht gesagt wann und es... Mich muss lange dafür sitzen und viele Versuche machen und irgendwas bleibt dann das Wert, es gesagt zu werden oder in das Lied zu fließen so ne?

00:20:42: Aber es ist schon ein Arbeit!

00:20:45: Aber eine schöne Arbeit, mach's gerne.

00:20:48: Als ich dich angeschrieben habe, hast du mir quasi geantwortet.

00:20:52: Ja das geht aber erst nach sechzehn Uhr weil ich bin gerade ich glaube dass es Schreibreise genannt

00:20:57: genau ja Das ist auch so.

00:20:58: ja Ich bin jetzt auf's keine Riffer und schreibe Und ich mache immer ersten Nachmittag mit dem Telefon an.

00:21:03: das heißt Du brauchst dann deine Ruhe.

00:21:05: wie muss ich mir das vorstellen?

00:21:06: das heißt du sitzt da auf einer spanischen Insel und Lässt den Blick in die Weite gehen mit Blatt Papier vor dir?

00:21:14: Ja Genau und ziemlich oft bleibt es eben auch leer oder Ich fülle es und bin nicht recht davon überzeugt.

00:21:22: Und dann steht total viel, dass was am Ende irgendwo landet sei es in einem Lied oder einem Gedicht das ist nur ein kleiner Bruchteil davon.

00:21:33: Wenn ich brauche aber diese Phasen, muss praktisch jetzt einen Monat hier und jeden Vormittag schreibe ich ihn?

00:21:40: Dann kann ich mir sicher sein, dass am Ende etwas dabei ist.

00:21:44: Aber ich könnte nicht sagen, morgen entsteht das.

00:21:47: Das wollen, das errichtet dann eine Wand und dann passiert gar nichts.

00:21:51: Es muss praktisch mehr so einer Art Gefäß sein für das Gute, dass da schwimmt und irgendwann kommt es rein wenn man nicht schaffe ist nicht zu verschrecken.

00:22:02: Bist du auch ein Beobachter?

00:22:04: Das heißt kann ich mir das so vorstellen, dass du vielleicht auch mal ein paar Stunden im Straßencafé sitzt und guckst was die Menschen machen?

00:22:13: Ja!

00:22:14: Möglich ist es, ich bin allerdings mehr in meiner inneren Welt und dann so mal büchern unterwegs vielleicht.

00:22:23: Und lass die Gedanken da kreisen und schauen was ... Schauen das Sprachspielen letztendlich nach Worten?

00:22:31: Die sich wiederholen auf verschiedene Arten Sinn machen und dann fängt so vielleicht eine kleine Geschichte an oder

00:22:39: so.

00:22:39: Hast du Vorbilder in der Musik oder auch in der Literatur?

00:22:45: Hm.

00:22:47: Ja, ich... also ich lasse mich schon inspirieren von den vielen Künstlern die auch allgemein hin bekannt sind wie zum Beispiel Lena Cohen.

00:23:00: Hör' ich sehr viel und sehr gerne das ist mir sehr nah Nick Cave auch von der Energie her bin ich das faszinierend vor allen Dingen.

00:23:09: Und ähm Auch so Kate Tempest

00:23:14: z.B.,

00:23:15: mehr ein zeitgenössische Künstlerin oder natürlich auch Dichter wie Rilke, Gottfried Ben eher schon ältere.

00:23:33: Wenn man so mit Sprache umgeht, dass ich war vor kurzem in einem Hotel in Bayern.

00:23:39: In der Nähe der ISA und dann hörte ich irgendwie junge Menschen sagen gehen wir fluss.

00:23:45: Und ich als etwas ältere Mensch zucke da doch einen Moment und denke schade Wir haben so eine schöne Sprache.

00:23:52: Warum machen wir das?

00:23:53: Tut ihr sowas auch weh?

00:23:54: Ja aber immerhin Fluss.

