Grenzenlos lebendig – im Gespräch mit Julia Schmitz
Shownotes
Was passiert, wenn man den sicheren Weg verlässt – und dem eigenen inneren Kompass folgt?
In dieser Episode spreche ich mit Julia Schmitz: ehemalige Lehrerin, Weltenbummlerin, Jongleurin, Moderatorin, Unternehmerin und heute Leiterin der ersten deutschen Moderatorenschule.
Julia erzählt von 66 bereisten Ländern, von Social-Circus-Projekten in Afrika, von großen Bühnen und stillen Meditationsretreats. Sie spricht offen über ihren Ausstieg aus der Beamtenlaufbahn, über Selbstständigkeit, über Krisen, einen folgenreichen Mückenstich – und darüber, wie sie ihre Lebendigkeit wiedergefunden hat.
Wir reden über:
Moderation, Stimme und Wirkung
Reisen als Lebenselixier
Mutige Entscheidungen und ungelebte Träume
Persönlichkeitsentwicklung jenseits von Kalenderweisheiten
ihr Buch „Grenzenlos lebendig“ und die Frage: Was macht dein Leben eigentlich wirklich saftig?
Ein Gespräch über Freiheit, Energie, Neugier – und darüber, warum man nicht warten sollte, bis „irgendwann“ beginnt.
🎧 Reinhören lohnt sich. Für alle, die spüren: Da geht noch mehr.
https://logoinstitut.de/ https://grenzenlos-lebendig.my.canva.site/
Transkript anzeigen
00:00:00: Mein heutiger Gast ist weiblich.
00:00:01: Name.
00:00:04: Julia Schmitz.
00:00:05: Die Frage, die man Frauen nicht stellt, ich mache es trotzdem immer wieder alter.
00:00:10: Geburtsort.
00:00:12: Frankfurter Main.
00:00:14: Beruf.
00:00:16: Moderatoren-Trainerin, Moderatoren-Jongleurin, sehr vielseitig und Weltenbummler.
00:00:24: Okay, ist Weltenbummler dann auch schon?
00:00:26: die nächste Antwort auf die Frage nach den Hobbys?
00:00:30: ist ein großes Hobby, aber auch ein Lebenselixier tatsächlich.
00:00:34: Und das zweite große Hobby ist, jonglieren oder alles, was mit Bewegung, Kunst, Bewegungskunst zu tun hat und Fotografie und Film.
00:00:43: Hast du so etwas wie ein Lebensmutterung?
00:00:46: Musst jetzt kein Spruch sein, sondern einfach, wie du Dinge vielleicht anpackst.
00:00:52: Lebe das Leben bunt und saftig.
00:00:56: Sehr gut.
00:00:56: Die Menschen, die mit dir zu tun haben, was meint du sagen die über dich?
00:00:59: Was macht dich aus?
00:01:00: Woran erkenne ich dich?
00:01:02: An der Energie, glaube ich, an dem Lachen, an der Fröhlichkeit und Leichtigkeit, dass sagen viele Menschen zu mir, dass es sich lebendig anfühlt, wenn sie mit mir unterwegs sind.
00:01:10: Julia Schmitz ist meine Gesprächspartnerin.
00:01:13: Wie man sich grenzenlos lebendig fühlt, das wird heute noch Thema im Gespräch mit Julia Schmitz.
00:01:19: Bist du ein richtig Frankfurter Mädchen?
00:01:21: Einem Hessemedel vor allem.
00:01:26: Das heißt Geburtsort Frankfurt und ich meine heute hast du ja auch noch deine Wirkstätte definitiv zumindest mal in der Nähe von Frankfurt.
00:01:33: Das heißt du bist dem schon treu geblieben.
00:01:36: Wieder.
00:01:37: Ich war in zehn Jahren und treu gewesen im Bade-Ländle.
00:01:40: im Freiburg.
00:01:42: Da war ich zehn Jahre Lehrerin für französisch und Sport.
00:01:44: Und das war auch wunderschön.
00:01:46: Als Sportlehrerin hier im Schwarzwald gigantisch.
00:01:49: Da bin ich auch gerade tatsächlich, wo wir das Interview führen, mal wieder in der alten Heimat.
00:01:54: Viel zu schnell, viel zu schnell.
00:01:56: Erzähl mir, was Kindheit war dann aber in Frankfurt oder in der Nähe von Frankfurt?
00:02:00: Genau, im Taunus tatsächlich.
00:02:01: Kindheit, Schule, alles.
00:02:03: Auch Studien, weil meins.
00:02:05: Also ich bin nicht weit gekommen, sehe ich mal nach Mavitur.
00:02:08: Dann ging es aber langsam los, dass mich das gehen schon ein bisschen angefixt hat, weil ich dann mein Auslandsjahr in Lausanne am Genfersee gemacht habe, um dort richtig gut Französisch zu lernen.
00:02:20: und dann ging es weiter durch verschiedenste Auslandsaufenthalte und auch viele Weltenbummler-Sachen.
00:02:26: immer in den Semesterferien war ich immer sehr, sehr viel unterwegs.
00:02:29: Das hat mal gestartet mit Kanada im Rucksack und mittlerweile sind es sechsundsechzig Länder, die ich im Gepäck habe.
00:02:35: Wow, das heißt, wenn ich jetzt aber hier schon diese ganzen Studiengänge, die ganzen Sprachen höre und alles, was du so gemacht hast, Abitur auf alle Fälle, das heißt, du warst eine gute Schülerin.
00:02:45: Ich war ziemlich gut, ja.
00:02:46: Das muss ich tatsächlich sagen.
00:02:49: Also tatsächlich, mir hat Lernen total viel Spaß gemacht.
00:02:52: Ich fand das immer wie so ein Buffet.
00:02:55: Ich konnte da irgendwie aus allem was rausholen und jetzt, ich meine, so Chemie war es nicht so... Meins, aber ich konnte aus allem immer irgendwie was finden und fand das echt richtig cool.
00:03:05: Ich glaube, das ist auch ein Grund, warum ich mal ursprünglich Lehrerinnen geworden bin.
00:03:09: Das heißt, ist dir auch leicht gefallen?
00:03:11: Also ist dir zubefallen, wie man so sagt?
00:03:13: Ja, also fürs Abi habe ich schon ganz ordentlich gelernt, aber der Rest, also sprachen viel mehr wahnsinnig leicht.
00:03:19: Es fällt mir bis heute wahnsinnig leicht.
00:03:20: Also auch wenn ich mal länger im Ausland bin, kann ich das relativ schnell gut, so dass ich mich mit den Locals gut verständigen kann.
00:03:28: Hast du denn nach der Schule sofort gewusst, wo das hingehen soll, was du machen willst?
00:03:33: So ist ich bis fünfunddreißig nicht.
00:03:35: Auch wenn ich dann schon Lehrer war, aber dahin habe ich tatsächlich viel gemacht, was man halt so macht, nach dem Abitur, dass man dann studieren geht.
00:03:46: Eigentlich war mein total großer Traum als Zirkusartist durch die Welt zu gehen.
00:03:49: Aber das habe ich mich damals nicht getraut, weil das macht man eigentlich nicht, wenn man von so einer Schule wie dieser Schule, wo ich in Königstein war, da ging man danach, weiß ich auch nicht, an die Apps studieren im Rheingau oder ins Ausland direkt.
00:04:05: Da mit dem Zirkus loszuziehen, war irgendwie komisch.
00:04:07: Und dann habe ich natürlich den Kompromiss gewählt und bin Sportlehrerin geworden, weil da konnte man das ja verbinden und das Reisen natürlich auch in Ferien schön bezahlt.
