800 Tage unterwegs: Pascal Eckert im Sonntagstalk
Shownotes
Über 800 Tage unterwegs, mehr als 30 Länder durchquert – und immer noch nicht am Ziel: Im Sonntagstalk spreche ich mit Pascal Eckert aus Mainz, der sich mit dem Fahrrad auf den Weg nach Neuseeland gemacht hat.
Was als große Reise begann, ist längst zu einem Lebensentwurf geworden. Wir sprechen über körperliche Grenzerfahrungen, mentale Tiefpunkte und den Moment, in dem aus „unterwegs sein“ plötzlich „Leben“ wird. Es geht um das Auseinandergehen von Reisepartnern, um Einsamkeit und Freiheit, um Wüsten, Berge, Hitze, Krankheit – und um unglaubliche Gastfreundschaft fernab unserer westlichen Komfortzone.
Pascal erzählt, warum Menschen, die wenig haben, oft am meisten geben. Warum ein Zelt mehr über Beziehungen verrät als jedes Wohnzimmer. Und warum das Zurückkommen manchmal schwieriger ist als das Losfahren.
Ein ehrliches, intensives und inspirierendes Gespräch über Mut, Menschlichkeit und die Frage, was wirklich zählt, wenn man monatelang nur mit dem lebt, was auf ein Fahrrad passt.
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00:00:00: Pascal Eckert ist vor über achthundert Tagen aufgebrochen aus der Region mit dem Fahrrad nach Neuseeland.
00:00:07: Aus gesundheitlichen Gründen hat er jetzt ein Weihnachtsurlaub gemacht und darüber spreche ich mit ihm.
00:00:14: Lass uns ganz schnell einordnen.
00:00:16: Also in Mainz geboren, in Mainz aufgewachsen.
00:00:18: Ich weiß nicht, was hast du beruflich gemacht?
00:00:20: Ich habe am Anfang eine Ausbildung gemacht als Zweiradmechaniker.
00:00:23: Später Weiterbildung, Zweiradmeister mit Maschinenbaustudium hinten drauf.
00:00:29: und dann letztendlich vor der Reise fünf Jahre in der Fahrradbranche dann schon gearbeitet.
00:00:35: Okay, das heißt die Liebe zum Fahrrad, die ist definitiv schon spürbar.
00:00:39: Wir haben vor, ich weiß gar nicht, wann haben wir gesprochen?
00:00:42: Tage weiß ich nicht.
00:00:44: Ich kann dir sagen, es ist achthundertfünfundsiebzig Tage her, dass ich in Deutschland war.
00:00:49: Wann wir gesprochen haben, mehr wie zweieinhalb Jahre, relativ nah an dem Abreisedatum.
00:00:55: Also ich weiß, ihr wart gerade, ihr wart ja am Anfang, da kommen wir dann auch gleich drauf zu zweit.
00:00:59: und ich weiß, du hattest, glaube ich, deinen Hausstand schon irgendwie halbwegs eingelagert und dein Partner damals, der konnte sich von Dingen noch nicht trennen.
00:01:06: Ja, richtig.
00:01:07: Aber es
00:01:07: war kurz davor.
00:01:08: Das heißt, ihr seid aufgebrochen zu einer Fahrradreise von Mainz nach Neuseeland.
00:01:16: So kann man es kurz beschreiben.
00:01:18: Und ihr wart zu zweit, ihr wart ein Team und vielleicht fangen wir so auch an.
00:01:22: Das heißt, während der Fahrt merkt man dann Dinge, die dann einfach, die man sich vorher irgendwie romantisch irgendwie dargestellt hat, dass sie nicht funktionieren.
00:01:31: Ja, tatsächlich.
00:01:31: Also Sascha und ich sind ja damals zusammen aufgebrochen.
00:01:38: und ich will jetzt nicht sagen, wir haben das schnell gemerkt, ist natürlich auch was ich hier darstelle, muss ich auch dazu sagen, ist eine einseitige Sichtweise, auch wenn wir viel darüber gesprochen haben, aber das ist natürlich meine Sichtweise der Dinge, er hat vielleicht ein bisschen andere.
00:01:50: und auch da, wir sind nach wie vor super Freunde und auch immer noch im Kontakt fast wöchentlich im Austausch, aber wir haben gemerkt, dass unsere Vorstellungen sich anders entwickelt haben auf der Reise, was wollen wir von der Reise, was erwarten wir von der Reise, Und ich glaube auch, es ist fair genug zu sagen, dass das Medium-Fahrrad als Reisetüb für Sascha dann irgendwann einfach auch nicht mehr gepasst hat.
00:02:13: Also wir hatten körperlich ganz andere Herangehensweise und auch einen anderen Status, was unsere körperliche Fitness und so angeht.
00:02:22: Die hat sich natürlich aufgebaut bei ihm auf der Reise.
00:02:25: Aber wir waren immer relativ weit auseinander.
00:02:28: Ich wollte weiterfahren, ich wollte mehr in die Berge, ich wollte... auch vielleicht diese anstrengung ein stückweit haben und er hat er versucht so sagen wir ein stückweit den leichteren weg zu gehen wenn es denn möglich war und dann haben wir ja über vier fünf Monate waren es bis Ende zwanzig drei zwanzig haben wir dann schon gemerkt okay das ist nicht ganz So einfach für uns beide.
00:02:52: Wir haben aber auch Fehler gemacht, muss man fairerweise dazu sagen.
00:02:54: Wir haben uns vorher drüber lustig gemacht, über Leute, die zwei Zelte genommen haben, die ähnliche Projekte gemacht haben wie wir, obwohl wir gedacht haben, warum zwei Zelte?
00:03:02: Seid ihr doof?
00:03:03: Kannste einzelt, reicht doch.
00:03:05: Ja, ich kann dir sagen.
00:03:07: Wir waren relativ schnell, während wir froh gewesen, zwei Zelte zu haben.
00:03:11: Also ich kann mich sehr gut an die Gesprächssituationen damals erinnern, als wir hier zusammengesprochen haben.
00:03:16: Und ich muss ganz ehrlich sagen, ich hatte auch mal eine Zweifel.
00:03:20: Tatsächlich haben das viele Leute, viele Außenstehende mir im Nachhinein gesagt.
00:03:24: Ich denke aber, das ist gar nicht, es ist immer einfacher.
00:03:27: Es ist immer einfacher, wenn man nicht in der Situation ist, wenn man nicht die Belastung hat.
00:03:31: Ihr seid natürlich, wobei das kein Ausschlusskriterium ist, so was kann gut funktionieren, aber ihr seid natürlich schon in die unterschiedliche Typen gewesen.
00:03:38: Also du warst, glaube ich, der, der durchaus schon vorbereitet war, auch mental eigentlich in der Situation richtig drin steckt und Sascha hat halt, glaube ich, mehr auf dieses Abenteuer gesetzt, das da irgendwie auf ihn zukommt.
00:03:49: Aber ich sag mal, ein Abenteuer muss halt, wenn es gut ausgehen soll, halt auch geplant werden.
00:03:53: ein Stück weit auch geplant werden ja mittlerweile.
00:03:56: nach wie vor gibt es eine gewisse planung.
00:03:58: selbstverständlich musst du ja auch haben irgendwie grob aber die tage sind dann auch über die reise hinaus haben sich ganz anders gestaltet als die planung war ist ja auch vollkommen okay.
00:04:08: du kannst ja trotzdem ein plan haben der dann anders sich einfach umsetzt.
00:04:13: aber ich glaube in groben plan brauchst du nach wie vor weil ansonsten bist du einfach planlos halt völligst irgendwie
00:04:20: Aber wirklich so einfach...
00:04:21: In der Welt unterwegs, ne?
00:04:22: Wenn ich
00:04:22: das jetzt so höre, natürlich, man denkt erstmal, so ein Zelt ist kein geschlossener Raum, aber ist es dann halt dann doch irgendwie, ne?
00:04:29: Ja, zumal wenn du einfach, auf dem Fahrrad ein bisschen für dich, aber du bist ja trotzdem immer irgendwie zusammen, du stimmst einfach jede Kleinigkeit miteinander ab.
00:04:40: Und dann hast du halt auch diese Situation, dass du nachts immer, wir hatten ein Zelt für drei Mann, weil wir schon gedacht haben, okay, da haben wir ein bisschen mehr Platz, aber du bist halt immer in diesem... geschlossenen, sehr engen Raum direkt aufeinander.
00:04:52: Wenn einer nachts wach wird und raus muss zum Pinkeln, dann ist der andere auch automatisch wach.
00:04:56: Wenn dich dreimal rumdrehst oder schnarchst oder egal was, also der Raum ist sehr eng.
00:05:02: Es halten ja viele Ehen schon nicht aus.
00:05:05: Ich sag mal, da kann man sich noch ein bisschen aus dem Weg gehen.
00:05:07: Vielleicht, da geht dann einer mal auf die Couch oder so.
00:05:10: Das konnten wir halt nicht.
00:05:11: Also da wart ihr?
00:05:12: Oder das hast du ja oft.
00:05:13: Also um es vielleicht in ein einfaches Bild zu bringen, ich kenne es von ganz vielen Menschen, die total gut befreundet waren, bis sie in eine WG gezogen sind.
00:05:21: Zum Beispiel, ja.
00:05:22: Weil dann merkst du halt, vierundzwanzig Stunden, ach guck mal, die Macke, die Macke, die Macke und entweder hast du eine hohe Toleranzdichte oder irgendwann Kracht.
00:05:30: Ja.
00:05:30: Ja.
00:05:31: Aber ihr seid friedlich dann irgendwann auseinander?
00:05:33: Ja,
00:05:33: wir haben uns friedlich getrennt.
00:05:35: Ich meine, da haben noch mehr Faktoren eine Rolle gespielt, die ich jetzt hier nicht alle ausrollen will, weil das auch dann ein Stück weit in Sascha's Privatschere halt einfach reingeht.
00:05:41: Okay.
00:05:42: Aber wir haben uns friedlich getrennt.
00:05:43: Es kam fast schon auf einem natürlichen Weg.
00:05:46: Wir haben Weihnachten und Silvester, der ist dann auf den Istambul zusammen verbracht.
00:05:51: Danach war Sascha sehr krank.
00:05:53: Vermutlich Corona, genau wissen wir es nicht, aber er konnte auf jeden Fall nicht weiterfahren.
00:05:57: Und ich musste weiter, weil meine Eltern das erste Mal mich dort zu besuchen kam im Süden, in der Türkei, in Antalya.
00:06:03: Und da haben wir uns dann quasi auf Notwendigkeit getrennt und haben gesagt, gut, wir sehen uns dann, keine Ahnung, in zwei Wochen wieder.
00:06:09: Du kommst vielleicht dann mit dem Bus hinterhergefahren oder wie auch immer.
00:06:12: Und dann hat sich das alles ein bisschen anders gestaltet.
00:06:14: Der ist mit einem anderen deutschen Fahrradfahrer erst mal weiter gereist.
00:06:17: Und dann bin ich nochmal ein Stück zurückgefahren, ihm entgegen, bis ich unsere Wege wieder... gekreuzt haben, war dann schon fast ein Monat vergangen und in der Phase haben wir, glaube ich, beide gemerkt, wir sind besser dran alleine.
00:06:28: Also, mehr oder weniger haben wir zeitgleich ausgesprochen.
00:06:32: Hey, ich möchte alleine weiterreißen.
00:06:34: Okay.
00:06:34: Ja, und dann war das auch okay.
00:06:36: Wir haben einen fairen Cut gemacht.
00:06:38: Wir hatten ja zum Beispiel auch ein Gemeinschaftskonto, was erst mal wahrscheinlich für viele ungewöhnlich klingt.
00:06:43: Aber wir haben das schon sehr hart aufgezogen oder wir haben das schon sehr ernst.
00:06:50: sehr ernst, trifft es wahrscheinlich besser aufgezogen.
00:06:53: und wir haben dann Ferien-Cut gemacht, wir haben alle unsere Sachen aufgeteilt, ein paar Sachen mussten wir uns dann natürlich neu organisieren, jeder hat dann sein eigenes Zelt eben bekommen und so weiter und dann war das aber vollkommen okay.
00:07:03: Na ja, gut, ist eine Unternehmung.
00:07:04: Unternehmung läuft auch auf einem Konto.
00:07:05: Genau.
00:07:06: Also insofern passt das alles.
00:07:08: So, also Istanbul.
00:07:09: Seid ihr zusammengefahren?
00:07:10: Das hört sich für mich jetzt, obwohl das wahrscheinlich auch viele Höhenmeter und sonst was alles waren, das hört sich für mich jetzt noch irgendwie alles so im denkbaren Bereich an.
00:07:19: Aber dann geht ja die Tour.
00:07:21: Dann wurde es eigentlich erst richtig spannend so ab, weil dann Europa auch verlassen mit Istanbul ja auch und dann Richtung Zentralasien, da wurde es eigentlich erst knusprig.
00:07:33: Gleich geht es weiter im Gespräch mit Pascal Eckert.
00:07:36: Pascal Eckert ist mein Gesprächspartner.
00:07:38: Er will mit dem Fahrrad von Mainz nach Neuseeland fahren.