00:23:56: Ich meine aus allen Dingen die wir hätten hingehen können ist das macht das doch Hoffnung würde ich sagen

00:24:03: Na ja, aber wir haben so eine genaue Sprache.

00:24:05: Das heißt mit tollen Begrifflichkeiten.

00:24:09: Manchmal siehst du an jedem Wort immer genau was es meint.

00:24:15: Also bringt einem das Beispiel voll Macht ist ein tolles Wort weil es sagt genau das was es macht und das ist schon irgendwie

00:24:24: spannende

00:24:24: Sprache finde ich.

00:24:25: deswegen

00:24:26: auf jeden Fall

00:24:27: sollten wir auch mehr tun um sie hochzuhalten wenn du Wenn du schreibst ja, das heißt weißt du?

00:24:34: Das wird jetzt in Anführungszeichen nur ein Gedicht oder es wird ein Song.

00:24:40: Nee am Anfang weiß ich das meist nicht.

00:24:44: Es kommt von der Musik her, dass passiert auch manchmal.

00:24:47: Manchmal verheirate ich auch eine Musik mit einem Text oder mit einem text anfangen weil mir das irgendwie passend erscheint und die sind dann ab dann zusammen aber sind separat entstanden, ja eigentlich wie die Menschen auch.

00:25:04: Wenn manchmal können aber auch Texte so eine bestimmte Beschaffenheit haben dass sie sich mehr als Lied eignen kann ich schon beschreiben irgendwie vielleicht eher so wenn das immer auf das Eine wieder zurückkommt.

00:25:18: es wäre so ein klassisches Liedform.

00:25:19: das ist immer zum Verfahren zurückkommen oder sowas.

00:25:23: weißt du wie ich auf dich aufmerksam geworden bin?

00:25:25: Nee

00:25:27: Ich bin tatsächlich durch deine aktive Online-Werbung auf dich aufmerksam geworden für dein Gedicht-Abo.

00:25:36: Und ich fand diese Idee so faszinierend und du hast da auch wirklich sehr ansprechende schöne Videos mit natürlich tollen Texten gemacht, die sehr ansprechend sind.

00:25:48: Das heißt, du hast echt eine Menge von Menschen den schickst du jeden Monat post?

00:25:53: Ja in diesem Jahr sind es tausend achthundertwichtig!

00:25:57: Ja, das ist also echt viel mehr als es je war und genau.

00:26:02: Das mache ich allerdings schon seit zweitausendfünfzehn.

00:26:05: Dann ist durch irgendeine Fügung den Social Media jetzt ausgespielt worden?

00:26:10: Und du entscheidest dann jeden Monat welchen Text nehme ich jetzt und schicke das quasi den Menschen die sich entschlossen haben dieses Abo abzuschließen?

00:26:19: Genau!

00:26:20: Ich habe sozusagen eine Handvoll Texte in der Hinterhand damit es mich nicht eragt, die hier entstehen auf Tenrefa.

00:26:27: Und dann im Jahr kommen natürlich noch welche dazu.

00:26:30: und genau einmal am Monat entscheide ich mich dann zusammen mit der Andrea Dezver, die die Grafik macht von diesem Abo – das ist ja so gestaltet – und wir schauen dann irgendwie was gerade in der Luft liegt Und machen da dann ein Paket raus aus dem Gedicht, einem Brief dazu.

00:26:49: Ich schreibe dann mal so ein paar Gedanken und auch Musik ist oft verlinkt.

00:26:52: per QR-Code oder manchmal auch Gedichtsvertonung ist es auch so ein bisschen unterschiedlich was gerade passt.

00:26:58: Gleich geht's weiter im Gespräch mit Max Prosa.

00:27:02: Max Proser ist mein Gesprächspartner, er ist Singer Songwriter, er isst Dichter und er hat einen Gedichtabot dass man immer Ende des Jahres buchen kann und dann kriegt man jeden Monat ein Gedicht.

00:27:14: Erstmal Gesprächspartner.