00:04:15: Das Reisen war eine coole Zeit.
00:04:17: Plus, dass das Sabbatjahr ja immer ausstand.
00:04:20: Und das war tatsächlich für mich ein Treiber als Lehrer.
00:04:22: Sobald es möglich war, das Sabbatjahr zu beantragen, weil da darfst du ja zwei Jahre arbeiten, dass nur zwei Drittel bezahlt und kannst Dritte ja gehen, wenn es auch zwei Drittel bezahlt.
00:04:32: Ist das noch so ein ungelebter Traum?
00:04:34: hier noch mal im Zirkus durch die Lande zu ziehen?
00:04:37: Ich habe es gemacht.
00:04:42: Ich habe es jetzt nie als Vollartist gemacht in einem Programm.
00:04:46: Ich bin dann später eben, weil ich auch meine nächsten Arbeitsarbeit über Social Circus geschrieben habe oder überhaupt, sagen wir mal so, Persönlichkeitsentwicklung.
00:04:55: über Zirkuskünste, vor allem bei Kindern, weil als Sportlehrer lag das ja nah.
00:04:59: Und ich habe durch ein Projekt, was ich seit über zwanzig Jahren mit Betreue oder immer wieder hinfahre, in Kapstadt, die Sipsap Circus School, die machen eben Social Circus und holen praktisch Kinder aus den Townships in den Zirkus, in das Zirkusprojekt, damit sie einfach eine neue Perspektive finden können, raus aus den Drogen, weg von der Straße oder andere schwierige Verhältnisse einfach.
00:05:22: Und das hat mich damals so fasziniert, dass ich eigentlich gerne in Kapstadt geblieben wäre und da einfach das für immer gemacht hätte.
00:05:28: Aber das ist natürlich mit der Bezahlung so eine Sache.
00:05:31: Das ist viel volunteer Work, es ist viel Social Work.
00:05:34: Also da braucht es einfach noch einen anderen Job.
00:05:37: Und dann habe ich das dann halt hier in Deutschland mit Kindern gemacht und bin immer wieder dann runtergefahren in den Ferien.
00:05:42: Ja, wobei das ist mit vielen schönen Dingen, da fehlt oft dann die richtige Bezahlung.
00:05:47: Das ist leider tatsächlich so.
00:05:48: Ich habe jetzt schon ein Studium in Mainz gehört.
00:05:51: Das heißt, was hast du in Mainz studiert und an der Uni?
00:05:55: Genau, da habe ich damals Französisch und Sport auf Lehramt studiert, weil ich tatsächlich schon immer den Traum hatte, zum Fernsehen zu gehen.
00:06:02: Und da ja bekanntlicherweise Thomas Gottschalk, Nina Ruge, Carmen Nebel sind ja alle Lehrer, die dann zum Fernsehen gegangen sind.
00:06:09: Da dachte ich, ich mache das auch.
00:06:11: Das war aber natürlich dann auch später eine andere Zeit.
00:06:14: oder es ist bis heute ja immer schwieriger geworden einfach auch so als Quernstieg da reinzukommen und ich habe damals Praktika beim ZDF gemacht, das war grandios.
00:06:22: So richtig den Fuß habe ich immer nicht in die Tür gekriegt und dann habe ich doch erstmal den sicheren Weg gewählt für zehn Jahre.
00:06:28: Okay.
00:06:29: Ja, das ist manchmal im Leben so.
00:06:33: Ich hatte ja Glück.
00:06:34: Ich habe das ja auch früh festgelegt, was ich mache.
00:06:35: Und ich hatte wirklich immer Glück und bin in Sachen reingestolpert.
00:06:38: Aber man muss dann auch mit einer sehr großen Unsicherheit leben.
00:06:42: Das ist tatsächlich so.
00:06:43: Und das, was ich gemacht habe, ist für viele Menschen, glaube ich, nicht das Richtige.
00:06:48: Weil wenn du manchmal nicht weißt, wie du am Anfang den ganzen Monat so finanzierst.
00:06:52: Und das gehört gerade, sag ich mal, bei Medienschaffenden halt insbesondere, wenn halt der Erfolg noch nicht da ist, halt dazu.
00:06:59: Ich glaube, das ist aber in jeder Selbstständigkeit so.
00:07:01: Also ich darf das ja jetzt auch mal erfahren, seit mittlerweile fünf, sechs Jahren.
00:07:06: Also das ist, glaube ich, am Anfang.
00:07:08: Da jongliert man ja wirklich viele Bälle in der Luft, im wahrsten Sinne des Wortes.
00:07:12: Also ich glaube, ich habe in den ersten drei Selbstständigkeitsjahren nochmal fünf Studiengänge gemacht, gefühlt von Marketing, Steuern, Unternehmensführung, Mitarbeiterführung und das alles.
00:07:23: Bis man zu eigentlichen Arbeit kommt, hat man eigentlich schon Arbeitstag hinter sich.
00:07:27: Total.
00:07:28: Und das war für mich wirklich tatsächlich neu, weil ich nach zehn Jahren Lehrerin, ich war fair, beamtet.
00:07:35: Da war alles sicher.
00:07:37: Da kam mir Geld, ob du viel gearbeitet hast oder nicht oder ob du tolle Arbeit geleistet hast oder nicht.
00:07:43: Deswegen ist das jetzt natürlich etwas anderes und da darf man einfach mit umgehen lernen.
00:07:48: Das ist ein saisonales Geschäft manchmal.
00:07:51: Dennoch würde ich es nicht mehr tauschen wollen,
00:07:53: diese Freiheit.
00:07:54: Oh Gott, was hat denn die Familie gesagt, hier das sichere Beamtenlaufbahn aufgeben?
00:07:58: Oh Gott, oh Gott, oh Gott.
00:08:00: Genau, das hat mich auch tatsächlich lange gehindert, das wirklich zu tun, weil ich glaube, mein Vater hat innerlich einen halben Herzenfalt gekriegt, weil er war halt auch Beamter.
00:08:11: Und das war ihm, glaube ich, nicht geheuer, als ich ihm das gesagt habe, aber dennoch, ich meine, es ist mein Leben.
00:08:17: Und da habe ich jetzt dann doch ein paar Jahre gebraucht, wirklich diese Sicherheit zu finden oder auch zu finden, was ist das wirklich, was mich bewegt.
00:08:24: Und das ist das, was es heute ist, damit hätte ja kein Mensch gerechnet, weil ich immer dachte, ich mache dann was Kreatives, die Genlage wird da rein spielen.
00:08:32: Da habe ich eine Zeit lang Speaking gemacht, das mache ich bis heute, aber das ist auch bis mal da Fußfast.
00:08:37: Dann habe ich was mit Kindern gemacht, dann wollte ich was für Kinder aufziehen, was außerhalb der Schule ist und auch mit Reisen zu tun hat.
00:08:43: Ich habe zum Beispiel die Inspiration Cams gegründet, wo Kinder ... oder schon kurz vorm Abitur sagen, wo ich weiß noch nicht genau, was ich machen will.
00:08:52: Das war so eine Mischung aufs Coaching und Vorbereitung auf Reise, volunteer Projekte und auch natürlich, wer bin ich eigentlich?
00:08:59: Was will ich eigentlich?
00:09:01: Und da hatte ich aber zum Beispiel gar keine Ahnung von Marketing zu der Zeit.
00:09:05: Deswegen ist das auch nicht so wirklich geflogen, weil ich ja nicht wusste, wie spricht man die richtigen Leute an?