00:07:42: Durch eine Erkrankung in Vietnam hat er einen Weihnachtsurlaub gemacht und deswegen können wir bei die Tour bis jetzt sprechen.
00:07:49: Wir haben natürlich heute die digitale Technik.
00:07:51: Das heißt, du kannst auf einer auf einer Googlekarte oder sowas.
00:07:54: Du kannst immer nachgucken, wo bin ich.
00:07:55: Du kannst es dir übersetzen lassen.
00:07:57: Aber so rein die Orientierung fängt doch schon im asiatischen Bereich.
00:08:00: Wenn ich auf einer Straße unterwegs bin schon an, schwierig zu werden.
00:08:04: Ich kann ja nichts lesen ohne weiteres.
00:08:05: Nein,
00:08:06: du kannst natürlich, rein von den Straßenschildern und so weiter, kannst du das meiste nicht mehr lesen.
00:08:11: Hier und da gibt's mal was in Englisch, aber das meiste kannst du da schon nicht mehr lesen.
00:08:15: Ich feier auch nach wie vor, ich plan meine Routen immer noch mit Komot, mit einer App und lad die dann auf mein GPS, worüber ich dann so ein bisschen navigier, aber auch das ist mittlerweile alles relativ flexibel geworden.
00:08:27: Das GPS habe ich eigentlich hauptsächlich damit ich das Handy nicht benutzen muss, weil der Akku einfach... knappe Woche hält, ohne es aufzuladen.
00:08:34: Und dann muss ich nicht mit meinem Handy navigieren.
00:08:36: Na gut, und das ist natürlich, ich meine, du bist ja raus aus der Welt.
00:08:39: Und diese Dinger sind ja nicht dafür geeignet, dass wir raus aus der Welt sind.
00:08:43: Das heißt, wenn man einfach nur einen Messenger-Dienst aufhat.
00:08:47: Ja, ist dann doch immer neugierig reinzugucken, oder?
00:08:50: Ja, ja
00:08:50: klar.
00:08:50: Oh, weil das ja auch gar nicht das Thema ist, was ich jetzt auf der Reise bin.
00:08:53: Du bist eigentlich immer nach wie vor connected.
00:08:56: Ich habe das jetzt, als ich auch so eine Routine entwickelt, dass ich mir in jedem Land, dass ich kommende SIM-Karte hol, also meistens eine physische SIM-Karte, auch da hast du ja mittlerweile mit E-SIM und so alle Möglichkeiten der Welt.
00:09:07: Aber für mich sind die physischen SIM-Karten einfach ein bisschen günstiger.
00:09:11: Und dann bist du so wie hier in Deutschland oder... besser
00:09:15: vernetzt.
00:09:16: Meistens besser.
00:09:17: Das ist leider,
00:09:19: muss man
00:09:19: immer wieder sagen, dass wir glaube ich unser unser Eigenbild schärfen sollten.
00:09:24: Wir sind irgendwie nicht mehr in den neunziger Jahren, sondern wir sind tatsächlich abgehängt und müssen glaube ich ganz ganz ganz dringend hier in diesem Land den Anschluss an die Welt schaffen.
00:09:34: Also es ist umgekehrt.
00:09:35: Also finanziell plus Netzabdeckung und so weiter.
00:09:39: Wenn ich dir jetzt sage, dass ich für, keine Ahnung, anlimited Datenvolumen einen Monat in Vietnam vier Euro bezahle und dann habe ich in ninety-fünf Prozent der Fälle oder noch mehr fünf G.
00:09:49: Ich kenne das nur aus Rumänien, Spanien, überall, wo ich Leute kenne.
00:09:53: Die haben die bessere Anbindung, die höhere Geschwindigkeit, die bessere Verfügbarkeit bis ins kleinste Dorf, wo wir noch diskutieren, wie wir die weißen Flecken wegkriegen.
00:10:01: Genau, wie wir die Netzabdeckung überhaupt mal auf hundert Prozent
00:10:03: bekommen.
00:10:04: Verrückt
00:10:04: eigentlich.
00:10:06: So, jetzt ist, wenn man Acht Stunden alleine mit dem Fahrrad oder zehn Stunden.
00:10:11: Ich weiß ja gar nicht, was du für eine Leistung da täglich machst, fährt.
00:10:14: Also ich merke das, wenn ich nur zwei Stunden mit dem Fahrrad unterwegs bin, welche Gedanken mir alle in den Kopf schießen.
00:10:19: Das heißt, das muss doch den ganzen Tag bei dir rad an, oder?
00:10:22: Ja,
00:10:22: sehr viel Gedankenfreiraum.
00:10:24: Natürlich auch so ein bisschen im täglichen Umfeld, was die Gedanken angeht.
00:10:28: Klar.
00:10:29: Wo komme ich mehr oder weniger heute Abend an?
00:10:32: Vermutlich, wenn alles normal läuft, ungefähr.
00:10:35: Wo schlafe ich dann?
00:10:36: Essen ist immer so ein Thema.
00:10:37: Also die täglichen Dinge sind eigentlich relativ simple, basic, aber dann hast du auch genügend Kapazitäten, um über viele, viele andere Dinge nachzudenken.
00:10:48: Das heißt das Leben, ne?
00:10:49: Ja,
00:10:50: das Leben, die Erwartung, die man selber ans Leben hat, Situationen aus der Vergangenheit, aber auch in Richtung Zukunft.
00:10:57: Da rattert einiges durch.
00:10:59: Also wir können ja verraten, wir hatten gerade vor Gespräch, du bist wahrscheinlich noch so ein Jahr unterwegs.
00:11:03: Wenn du jetzt nach diesem kleinen Break, da kommen wir vielleicht auch noch im Gespräch dazu, dann bist du noch ein Jahr unterwegs.
00:11:09: Das heißt aber der Gedanke, was ist danach?
00:11:11: Weil irgendwann ist man am Ziel und dann muss es ja auch weitergehen.
00:11:15: Das heißt, das spielt auch schon eine Rolle bei diesen Gedanken.
00:11:17: Das
00:11:17: spielt schon eine gewisse Rolle, aber gar nicht so viel, weil ich wirklich im Laufe der Reise festgestellt habe, dass ich versuche... Ich sag bewusst versuche, gelingt mir nicht immer, im Hier und Jetzt ganz bewusst zu sein und einfach diese Momente, die ich habe auf der Reise zu genießen, weil umso mehr ich weder in der Vergangenheit oder umso mehr ich in der Vergangenheit noch in oder in der Zukunft mich gedanklich bewege, entflieht mir immer so ein bisschen die tatsächliche Gegenwart.
00:11:42: Also habe ich da auch realisiert, okay, ich muss natürlich gewisse Gedankenstrukturen haben, um vielleicht einfach zu lernen aus der Vergangenheit.
00:11:51: um dann eben in der Zukunft andere Wege gehen zu können.
00:11:54: Aber ich versuche ganz bewusst, im Tag täglichen, im Hier und Jetzt zu sein und nicht zu viel in der Vergangenheit und der Zukunft.
00:12:02: Du hast jetzt schon gesagt, dass man fährt irgendwo los und man braucht dann immer wieder... Ein ein ein Stopp wo du das zelt aufbauen kannst.
00:12:09: irgendwie es gibt ein podcast.
00:12:11: also das heißt du berichtest auch regelmäßig wo du bist und schilderst relativ gelassen finde ich immer diese dinge.
00:12:18: wo ich da einfach mal denke war weiß ich jetzt gar nicht ob ich da diese gelassenheit hätte.
00:12:21: aber wahrscheinlich muss man diese gelassenheit auch für so eine reise haben.
00:12:25: Und eins habe ich jetzt schon gelernt, du hast irgendwie ein Fable für in der Nähe von Tankstellen irgendwie, glaube
00:12:29: ich.
00:12:29: Ja, es ist öfters mal vorgekommen.
00:12:31: Also ich würde jetzt nicht unbedingt sagen ein Fable, aber tatsächlich, die Tankstellen sind so eine relativ sichere Lösung, die du immer irgendwie ansteuern kannst, wenn du sonst nichts findest.
00:12:43: Ich habe manchmal Schwierigkeiten, immer noch deutsche Wörter zu finden, preferable, wollte ich gerade sagen, bevorzugt.
00:12:49: will ich eher Rorte, wo es ruhiger ist, weil Tankstellen sind für sich natürlich immer ein bisschen hektischer, da ist immer mehr los, gerade wenn sie nachts auch offen haben, das ist ja logisch, aber die Tankstelle ist immer dann so ein sicherer Hafen, da weißt du, da gibt es Toiletten, da gibt es Wasser, da ist einfach eine gewisse Versorgung auch, ja, und in der Regel sind sie videoüberwacht und dann sind die Leute auch entspannt, wenn ich frag, ob ich hier zelten kann, dann geben die mir irgendeine Ecke und dann kann ich da mein Zelt inhauen und gut ist.
00:13:17: Aber bevorzugen würde ich sag ich mal, irgendwo hinter einem Busch, mit weniger Verkehr, ruhiger, da schlafe ich einfach dann besser.
00:13:26: Was ich spannend finde, das ist aber auch tatsächlich mein Menschenbild.
00:13:29: Ich kenne mehr Menschen, die gewillt sind, mir zu helfen, die mich zu unterstützen, wenn man fragt.
00:13:34: Du kommst relativ häufig auch irgendwo unter oder, also das heißt, die Gastfreundschaft ist schon, also ist irgendwie schon menschlich eigentlich da, ne?
00:13:43: Ja,
00:13:43: also Gastfreundschaft, das ist das... was ich auf der Reise auf jeden Fall mitgenommen habe und so ein gewisses Mindset, was ich entwickelt habe, dass ich sage, für mich eigentlich ist der Mensch an für sich erstmal gut.
00:13:55: Ja, also jeder Mensch ist meiner Meinung nach erstmal gut, erstmal nett und die Entwicklung, die er dann halt im Laufe seines Lebens macht, die ist dann vielleicht eine andere, aber per se ist die Menschheit gut und die Intentionen der Menschen sind gut.
00:14:09: Das ist mein Empfinden, kannst du natürlich nicht alle auf über einen Kampf scheren, ist klar.
00:14:15: Aber das ist das, was ich erfahren habe.
00:14:16: Die Leute sind unglaublich nett, gastfreundlich.
00:14:20: Wenn man fragt sowieso, aber auch an für sich, du musst manchmal noch nicht mal fragen.
00:14:24: Du kaufst einfach nur irgendwo an der Ecke ein Wasser.
00:14:26: Die sehen dich mit deinem Fahrrad.
00:14:27: Die sehen natürlich, da ist ein Haufen Gepäck.
00:14:28: Die sehen an einens neunziggroßes, äh, einens neunziggroßen weißen irgendwo in Indien.
00:14:35: Die bieten die automatisch irgendwas an.
00:14:37: Also... Je nach Land vielleicht ein bisschen mehr oder weniger, aber grundlegend war die Gastfreundschaft immer da und ich habe auch gemerkt, die Leute, die am wenigsten haben, die haben mir am meisten gegeben.
00:14:47: Also in Ecken der Welt, in Tajikistan oder Kyrgyzstan, wo die Leute eigentlich fast nichts haben, mal ein kurzer Schwenk, da wurde teilweise eine Ziege geschlachtet, nur weil ich als Gast da war, um dann abends ein Fest mal.
00:15:03: zu zelebrieren.
00:15:04: also das solche dinge was
00:15:05: ja schon fast ein schlechtes gewissen genau ja ja also das
00:15:08: muss man das musste ich auch lernen auf der reise einfach zum einen natürlich dankbarkeit zu zeigen klar aber auch dinge anzunehmen.
00:15:16: das war noch ein thema mit sascha und mir sogar am anfangen ganz schwierig.
00:15:20: wir haben uns ganz schwer getan am anfangen einfach gastfreundschaft überhaupt anzunehmen weil das für uns so ein bisschen wie du sagst was so ein bisschen schon schlechtes gewissen wenn leute irgendwie über das normale mars hinaus etwas für dich tun oder über ihren normalen Tagesablauf, den Andersstrukturieren für dich eben einzuladen, dir irgendwas zu zeigen in ihrer Heimat oder so.
00:15:43: Aber das habe ich gemerkt, das muss ich einfach annehmen, weil die Leute machen es ja auch gerne und es ist eigentlich schlimmer für sie, wenn du es nicht annimmst und ablehnst, als wenn du es annimmst und einfach dankbar bist.
00:15:51: Das heißt, man muss sich jeweils auf die Mentalität des Landes einstellen.
00:15:55: So ein bisschen
00:15:56: auch einstellen, klar.
00:15:57: Ich kann mir vorstellen, ist es natürlich, ich überlege jetzt auch, wenn ich ein Gast irgendwo hab aus einem anderen Kontinent, ist es ja auch erstmal eine große Nummer.
00:16:04: Und so ist es natürlich auch in anderen Ländern.
00:16:06: Genau.
00:16:06: Aber
00:16:07: die sind ja auch, es ist ja auch so ein bisschen entgeben und nehmen, die Leute sind dann auch... Happy jemandem helfen zu können, das ist das eine.
00:16:13: Aber sie sind auch natürlich super interessiert an Ausländern in dem Maas und auch über andere Länder was zu erfahren.