00:27:15: Hast du da Feedback?

00:27:17: Das würde mich mal interessieren, was ... Oh ja!

00:27:20: Okay... Ja

00:27:20: also die Leute es ist verrückt viele schreiben eben das es so gut in ihr Leben passt.

00:27:25: Dass es wie die Faust aufs Auge gepackert.

00:27:27: oder schreiben sie mir.

00:27:28: Es ist gerade das passiert und dann kam dein Gedicht genau zu dem Thema oder so.

00:27:32: Es sind manchmal solche Sachen und für viele ist es wirklich auch.

00:27:38: ich würde sagen wir leben in der Zeit wo ein großer Durst herrscht nach Beseelten-Ding.

00:27:45: Es gibt massig viel von allem, es gibt einen großen Überfluss und alles ist so nämlich billig!

00:27:51: Aber das was wirklich zur Seele spricht... Das ist selten geworden und auch gar nicht so einfach zu erzeugen in so einem Leben.

00:27:58: Man kann's nicht einfach erzeugend damit, dass man eine Konzertkabel kaufst und dann da hingeht, sondern dass es wirklich zu einem spricht, das ist selte geworden.

00:28:05: Und ich würde sagen, dass diese Briefe das schaffen und in vieler Hinsicht ist es nicht so.

00:28:11: natürlich man kriegt zwölf Briefe, nicht alle zwölfen werden zu einem sprechen aber vielleicht vier oder fünf werden irgendwas auslösen was einen da in dir zu sich selbst bringt und in die Seele hinein.

00:28:22: Und das ist die Kraft dieses Abos.

00:28:25: Das ist ja manchmal so im Leben dass ich kann es mir wieder sagen so manchmal so Kleinigkeiten wo ich in irgendeiner Veranstaltung war und habe mich zwei Stunden gelangen weil aber am Schluss Ist irgendwas passiert, wo ich sage wow.

00:28:38: Da war am Schluss ... Wann zwei Minuten?

00:28:40: Deswegen war es gut, dass sich da war!

00:28:43: Und das kann man halt einfach nur durch ... Wie gesagt, kann ich noch mal im Mutigen einfach experimentieren neue Sachen ausprobieren die man auch nicht kennt.

00:28:51: Ich meine das Schlimmste was passiert ist Man hat vielleicht einen nicht so tollen Abend Aber mein Gott den hat man von Netflix und Co wahrscheinlich auch.

00:29:02: Würde ich mal sagen Kann ich auch einen schlechten Abend haben wenn ich das falsche gewählt habe?

00:29:05: Auf jeden Fall.

00:29:08: Ja, sehr spannend!

00:29:09: Das heißt du bist heute dann mit deinem Gedicht-Abo das haben wir gerade erwähnt?

00:29:13: Das wird dann immer geschlossen und das heißt wer es jetzt verpasst hat der muss halt auch wieder warten.

00:29:17: oder wie geht das?

00:29:19: Genau ja man kann immer nur von Oktober bis Dezember dabei sein fürs Jahr drauf und ich würde eigentlich seit vielen Jahren immer mal ein Jahr Pause machen.

00:29:27: aber immer dann überzeugen mich die Leute ist doch noch weiter zu machen.

00:29:33: Insofern mal sehen, vielleicht kommt das irgendwann auch mal ein Pausenjahr.

00:29:35: Aber es kann auch gut sein dass es in dem Jahr zwanzig also dann wieder eins geben wird.

00:29:41: Sind das mehr Frauen oder mehr Männer?

00:29:44: Ich glaube bisschen mehr Frauen sind's!

00:29:45: Okay, hätte ich jetzt auch was vermutet.

00:29:48: und mit der Musik bist du unterwegs im März auch in Frankfurt Was erwartet... Also wenn ich da hinkomme, was erwartet mich?

00:29:57: Da bin ich mit meiner Band.