00:09:10: Warum sollten Kinder in den Ferien noch solche Projekte machen, die ja auch zu bezahlen sind?
00:09:16: Also das war alles nicht so einfach.
00:09:17: Bis heute finde ich dieses Projekt immer noch toll.
00:09:20: Und im Nachhinein mache ich eigentlich jetzt mit diversen Coaching-Reisen, die ich auch nebenbei noch anbiete, eigentlich genau das, nur mit einer anderen Zielgruppe mit Erwachsenen, die wieder Leichtigkeit und Lebendigkeit haben wollen.
00:09:32: Gleich geht es weiter im Gespräch mit Julia Schmitz.
00:09:34: Moderieren, sprechen und reisen, das sind ihre Themen.
00:09:38: Julia Schmitz ist meine Gesprächspartnerin.
00:09:40: Richtig rausgehört, das heißt du warst dann zehn Jahre Lehrerin in Freiburg?
00:09:45: Nenne ihr von Freiburg, genau.
00:09:47: Das ist ja durchaus, sag ich mal, von der Region sehr reizvoll und sehr schön und könnte auch ein Platz fürs Leben sein, oder?
00:09:55: Genau, also das war auch, dachte ich, für sehr, sehr lange mein Platz fürs Leben und sollte es eigentlich auch so bleiben.
00:10:01: Doch war dann einfach irgendwann das Gefühl, da gibt es, glaube ich, noch mehr als dreißig Jahre Lehrer zu sein.
00:10:07: und gerade hier die Schwarzwaldstädte, die sind wahnsinnig schön, die sind pittoresk, da ist das Leben ruhiger, das ist schon toll.
00:10:17: doch mir war es, ehrlich gesagt, ein bisschen zu klein und zu eng und zwar auch weit weg vom Flughafen.
00:10:21: und wo die jetzt den Freiburger Flughafen mit Milos und Basel?
00:10:25: keine Frage.
00:10:26: Aber da, wo ich herkomme, ist halt Frankfurt und da kam ich schnell in die Welt und das Reisen war irgendwie nach dem Sabbat.
00:10:33: Ja, tatsächlich hat es bei mir einen riesen Knick gegeben, weil mir die Welt so gut gefallen hat und ich gemerkt habe, was da alles noch möglich ist.
00:10:39: Da ist der Horizont so groß gewesen und wenn du dann wieder zurück in den Arbeitsalltag kommst.
00:10:45: Da ist es einfach nicht mehr wie vorher.
00:10:47: Ich sage immer, das ist ein Gefühl gewesen wie ein zu eng gewordener Pulli, der einfach ausgedient hatte und dann begann Persönlichkeitsentwicklung im riesengroßen Stil.
00:10:56: Also ich meine, jeder von uns jetzt zum Glück ist jeder anders.
00:10:59: Aber ich finde auch die Vorstellung, dass du, also egal was du machst, auch in kreativen Berufen machst du natürlich Dinge, auch immer wieder ähnliches.
00:11:09: Das heißt, es gibt immer wieder Holungen.
00:11:11: Aber es gibt dann doch so Berufe, wo ich sage, wo du gerade gesagt hast, ich meine, wenn du jetzt Sport und französisch unterrichtest, es ändert sich halt nicht ganz so viel.
00:11:21: Das heißt, du weißt, du machst das dann vier Jahrzehnte oder vier und ein halb Jahrzehnte.
00:11:27: Und ich kann das nachvollziehen, das wäre mir auch langweilig.
00:11:31: Ich glaube, mein Knick war auch das... Ich bin auch Lehrerin geworden, vor allem für die außerunterrichtlichen Projekte, weil das hat mich selbst in der Schule immer total gereizt, jetzt über Klassenfahrten hinaus, Projekte, die über ein ganzes Schuljahr ging, ob das Musical-Projekte, Theater-Projekte, Filmprojekte waren, schon in meiner eigenen Schulzeit.
00:11:51: Ich bin da total schnell reingerutscht, kaum hatte ich meine erste Lehrerstelle und ich muss dazu sagen, ich war in einer grandiosen Schule.
00:11:57: Also die hatten so viele Angebote, die hatten Sportschwerpunkt, die haben mich tatsächlich engagiert damals.
00:12:04: Ich wollte ja gar nicht mehr Lehrerin werden schon nach dem Referendariat, weil ich nach dem Referendariat direkt erstmal Journalismus studiert habe.
00:12:10: Aber meine Ausbilderin von Französisch wusste, dass ich nicht im Lehrerjob bin und hat mich dann nach einem dreiviertel Jahr, wo ich schon Journalismus studiert habe, angerufen hat, gesagt, also unsere Schule hätte ein kleines Fernsehstudio und da würden wir gerne jemanden haben, der gut ausgebildet ist und auch noch Lehrer ist.
00:12:28: und da haben sie mich eigentlich mit gecatched damals.
00:12:30: Und das war auch wirklich die ersten fünf Jahre für mich grandios, weil ich beides verbinden konnte.
00:12:35: Ich habe es mit wahnsinniger Leidenschaft gemacht.
00:12:37: Tatsächlich kam dann aber die G-neuen G-acht und da waren die Kinder verständlicherweise, weil sie einfach dadurch bis plötzlich vier Uhr oder fünf Uhr manchmal in der Schule waren, nicht mehr so offen für AGs oder sowas, was man halt sonst am Nachmittag gemacht hat und mit viel Zeit und Leidenschaft, wo man manchmal auch nächstem Studio verbracht hat und so.
00:12:56: Das war dann nicht mehr so... Ja, es war einfach anstrengend, weil es nicht mehr so viel Zeit dafür war.
00:13:02: Und plötzlich, auch als ich von Sabat ja zurückkam, hatte sich was geändert einfach in der Schullandschaft und mein Chef sagte mir damals, so dieses Jahr hast du nur noch vier Fortbildungstage und darfst nicht mehr so viel weg.
00:13:13: Und ich war gefühlt sonst vorher mit Schülern, mit Projekten mindestens vier, fünf Wochen im Jahr unterwegs, im Schnee, in Frankreich, weiß ich auch nicht, bei Abenteuerprojekten, irgendwie nachts in der Natur und so.
00:13:25: Und das war dann nicht mehr im Budget sozusagen.
00:13:29: Und da war für mich echt schlimm.
00:13:31: Ich habe das hier auch gehört, dass mit der Ganztagsschule in der weiterführenden Schule das halt auch viele für eine Probleme bekommen haben, weil auf einmal tatsächlich die Zeit nicht mehr da war, dass ihr ja wann auch, ja?
00:13:41: Also irgendwann ist halt gut, ne?
00:13:42: Wenn du den Ganztag in der Schule verbringst, hast du nicht noch Lust, abends irgendwo noch irgendwas zu machen, verstehe ich auch.
00:13:48: Ja, und das ist mit meinen Augen waren das immer Projekte oder Zeiten, wo die Schüler eigentlich am meisten gewachsen sind.
00:13:56: Und das war so schade, dass dafür plötzlich kein Raum mehr war.
00:14:01: Ja,
00:14:02: okay, das heißt, heute bist du selbstständig, hast du schon gesagt, was machst du denn?
00:14:08: Seit Jahrzehnte leite ich die erste deutsche Moderatoren-Schule, das ist das Logo-Institut mit Sitz in Frankfurt.
00:14:14: Und da habe ich tatsächlich im Jahrzehnteinzehnteinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntinzehntin.