00:16:23: Was mache ich?
00:16:23: Warum mache ich die Reise?
00:16:24: Also da sind auch immer sehr interessante, auch teilweise intensive Gespräche mit den Leuten, die mich dann bei sich aufgenommen haben.
00:16:32: Ich spreche mit Pascal Eckert über seine Fahrradtour von Mainz bis nach Neuseeland.
00:16:38: In Vietnam hat er einen kleinen Stopp gemacht und jetzt einen Weihnachtsurlaub eingelegt.
00:16:42: Er ist mein Gesprächspartner.
00:16:43: Jetzt haben wir hier gerade die, sag ich mal, tollen Erfahrungen
00:16:47: alle jetzt besprochen.
00:16:51: Du hast aber gesagt, man macht sich der Tagsüber schon Gedanken, wo komme ich hin?
00:16:54: Wo bleibe ich über Nacht?
00:16:55: Ist es sicher?
00:16:57: Gab es denn mal so einen Moment, wo du gedacht hast, oh, jetzt gerade bin ich an der Stelle, die ich gar nicht gut finde?
00:17:02: Ja, gab es natürlich auch.
00:17:05: Keine Frage, wo man einfach so ein bisschen unwohles Gefühl hat.
00:17:07: Ich bin auch... mehrmals dann noch mal weitergefahren, wenn ich gemerkt habe, hier fühle ich mich nicht so wohl, obwohl ich eigentlich schon nicht mehr konnte, obwohl es dunkel war, spät, wie auch immer, habe mir dann doch noch mal einen anderen Platz gesucht.
00:17:19: Aber ich muss sagen, so richtig gefährliche Momente, wo ich mich gar nicht wohlgefühlt habe, hatte ich eigentlich fast nie mit ein bisschen Tieren, ja.
00:17:30: Ich habe manchmal die Wölfe-Hollen hören in den Bergen, zum Beispiel von Tajikistan oder so.
00:17:35: Da schliefste natürlich nicht mehr.
00:17:36: Also wenn du das einmal gehört hast und dann da bist du wach die ganze Nacht, weil du dann ständig hörst und denkst, okay, kommt jetzt näher, ist das Geheule, kommt es näher, geht es weiter weg.
00:17:46: Was passiert hier?
00:17:47: Was mache ich, wenn es tatsächlich jemand, wenn tatsächlich ein Wolf ans Zelt kommt als Beispiel?
00:17:53: Wie kann ich mich überhaupt wehren?
00:17:55: Wie kann ich damit umgehen?
00:17:56: Aber was Menschen angeht, hatte ich sehr, sehr wenig schlechte Erfahrungen hier und da mal vielleicht mit ein paar Betrunkenen.
00:18:04: was mal vorgekommen ist, die dann irgendwie mein Zelt gesehen haben.
00:18:08: Oder ein bisschen Leute, die nicht unbedingt übergriffig, aber die vielleicht nicht diesen Privatsphäre-Einstellung haben wie wir.
00:18:16: Das war in Indien ganz oft der Fall als Beispiel, da ist einfach die Privatsphäre anders gehandhabt als bei uns.
00:18:25: Aber ansonsten grundlegend war das wirklich ein großen Ganzengut.
00:18:30: Also da waren keine... jetzt... aus dem Gedächtnis raus jetzt kurz abgerufen, keine wirklichen Erfahrungen, wo ich sagen muss, da hatte ich mal richtig Angst, da habe ich nicht gut geschlafen, da hatte ich wirklich Angst, mein Zelt dahin zu stellen.
00:18:43: Aber ich glaube, es kommt natürlich auch so ein bisschen, welcher Signal man raus gibt.
00:18:46: Ich glaube, du gibst natürlich auch ein relativ selbstsicheres Signal und bist natürlich jetzt auch nicht derjenige, der, du bist kein Opfertyp, muss man so zu sagen.
00:18:54: Ja,
00:18:54: das spielt mit Sicherheit auch eine Rolle.
00:18:57: Von deiner Persönlichkeit her, vielleicht auch natürlich Staturgröße.
00:19:01: Klar, also das spielen glaube ich auch solche Faktoren mit einer Rolle.
00:19:04: Und dann Geschlecht auch, muss man auch fairerweise so sagen.
00:19:07: Also als Frau würde ich mir wahrscheinlich in deutlich mehr Situation Gedanken machen, als ich jetzt das Persönliche als Mann gemacht habe.
00:19:15: Wie viele Länder bisher?
00:19:18: Über dreißig glaube ich.
00:19:20: Okay.
00:19:20: Ja.
00:19:21: Also mehr als gedacht am Anfang jetzt schon.
00:19:23: Ja,
00:19:23: okay.
00:19:24: Und das heißt, ich sag mal Europa und so weiter, das ist ja erstmal alles geschenkt, hat jeder ein Bild, aber was ist, wir, weil mit dem Ganzen was mit Tarn aufhört, was war da alles dabei?
00:19:34: Ich hab gar kein Bild zu diesen Ländern, ich seh dich da auf.
00:19:37: was, was ich, acht Stunden in der glühenden Sonne fahren.
00:19:40: Teilweise auch, ja.
00:19:42: Gab's auch, also Wüstendurchquerungen, sei es im Iran oder auch sehr raue Landschaften in den Bergen von Tajikistan, also da war... Da war alles dabei.
00:19:51: Ich hatte von fünf Metern Schnee in Georgien bis fünfundvierzig Grad im Schatten im Iran in der Wüste wirklich alles.
00:19:59: Wie sind die Grenzübertritte?
00:20:01: Wahrscheinlich kann ich ja nicht einfach so in den Iran einreisen.
00:20:04: Also ist immer ein bisschen individuell.
00:20:06: Wir haben zum Glück mit unserem deutschen Reisepass ja echt eine sehr komfortable Situation, dass wir in ganz viele Länder teilweise ohne Visum sogar reinkommen.
00:20:14: Also auch jetzt Vietnam als Beispiel.
00:20:18: Kannst du einfach einreisen, hast forty-fünf Tage frei.
00:20:20: Du brauchst nichts beantragen vorher, du kommst einfach hin, legst ein Reisepass hin.
00:20:23: Du musst
00:20:23: nur gucken, dass du in der Zeit durch bist.
00:20:25: Klar.
00:20:26: Oder du gehst einmal kurz raus für eine Stunde, kommst wieder zurück und hast wieder forty-fünf Tage.
00:20:31: Du musst noch nicht mal über Nacht aufregen.
00:20:32: Aber ist ja auch Routenplanung,
00:20:33: ne?
00:20:34: Ist dann auch ein bisschen Routenplanung, ja.
00:20:36: Das ist immer ein bisschen individuell mit den Ländern.
00:20:38: Ich plan immer so ein oder zwei Länder im Voraus, wenn ich so eine grobe Route habe, wo ich mich dann informiere, okay, was brauche ich tatsächlich, ich muss ein Visum beantragen.
00:20:47: Oftmals geht es online, manchmal musst du mal zur Botschaft hin oder so, aber die meisten Visumsanträge gehen eigentlich heutzutage auch in so Ländern wie Tajikistan oder Kyrgyzstan, geht alles online.
00:20:57: So, was ist denn vor Weihnachten, zwei tausend fünfundzwanzig passiert, dass du gesagt hast, nach so und so viel, achthundert Tagen oder was es war?
00:21:08: Guck jetzt doch mal.
00:21:10: Guck mal in der Heimat vorbei.
00:21:10: Ich guck
00:21:11: doch mal vorbei.
00:21:12: Also war ja nicht geplant.
00:21:14: Tatsächlich, du wolltest im Neuseeland, dann wärst du wahrscheinlich noch ein bisschen Neuseeland geblieben und dann würdest du irgendwann im besten Fall die Heimreise antreten.
00:21:22: Also die Heimreise jetzt zu der Zeit, vor allem mit dem Flugzeug, war überhaupt nicht geplant.
00:21:28: War sehr spontan.
00:21:28: Ich habe, glaube ich, Montags den Flug gebucht und bin mittwochsabends geflogen oder sowas.
00:21:33: Also zwei Tage.
00:21:35: Nur nicht mal zwei Tage vorher.
00:21:36: Das war super spontan gewesen.
00:21:38: Natürlich spielt man immer mal wieder so mit dem Gedanken, gerade um die Weihnachtszeit.
00:21:42: Den Gedanken hatte ich letztes Jahr auch schon.
00:21:44: Da waren es ja auch dann schon anderthalb Jahre gewesen.
00:21:46: So kommt man mal nach Hause, Familie, Freunde und so sehen.
00:21:50: Aber wäre die Situation nicht so eingetreten gesundheitlich, wie es jetzt dann am Ende gekommen ist, wäre ich glaube ich auch nicht nach Hause geflogen.
00:21:57: Okay, das heißt, das war eine kleine gesundheitliche Einschränkung?
00:21:59: Ja,
00:22:01: ich war in Saigon oder Ho Chi Minh City, der neue Name im ganzen Süden von Vietnam.
00:22:07: Bin auch schon aus der Stadt raus, auf dem Weg nach Cambodia gewesen.
00:22:11: Das waren so drei Tage, drei, vier Tage, dreieinhalb Kilometer ungefähr.
00:22:15: bis zur Grenze.
00:22:16: Und an dem Tag, als ich an der Grenze ankam, ist es dann so schlimm geworden, dass ich einfach nicht mehr, ich konnte weder auf dem Sattel sitzen, noch überhaupt auf dem Stuhl sitzen.
00:22:25: Also in den drei Tagen, wo ich von Saigon zur Grenze geradelt bin, hat sich ein Obsess an der Pobacke entwickelt.
00:22:32: Schöner Platz, ja.
00:22:33: Genau, richtig.
00:22:34: Schöner Platz.
00:22:35: Das Radfahren ist perfekt.
00:22:36: Ja.
00:22:37: Aber ich meine, zweieinhalb Jahre... Das kann halt mal passieren, ich habe jetzt im Nachhinein auch von vielen Radfahrenden, Radreisenden, als ich das so ein bisschen publik gemacht habe auf Instagram gehört, ja ganz normal, als Radfahrer kriegste das früher oder später, vor allem wenn du so viel und so lange auf dem Sattel fährst, dann hast du halt mal irgendwie eine kleine Wunde oder ein eingewachsenes Haar, irgendwas was sich entzündet, beziehungsweise ist natürlich die Hygiene dann auch ein Faktor.
00:23:05: Wenn ich dann mal zwei, drei Tage nicht dusche, das ist jetzt nichts Ungewöhnliches, zwei, drei Tage mal nicht zu duschen auf der Reise.
00:23:11: Na ja, muss ja da sein.
00:23:12: Genau.
00:23:14: Und dann vielleicht auch jeden Tag die gleiche Fahrradhose anziehen, ist ja klar, dass du einen gewissen Bakterienherd dann auch hast.
00:23:20: Und dann hat sich das halt in den drei Tagen so schlimm entwickelt, dass ich keine Möglichkeit hatte, da weiterzufahren.
00:23:28: Ich habe lange hin und her überlegt und letztendlich mit einer Bekannten, die ich auf der Reise in Vietnam kennengelernt habe, eben aus Saigon, aus der Stadt dann entschieden, mit dem Bus zurückzureisen nach Saigon, sechs, sieben Stunden, wovor ich vorher drei, vier Tage gebraucht habe.
00:23:45: Und sie hat mir dann sehr geholfen mit Krankenhauskommunikation.
00:23:49: Ich habe erstmal drei bis fünf Tage Antibiotika bekommen, damit überhaupt dieser ganze Abszess sich wieder ein bisschen...
00:23:56: und damit es auch nicht
00:23:56: noch schlimmer wird.
00:23:58: Das eine ist ein lokales Ereignis, aber das kann natürlich ganz schnell... Das ist
00:24:00: auch nicht streut und so genau.
00:24:02: Und dann musste das klassisch aufgeschnitten, ohne zu viel zu erzählen.
00:24:09: Ich musste ins Krankenhaus auf jeden Fall und da haben sie mich dann eben entsprechend behandelt.
00:24:14: Und dann war auch klar, dass ich mindestens zwei Wochen nicht fahren kann.
00:24:17: Das haben sie mir schon im Voraus gesagt.
00:24:19: Deswegen bin ich erst gar nicht weitergereist nach Kambodscha, weil dort hätte ich nämlich nur... die dreizig Tage Visum bekommen.
00:24:24: Da wäre schon die Hälfte von meinem Visum weg gewesen mit der Heilung und vielleicht noch mehr.
00:24:29: Und dann habe ich mich eben entschieden zurück nach Saigon zu reisen und habe das dort dann behandeln lassen und angefangen auszukrehen.
00:24:37: Und in der Phase kurz vor Weihnachten kam dann tatsächlich die Idee.
00:24:42: Okay, jetzt sind zweieinhalb Jahre.
00:24:44: Ich habe sowieso jetzt den Break einfach.
00:24:46: Genau,
00:24:47: ich habe eh den Break.
00:24:48: Ich kann das jetzt hier in der Stadt aussitzen.
00:24:51: Jetzt bin ich schon das zweite Mann der Stadt bzw.
00:24:53: im Leben sogar schon das dritte Mal.