00:29:59: Ich bin seit vielen Jahren jetzt das erste Mal wieder mit Band unterwegs Und es ist aber immer eine Mischung, es werden auch Gedichte vorkommen und auch Lieder zur Gitarre.

00:30:10: Aber eben auch die Wucht sind die Möglichkeit, die Energie von so einem Text durch ne Band zu unterstreichen.

00:30:19: Ich habe auf viele gerade Lieder aus meiner frühen Zeit wieder ausgepackt wo ich eben auch so Texte einfach aus dem Buch lese und diese Band spielt dazu natürlich die Lieder vom neuen Album ist ja die Tour zu diesem Album der Garten.

00:30:32: Das kommt im Februar raus, Aprilzehnte.

00:30:35: Das kann man sich mal anhören.

00:30:36: genau da wird ein Fokus drauf liegen und die Leute sind auch immer eingeladen bei meinen Konzerten selber was auf Zettel zu schreiben und es in einen Kasten zu tun und das fließt dann auch immer ein in das Konzert.

00:30:50: also oft sind das Liedwinsche manchmal sind aber auch Geschichten wie sie hergekommen sind oder was sie gerade bewegt Und auf diese Geschichten antworte ich dann mit einem Lied oder einem Gedicht, was ich spontan entscheide.

00:31:03: So ist es praktisch auch etwas Lebendiges da drinnen, das ich immer ganz wichtig finde für dieser Abende.

00:31:10: Das heißt also so eine Black Box für dich?

00:31:11: Weil du weißt ja nicht, was da drin ist, ne?

00:31:13: Genau!

00:31:14: Ich weiß es nicht genau.

00:31:15: Okay.

00:31:16: Ja.

00:31:17: Die steht dann einfach da in der Pause und handelschreiben... Das erste Mal, als ich gemacht habe, hatte ich Sorge, hab gedacht niemand schreibt Was wird dann?

00:31:25: weinig öffnet diesen kasten und ist das nicht zu?

00:31:27: aber es ist tatsächlich ganz ein gegenteil so, dass immer mindestens fünfzig bis hundert briefert und ich kann die gar nicht alle lesen.

00:31:34: Aber ich suche dann so ein bisschen raus nach augen maß und schriftbild oder was mir dringlich erscheint und lehst das dann her.

00:31:43: Auch das letztendlich ist es so ein bisschen wie Lieder selbst, weil die Themen, die die Menschen dann bewegen.

00:31:48: Was sie da aufschreiben bewegt auch wieder alle in dem Saal und plötzlich hat man dieses magische Gefühl in einem Boot zu sein und verbunden zu sein.

00:31:57: Und eben ganz anders als was uns die Nachrichten und der Rest der Welt häufig vor ... dass es diese Gräben gibt, das sind alle das gleiche Bewegte.

00:32:08: Naja ich glaube tatsächlich es lohnt sich oft auch mal so die diese Nachrichten im Fernsehen einfach zu ignorieren und ganz wegzumachen weil man verpasst nichts!

00:32:18: Das ist heute definitiv also... Ich schaue schon lange keine TV-Nachrichten mehr und ich verpasse definitiv nichts.

00:32:24: Es erreicht dich alles auf irgendeinem Weg Und ob du nun eine schlechte Nachricht ein Tag früher oder später bekommst, ich glaube es ist eher besser.

00:32:32: Du bekommest sie später, weil solange du nicht direkt betroffen bist, ist das eh egal und es macht tatsächlich was mit der Stimmung und ich glaube... Das ist vielleicht auch dein Beruf so ein bisschen mitbringt.

00:32:45: wir müssen halt wieder schauen dass wir zusammenkommen und vielleicht auch mehr miteinander reden selbst wenn völlig unterschiedlicher Meinung sind.

00:32:57: Solange diese Meinung irgendwie in einem normalen Spektrum ist, sag ich mal, nicht extrem einfach mal zuhören und mal überlegen wie kommt jemand vielleicht zu dieser Position?