00:14:30: Natürlich gab es da auch innerhalb dieses Studiums immer mal wieder Möglichkeiten zu moderieren und das hat mich total angefixt und das war ja auch schon vorher irgendwie immer ein Wunsch, sonst hätte ich ja nicht in Mainz studiert, weil ich da auch schon zum ZDF wollte.
00:14:42: und dann habe ich diese Schule damals entdeckt, das Logo-Institut, dass man da nur auf TV oder egal, also wir haben ja mehrere Studiengänge, also auch für Event und Radio, aber ich wollte TV machen und dass man das da von der Pika auf so lernen konnte und das hat mich so fasziniert.
00:14:57: Und dann habe ich damals parallel an Wochenenden, so nett war damals meine Vorgängerin, die damals meine Lehrerin war, das gemacht neben der Schule und dann hatte ich auch irgendwann neben der Schule meinen ersten Fernsehmoderationsjob.
00:15:11: Nur das war halt auch nicht so einfach.
00:15:13: Du kannst ja nicht zwei Jobs haben beziehungsweise wenn vor allem jemand dich fragt hier übrigens drei Tage Produktion.
00:15:19: Ich hatte aber einen normalen Stundenplan.
00:15:21: Also das geht ja nicht.
00:15:22: Und das Tolle war, dass ich dann eine Hilfsorganisation gefunden habe, für die ich drei Jahre moderiert habe und die haben vier Drehtage im Jahr gehabt, an denen sie alle zwölf Sendungen fürs Jahr produziert haben.
00:15:33: Und das war natürlich perfekt, weil es gab eine Zeit, wo ich dann auch reduziert hatte und nicht mehr fünfundzwanzig Stunden die Woche hatte, sondern eben nur noch sechzehn und dadurch.
00:15:40: Hast du mal einen freien Tag in einer Woche und dann konnte ich das kombinieren.
00:15:43: Und da ging dann einfach viel los.
00:15:46: Als ich langsam angefangen habe, die Schule zu reduzieren, aufgrund auch eines Schicksalsschlags, werde ich gleich darüber erzählen.
00:15:52: Dann drehte sich das Leben und dann waren plötzlich Platz für diese kreativen und künstlerischen Sachen.
00:15:58: Da habe ich einfach wieder mehr jongliert, mehr Moderation gemacht und dann hat sich das ergeben, dass mir meine Vorgängerin, als ich mich dort als Trainerin beworben habe, weil ich das schon immer gerne auch unterrichtet habe.
00:16:08: Als ich diese Ausbildung gemacht habe, habe ich danach auch in der Schule das für Schüler über sieben Jahre unterrichtet auch, für Journalismus für Schüler sozusagen.
00:16:16: Die dürfen sogar da ein Abitur machen, weil es hier in Baden-Württemberg gibt so einen... Kurs, der nennt sich Seminarkurs, das gibt es glaube ich nur in Baden-Württemberg, wo zwei Lehrer aus zwei verschiedenen Fachbereichen ein besonderes Thema übergreifend unterrichtend dürfen.
00:16:31: und dann mit einer Hausarbeit und einer mündlichen Prüfung und bei uns gab es dann eben auch noch ein Film, haben die Schüler die mündliche Abitur einer Prüfung ersetzen können.
00:16:41: Und das war natürlich toll.
00:16:42: Da haben die eigentlich abgespeckt, ein kleines Journalismusstudio mit uns gemacht.
00:16:46: Und da habe ich das schon unterrichtet und dann wollte ich das so gerne mehr machen.
00:16:49: Und dann habe ich mich bei meiner Vorgängerin beworben als Trainerin und da wollte sie gerade in Rente gehen und hätte fast zugemacht.
00:16:55: Und dann hat sie gesagt, das ist aber günstig, dass sie sich melden.
00:16:58: Das war ein
00:17:00: Geschenk hoch drei.
00:17:02: Und sie hat einfach was in mir gesehen, was ich wahrscheinlich damals noch nicht gesehen habe.
00:17:06: Also ich hätte mich never ever Als Unternehmerin gesehen, geschweige, dass ich mich mit so was selbstständig machen kann oder so eine Schule leiten kann.
00:17:13: Aber na klar, als Lehrerin habe ich viel Parallel gemacht und kann auch leiten.
00:17:19: Und dann habe ich gesagt, das Abenteuer nehme ich an.
00:17:21: Da war ich eh schon auf dem Absprung.
00:17:23: Gleich geht es weiter im Gespräch mit Julia Schmitz.
00:17:27: Sie betreibt das Logo-Institut für angehende Moderatoren und Sprecher und sie ist viel in der Welt unterwegs.
00:17:34: Julia Schmitz ist meine Gesprächspartnerin.
00:17:37: Das erwähnte Logo-Institut, das ist ja durchaus etwas mit wirklich einer Historie.
00:17:44: Ich weiß gar nicht, wann war die Gründung in den Achtzigerjahren,
00:17:46: oder was war das?
00:17:47: Einerseits in den Achtzigerjahren, ja, tatsächlich.
00:17:49: Genau, weil das war so, als ich bei meinem beruflichen Anfängen wusste ich schon, da gab es dieses Institut und die Frau Dr.
00:17:55: Böhm.
00:17:56: Nehm ich mal an, war die Vorgängerin.
00:17:59: Genau, das ist die Gründerin und alle, die bei ihr gelernt haben und die ich auch heute noch treffe, oder wenn sich mal Alumnis bei uns melden, sagen sie auch immer, sie haben bei der Frau Doktor gelernt.
00:18:12: Maßgeblich für viele Medienkarrieren verantwortlich, insbesondere im öffentlich-rechtlichen System.
00:18:17: Ganz viele sind durch die Schule von Frau Doktor Böhm gegangen.
00:18:21: Genau.
00:18:21: Und durch ihr tolles Netzwerk.
00:18:23: Das muss man einfach sagen.
00:18:24: Also die Trainer, die bei uns sind, sind einfach alles Menschen, die auch lange in den Medien wirklich unterrichtet haben und die wirklich die Praxis sehr, sehr gut kennen und auch gleichzeitig ganz tolle Lehrer sind.
00:18:35: Das heißt es ja auch nicht immer.
00:18:36: Manchmal kann man ja was sehr gut, aber das dann wirklich zu vermitteln, ist auch nicht immer, also die Voraussetzung sozusagen.
00:18:46: Da hat sie doch was Richtiges in dir gesehen.
00:18:48: Also ich meine logischerweise dadurch, dass du lange Lehrerin warst, das gelernt hast, war schon mal das pädagogische Jahr durchaus vorhanden und die Leidenschaft für das andere ist ja da.
00:19:00: Ja, und das Tolle ist jetzt, dass ich da einfach so viel kombinieren kann, auch Menschen reinholen kann, wo ich auch was sehe und sage, das passt so gut da rein.
00:19:09: Also wenn jetzt auch viele unserer Trainer haben auch eine Live-Coaching-Ausbildung, weil einfach Stimme und Moderation das immer mit Persönlichkeitsentwicklung einhergeht.
00:19:18: Du kommst immer wieder an Grenzen, dass da Leute sehr perfektionistisch unterwegs sind, deswegen nicht durchsprechen vor der Kamera.
00:19:24: Und dann fragt man die irgendwie was und dann sagen die ja... Vielleicht bin ich einfach nicht gut genug.
00:19:31: Und dann sind da Blockaden, die kann man ja nicht einfach lassen, kann ja nicht sagen, Entschuldigung, gehen Sie zum Psychologen.
00:19:36: Also das geht nicht.
00:19:37: Dann machen wir es mit diesen Skills, die wir haben und können die Leute eben auch auffangen.