00:24:55: Ich war vorher schon mal in Saigon gewesen in der Vergangenheit.
00:24:58: Dann kann ich auch nach Hause fliegen.
00:24:59: Und dann war eigentlich, gab es nur zwei Faktoren bei der Überlegung.
00:25:03: Zum einen das Geld.
00:25:05: Klar, nach wie vor.
00:25:07: Ist
00:25:08: immer noch eine Budgetfrage.
00:25:10: Und der Gedanke, der mich viel beschäftigt hat, war, was macht das mit mir?
00:25:14: Was macht das mit mir, wenn ich jetzt nach Hause fliege, nach zweieinhalb Jahren?
00:25:18: Für die ganze Strecke, für die ich zweieinhalb Jahre mit dem Fahrrad gebraucht habe, fliege ich in einem Tag, anderthalb, wie auch immer zurück.
00:25:25: Bin dann auf einmal wieder dort, wo ich angefangen habe.
00:25:28: Bleibe egal wie lang, zwei, drei Wochen.
00:25:31: Und fliege dann wieder zurück.
00:25:33: Was passiert mit mir mental?
00:25:35: Wie geht es mir, wenn ich wieder zurück komme?
00:25:37: Geht es mir besser?
00:25:38: Geht es mir schlechter?
00:25:39: Zieht mich das runter?
00:25:40: Baut mich das auf?
00:25:41: Alle Leute zu Hause zu sehen?
00:25:44: mich dann auch wieder von ihnen zu verabschieden, das hat mich sehr beschäftigt und das hat mich eigentlich am meisten mit dem Gedanken ringen lassen, buche ich oder buche ich nicht?
00:25:55: und irgendwann habe ich dann für mich selber gesagt, ach komm, mach jetzt einfach, einfach gebucht, fertig, es ist nur Geld.
00:26:03: Du provozierst jetzt natürlich eine Frage, was hat's halt dir gemacht, weil du bist jetzt kurz vom Rückflug, das heißt, ich würde jetzt aber sagen, es hat erstmal... Es war okay.
00:26:14: Ja, also es war sehr positiv.
00:26:16: Ich glaube, den wirklichen Ausschlag sehe ich erst dann danach, den wirklichen Einfluss sehe ich vielleicht erst in ein, zwei Wochen, wenn man das auch mal ein bisschen reflektiert.
00:26:26: Weil jetzt ist es noch zufrieden, ich fliege jetzt heute Abend zurück.
00:26:28: Ich war jetzt nicht ganz drei Wochen hier und ich habe natürlich fast schon ein Programm hier gehabt.
00:26:36: Klar, jeder will dich sehen, ne?
00:26:37: Jeder
00:26:38: wollte mich sehen.
00:26:39: Ich
00:26:39: hab ja auch sofort gesagt, okay, wann hast du Zeit für mich, ne?
00:26:42: Ja,
00:26:42: und wir haben den letzten Tag jetzt, siehst du?
00:26:45: Also auch da, merkst du schon, wie straff das teilweise gewesen ist.
00:26:49: Aber es war auch schön, also ich will das gar nicht schlechtreden um Gottes Willen.
00:26:52: Es war auch sehr schön, es war sehr schön, einfach Familie vor allem zu sehen, Freunde und das ja auch auf der Basis von der Überraschung.
00:27:00: Ich hatte niemandem was erzählt, dass ich komme.
00:27:02: Ich habe meinen Eltern, meinen Geschwistern.
00:27:04: Keiner hat gewusst, dass ich komme.
00:27:05: Ich habe einfach die Flüge gebucht.
00:27:07: Also die haben das dann wirklich viele erst in deinem Podcast gehört?
00:27:10: Ja, entweder im Podcast dann gehört.
00:27:12: Oder auch, als ich einfach vor der Tür stand bei meinen Eltern.
00:27:15: Der halt auch dann, sag ich mal, am vierundzwanzigsten veröffentlicht wurde, wo Menschen dann auch vielleicht was anderes zu tun haben, als zuerst zu hören, was erzählt da denn?
00:27:23: Ja,
00:27:24: was ist eigentlich passiert?
00:27:25: Und da kam natürlich, nachdem der Podcast rauskam, noch mal mehr eine Flut an Nachrichten.
00:27:31: noch mal mehr Leute, die dadurch mitbekommen haben, ich bin hier, denen ich es vielleicht dann bis zu dem Zeitpunkt nicht selber sagen konnte, nicht selber geschafft habe zu sagen, die ich nicht überraschen konnte.
00:27:41: Und dann wollten noch mehr Leute mich natürlich irgendwie sehen, mit mir kommunizieren.
00:27:44: Also, ja.
00:27:46: War eine spannende Zeit.
00:27:47: Ich glaube bei dir, du hast mehr Eindrücke gehabt, logischerweise, weil du einfach jeden Tag woanders bist, ständig neue Menschen siehst, aber natürlich das Leben geht ja in der alten Welt auch weiter.
00:27:56: Genau.
00:27:56: Das heißt, irgendwelche Neuerungen, die du nicht mitbekommen hast, gab es dann auch, ne?
00:28:00: Ja, ja, selbstverständlich.
00:28:02: Was ja auch ein großer Grund mit war, für mich nach Hause zu kommen.
00:28:05: Also das war mir vollkommen bewusst, das Leben geht hier auch weiter.
00:28:08: Hier steht es ja nicht einfach still deswegen.
00:28:10: Und hier hat sich auch einiges verändert, wobei ich auch sagen muss, viele Dinge haben sich... auch nicht verändert tatsächlich, also das ist ja einfach...
00:28:17: Meinst du, dass die Welt noch verrückter wird hier, ja?
00:28:19: Noch ein bisschen verrückter wird, aber auch viele Dinge sind auch einfach gleich geblieben, aber das war ein großer Fakt, dort zu sagen, ich möchte jetzt auch einfach mal nach Hause kommen, um da ein paar Updates zu kriegen, so als Beispiel mal in den Raum geworfen.
00:28:31: Mein Bruder hat einen Sohn bekommen, der ist jetzt anderthalb, mein Neffe, den habe ich noch nie gesehen, außer über einen Videocall.
00:28:39: Den kannte ich so
00:28:40: nicht und eher
00:28:41: mich auch nicht.
00:28:42: Ist das schön mit Video Call, aber wie alle kennen das aus unserem beruflichen Alltag, es ist ein gutes Mittel, aber es hat nicht die emotionale Bindung und die Qualität wie eine persönliche Sprache.
00:28:52: Das kann das nicht ersetzen.
00:28:54: Klar weiß der kleine Mann, okay, hier gibt es einen Onkel noch, aber der reist irgendwo im Fahrrad um die Welt, den habe ich noch nie gesehen.
00:29:03: Und nicht nur das, sondern auch... Auch bei Freunden, abseits der Familie jetzt.
00:29:09: Viele haben Kinder bekommen, Häuser gebaut.
00:29:11: Also wie du sagst, das Leben geht da auch weiter.
00:29:13: Da hat sich natürlich viel verändert.
00:29:15: Und das fand ich sehr schön, dann das auch mal mit einem gewissen zeitlichen Abstand dann jetzt einfach zu sehen, die Leute wieder zu sehen und da ein bisschen Zeit mit den Leuten eben zu verbringen.
00:29:25: Ich kann mir vorstellen, es kann sogar auch durchaus jetzt für die letzte Etappe auch nochmal eine Stärkung sein,
00:29:31: zu
00:29:31: sehen, dass du sagst, ich komme nach Hause.
00:29:33: Und die Bindungen stehen auch noch.
00:29:35: Das ist ja auch ein gutes Gefühl.
00:29:36: Ja,
00:29:37: das hat mir auf jeden Fall ein gutes Gefühl gegeben.
00:29:39: Ich reise auch generell jetzt mit einem guten Gefühl zurück.
00:29:42: Ich freue mich einfach, dass ich die Leute jetzt in nach so langer Zeit einfach mal wiedersehen konnte.
00:29:48: Wir uns ein bisschen Updates mitgegeben haben und auch einfach, wie du sagst, ein gutes Gefühl gegeben haben.
00:29:56: Die Bindung ist da.
00:29:57: Also bei ganz vielen habe ich mich... wie vor zweieinhalb Jahren, wie wenn ich nie weg gewesen wäre.
00:30:02: Und das war auch das Feedback von Freunden und Familie, was ich bekommen habe.
00:30:06: Verrückt, dass ich eigentlich schon zweieinhalb Jahre weg bin.
00:30:09: Denkt man in dem Moment, wo man sich wieder sieht, gar nicht.
00:30:12: Und es fühlt sich auch direkt wieder sehr, sehr familiär, sehr vertraut einfach an.
00:30:16: Also
00:30:16: ich hatte dich auch noch so in Erinnerung.
00:30:17: Ein bisschen bist du ergraut.
00:30:19: Ja.
00:30:20: Und die Haare sind ein bisschen lecker geworden.
00:30:21: Ja,
00:30:22: gut.
00:30:22: Ich denke mal, das ist einfach bedingt, ja, einfach praktisch, ne?
00:30:25: Ja, ja,
00:30:26: auch.
00:30:26: Aber ich wollte die auch ganz bewusst wachsen lassen.
00:30:28: Also die habe ich... Kein einziges Mal geschnitten auf der Reise bisher.
00:30:31: So, das
00:30:32: heißt?
00:30:32: Es geht gleich weiter im Gespräch mit Pascal Eckert.
00:30:35: Gleich geht es weiter im Gespräch mit Pascal Eckert.
00:30:41: Mit dem Fahrrad von Mainz nach Neuseeland, das ist das Ziel von Pascal Eckert, durch eine Erkrankung hat er ein Weihnachtsurlaub gemacht und es geht jetzt in Kürze in Vietnam weiter.
00:30:53: Zurück in Flieger, nette Menschen.
00:30:55: in Vietnam haben sich um deine Sachen, die sind zwar wahrscheinlich übersichtlich, aber trotzdem darum gekümmert, dass sie eingelagert sind, dass sie wieder da sind und das heißt, dann setzt du dort...
00:31:05: Da setze ich jetzt dann Freitag wahrscheinlich wieder an.
00:31:09: Okay,
00:31:09: und dann geht es?
00:31:10: Dann geht es wieder Richtung Cambodja, dort wo ich ursprünglich hin wollte, bevor ich die Rückreise nach Saigon angetreten habe.
00:31:17: Und
00:31:17: was liegt dann jetzt noch vor dir?
00:31:19: Also Cambodja als nächstes, das wird sich dann noch zeigen, ob ich... direkt von Kambodscha nach Thailand rüber kommen.
00:31:26: Das wäre eigentlich meine Wunschroute.
00:31:29: Da gibt es ja aber ein bisschen Spannungen.
00:31:31: Das kriegt man, glaube ich, bei uns hier gar nicht so mit.
00:31:34: Wir
00:31:34: haben mit uns selbst genug.
00:31:35: Wir haben genug Zitunia
00:31:37: und wir haben genug Weltpolitik.
00:31:42: Da ist man einfach auch ein bisschen außen vor hier in Europa.
00:31:44: Da gibt es gerade ein bisschen Spannungen.
00:31:46: Also die Grenzen sind aktuell dicht.
00:31:49: Ist noch ein guter Monat hin, wenn ich einen Monat in Kambodscha verbringe.
00:31:52: Ich glaube nicht, dass ich was tut, also werde ich wahrscheinlich nochmal nach Laos einreisen müssen.
00:31:57: Dort bin ich zumindest im Norden schon gewesen, im Süden von Laos jetzt noch nicht.
00:32:01: Und dann über Laos nach Thailand einreisen quasi nochmal so einen kleinen Schlenker, weil Kanbotschern und Thailand einfach sagen, Grenzen sind zu, hier kommt keiner rüber.
00:32:09: Und dann mache ich Thailand, fahre quasi von Ost nach West und dann Südwesten runter, diesen Zipfel nenn ich es mal von Thailand Richtung Malaysia, Malaysia, Singapur.
00:32:21: Singapur ist ja jetzt nicht riesig, aber das werde ich mir schon mal angucken,
00:32:26: wenn ich
00:32:26: schon mal in der Ecke bin.
00:32:27: Da wird es dann auch wieder spannend, weil bis dahin ist ja tatsächlich eigentlich alles reiner Landweg.
00:32:34: hier und da habe ich mal eine Fähre genommen, okay.
00:32:36: Aber von Singapur dann nach Indonesien rüber, das werden dann ein bisschen längere Schiffsfahrten auch und auch in Indonesien selber ist ja sehr sehr zerstückelt.
00:32:46: okay, sich groß das land war mir so auch gar nicht bewusst aber sehr viele inseln inseln gruppen.
00:32:52: bali kennt wahrscheinlich jeder aber das ist ja auch nur eine relativ kleine insel eigentlich von indonesien.
00:32:57: also werde ich da so ein bisschen stück für stück mich mit schiff und land vorwärts oder auf dem schiff und dann auf dem land vorwärts bewegen mit dem fahrrad.
00:33:06: da kommt man gut voran und dann muss ich schauen wie ich nach australien komme.
00:33:10: die lösung habe ich aktuell noch nicht
00:33:12: okay
00:33:13: da bin ich noch bin ich noch dran.