00:33:13: Und ich glaube dann ist vieles gewonnen und dann läuft es auch glaub ich in der Gesellschaft besser.

00:33:23: Also politisch sind diese Zettel zumindest auf den Konzerten häufig nicht, sondern so persönlich einfach und das ist auch ganz gut für das was es dort ist.

00:33:36: Weil wie überwindet das andere wieder?

00:33:41: Ja, aber jetzt mal ganz ehrlich.

00:33:43: Ich glaube wir überschätzen oft auch diese Politik weil wenn man jetzt überlegt wie viele unterschiedliche Regierungen wir in den letzten fünfzehn Jahren hatten was hat sich dann wirklich am Leben verändert?

00:33:57: Also ich glaube das sind Dinge die wir zum Teil gar nicht beeinflussen können und ich glaube wir sollten uns... also ich wohne in so einem kleinen Dorf und ich sag Wir sollten uns das Leben schön machen Und ich glaube, das ist viel wertvoller und vielleicht auch ein Abend bei dir.

00:34:14: Ja!

00:34:16: Genau.

00:34:16: Gleich geht es weiter im Gespräch mit Max Prosa.

00:34:20: Max Proser heute hier zu Gast.

00:34:22: Er ist mein Gesprächspartner, er ist Singer-Songwriter, er isst Dichter.

00:34:27: Die deutsche Sprache ist bei dir gesetzt?

00:34:29: Weil du hast ja Rolling Stones oder du hast jetzt viele englischsprachige Künstler als Vorbilder genannt?

00:34:34: Naja, ich bin der Meinung dass also diese Arbeit mit der Sprache... Das ist eine sehr feine Arbeit wo auch man die feinsten Werkzeuge, die man hat für diese Arbeit und die Schärfsten.

00:34:45: Und das ist natürlich die Muttersprache.

00:34:47: So den Gewicht von jedem Wort zu kennen... Das sind sehr schweren anderen Sprachen und das ist für poetische Arbeit notwendig!

00:34:56: Da gibt es so viele andere Gute, die das aufmachen und dann viel besser können weil sie die schärferen Werkzeige haben.

00:35:03: aber deswegen versuche ich mich jetzt gar nicht erst daran weil es gibt hier sozusagen genug zu tun und es ist gut, dass wir die deutsche Sprache gibt.

00:35:14: Weil auch beim Hören ist das ja so, dass es tiefer reingeht in dieser Muttersprache.

00:35:20: Und so mache ich das gerne für die Menschen hier her.

00:35:23: Ja, und ich habe eher hohen Respekt vor Menschen, die mit der deutschen Sprache umgehen können und tolle Texte schreiben, weil nicht ganz die weiche Sprache... ...und es dann trotzdem hinzubekommen, das ist halt Kunst!

00:35:38: Sie hat aber auch viele schöne, sehr viele schöne Seiten und also ich liebe diese Sprache sehr wahrscheinlich auch weil ich sie so gut kenne.

00:35:46: Und so gewohnt bin an sie gewöhnt.

00:35:48: das ist her was Liebe macht

00:35:51: als Künstler heute, es sind so viele Sachen weggefallen.

00:35:54: Das heißt, früher war ein Plattenvertrag richtig wertvoll.

00:35:59: Heute ist es zwar okay das zu haben aber ich glaube sowas was ich Spotify und

00:36:03: Co.,

00:36:04: das sind jetzt nicht die Dinger mit denen du gut leben könntest alleine?

00:36:08: Nee deswegen habe ich ja das Gedichtarbo.

00:36:11: da bin ich auch sehr froh über diese Erfindung.

00:36:13: So bin ich letztendlich unabhängig von Spotify und eigentlich auf dieser ganzen Musikseite von dem was ich tue.

00:36:22: Aber natürlich, es kam ja alles daher und ich mach's trotzdem gern und ich mag auch dass ich mit anderen zusammenspiele dabei und das gemeinsam unterwegs sein.