00:19:41: Und da ist einfach auch so ein Safe Space da.
00:19:44: Und das ist das Schöne.
00:19:46: Dadurch wird es einfach auch sehr individuell, sehr persönlich.
00:19:48: Wir machen ja auch hauptsächlich eins zu eins Trainings.
00:19:51: Deswegen ist es auch, dass die meisten Kunden auch wirklich eine gute Bindung zu uns haben und auch immer wieder kommen und auch nach all den Jahren, auch wenn wir ein Sommerfest haben oder so viele, viele zusammen.
00:20:01: Das ist total schön.
00:20:03: Wie muss ich mir das jetzt vorstellen?
00:20:05: Da ist jetzt ein junger Mensch und sagt gerne, ich will ins Fernsehen.
00:20:09: Und der kommt dann zu euch?
00:20:11: ist total unterschiedlich, also von welchem Status die gerade sind.
00:20:15: Also ich sage mal viele junge Mädels tatsächlich sind oft schon in Redaktionen drin und sind... aber noch Redakteurin und erleben manchmal, dass sie einfach als Reporter schon vor die Kamera dürfen und so, aber eben noch keine Sendung moderieren dürfen oder sich dann noch irgendwo anders bewerben wollen.
00:20:33: Und dann kommen die vor allem zu uns und setzen das noch obendrauf.
00:20:36: Weil oft in Journalismusstudien gängen, dass ja einfach so ist, da lerne ich ganz viel und da ist dann Moderation oder Reporter da sein oder Schaltentraining mal ein Tag sehr intensiv.
00:20:49: Aber die sind nicht.
00:20:51: Also sie sind in Redaktionen oft und gehen durch verschiedene Redaktionen, aber dass sie wirklich mal von der längere Zeit vor die Kamera dürfen, ist relativ selten.
00:20:58: Und das können sie bei uns halt über ein halbes Jahr dann trainieren, immer wieder mit Video Feedback und solche Dinge.
00:21:04: Aber wir sagen auch sehr deutlich, wenn sich jemand bei uns bewirbt, der keinen Journalismus studiert hat oder keinen Volontariat hat, dass er es entweder noch machen muss oder dass es sonst halt einfach schwierig wird, weil man es steigt immer als Redakteur ein, zumindest im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.
00:21:21: Also weil das ja auch Voraussetzung ist, dass man gut recherchieren kann, dass man weiß, welche Quellen, dass man weiß, wie man gut fürs Sprechen schreibt sozusagen.
00:21:30: Also das geht nicht, wenn man einfach direkt von der Schule kommt.
00:21:34: Ich glaube jetzt sind wir schon so mittendrin, weil tatsächlich egal was man in Medien macht, es ist ja nicht nur eine Fertigkeit, die man oft können muss, sondern da kommt ja eine ganze Reihe von.
00:21:44: Das heißt, man muss eine Wirkung dann vor der Kamera definitiv mitbringen.
00:21:47: Man muss klar sprechen können, verständlich sprechen können und dann halt natürlich auch was, was ich ein bisschen mimik kontrollieren, weil das natürlich auch nicht unwesentlich ist.
00:21:58: Wenn ich gerade zu einem ernsten Thema spreche, dann sollte ich das auch im Griff haben.
00:22:02: Richtig, darf ich dann eben einfach auch nicht lächeln.
00:22:05: Das kann man auch nicht machen zum Beispiel.
00:22:07: Das ist bei vielen auch, die dann sagen, ich will tolle Mimik haben oder so.
00:22:11: Aber wenn ich dann natürlich echt eine schwierige Nachricht überbringen will oder muss und dann mit den Augenbrauen total wackel oder einfach dabei lächeln, das wird nicht so richtig ankommen.
00:22:21: Da müssen wir nochmal von vorne anfangen.
00:22:23: Und das muss man trainieren tatsächlich.
00:22:25: Und trainieren bedeutet halt, man steht dann auch häufig vor der Kamera und danach wird auseinandergeflückt, was da gemacht wurde.
00:22:32: Ganz genau so sieht eine Unterrichtsstunde bei uns jetzt so aus.
00:22:35: Also die sind schon, also im Einzeltraining sind die Leute... gut fünfzehnmal vor der Kamera, also je nachdem was gerade das Thema ist, aber ich sage jetzt zum Beispiel Zielgruppenmoderation ist ein großer Block bei uns, da kriegt man einfach eine wirkliche DPA-Meldung, also eine Nachricht einfach, die so Journalisten kriegen, die sind meistens unsprechbar.
00:22:54: und dann heißt die gleiche Nachricht von, ich sage jetzt mal Filmfestival in Cannes oder es öffnet eine neue Schule für Meisterköche in Paris, das mal für eine Jugendsendung zu moderieren und das mal für ein Verbrauchermagnet.
00:23:08: ihn zu moderieren.
00:23:09: Und da heißt es wirklich Training, Training, Training.
00:23:12: Und dann guckt man das natürlich an im Feedback und da wird jede kleine Einzelheit auseinandergenommen.
00:23:18: Genau.
00:23:19: Und diese Option gibt es ja nicht.
00:23:20: Das heißt, wenn ich heute bei irgendeinem Privatcenter, wenn ich das mal als Beispiel sage, ist wahrscheinlich noch härter, es gibt gar nicht die Möglichkeit zu trainieren.
00:23:26: Entweder kannst du es oder du bist raus.
00:23:29: Richtig.
00:23:30: Und das ist natürlich auch für die Leute, die dahin wollen, das reicht leider heutzutage nicht mehr oder hat, glaube ich, auch noch nie gereicht, nur Talent zu werden, weil sie jetzt einfach nicht wissen, wie man gut wirkt und wie man so spricht, dass man den Menschen gerne oder dass man diese Menschen dann lange zuhört.
00:23:51: Und das ist echt auch für uns immer ganz, ganz spannend, weil Die haben eigentlich keinen sicheren Rahmen oder so ein Safe Space, wo sie mal trainieren können und wo ihnen mal jemand von extern sagt, hier macht es jetzt nicht so gut, diese gelandten Sätze, wo es immer nach oben gezogen wird und das stinkt langweilig und so, dass man wirklich mal direkt sein darf und sagt, hier, kurze knackige Sätze und die richtige Botschaft werden wir angebracht.
00:24:19: Wenn du jetzt so Menschen hast, die bei dir lernen, die bei dir trainiert werden, was ist das dann für ein Gefühl, wenn du siehst, die landen in ihrem Medium und gehen ihren Weg?
00:24:30: Es ist so schön, vor allem ist es noch schöner als vorher als Lehrer, weil du einfach Menschen hast.
00:24:36: Jetzt gerade mal vor allem bei den Menschen, die die TV... Radio- und Eventmoderationen buchen.
00:24:42: Die lernen halt einfach aus Leidenschaft.
00:24:44: Die wollen diesen Beruf kennenlernen oder die wollen da Karriere machen.
00:24:48: Die sind total motiviert und wollen das gerne machen.
00:24:51: Das ist natürlich ein Riesenunterschied zu Schülern, die da jeden Tag hin müssen.
00:24:55: Und wo ich alle drei, vier Stunden wechselt, das Publikum hat mit dreißig verschiedenen Individuen.
00:25:01: Das ist irgendwie sowas von anders.
00:25:03: Und jetzt ist es so bereichern.
00:25:05: Das ist eigentlich gefühlt jeder.
00:25:07: Park ein neues Geschenk, weil alle so anders sind und ja in ihrem Tempo lernen und da einfach auch ihre Durchbrüche haben und auch merken, wie wichtig das einfach als Skill ist.