00:33:16: Wunsch wäre es, wenn ich einen privaten Segler oder sowas finde oder eine private Segel True finde, die von Indonesien am besten nach Australien segeln und mich mitnehmen.
00:33:30: Ich eine Zeit auf einem Segelboot verbringen kann, finde ich super spannend, das mal mitzukriegen.
00:33:34: Muss natürlich auch irgendwie mit Fahrrad passen und dann einfach sowas wie ja dort volunteern und einfach helfen auf dem Segelboot und dafür mitgenommen werden.
00:33:44: Flugzeug wäre dir zu schnell.
00:33:46: Flugzeug wäre mir zum einen zu schnell, das ist aber die Lösung habe ich mehr oder weniger schon parat.
00:33:50: Das ist die Backup-Lösung.
00:33:52: Also ich weiß, dass es von Bali sehr gute Verbindungen nach Australien gibt.
00:33:56: Bali ist quasi das Mallorca der Australier, was für uns deutsche Mallorca ist für die Australier Bali.
00:34:02: Und da kann ich relativ entspannt täglich für kleines Geld rüberfliegen.
00:34:09: Das ist mein Backup.
00:34:11: Fliegen ist halt immer das Ding mit dem Fahrrad.
00:34:13: Das ist eigentlich so der Hauptknackpunkt.
00:34:15: Du brauchst eine Kiste, du musst das ja fast komplett zerlegen, damit das in die Kiste reinpackt.
00:34:20: Du hast das Gewichtslimmen, weil aktuell jetzt als Beispiel mein Fahrrad wiegt immer noch sechsundfünf, äh, fünfundsechzig bis siebzig Kilo, je nachdem wie viel Wasser ich dabei habe.
00:34:30: Klar, da ist auch Essen und so mit drin, aber das muss ich ja alles irgendwie dann auf zweiunddreißig Kilo runter.
00:34:36: reduzieren, weil das ist das Maximum Gewicht, was die Fluggesellschaft transportiert und dann brauche ich die Kiste.
00:34:42: Also da ist es mit Aufwand verbunden einfach.
00:34:44: Ja.
00:34:45: Deswegen ist Fliegen immer...
00:34:47: Was für ein Ballast im Leben, ne?
00:34:49: Ja, wir haben auch oben die Uhr, ich weiß, na klar.
00:34:51: Also wenn ich überlege, was wir alles für ein Ballast mit uns schleppen, das ist eher Tonnen.
00:34:56: Aber ja, das ist einfach wirklich dann, da ist der Aufwandfaktor einfach mit drinne beim Fliegen, auch wenn du dann natürlich deutlich schneller unterwegs bist, ja klar.
00:35:05: Gut, ist natürlich dann eine richtige Bischleunigung,
00:35:08: die
00:35:08: jetzt in den letzten zwei Jahren eigentlich gar nicht da war oder kaum.
00:35:11: Ja,
00:35:12: und Australien.
00:35:14: Mein Wunsch ist einmal von West nach Ost, von Perth im besten Fall bis nach Sydney.
00:35:19: Wenn sich zeitlich ausgeht, aktuell, soweit meine Recherche reicht, kriege ich nur drei Monate Visum für Australien und dann muss ich in drei Monaten fünftausend fünfhundert Kilometer fahren.
00:35:31: Also knappe zweitausend im Monat.
00:35:35: Ich glaube, du kannst dort sogar auch verlängern, das habe ich gerade gehört, aber das ist sehr speziell.
00:35:42: Dann musst du Farmarbeit leisten und das ist natürlich etwas, was glaube ich nicht in deinem...
00:35:47: Ja, unter Umständen... Ja, das habe ich jetzt mal so gedanklich offen gelassen, vielleicht auch dort nochmal ein bisschen das Budget aufzufrischen, weil in den Ländern, in denen ich jetzt bin, macht es keinen Sinn.
00:36:01: Die sind zum einen so günstig.
00:36:04: Das Lebenshaltungskosten sind super niedrig sind im Moment oder sehr niedrig.
00:36:08: Und gleichzeitig würdest du nicht viel verdienen dort, wenn du arbeiten würdest.
00:36:11: Also das macht erst wirklich ab Australien wieder Sinn.
00:36:15: Ich fand es aber, als ich das gelesen habe, ich fand das eigentlich eine schöne Idee.
00:36:19: Das ist, weil, ich sag mal, drei Monate, das reicht für Urlaub und irgendwie Winteraufenthalt, wenn das dir leisten kannst, bestens.
00:36:27: und jeder, der halt länger bleiben will, darf halt einen Beitrag leisten.
00:36:31: Genau, das gab's.
00:36:32: Ich find das eine
00:36:32: schöne Idee.
00:36:33: Ja, das gab's auch früher schon.
00:36:34: Ich hab ja Travel and Work gemacht quasi in Australien, Neuseeland.
00:36:37: Vor... Boah, schlag mich tot.
00:36:39: Ähm, fünfzehn Jahren.
00:36:42: Sowas in dem Dreh, zwei tausend, acht.
00:36:44: Ja, was sind das jetzt, siebzehn?
00:36:45: Achtzehn Jahre?
00:36:46: Das ist
00:36:46: alles so... Wahnsinnig weit weg, genau.
00:36:49: Also Anfang zwanzig, jetzt bin ich vierzig, ja, also achtzehn Jahre.
00:36:52: Ähm, und da gab's das auch schon, wenn du neunzig Tage... Sag ich mal, gemeinnützige Arbeit, Governmentarbeit, Farmen, auf der Farm usw.
00:37:02: gearbeitet hast, dann hast du Anspruch auf ein zweites Visum bekommen.
00:37:05: Diese Regelung ist aber in dem Ausmaß für ein einjähriges Visum nur bis du thirty-fünf bist.
00:37:10: Also das greift leider nicht mehr bei mir.
00:37:12: Okay,
00:37:13: wusste ich nicht, ich habe es nur tatsächlich im Fall von der jüngeren Frau gelesen.
00:37:16: Ja genau, das ist bis thirty-fünf sehr komfortabel.
00:37:20: Das kriege ich nicht mehr hin.
00:37:22: Ich habe aber auch Leute kennengelernt, die sich auf ein längeres Visum beworben haben, halbes Jahr oder ein Jahr für Australien, ist dann natürlich ein bisschen aufwendiger, kostspieliger auch.
00:37:31: Scheint aber möglich zu sein.
00:37:32: Wenn denn die drei Monate realistisch für die Strecke?
00:37:35: Realistisch, ja.
00:37:37: Aber darf nichts passieren?
00:37:38: Aber
00:37:38: halt auch sportlich.
00:37:39: Okay.
00:37:40: Dann schon.
00:37:41: Also das wird schon gehen.
00:37:43: Zumal ich die Wüste auch durchqueren muss in Australien.
00:37:47: Ich
00:37:47: glaube Australien ist auch sehr speziell, weil irgendwie die Menschen leben hauptsächlich in den Küstenregionen und im Land ist eigentlich gar nichts.
00:37:54: Im
00:37:54: Landesinneren ist ja auch fast nur rote Wüste.
00:37:58: Also da ist kaum Leben.
00:38:00: Es gibt eine Stadt, so Alice Springs, wirklich genau im Zentrum.
00:38:03: Aber davon abgesehen, ich bin diese Strecken ja damals auch mit dem Auto halt gefahren, als ich dort war.
00:38:08: Da fährst du tausend Kilometer am Tag mit dem Auto, da siehst du nix.
00:38:11: Da ist kein Dorf, gar nichts.
00:38:13: Also, das wird wiederum eine logistische Herausforderung für mich mit dem Fahrrad.
00:38:17: In Nepal habe ich jemand kennengelernt, der das gemacht hat, einen Deutschen tatsächlich mit dem Fahrrad, auch von Perse nach Sydney.
00:38:23: Und der hat gesagt, im Prinzip bleibt dir nur zwei Möglichkeiten.
00:38:26: Entweder du musst jede Menge Wasser mitnehmen oder du musst jeden Tag mindestens zweihundert Kilometer fahren, weil das ungefähr der Abstand von Tankstelle zu Tankstelle ist, damit du Wasser auffüllen kannst.
00:38:36: Okay.
00:38:36: Oder du musst halt so viel Wasservorrat mitnehmen.
00:38:39: der dann für mindestens zwei oder mehr Tage reicht.
00:38:43: Das macht ja natürlich alles wieder schwer.
00:38:44: Ja genau, Gewicht.
00:38:45: Da sprechen wir von zehn Litern pro Tag.
00:38:49: Also sechs, sieben brauchst du zum Trinken bei der Hitze.
00:38:52: Und wenn du da noch ein bisschen was kochst.
00:38:54: Wie machst du das überhaupt?
00:38:55: Man hat jetzt immer so das Bild, man läuft mit kurzen Hosen und T-Shirt und so.
00:39:00: Das kannst du da ja gar nicht machen.
00:39:03: Wenn du in der Sonne da rumfällst,
00:39:06: dann ziehst du eher lang.
00:39:07: Mittlerweile bin ich auch schon so, ich ziehe eher was Langärmliches an, weil ansonsten verbrenne ich einfach.
00:39:12: Ich bin kein Freund von Sonnencreme, gerade in Verbindung mit Sport und Schweiß.
00:39:16: Also diese Kombination von Schweiß und Sonnencreme auf meiner Haut ist nichts für mich.
00:39:21: Und demnach ziehe ich mittlerweile einfach dünne langärmliche Sachen an, um mich vor der Sonne zu schützen.
00:39:26: Gut machen ja viele südliche Länder tatsächlich auch.
00:39:28: Genau.
00:39:28: Das heißt...
00:39:29: Schwitzt so wiederum ein bisschen mehr, ist ja klar.
00:39:31: Ist noch mal ein bisschen heißer, wenn es langärmlich ist.
00:39:34: Aber du hast trotzdem einfach den direkten Sonnenschutz erstmal auf der Haut.
00:39:39: Und das wird wahrscheinlich dort auch weiterhin so laufen, denke ich.
00:39:42: Und das heißt, da machst du dir jetzt logischerweise dann... Fange
00:39:44: ich so nach und nach an.
00:39:46: ...zu überlegen, wie ziehst du es durch.
00:39:48: Und aber zweihundert Kilometer ist es zu schaffen, das ist schon ordentlich, ne?
00:39:51: Das ist schon ordentlich, das geht, weil... Das ist zum Glück relativ flach Australien.
00:39:56: Der Gegenwind spielt eine große Rolle, das mag man gar nicht glauben.
00:40:00: Wenn du ein gewisses Niveau an Gegenwind hast, dann kannst du Vollpower auf dem Fahrrad da reintreten und fährst trotzdem nur zehn km.
00:40:07: Ich weiß nicht, was da für ein Gegenwind ist.
00:40:08: Ich hatte das mal in eine Nordsee auf irgendeiner Insel.
00:40:12: Mit dem Wind fahren ist herrlich.
00:40:14: Dagegen ist der
00:40:15: Euro.
00:40:16: Da sind fünf Kilometer irgendwie eine Katastrophe.
00:40:21: Ja, vor allem wenn du so ein Fahrrad fährst wie ich jetzt mit Taschen vorne, Taschen hinten, du bist ja wie ein Panzer.
00:40:26: Der Wind freut sich, wenn er sich da bei dir festhalten kann.
00:40:30: Gleich geht es weiter im Gespräch mit Pascal Eckert.
00:40:33: Er ist im ungeplanten Weihnachtsurlaub nach Deutschland zurückgekommen, aber er möchte seine Tour fortsetzen.
00:40:38: Er möchte von Mainz mit dem Fahrrad nach Neuseeland fahren.
00:40:42: In Vietnam geht es jetzt weiter.
00:40:44: Ich glaube, die letzten Wochen hattest du gar nicht so viel Zeit nachzudenken, weil halt so viel passiert und so viel Eindrücke da sind.
00:40:51: Aber nicht, dass du trotz, ich glaube, je dichter man an das Ziel kommt, kommt doch auch der Gedanke über die Zeit danach.
00:40:58: Auch wenn du jetzt sagst, das ist jetzt vielleicht nicht so stark, aber irgendwann ist man am Ziel und das ist jetzt, sag ich mal, zwei Drittel geschafft, können wir jetzt mal sagen.
00:41:06: Das heißt, ein Drittel liegt jetzt noch vor dir.
00:41:08: Das heißt, dass schon so irgendwie planbar oder es wird endlich das
00:41:12: Ziel.
00:41:13: Und die Frage ist, ich weiß nicht, ich wäre zumindest überlegen, okay.
00:41:18: Ich kann mir jetzt vorstellen, in einen alten Job zurück ist eigentlich erstmal unwahrscheinlich.
00:41:23: Kann ich mir nicht vorstellen.
00:41:25: Also das Gefühl hat sich natürlich schon entwickelt, die Gedanken sind auch schon soweit gereift.
00:41:31: Ich kann mir aktuell nicht vorstellen, sage ich mal wieder, von nach der Reise wieder zurück zu gehen auf das Davor im Sinne von okay, das war einfach jetzt eine Reise.
00:41:44: Und jetzt bin ich wieder am Anfang, wo ich vorher war und ich gehe wieder in meinen Job und ich mache wieder nine to five.