00:36:34: Deswegen will ich das nicht missen aber ich schätze mich glücklich nicht davon abhängig sein zu müssen.

00:36:41: Also ein bisschen Schade, aber ich glaube so im musikalischen Bereich ist dann halt das Konzert heute das was noch irgendwie wahrscheinlich wirtschaftlich sinnvoll ist?

00:36:49: Ja!

00:36:49: Das ändert sich aber auch.

00:36:51: Es ist alles andere als einfach geworden, jetzt mittlerweile das zu machen.

00:36:55: Es hat sich verändert die Kosten sind dafür sehr gestiegen und es ist kein Selbstläufer auf Tour zu gehen.

00:37:07: Nein, das ist halt immer der Blick.

00:37:08: Es sieht so schön aus, alles mit Bühne und wenn die Sachen irgendwie auch gehört werden.

00:37:12: Aber letztendlich muss natürlich wenn eine Band dabei ist ich meine die wollen ja auch Geld

00:37:18: Genau, genau und natürlich sind auch nicht alle Bilder die man so sieht auf Instagram.

00:37:22: Die sind dann also nicht alle Konzerte sind längst dann so gut besucht wie die die dann da gezeigt werden.

00:37:32: Da reichen manchmal schon eins oder zwei von denen und das zieht dann die ganze Kalkulation wieder ins Gen.

00:37:40: Null oder sogar schlimmer als negativ.

00:37:45: Wie war denn diese Corona-Zeit für dich?

00:37:49: Eigentlich gar nicht so schlecht, weil das Gedicht-Abo hat ja weiter existiert.

00:37:53: Das gab es ja damals schon und ist sogar noch wichtiger geworden für Menschen, weil es eben was war, was von draußen rein kamen und viele haben sich da alleine gefühlt oder irgendwie haben das so als Sehennahrung gebraucht und gemocht und sich daran gewöhnt.

00:38:10: und ich würde sagen dass es mich nicht.

00:38:14: Auch deswegen, weil ich nicht von den Konzerten abhängen und von der Musik hat es mich nicht so beeinträchtigt oder ich hatte es nicht schwer finanziell.

00:38:22: Gibt es ein Ziel?

00:38:24: Ein Wunsch was du noch erreichen möchtest?

00:38:26: Die sind ja so inhaltlicher Art.

00:38:30: Ich habe gerade ein neues Lied.

00:38:31: da kommt ein Zeichen bevor er auf dem Sand zeichnet eine Brücke und auf dieser Brücke gehen dann die ersten Tiere.

00:38:43: Und er eben auch, und er sitzt in einer Insel im Ozean und diese Brücke soll auf das Festland.

00:38:49: Es dauert aber unendig und einig ist er in seinem Leben gar nicht in der Lage was fertig zu machen.

00:38:54: Er macht trotzdem weiter.

00:38:56: Hype heißt es weil er auf dem Wunder hofft und Hype weil er gar nichts anderes kann.

00:39:02: Ganz interessant, weil sich dieses Lied manchmal merke ich das in dem Moment selber nicht, aber dann habe ich mich auch darin gesehen hier eben auf dieser Insel sein.

00:39:11: Genau und ich mache gerne an dieser Brücke weiter und schau mal wohin sie mich dann trägt!

00:39:17: Wenn man solche eigenen Geschichten-Welten kreiert wie testest du?

00:39:21: Das spielst du irgendwie in einem engeren Kreis vor oder wagst du dich gleich auf die Bühne?

00:39:28: Ich hab schon ein paar Mal gespielt im engeren Kreis.

00:39:31: bevor ich es auf die bühne bringe Kommt so ein bisschen drauf an, was es ist.

00:39:35: Ich bin damit auch immer gerne forscht und warte nicht erst bis das Album raus ist sondern probier's hier und da mal vorher aus.

00:39:44: Bist

00:39:44: du heute glücklich dass das mit dem Physikprofessor nicht funktioniert hat?