00:25:19: Jetzt vor allem bei den Führungskräften oder Menschen, die halt den Unternehmen wirken müssen dürfen oder auch bei Kinotspeakers machen wir mittlerweile auch, weil ich viele Trainer aus der German Speaker Association auch habe oder die da auch drin sind.
00:25:33: Das ist ja auch ein Riesenfeld, wo Kommunikation und vor allem lebendige Kommunikation eine große, große Rolle spielt, Menschen zu inspirieren.
00:25:41: Gleich geht es weiter im Gespräch mit Julia Schmitz.
00:25:44: Julia Schmitz ist die Inhaberin des Logo-Instituts und bildet Sprecher und Moderatoren für Radio und Fernsehen aus.
00:25:52: Sie ist meine Gesprächspartner.
00:25:54: Wie ist das?
00:25:54: Kann ich jederzeit irgendwie anfangen bei dir oder gibt es da sowieso Semesteranfänge oder sowas?
00:26:01: Das machen sich die Leute tatsächlich selber, die Semesteranfänger.
00:26:04: Also im Endeffekt ist tatsächlich März oder Februar März und September, Oktober ein Riesenrun, wo es immer losgeht, nach einer großen Sommerpause und nach der Weihnachtspause, wenn die Leute sich mal entschieden haben, was sie doch dieses Jahr noch lernen wollen und machen wollen.
00:26:19: Und sonst kann man aber spätestens alle zwei, drei Wochen bei uns im eins zu eins schon anfangen.
00:26:25: Wir haben auch mittlerweile, weil eben die TV-Moderatoren und die Studiosprecher müssen das gleiche Grundmodul machen, wo es wirklich um Grundlagen, Mikrofon sprechen geht.
00:26:35: Wirklich klare, reine Artikulation, gut Pausen machen, wie betone ich so, dass die Menschen mir auch wirklich zuhören und dann nicht durch eine komische Melodie irgendwie gleich abdriften.
00:26:45: Das brauchen diese beiden Berufe sehr, sehr akkurat.
00:26:49: Und deswegen, da gibt es dreimal im Jahr auch Kleingruppenkurse.
00:26:52: Da sind wir aber auch noch maximal drei Leute, damit jeder genug Übungszeit hat.
00:26:57: Also da müsste man sich an die Startzeiten halten, aber sonst...
00:27:01: Ich muss gerade, das begegnet dir bestimmt auch immer wieder, dass so Menschen sagen, ich soll mich mal beim Radio melden oder ich soll mich da mal mal melden, weil alle sagen immer, ich habe so eine schöne Stimme.
00:27:12: Das ist tatsächlich, ich würde mal sagen, siebzig Prozent der Menschen, die bei uns anrufen.
00:27:17: Nur leider gehört dazu auch wirklich manchmal noch eine andere Artikulation.
00:27:21: Ich habe da auch schon so Leute, die so sehr verwaschen sprechen, ein bisschen nuscheln, zwar eine superbrummige, tolle Stimme haben, aber da bedarf es echt noch ganz schön Arbeit, klar und deutlich zu sprechen und auch so, dass ich dir gerne zuhörte, das so zu betonen und nicht so einen halben Sing-Sang da reinbringen.
00:27:37: Ja, mir tut es auch immer weh, dann zu sagen, oh, ich weiß nicht, ob das reicht, darauf eine berufliche Existenz aufzubauen.
00:27:46: Das stimmt.
00:27:47: Ja, deswegen machen wir tatsächlich einen Sprechertest oder auch einen TV-Check.
00:27:51: Also der ist jetzt kein Musst oder kein Eingangskriterium, aber das ist natürlich für die Menschen eine Chance, mal uns zu erleben.
00:27:58: und wir checken dann schon auch, ist diese Stimme was für Hörbücher oder fürs Radio?
00:28:04: oder auch die Art, wie die Leute sich bewegen und wie spontan die auch sind vor der Kamera oder auf der Bühne.
00:28:09: Und da sagen wir auch sehr deutlich, wenn das gar nicht geht.
00:28:13: Ja, ich glaube, die Ehrlichkeit gehört auch dazu, weil das bringt dann auch nichts, wenn man jemanden... Also, ja.
00:28:19: Da
00:28:20: hilft
00:28:21: langes Training nicht.
00:28:22: Also ich glaube, da hätten wir auch sonst nicht sieben, dreißig Jahre auf dem Markt überlebt oder eben auch meine Vorgängerin da so eine gute Arbeit geleistet, wenn wir in Anführungszeichen jeden genommen hätten, der bezahlt sozusagen.
00:28:32: Also das finden wir schon komisch.
00:28:36: Ich kann das jetzt nur, das Logo-Institut gilt immer noch als, wenn das in einer Bewerbung drin steht als Referenz, die wohl sehr in der Branche geachtet ist.
00:28:45: insofern und genau das erreicht man halt nur, indem man halt auch sagt, ich treffe eine Auswahl, die halt auch eine Chance hat.
00:28:54: Ja, und ich glaube auch, so wie meine Vorgängerin diese Lehrpläne aufgestellt hat, das ist einfach sehr, sehr sinnvoll, so wie das ineinander greift und einfach auch diese Mischung aus wirklich regelmäßig zu trainieren und nicht irgendwie alle drei Wochen oder irgendwie in drei Tagen Druckbetankung zu machen.
00:29:10: Das kennen wir aus der Schule, das hält nicht sonderlich lange.
00:29:13: Und bei manchen Sachen musst du einfach auch üben, wie formulierst du, das braucht Zeit, das wird dann irgendwann schneller, wenn du es in so einem Rhythmus wie wir spätestens alle zwei Wochen am besten jede mit den Menschen trainiert.
00:29:26: Ja, und da führt dann tatsächlich auch nur Training dazu, dass du es dann halt auch in der Live-Situation richtig machst, auch wenn, ja, und ich meine, was alles live schiefgehen kann, das ist ja so unglaublich, das ist, mit all diesen Sachen rechnet man nicht und deswegen braucht man da gutes Grundgerüst, um einfach dann so eine Situation auch entsprechend zu bestehen.
00:29:45: Gleich geht es weiter im Gespräch mit Julia Schmitz.
00:29:48: Mit Julia Schmitz habe ich hier schon über das moderieren vor Mikrofon und Kamera gesprochen.
00:29:54: Sie ist meine Gesprächspartnerin.
00:29:56: und jetzt geht es um das Thema Reisen.
00:30:00: Sechsundsechzig Länder habe ich irgendwann jetzt hier heute in unserem Gespräch gehört.
00:30:05: Richtig.
00:30:06: Ja, weil einfach mein Lebenselix hier Reisen ist und das hat begonnen in den Semesterfehl.
00:30:12: Und da habe ich schon immer gerne so volunteer Projekte gemacht und mein erstes Großes Erlebnis war tatsächlich, dass ich in Kanada unterwegs war.
00:30:24: Das war schon ziemlich krass.
00:30:26: Und da war ich irgendwo in der Natur und habe das mitgekriegt.
00:30:29: Und diesen Tag wird man wahrscheinlich nie wieder vergessen.
00:30:31: Und dennoch hat mich das Reisen so fasziniert, gerade in so volunteer Projekten oder in der Natur oder wirklich spannende Orte kennenzulernen, dass mich das immer gereizt hat, wenn Menschen von Weltreisen erzählt haben, wenn sie von skurrilen Projekten oder Orten oder jetzt auch, ich habe auch mal so eine wie passender Meditation gemacht, was machen andere Länder, was machen andere Kulturen?