00:41:49: Ich glaube, das wird nicht passieren.
00:41:50: Ich kann mir nicht vorstellen, wieder mich in dieses sogenannte Hamsterrad zu setzen und nine to five zu machen.
00:41:58: Das bin ich nicht mehr.
00:42:00: Da liegen tausende Tage Gedanken dazwischen.
00:42:02: Auch
00:42:02: unter dem Aspekt.
00:42:03: Und das habe ich über die Zeit festgestellt.
00:42:07: Das ist natürlich das, was bei vielen Leuten so ankommt.
00:42:09: Ich mache eine Reise und eine Reise bedeutet für Leute.
00:42:13: Urlaub zum einen, aber auch endlich.
00:42:16: Also es gibt einen Anfang und einen Ende.
00:42:18: Mittlerweile ist es für mich aber so und deswegen ist das auch vielleicht so ein bisschen ausgehufert.
00:42:24: Wir haben ja am Anfang über anderthalb, zwei Jahre gesprochen, jetzt sind es schon zweieinhalb und es
00:42:29: werden
00:42:30: locker über drei.
00:42:31: Aber diese Reise ist für mich nicht mehr eine Reise mit einem Ziel oder mit dem Ziel einfach nur in Neuseeland anzukommen.
00:42:39: Sondern die Reise ist für mich mein Leben geworden aktuell.
00:42:42: Das hat einen ganz anderen, ganz anderen Bezug zu mir gewonnen.
00:42:47: Ich habe natürlich noch Neuseeland als Ziel.
00:42:50: Ja, aber das Ziel hat er, das ist ja nur so eine psychologische Sache.
00:42:53: Genau.
00:42:53: Also ich weiß nicht, kennt glaube ich jeder.
00:42:55: Das heißt, wenn ich irgendwie sage, ich muss jetzt irgendwie heute nochmal irgendwie raus an die frische Luft und mache einen Spaziergang, dann baue ich mir auch irgend ein Ziel.
00:43:03: Das liegt in uns tief drin.
00:43:05: Ja,
00:43:05: das ist für mich auch einfach... Neuseeland ist hauptsächlich noch das Ziel, weil ich zum einen das natürlich gerne erreichen würde.
00:43:11: Das habe ich mir so als Ziel am Anfang gesetzt.
00:43:15: Es ist aber auch einfach das Ziel, um eine grobe Route zu haben, um nicht völlig planlos links, rechts überall hinzufahren, so ungefähr.
00:43:23: Und ja, um eine Richtung einfach zu haben.
00:43:25: Aber wie man so schön sagt, der Weg ist eigentlich das Ziel.
00:43:29: Und Neuseeland steht nur da ganz am Ende, nach wie vor dieser Leuchtturm im ganz im Norden des Landes.
00:43:37: Das wird ein super spannender, emotionaler Moment werden dort anzukommen.
00:43:44: Ob ich dann schon weiß, was ich danach mache, das kann ich dir im Moment gar nicht sagen.
00:43:48: Ich kann dir eins sagen, ich weiß, ich werde nicht von Neuseeland mit dem Flieger zurück nach Frankfurt fliegen.
00:43:53: Das wird auf gar keinen Fall passieren, weil das habe ich sehr früh gemerkt.
00:43:58: Das ist zu einfach.
00:43:59: Zu
00:43:59: einfach und das wäre, glaube ich, zu viel Schock auch.
00:44:03: Also da habe ich auch schon So ein bisschen ein Plan oder ein bisschen eine Idee.
00:44:07: Ein Plan will ich nicht nennen, aber eine Idee im Hinterkopf.
00:44:10: Wenn ich zurückfliege von Neuseeland nach Europa, dann wird es, weiß ich nicht, Portugal oder Spanien oder sowas.
00:44:16: Und dann mit dem Fahrrad.
00:44:17: Also auch wieder mit dem Fahrrad nach Mainz reinfahren und dann Bodenheim oder, keine Ahnung, Russland.
00:44:21: Das ist auf jeden Fall, wäre auch Jahreszeitmäßig ganz gut.
00:44:25: Wenn Neuseeland Sommer ist, ist hier der Winter.
00:44:27: Und wenn ich dann in Neuseeland sozusagen durch bin, dann kommt hier der Frühling, dann kann ich hier schön in den Sommer rein.
00:44:33: Rollen sozusagen.
00:44:34: Das heißt langsam wieder ins Leben reinfahren?
00:44:35: Ja, ich glaube,
00:44:36: das kannst du nach so einer langen Zeit auf dem Fahrrad und dann einfach hier mit dem Flieger wieder ankommen.
00:44:43: Da wird sich, wie ich eben gesagt habe, da wird sich ja nur nicht mal lohnen, in Frankfurt das Fahrrad wieder auszupacken, aus der Kiste und zusammenzubauen, für die dreißig Kilometer nach Bodenheim zu fahren.
00:44:51: Dann fährst du wahrscheinlich doch mit dem Auto nach, nee, das kann ich nicht machen.
00:44:55: Das habe ich schon relativ früh gemerkt.
00:44:57: Ich habe vielleicht auch eine ganz gute Strategie zu sagen, pass auf, da bin ich vielleicht noch zwei, drei Wochen unterwegs.
00:45:03: oder vielleicht auch länger, um einfach dann tatsächlich die finalen Gedanken, okay, ich bin bald wieder im alten Leben in Anführungszeichen, aber das alte Leben gibt es ja so nicht mehr, was mache ich?
00:45:13: Genau, was mache ich?
00:45:15: Und natürlich gibt es da auch ganz wilde Spinnereien in meinem Kopf, die sagen, naja gut, Neuseeland, das war ja zu weit, wie es nur geht, von Deutschland weg.
00:45:24: Jetzt bist du schon so weit da unten, ob du jetzt nach Europa fliegst oder ob du nach Südamerika fliegst als Beispiel.
00:45:31: Das ist die gleiche Entfernung tatsächlich.
00:45:36: Vielleicht fliegst du noch nach Südamerika, nimmst du noch Südamerika mit und kommst dann nach Portugal und fährst nach Hause.
00:45:41: Also auch da, ja, ich habe für mich gesagt, zwei kritische Faktoren, das eines leider nach wie vor immer noch das Geld.
00:45:51: Entweder muss ich irgendwo halt dann das Budget aufstocken und arbeiten.
00:45:55: Das ist dann einfach die Entscheidung, die ich treffen muss irgendwann.
00:45:57: Wenn es dann mal kritisch wird, im Moment bin ich noch... in einem OK-Bereich.
00:46:03: und das andere ist der Faktor Spaß und Motivation.
00:46:06: Solange ich noch Spaß habe und Motivation habe, das weiter zu machen, werde ich das auch weiter machen, weiter verfolgen.
00:46:15: Gleich geht es weiter im Gespräch mit Pascal Eckert.
00:46:19: Pascal Eckert mit dem Fahrrad von Mainz nach Neuseeland, das ist sein Ziel bis nach Vietnam, ist er schon gekommen.
00:46:25: Aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen hat er eine Winterpause gemacht in Deutschland, aber jetzt geht es in Vietnam weiter.
00:46:32: Er ist mein Gesprächspartner.
00:46:34: Das Faszinierende ist ja, das kann man, glaube ich, auch in unserem Gespräch gar nicht darstellen.
00:46:38: Das ist ja die Unmenge von Menschen, die man kennenlernt.
00:46:41: Ich weiß nicht, du hast wahrscheinlich zu viele Lebensentwürfe gesehen.
00:46:45: Das ist ja unvorstellbar.
00:46:46: Ja,
00:46:46: genau.
00:46:47: Also, du siehst ja wirklich von, ja, traurigerweise keinerlei Lebensvorstellung in irgendwelchen unbekümmerten Dörfern im Hinterland von Indien bis zu den, ja, größten Lebensvorstellungen, die eben Leute mit viel Geld im Hintergrund haben, siehst ja wirklich alles auf der Reise.
00:47:08: Ich finde es halt auch ganz viele Gespräche, die dann stattfinden mit Menschen und die dich auf ganz andere Ideen bringen, die du so vorher vielleicht gar nicht gehabt hast.
00:47:18: Und was ich für mich daraus gezogen habe, sind hauptsächlich sehr flexible Lebensmodelle, die eben ein Großteil mit Spaß verbunden sind.
00:47:28: auch ein großteil glaube ich.
00:47:30: was ich gemerkt habe ist mit leben das draußen stattfindet kein kein job im büro sondern irgendwas was ich draußen machen kann wo ich unterwegs bin wo ich in der natur bin wo ich einen bezug mehr zu der welt einfach habe als irgendwie von dem bildschirm zu sitzen.
00:47:47: böse gesagt also das habe ich für mich auch gemerkt.
00:47:49: und da findest du die interessantesten menschen Nicht nur in den jeweiligen Ländern, sondern du überschneidest dich ja auch immer mal wieder mit anderen Reisenden.
00:47:57: und auch da sind sehr viele und mit der Dauer, je nachdem wie lang man zusammen ist, auch sehr intensive Gespräche natürlich geführt wurden.
00:48:06: Und du hast einfach den Horizont unglaublich erweitert, was die Möglichkeiten angeht, wie man sein Leben gestalten kann.
00:48:15: Und ich glaube, das Spannende ist, dass ich lernen hier auch viele Menschen kennen und witzigerweise ist dieses Thema glücklich oder unglücklich.
00:48:23: Es hat so wenig mit Geld zu tun.
00:48:25: Ja,
00:48:26: ganz wenig.
00:48:29: Das
00:48:30: ist verrückt.
00:48:30: Man denkt immer, wenn das und das eintrifft.
00:48:32: Aber nein, die Menschen, die am wenigsten haben, führen oft ein glückliches Leben.
00:48:37: Ja, das habe ich ganz stark auf dieser Reise kennengelernt und ist ja für mich selbst jetzt auch so.
00:48:43: Ich lebe ja auf einem sehr, ich will es noch nicht mal bodenständig nennen, sondern eigentlich sehr, ja, kleinen Budget und sehr, sehr sparsam und sehr sorglich.
00:48:58: Für
00:48:58: viele trotzdem noch Luxus, ne?
00:48:59: Für
00:49:00: viele trotzdem noch Luxus, genau.
00:49:01: Das ist wiederum die andere Seite.
00:49:02: Also das, was ich habe, ist für viele Luxus.
00:49:05: Andersrum für uns, für unsere westlichen Vorstellungen, vielleicht auch ein bisschen natürlich für unser, ja... Konsumverhalten für den Kapitalismus.
00:49:13: Unvorstellbar, was ich da mache.
00:49:15: Also ich lebe mit drei T-Shirts und drei Boxershorts, zwei paar Socken so ungefähr, jetzt mal ein paar Sachen in den Raum geworfen.
00:49:21: Das kann man sich einfach, können die Leute sich kaum vorstellen hier.
00:49:25: Aber das ist nicht das, was du brauchst.
00:49:27: Du brauchst keine Masse an Dingen, um glücklich zu sein.
00:49:30: Also ich hatte teilweise die besten Momente in den schwierigsten Situationen, gerade in den schwierigen Situationen.
00:49:40: wo du eigentlich denkst, das Wetter ist mies, mir geht es eigentlich nicht gut körperlich.
00:49:46: Also so viele Faktoren, die eigentlich nicht gut sind, vermeintlich nicht gut sind, aber du fühlst dich einfach frei, du fühlst dich einfach happy und du kannst einfach die Momente genießen, egal was außen rum passiert.
00:50:01: Du hast, auch in dem Podcast kann man das sehr schön hören, auch manchmal so ein bisschen gehadert, aber ich glaube, ich habe nie diesen Abbruchmoment gespürt.
00:50:10: Den hatte ich, ich weiß nicht, ob ich den vielleicht nicht so kund getan habe, aber so einen richtigen Abbruchmoment gab es eigentlich nie.
00:50:16: Also war auch mein Eindruck.
00:50:17: Das heißt, es gibt, glaube ich, so zwei, drei Episoden, wo man schon merkt, gerade kippelt es ein bisschen in der Stimmung, weil halt irgendwie, keine Ahnung, irgendwas Blödes passiert ist und dann irgendwie ist der Platz nicht schön und es kommen dann so tausend Sachen, es tut irgendwas weh.
00:50:33: Und ja,
00:50:34: kommen viele Sachen zusammen.
00:50:35: Also gerade, wenn gesundheitliche Dinge mit reingespielt haben, das war natürlich immer so ein Thema gewesen.
00:50:41: Wenn ich gesundheitlich Schwierigkeiten hatte, wenn es mir gesundheitlich einfach nicht gut ging, ich dann vielleicht auch nicht so viel Fahrrad fahren konnte.
00:50:48: Wenn das Wetter unglaublich, ja, mies will ich nicht sagen, aber anspruchsvoll auf jeden Fall war.
00:50:54: Also, wenn als Beispiel in Vietnam, als wir von Marco und ich damals von China nach Vietnam eingereist sind im Norden und wir hatten Drei Wochen lang jeden Tag über vierzig Grad und neunzig Prozent Luftfeuchtigkeit.
00:51:09: Du hörst nie auf zu schwitzen, auch nachts nicht.
00:51:13: Egal was du machst, das sind natürlich Dinge, die zähren dann irgendwann einfach an dir.