00:39:50: Oh ja, ich

00:39:52: finde das mit einer der schönsten Stellen die am Anfang im Gespräch genannt worden sind.

00:39:56: Ich habe es tatsächlich noch nie gehört.

00:39:57: insofern ist es irgendwie ein witziges Bild und ich bin ganz froh dass ich hier entdeckt habe.

00:40:03: Hast du irgendwie so zum Abschluss unseres Gespräches?

00:40:06: Hast Du einen Text für uns?

00:40:08: Ein Text... Warte mal!

00:40:12: Weil das ist das was mich schon beeindruckt hat.

00:40:14: also wenn du so So zwei, drei Zeilen in den Videos sagst.

00:40:17: Fand ich das schon sehr, selber eindruckend und würde es gerne auch hier zeigen.

00:40:23: Ja, ja, ich habe... Also im recht aktueller Text da geht's... Der kam eigentlich so auf im Zuge dieses ganzen... Dass wieder die Wehrpflicht kommen sollte!

00:40:38: Und der heißt...

00:40:40: Finde ich ein sehr passender Text in diese Zeit und da kann man sich nicht genügend mit auseinandersetzen.

00:40:46: Ja, ja.

00:40:51: Ich weiß nicht wie das geht!

00:40:54: Und wenn wieder ein Krieg kommt?

00:40:57: Wenn es sich doch so dreht und jemand soll mein Feind sein... ...ich weiß nicht, wie dasgeht.

00:41:05: Was soll ich bitte machen, wenn der dann vor mir

00:41:09: steht?!

00:41:11: Ich glaube, ich müsste lachen!

00:41:14: Ich habe es ja nie erlebt, weil es nur dass wenn das ernst wird auch schnell Humor entsteht.

00:41:22: Dann noch in Uniform da wäre's für mich zu spät.

00:41:28: ich finde das ur komisch Dass man dann da so steht.

00:41:35: was soll der jetzt mein feind sein?

00:41:38: Ich sehe es nicht Was ihr seht und wenn man mich dafür auch unwissend Begräbt Bleibe ich unbelehrbar.

00:41:52: Ich weiß nicht, wie das

00:41:53: geht.".

00:41:55: Ja sehr beeindruckende Worte!

00:41:56: Danke dafür und es zeigt nochmal sehr schön auch diesen Spagat dass du sagst du lebst natürlich auch für deine Welten die du da schaffst aber das steht immer ein Fuß dann in der Realität nur?

00:42:10: Ja ja das ist total wichtig immer dabei zu haben.

00:42:16: Sonst, ich denke auch dass die Dichte aller Zeiten eigentlich auch Übersetzer waren für universelle Wahrheit, die auch in vielen anderen alten Schriften steht aber für diese Zeit hier nicht mehr so leicht zu greifen ist und diese müssen immer wieder neu ins jetzt geholt werden von den Dichtern dieser Zeiten damit sie wieder fühlbar werden und vielleicht irgendwann dann auch einfließen können in das tatsächliche Leben der Menschen.

00:42:44: Wer sich jetzt für Max Prusa interessiert, es gibt die Webseite.

00:42:48: Wo findet man dich noch?

00:42:50: Auf den klassischen Social Media Plattformen gibt's Accounts wo immer mal Videos kommen und manchmal auch genau breche ich einfach so über das was gerade passiert, manchmal sind es Gedichte oder so auf Facebook zum Beispiel oder Instagram.

00:43:06: dann natürlich auf Tour am besten.

00:43:08: ja da ist jetzt im Frühjahr ein und im November gehen wir auch nochmal weiter auf Tour.

00:43:14: Das sind die Möglichkeiten.

00:43:15: Einfach Max Prosa mit dem Namen suchen, man wird ganz schnell fündig!

00:43:19: Ich danke dir für deine Zeit, ich danke dafür dass du während deiner Schreibzeit dir die Zeit genommen hast mit mir zu sprechen.

00:43:27: Danke

00:43:29: schön!

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