00:30:55: Und das hat mich so gereizt, dass ich dann relativ schnell dieses Sabat-Jahr in der Schule eben genommen habe, im Jahr zehntausend, dreizehn, vierzehn und neun Monate in der Welt unterwegs war.
00:31:04: Und da habe ich eben lauter Sachen gemacht, die man sonst nicht machen kann als Lehrer, nämlich Australien, Neuseeland, ganz Südamerika oder ich habe einen Großteil gemacht und die Südsee.
00:31:15: Das war natürlich so schön, weil ich da so viel gesehen habe und so viele spannende Menschen getroffen habe, dass mich das seitdem noch intensiver beschäftigt.
00:31:25: Und ich habe dann kurze Zeit später auch noch eine ganz spannende Community kennengelernt, die sogenannten digitalen Nomaden.
00:31:32: Sieht man ja öfter mal oder hört man ja öfter mal im Radio, Menschen, die unterwegs sind, nur mit dem Laptop und da ihr business online führen.
00:31:39: Und da gibt es einen deutschen, der die Nomad Crews organisiert.
00:31:42: Das ist ein Kreuzfahrtschiff, was er organisiert, was immer ein Rückführungsdeal ist, wo das Schiff, wenn es hier im mediterranen Raum die Saison vorbei ist, wird das jetzt zurückgeführt, entweder in die Karibik oder meistens in Südamerika.
00:31:57: Und da macht ihr darauf eine Konferenz sozusagen, weil da die Tickets total billig sind und keine, nicht so viele Stops sind.
00:32:04: und dann wird die Disco gemietet.
00:32:06: Und dann lernt man morgens ganz viel in so Keynotes oder in Vorträgen.
00:32:11: Und da bin ich seit Jahrzehnten dabei und das bringt mich ja auch wahnsinnig durch die Welt.
00:32:15: Da werde ich jetzt auch im Ende des Jahres von Zierteln nach Sydney über Hawaii, Vanuato, Samoa und Fitchi Reisen.
00:32:22: Eine kleine Strecke.
00:32:24: Genau,
00:32:24: das ist tatsächlich zum zehnjährigen Jubiläum.
00:32:27: Das heißt, du warst bei Nine Eleven auf dem amerikanischen Kontinent.
00:32:31: Und das ist ja der Moment, wo dann auf einmal viele Menschen gestrandet waren und zum ersten Mal Flugverkehr weltweit irgendwie eingestellt wurde.
00:32:41: So war das auch.
00:32:41: Also ich bin tatsächlich vier Tage später doch nach Hause gekommen.
00:32:47: Weil ich einfach so Schiss hatte, weil ich mein Mann ja nicht wusste, was ist das?
00:32:51: Die Leute haben davon gesprochen in Amerika, zumindest der Dritte Weltkrieg bricht aus.
00:32:55: Und ich dachte, ich komme nie mehr nach Hause.
00:32:58: Gleichzeitig war es total schön in Kanada.
00:32:59: Ich hatte eine ganze nette Familie dort kennengelernt, die auch sofort gesagt haben, bleib so lange du willst.
00:33:05: Und das war trotzdem so eine einschneidende Erfahrung mit Menschen, die man da kennengelernt hat.
00:33:10: Wo man dann überlegt hat, wie geht es denn jetzt überhaupt weiter?
00:33:12: Ist Reisen überhaupt noch möglich?
00:33:14: Kann man noch guten Gewissens in irgendein Flugzeug oder in irgendeine Bahn steigen?
00:33:19: Ja, also das war schon wild.
00:33:22: Und gleichzeitig hat es mich nicht gestoppt bis heute.
00:33:24: Auch Corona hat mich nicht gestoppt.
00:33:26: Ich liebe es einfach, andere Kulturen kennenzulernen.
00:33:28: Also einmal im Jahr an Ortreisen, wo ich noch nicht war, das ist für mich echt ein Motto.
00:33:33: Prinzip, gibt es jedes Jahr ein neues Reiseziel?
00:33:35: Ja.
00:33:37: Was ist das nächste?
00:33:38: Ja, eben das tatsächlich mit der Nomad-Cruise, weil ich echt schon lange nach Hawaii wollte und das noch bisher nicht organisiert habe oder jetzt einfach sich noch nicht ergeben hatte und das finde ich jetzt schon mal super.
00:33:51: Ich bin zwar nicht so ein Fan von Kreuzfahrten an sich, weil man es ja immer nur kurz sieht oder nur kurz irgendwo ist und dennoch ist es gerade mit dieser Community echt immer so witzig und die organisieren so tolle Sachen dann auch, wenn man dann Landgänger hat.
00:34:05: Also da kriegt man, glaube ich, schon einen guten Eindruck.
00:34:08: wie dieses Land so ist.
00:34:09: Und Sydney ist eines meiner Traumstädte neben Kapstadt.
00:34:12: Da war ich auch schon dreimal.
00:34:13: Und das ist einfach super schön, da jetzt wieder anzukommen.
00:34:16: Und da war ja auch ein Großteil meiner Weltreise damals.
00:34:19: Und da werde ich auch jetzt Freunde treffen.
00:34:21: Also das ist schon sehr, sehr schön.
00:34:24: Naja, das Ding ist, wir reden ja so viel kritisch über Reisen oder sowas.
00:34:28: Aber ich bin ein ganz großer Freund, dass ich sage, wir müssen alle viel mehr unterwegs sein.
00:34:33: Weil, wenn wir andere Menschen kennenlernen, wenn wir andere Kulturen kennenlernen, dann wird es halt friedlich.
00:34:40: Das kann ich auch nur bestätigen.
00:34:41: Also gerade diese ganze Arbeit mit dem Social Circus, da habe ich eben in den langen Reise gemacht, neun Monate, war ich an verschiedenen Projekten unterwegs.
00:34:50: Eine Strömung von Cirque du Soleil, den kennen ja viele bekannte Zirkus aus Kanada und der hat eben eine Ausbildung für sogenannte soziale Zirkustrainer, wo man ist so ein bisschen eine Kombination aus Sozialarbeiter und Zirkustrainer, um Kindern eben neue Perspektiven zu ermöglichen.
00:35:06: Und da gibt es einfach ganz tolle Projekte in der ganzen Welt und da gibt es auch bei Cirque du Soleil auf der Seite eine sogenannte Social Circus Map.
00:35:14: Da kann man einfach mal gucken, wo sind Projekte, die von denen unterstützt werden und wurden.
00:35:18: Und da gibt es eben auch von denen eine Ausbildung dazu.
00:35:21: Und da habe ich mir danach dann einfach vier Projekte gesucht in Kenia, in Costa Rica und in Südafrika.
00:35:27: Und in Pansania habe ich auch kurz was gemacht.
00:35:30: Und das war total spannend.
00:35:33: Da erlebst du das Land halt wirklich mit den Locals.
00:35:38: Von dem, was du bisher so gesehen hast, was ist dein Lieblingsziel gewesen?
00:35:44: Gibt es da irgendwas, was dich besonders beeindruckt hat?
00:35:48: Mein Lieblingsort ist wirklich Kapstadt, weil da einfach so viel passiert ist für mich, weil ich da, glaube ich, das erste Mal so richtig Freiheit gespürt habe.
00:35:58: Also, als ich damals für meine Examsarbeit, da hin mit zu diesem Kinderzirkus-Projekt, hat mich jemand damals an die... an das Trapez gehängt.