00:51:17: Das macht es einfach anstrengend und du kannst es nicht mehr so genießen.
00:51:21: Da ist ganz viel mentale Arbeit notwendig zu sagen.
00:51:25: Okay, ich gehe absolut an meinem körperlichen Limit jetzt hier jeden Tag aufs Neue, weil dann natürlich auch noch Berge hochfahren und so weiter.
00:51:33: Aber ich kann es trotzdem genießen.
00:51:34: Das ist ganz, ganz schwierig.
00:51:35: Wenn du körperlich so belastest wirst, dass du das dann trotzdem noch genießen kannst.
00:51:42: Und diese Momente sind schwierig.
00:51:44: Aber auch da habe ich jedes Mal wieder gemerkt.
00:51:50: Es gibt immer wieder gute Phasen.
00:51:51: Es gibt immer wieder auch schlechte Phasen.
00:51:52: Aber es gibt auch immer wieder gute Phasen.
00:51:54: Nach jedem Tief kommt auch wieder ein Hoch.
00:51:56: Und du kannst so viel Energie daraus ziehen, wenn du solche Situationen überstanden und einfach... körperlich und mental gemeistert hast und geschafft hast, dass das motiviert dich dann auch einfach weiterzumachen.
00:52:08: Deswegen so einen wirklichen Moment, wo ich sage, jetzt habe ich keinen Bock mehr, jetzt lass ich einfach alles stehen und liegen, fahre nach Hause.
00:52:14: Den gab es nicht.
00:52:15: Ich hatte natürlich Situationen.
00:52:18: Gut, aber das ist natürlich, ich sage mal, das ist ja eigentlich fast normal, hat ja hier einmal ein Tag, wo er sagt, heute läuft gar nichts und jetzt wird das den Tag rumgehen und morgen geht es weiter.
00:52:27: Ich glaube, du bist aber auch mit dieser mentalen Ausstattung losgefahren, sag ich mal.
00:52:32: Das war halt einfach, du wolltest an das Ziel kommen oder willst an das Ziel kommen und deswegen stellt sich diese Frage wahrscheinlich an.
00:52:37: Auch
00:52:37: mental einfach auf der Reise nochmal ganz anders gewachsen, für mich selber natürlich.
00:52:42: Wie du sagst, so Situation hat dann jeder mal, die kommen vielleicht auf so eine Reise ein bisschen öfter.
00:52:47: Also für mich gefühlt würde ich sagen, diese Ausschläge von gut und schlecht oder guten Tagen, schlechten Tagen, Höhen und Tiefen, die sind einfach zum einen... vielleicht ein bisschen mehr geworden und zum anderen dann intensiver.
00:53:02: Also die Hochmomente sind so viel mehr intensiv, dafür die tiefsten Momente vielleicht auch.
00:53:08: Und dann hast du so Situationen, wo du natürlich denkst, das habe ich nicht oft gedacht, aber das war dann meistens der Gedanke in so schwierigen Situationen.
00:53:16: Was mache ich hier eigentlich?
00:53:17: Warum mache
00:53:18: ich das?
00:53:18: Das ist so die Frage, die ich mir dann immer gestellt habe.
00:53:21: Warum mache ich das eigentlich?
00:53:22: Ich könnte einfach irgendwo in einem Café sitzen oder auf der Couch oder sonst irgendwas.
00:53:27: Warum mache ich das, wenn ich drei Tage am Stück ein Berg hochfahre in Tajikistan und mich quäle bis zum geht nicht mehr.
00:53:35: warum mache ich das?
00:53:37: ja wenn ich oben war
00:53:39: vielleicht für ein gutes Essen am Etappenziel?
00:53:41: ja.
00:53:41: also da gibt es so viele Antworten auf die auf die Frage.
00:53:45: und jedes mal wenn diese Situation dann eben wieder überwunden wurden wenn ich dann oben auf dem Berg ankam oder wenn es aufgehört hat zu regnen wenn es einfach kühler wurde oder du auch mal ein Zimmer bekommen hast mit einer Klimaanlage egal was dann wusstest du?
00:53:58: Okay, ich weiß wieder wofür ich das mache und ich kann dann auch eben diese schwierigen Situationen anders händeln, ich kann das anders ja mitnehmen schon fast und kann wieder die guten Situationen dann auch nochmal auf eine ganz andere Art und Weise genießen.
00:54:19: So, was erlebt man kulinarisch auf der Reise?
00:54:22: Was ist das beste Land?
00:54:24: Das beste Land, die beste Landfrage, die habe ich wirklich oft gehabt.
00:54:27: Die, da tue ich mir ganz, ganz schwer mit, die zu beantworten, weil ich für mich kein Land jetzt rauspicken würde, wo ich sag, das stand über allem.
00:54:37: Aber meistens auf diese Frage ist meine Antwort, die beeindruckendsten Länder waren oftmals die über die, über die du vorhaben wenigsten wusstest oder die, wo du sogar negative, wie sagt man, Einstellung oder negative?
00:54:54: Na ja, weil ich glaube natürlich, wenn du ohne Erwartungshaltung in dein Land fährst, kannst du ja im besten Fall nur positiv überraschieren.
00:55:01: Richtig.
00:55:02: Das ist in der Tat so und bei anderen Sachen.
00:55:04: Ich wollte aber noch am Schluss jetzt hier nochmal auf die Kulinarik.
00:55:06: Das heißt, wo
00:55:08: gibt es das beste Essen?
00:55:09: Ja, wo gibt es das beste Essen?
00:55:10: Das ist sehr subjektiv.
00:55:12: Sehr subjektiv.
00:55:12: Ich hätte jetzt Indien schon irgendwie...
00:55:14: Indien war unglaublich gut.
00:55:16: Das Essen sehr vielfältig.
00:55:18: Vielleicht nicht unbedingt das gesündeste, muss man sagen, aber eine riesige Vielfalt.
00:55:23: Da hast du halt immer das Ding, dass du ein bisschen aufpassen musst, was ist du, damit es dir nicht unbedingt schlecht geht.
00:55:28: Das
00:55:28: heißt, diese Straßenküchen und so was.
00:55:30: Genau, ja.
00:55:31: Oder
00:55:31: auch
00:55:31: mit der Schärfe, was ihnen ja jeder kennt.
00:55:33: Also, selbst wenn du sagst, bitte nicht scharf, dann wird es trotzdem scharf genug.
00:55:39: Wir haben mal so ein... Kochkurs gemacht, so ein Kochabend mit, ich weiß gar nicht, was für, also es war irgendetwas Asiatisches.
00:55:48: Und es hieß von der, ich weiß gar nicht, ich glaube, war sogar auch Vietnam, sie nannte es Baby Sharp und wir konnten es gerade so essen.
00:55:59: Also Baby-Scharf sagte sie immer und hat sich über uns lustig gemacht, aber bei uns hat alles gebrannt.
00:56:04: Die Schärfe in den Ländern, gerade jetzt auch Südostasien, das hat ein ganz ganz anderes Niveau.
00:56:09: Kulinarisch kann ich auch noch mit einwerfen der Iran und das war das was ich eigentlich eben sagen wollte.
00:56:13: Der Iran war für mich auf die Frage nach dem besten Land.
00:56:16: War der Iran oftmals die Antwort als bestes Land?
00:56:21: wenn ich das ins Verhältnis setze von den Erwartungen oder das was man im Kopf hat vom Iran gerade bei uns in der westlichen Welt und dem wie es tatsächlich ist der Unterschied war am größten.
00:56:32: bei allen anderen Ländern kannst du so ein bisschen sagen trifft vielleicht die Erwartung ein Stück weit immer zu.
00:56:38: natürlich war ich das auch ab.
00:56:39: aber der Iran hat von den Erwartungen und was wir für ein Bild vom Iran haben zu dem wie es tatsächlich ist die größte Diskrepanz gehabt.
00:56:47: also der Iran war für mich unglaublich schön, auch kulinärisch, landschaftlich, die Menschen.
00:56:55: Ich glaube, ich habe kein hilfsbereiteres und gastfreundlicheres Land erlebt als den Iran auf der Reise jetzt.
00:57:03: Ist für uns nicht so einfach vorstellbar?
00:57:06: Ich glaube, dass wir natürlich nur medial geprägte Bilder haben und die sollten wir alle mit Vorsicht genießen, weil das natürlich, es sind Ausschnitte, es sind Dinge, es sind politisch gefärbte Dinge.
00:57:17: Das heißt, eine politische Lage in einem Land sagt nicht über die Menschen in einem Land raus.
00:57:22: Also ich will nicht, oh Gott, das will nicht, ich will nicht sagen, dass der Iran ... Sag ich mal, politisch oder so ein tolles Land ist auf gar keinen Fall.
00:57:29: Wir können ja nur die Begegnung mit Menschen haben.
00:57:32: Wir sehen dann zwar auch das politische System, aber wir können das ja jetzt nicht ändern, aber Mensch kann nicht sofort in Austausch gehen.
00:57:39: Richtig.
00:57:40: Und das war das, was mich da sehr, sehr beeindruckt hat.
00:57:43: Also im Gegenteil, das ist genau das, was wir tun sollten, was du da machst, weil damit unterbindest du ja auch politische Systeme.
00:57:49: Wenn wir im Kontakt sind, wenn wir im Austausch sind, dann wird die Welt friedlicher.
00:57:54: Weil wir einfach merken, das sind
00:57:57: Menschen wie du und ich,
00:57:58: die
00:57:58: im Prinzip auch nur schauen, wie sie über die Runden kommen oder auch nur einfach glücklich sein wollen.
00:58:04: Die wollen auch einfach nur schöne Momente haben, happy sein, anderen Leuten helfen.
00:58:09: Und diese Spalterei oder sowas, das machen eigentlich nur Menschen, die letztendlich macht wollen.
00:58:14: Deswegen sollten wir das tatsächlich als große Botschaft reingehen.
00:58:18: Gleich geht es weiter im Gespräch mit Pascal Eckert.
00:58:24: Zwei Drittel seiner Fahrradreise von Mainz nach Neuseeland hat er bereits hinter sich gebracht.
00:58:30: Pascal Eckert, mein Gesprächspartner heute.
00:58:32: Jetzt hole ich mir das Versprechen ein.
00:58:34: Das hat jetzt schon einmal perfekt geklappt.
00:58:37: So in dreihundertfünfundsechzig Tagen oder vielleicht vierhundert Tagen, keine Ahnung.
00:58:41: Sehen wir uns dann wieder.
00:58:43: Wir werden uns mit Sicherheit hier wiedersehen.
00:58:45: Davon kannst du fest ausgehen.
00:58:48: In welchem Zeitrahmen?
00:58:49: Willst du dich nicht festzulegen?
00:58:51: Ich
00:58:52: habe jetzt einfach mal die letzte Etappe genommen und dann vielleicht keine Ahnung.
00:58:55: Aber
00:58:56: ich denke, in einem Jahr und ein halb, könnte das schon sehr gut passieren.
00:59:03: Vielleicht dann quasi, was haben wir jetzt, sechsundzwanzig?
00:59:06: Das ist verrückt, ich glaube, das wollen wir gar nicht hören.
00:59:08: Sommer, siebenundzwanzig, so, das könnte man mal grob anpeilen.
00:59:13: Dann wären es dann schon fast vier, stimmt.
00:59:15: Okay, Wahnsinn, ne?
00:59:16: Ja.
00:59:16: Ja.
00:59:17: Aber das habe ich mitgenommen auf der Reise.
00:59:20: Weil jetzt habe ich die Möglichkeit, jetzt bin ich auf der Reise.
00:59:24: Wenn ich irgendwann mal wieder zurückgehe in ein normales Leben,
00:59:30: ein
00:59:30: anderes Leben, dann werde ich sowas nicht nochmal anfangen.
00:59:34: Ich glaube, es gibt auch so eine Zeit dafür im Leben.
00:59:36: Das heißt, ich muss jetzt ganz ehrlich sagen, ich bin so einem Alter.
00:59:38: Ich würde mir das gar nicht mehr antun.
00:59:40: Ich weiß nicht, ob ich jetzt mit vierzig dafür in dem
00:59:43: besten,
00:59:44: guten Alter bin.
00:59:45: Aber ja.
00:59:45: Aber es
00:59:45: geht noch.
00:59:46: Ich glaube, es hat ja auch was mit einer gewissen Kraft zu tun, die man auch präsent wird.
00:59:49: Wenn ich jetzt höre, zwei Hundert Kilometer, dann denke ich, boah, lass mir die Ruhe.
00:59:53: Ja.
00:59:53: Ja, das denke ich mir auch manchmal, kann ich dir sagen.
00:59:57: Und wo man sich dann vielleicht andere Dinge vorlegen muss.
00:59:59: Aber ich glaube, es ist ein schönes Beispiel.
01:00:01: Wir sollten, glaube ich, das ist immer das berühmte Raus aus dieser Komfortzone öfter mal.
01:00:08: Und das gibt es halt auch im Kleinen.
01:00:09: Also es muss jetzt nicht immer die große Reise durch die ganze Welt sein.
01:00:13: Manchmal einfach nur, wenn ich vielleicht den Fremden auf der Straße anspreche oder wenn ich irgendjemand helfe.
01:00:19: Es gibt so viele Gelegenheiten, wie wir täglich, sag ich mal aus diesem... Aus dieser Zone, die uns das so einfach macht, weil es immer gleich ist, rausgehen und es führt zu guten Begegnungen.
01:00:29: Ja, einfach aus der Routine, richtig.
01:00:31: Macht die Welt besser.
01:00:32: Ja.
01:00:33: Einfach auch in den Austausch, in Gesprächen mit Leuten gehen, weil auch im Gegenzug die Dankbarkeit, die man da erfährt, wenn man eben dann mal jemanden einfach anspricht, jemandem was hilft, jemandem zu sich einlädt, wie auch immer, weil das ist ja die Dankbarkeit, die ich den Leuten jetzt auch entgegen bringe.
01:00:51: Ich bin den Leuten un... Endlich dankbar, die mir vielleicht teilweise einfach nur am Straßenrand eine Flasche Wasser geben, wenn es bei vierzig Grad mal wieder runter brennt.
01:01:01: Ja, das ist aber das, was du dann brauchst.
01:01:02: Genau, das ist das, was ich brauche.
01:01:03: Aber es ist trotzdem für mich nicht selbstverständlich, das zu machen.
01:01:09: Dieses Mindset gewinne ich oder habe ich gewonnen, dass das mehr oder weniger selbstverständlich sein sollte.
01:01:13: Einfach solche Dinge.
01:01:15: Und das passiert mir im täglichen Leben.
01:01:17: Also ich kriege ständig irgendwelche Kleinsten Einladung und wenn der Restaurant besitze einfach nur sagt du alles gut das Essen geht auf mich so.
01:01:26: Das ist das ist nun jetzt in Vietnam gesprochen in Euro-Fünfzig oder so.
01:01:31: das ist jetzt nicht die Welt.
01:01:32: aber trotzdem die Geste
01:01:33: erstmal für dort
01:01:35: für dort die gefällt sind natürlich auch noch mal anders klar.
01:01:38: aber
01:01:38: die Geste und alles was damit zusammenhängt das das kannst du mit Geld nicht aufwiegen.
01:01:46: das ist die Dankbarkeit, die ich den Leuten dann entgegenbringe und das merken sie natürlich auch und freuen sich darüber.
01:01:52: Sie freuen sich dann auch einfach eben ein bisschen einen Austausch mit mir zu haben.
01:01:55: Also
01:01:56: gut, du hast ja viele Geschichten dabei als Ausgleich, was ja auch ein Wert hat, was bestimmt für viele, die vielleicht auch aus ihrem Dorf oder so was nicht rauskommen, dann auch so was, wo ja ja auch dann spannend ist, Menschen zu hören, die von anderen Stellen berichten.
01:02:09: Ja, die auch einfach gar nicht die Möglichkeit haben, sei es jetzt finanziell oder auch vielleicht ja politisch, wie du schon gesagt hast.
01:02:16: Wo der Reisepasses gar nicht hergibt, dass sie
01:02:18: große Reise rauskommen.
01:02:20: Die haben einfach gar nicht die Möglichkeit.
01:02:23: Also auch da, das ist sehr, sehr umfangreich.
01:02:27: Also mögen dir die Hersteller alle Teile, die du brauchst, wohl gesonnen sein weiterhin.
01:02:33: Ich glaube, es wird immer einen guten Weg geben, dass irgendwelche Dinge zu dir kommen, egal,
01:02:39: über welche Mäge.
01:02:39: Es gibt immer eine gute Lösung für alles, egal für welcher Situation.
01:02:44: Das ist auch so ein Ding, das habe ich auch.
01:02:46: sehr stark gemerkt.
01:02:47: Dinge passieren, das muss man dann einfach irgendwo akzeptieren.
01:02:50: Schlechte Dinge können auch mal passieren, aber es gibt für alles irgendwie eine Lösung und es geht immer irgendwie weiter.
01:02:55: Es geht weiter.
01:02:56: Also da braucht man deswegen nicht irgendwie dann schlechte Laune haben oder so, weil die bringt dich auch nicht weiter im Gegenteil.
01:03:03: Positiv und weiter nach vorne und dann funktioniert es und dann werden auch wieder gute Dinge zu dir kommen.
01:03:09: Wer möchte kann Thrive Side heißt der Podcast.
01:03:12: Überall wo es Podcast gibt.
01:03:13: Einfach vielleicht auch den ersten Teil der Reise oder den größeren Teil vermutlich mal.
01:03:18: Noch mal mit allen Gefühlsschwankungen hören.
01:03:20: Man merkt halt auch es logischerweise.
01:03:22: das ist aber glaube ich auch normal.
01:03:24: Es nimmt halt nach hinten auch ein bisschen ja.
01:03:26: Das heißt am Anfang wart ihr glaube ich noch ganz ganz ganz schön ordentlich dabei.
01:03:30: Ich glaube aber es ist manchmal auch okay.
01:03:32: Also ich habe mich da auch mal gefreut wenn ich nach ein paar Wochen irgendwie wieder ein Lebenszeichen gehört habe.
01:03:36: Das ist erstmal alles in Ordnung.
01:03:39: Und dann hast du halt einfach in der Stunde alles erzählt, was passiert ist.
01:03:42: Und manchmal ist es, glaube ich, auch schwierig.
01:03:44: Also ich könnte mir das vorstellen, dass es ein bisschen langweilig ist in Australien, jeden Abend etwas zu erzählen.
01:03:50: Ja, ich meine, wenn du fünf Tage am Stück nur zweieinhalb Kilometer durch die Wüste fährst, wird nicht so allzu viel passieren.
01:03:56: Wobei für mich ja auch gerade der Mentalaspekt eine sehr große Rolle gewonnen hat, einfach das auch mal mental nach außen zu tragen.
01:04:05: Und da habe ich natürlich glaube ich für mich selber eine Entwicklung auch mitgemacht einfach offen und ehrlich über mentale Herausforderungen über Gefühle über Emotionen zu sprechen.
01:04:16: wie fühle ich mich dabei?
01:04:17: wie geht es mir damit?
01:04:18: und und wo hatte ich auch einfach mental und das ist vielleicht so ein bisschen auch ja heutzutage ich kann es nicht ganz einschätzen aber von meinem Gefühl er ist gerade so das mentale immer noch so ein tabuthema so ein bisschen in deutschland so sich mental zu öffnen sich ja verletzlich zu zeigen auch in einem gewissen umfang weil wenn man sagt ich hatte dann meine probleme ich war da einfach nicht mental stark ich war da schwach machst du dich ja irgendwie auch ein bisschen angreifbar oder verletzlich und da tun sich die leute glaube ich nach wie vor schwer mit.
01:04:54: und dann habe ich einfach nach und nach gemerkt irgendwo geht jedem so und es sollte kein problem oder tabu sein darüber reden zu können.
01:05:06: Das Problem ist, du schließt ja nicht nur... Ja, das ist ja nicht nur ein Schutz, sondern du schließt viele positive Dinge damit aus.
01:05:14: Das ist eigentlich das Problem und deswegen sollten wir dafür viel offener werden.
01:05:18: Das ist von... Ich meine, du hast Leute, die... Es gibt zum Beispiel in Deutschland, wenn du halt befördert wirst und merkst, dass es misst, dann musst du halt dich äußern können.
01:05:28: Ich will hier nicht sein, ja.
01:05:30: Und gute Unternehmen holen dich dann auch wieder zurück.
01:05:32: an die Stelle, wo du gut warst.
01:05:34: Ja, das sind so Beispiele und das ist aber das, weil wir nicht reden.
01:05:37: Genau, ja, ja.
01:05:38: Und dann hast du viele unzufriedene Leute und das führt halt dann auch zu nicht schönen Dingen.
01:05:44: und deswegen sollt mir von deinen Erlebnissen lernen, das ist einfach zu schauen, dass man das Beste aus dem Leben macht, zum besten Zeitpunkt, den ich jetzt gerade habe, nur jetzt.
01:05:53: Und wenn dann halt mal die Kreditkarte weg ist, dann muss ich halt gucken, wie komme ich über die nächsten zwei Wochen.
01:05:59: Genau.
01:06:01: Und wie kriege ich die neuen?
01:06:02: Wie
01:06:02: finde ich eine Lösung dafür, richtig?
01:06:03: Und das ist aber auch das Feedback, was ich von den Leuten bekommen habe.
01:06:06: Also ich habe ja ganz oft Nachrichten dann auch bekommen auf diversen Wegen, wo die Leute mir einfach geschrieben haben, dass sie sehr beeindruckend finden, dass ich auch so offen über problematische Dinge oder Probleme, die ich mit mir trage, die ich habe, gerade im mentalen Bereich, dass ich offen darüber reden kann oder immer mehr und mehr offen in dem Thema werde.
01:06:27: Das finde ich ganz wichtig auch deswegen.
01:06:30: Klar, passiert nicht jeden Tag was unglaublich Spannendes, aber mit mir selber passiert doch schon jeden Tag immer was Neues und schon recht viel.
01:06:41: Und das versuche ich dann irgendwie auch ein bisschen zu transportieren und nach außen zu bringen.
01:06:45: Deswegen nach wie vor finde ich den Podcast ein unglaublich spannendes Thema.
01:06:50: Ich muss für mich eine neue Routine, glaube ich, finden, einfach da einen zeitlichen Rahmen.
01:06:57: abzustecken, wann mache ich das, wie mache ich das, aber dann ist das ja auch eine Reflexion mit mir selber, weil ich verarbeite die Dinge ja auch, indem ich sie nochmal wiedergebe, indem ich nochmal darüber nachdenke.
01:07:09: Ein Laut vor allen Dingen.
01:07:10: Vor allem laut, genau.
01:07:11: Und ich habe mir mal alte Folgen von mir angehört, von mir selber, ist natürlich immer erstmal ein bisschen ungewohnt, sich selbst so zu hören, aber dann merkst du auch, was für eine Wandlung du auch gemacht hast, was für eine Entwicklung du auch gemacht hast vom Anfang bis jetzt.
01:07:24: Und wie du eben auf die Dinge reagierst, wie du mit Herausforderungen, mit Schwierigkeiten umgehst.
01:07:29: Ich glaube, es ist natürlich auch so eine Verdichtung von Ereignissen, die du hast, ist wahrscheinlich für dich auch wertvoll, zu merken, ach guck mal, das war ja auch da.
01:07:36: Ja,
01:07:37: ja, das verschwimmt alles total.
01:07:40: Also ich habe regelmäßig... So Flashbacks würde ich mal nennen, wo mich Sachen, wenn ich dann irgendwo mal wieder drei, vier Tage in der Stadt oder in einem Ort bin und ein bisschen runterkomme, wo mich die ganzen Eindrüge der letzten zwei Wochen über eine Welle überrollen, weil du das im täglichen, das kannst du so gar nicht verarbeiten.
01:08:00: Du nimmst so viele Dinge wahr, jeden Tag passiert irgendwas Neues, du schläfst immer an einem anderen Ort oder in der Regel an einem anderen Ort.
01:08:08: Auch daher hast du ja keine Routine.
01:08:09: Du bist nicht immer abends wieder in deinem Bett.
01:08:11: Klar ist das Zelt das gleiche.
01:08:12: Meine Luftmatratze ist das gleiche.
01:08:14: Aber ich bin immer woanders.
01:08:15: Ich habe immer ein anderes Umfeld.
01:08:16: Es sind immer wieder andere Leute da.
01:08:18: Es gibt immer wieder neues zu erfahren, spannende Gespräche.
01:08:21: Weil die Leute kennen mich ja auch nicht.
01:08:23: Die haben mich auch noch nie vorher gesehen.
01:08:24: Und am nächsten Tag treffe ich wieder neue Leute.
01:08:26: Und diese Eindrücke überhaupt im täglichen alle wahrzunehmen.
01:08:32: Und auch bewusst wahrzunehmen, dass das fast unmöglich.
01:08:36: Und dann ist der Podcast natürlich für mich auch eine sehr gute Form für mich selber, Dinge dann, ja, Therapie zu reflektieren und mir auch nochmal später dann ins Gedächtnis rufen zu können.
01:08:48: Genieße die letzten Stunden in Deutschland.
01:08:50: Sie sind dann erst mal für viele, viele Hundert Tage die Letzten.
01:08:55: Und ich wünsche dir wie gesagt viel Glück auf der weiteren Reise und viele gute Gedanken.
01:09:01: Vielen Dank.
01:09:02: Ich werde ich machen.
01:09:03: Wenn ich rausguck und den Schnee sehe, bin ich jetzt wettertechnisch auf jeden Fall nicht so böse wieder ins Warme zu kommen.
01:09:10: Aber ja, es ist ein lachendes und weinendes Auge ganz klar.
01:09:15: Also schwierig sich von den Leuten dann immer wieder zu verabschieden.
01:09:19: Weil es eben auch diese Ungewissheit hat, wann komme ich wieder?
01:09:24: Weil es keinen fixen Zeitpunkt dafür gibt.
01:09:28: Das macht es nochmal ein bisschen schwerer für mich auf jeden Fall.
01:09:32: Gut, dass der Rückflug gebucht
01:09:33: war.
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