00:36:06: Er hat mich gefragt, so ein kleiner Junge hat er gesagt, hey, have you ever tried flying trapeze?
00:36:11: Ich meinte auf gar keinen Fall, ich bin schon Löhler.
00:36:13: Trapez ist gar nicht meins.
00:36:14: Ich dachte, oh, it's easy, just fly.
00:36:16: Und dann dachte ich, mhm, alles klar.
00:36:18: Und ich konnte gar nicht so schnell gucken, wie mich so ein anderer sehr gut aus dem schwarzer Akrobat dann da an dieses Ding gehängt hat und durch die Zirkusgruppe geschossen hat oder wie man das auch nennt.
00:36:27: Also ich flog dann da und er hat nur gesagt, Wenn ich Hopp sage, dann darfst du dich fallen lassen, weil sonst bricht sich das Genick, also hat funktioniert, ich lebe noch, war aber ein gigantischer Flug und ein gigantisches Gefühl, was mich bis heute ja durch die Welt treibt auch.
00:36:44: Und das war so schön.
00:36:46: Und mittlerweile war ich einfach neunmal mittlerweile ins Kapstadt und nehme auch immer gerne wieder Leute mit und diese Mischung dort aus den verschiedenen Kulturen, diesem Projekt.
00:36:56: In Kapstadt kann man überall draußen sitzen, es gibt grandiosere Restaurants, es ist so vielseitig, weil man Wandern gehen kann, man kann Wassersport machen.
00:37:04: Auch wenn viele Menschen sagen, oh mein Gott, es ist so gefährlich, mir ist noch nie was passiert, vielleicht weil ich auch viele Locals als Freunde habe, ich finde es einfach ein tolles Land.
00:37:14: Oder diese Stadt vor allem.
00:37:17: So, jetzt sprichst du viel über das Reisen, aber ich glaube, du schreibst auch viel darüber.
00:37:22: Ja, viel seit dem letzten Jahr, genau, ich habe ein Buch geschrieben.
00:37:25: Und das wird jetzt bald das Licht der Welt erblicken.
00:37:28: Fünfzehnte, neunter geht es in die Welt und da geht es tatsächlich darum, ja, wieder lebendig zu werden, weil ich habe es ja vorhin schon mal angesprochen.
00:37:37: Ich habe durch das Reisen tatsächlich mein Gefühl für Lebendigkeit wiedergefunden, obwohl mir das Reisen auch ein echt ordentlicher Ohrfall verpasst hat, weil ich eben auf besagter Weltreise, zwei Tausend, dreizehnt, vierzehn von einer kleinen Mücke gestochen wurde.
00:37:51: wo man ja nicht denkt, dass das irgendwie schlimm ist.
00:37:53: Es juckt halt, aber leider hat die das West-Nil-Fieber in sich gehabt.
00:37:56: Und das ist wie Denki nur schlimmer.
00:37:58: Also, da tut einem alles weh für zehn Tage.
00:38:02: Man dachte, zehn Tage ist die lange Zeit.
00:38:06: Und dann ist es auch vorbei.
00:38:07: Aber leider hat es bei mir neun Monate gedauert.
00:38:10: Und es eigentlich bis heute kommen die Schmerzen auch immer noch mal wieder.
00:38:13: Ich kann natürlich gut damit umgehen.
00:38:15: Aber das war schon echt ein ganz schöner... und es hat mich einfach so lange außer Gefecht gesetzt.
00:38:21: Und das am schönsten Ort dieser Reise, nämlich auf Cook Islands, Eitu Taki mit dem Traumhoften Namen.
00:38:27: Und da war dann eben die Zeit, wo ich so aus diesem total bunten und sehr lebendigen Such rausgerissen wurde, von hundert auf null.
00:38:37: Da war dann eine lange Zeit mal wirklich drüber nachzudenken, was will ich eigentlich?
00:38:42: Weil ich dann natürlich da drüber gegangen bin mit diesen Schmerzen, bin nach dieser Weltreise, als es die akute Phase vorbei war, musste ich ja wieder arbeiten.
00:38:50: Das wird mich schon ablenken von den Schmerzen.
00:38:52: Das will ich aber leider ordentlich drüber gegangen.
00:38:56: Und dann hat mein Körper die Steckdose gezogen und hat gesagt, auf gar keinen Fall.
00:39:00: Und dann war Depression plus diese Riesenschmerzen.
00:39:05: Und da musste ich mal anhalten und mir Gedanken über mein Leben machen.
00:39:08: Und da wurde mir klar, was mir einfach viel Spaß macht.
00:39:10: Und das ist das Journalieren und das Reisen.
00:39:13: Und da haben mir viele, also damals Therapeuten und auch Coaches gesagt, da dann reisen sie wieder und machen ganz viel mit Jonglage.
00:39:20: Das wird besser werden, habe ich seit Jahr genau.
00:39:23: Mit den Schmerzen und der Depression werde ich auf keinen Fall Reisen geschweige, denn auf der Bühne stehen.
00:39:29: Und die sind aber hartnäckig geblieben, bis es mir irgendwann besser ging und ich die Bälle wieder in die Hand genommen habe.
00:39:34: Und es war faszinierend, dass durch Meditation und das, was mein Herz zum Leuchten bringt, die Schmerzen weggegangen sind bis heute.
00:39:44: Ich spreche gleich weiter mit Julia Schmitz.
00:39:47: Julia Schmitz reist gerne durch die Welt, durch den Stich einer kleinen Mücke, wurde sie krank und war in diesem Reisen eingeschränkt.
00:39:58: Sie hat das Ganze aber überwunden.
00:40:00: Sie ist meine Gesprächspartnerin.
00:40:02: Ja, ich glaube, es ist verrückt, was wir manchmal leisten können, wenn wir uns den Zutrauen auch auf solchen Ebenen.
00:40:08: Das ist schon faszinierend.
00:40:11: Ganz kurz, als das passiert ist, wenn man irgendwo unterwegs erkrankt ist.
00:40:14: Das heißt, das bringt ja dann auch den Reiseplan dann komplett durcheinander, oder?
00:40:18: Ja, bei mir war es tatsächlich verrückt, dass ich am Schluss der Reise das gekriegt habe.
00:40:25: Nach neun Monaten hatte ich eh einen Rückflug von Neuseeland nach Hause und wollte da kurz Pause machen und mal gucken, wie das... dass ich auch mit dem neuen Schuljahr so, als Lehrer musste ich dann einfach auch Wünsche äußern gucken.
00:40:38: Das macht auch Sinn manchmal, wenn man dann da ist, welche Klassen man dann haben will und so.
00:40:43: Und dann dachte ich, ich gehe nochmal los nach Asien.
00:40:45: Das war dann aber nicht mehr der Fall, weil einfach auch in Asien einfach so viel Denki-Fieber ist, Bali und Co.
00:40:51: Da haben mir die Erbs einfach abgeraten, wenn ich nochmal gestochen werde.
00:40:55: Und da wusste ich auch noch nicht, wie schlimm es ist.
00:40:56: Das war zu dem Zeitpunkt noch nicht ganz klar.
00:40:58: Und dann bin ich einfach so zusammengefallen körperlich, dass es einfach gar nicht mehr ging, weiter zu reisen.
00:41:04: Jetzt ist ja dein Buch ein bisschen mehr als einfach nur Reiseberichte von vielleicht auch tollen Orten.
00:41:11: Ich glaube, du gibst tatsächlich, wie sage ich das?
00:41:17: Ja, so Anregungen, das Leben dann doch vielleicht anders anzugehen.
00:41:22: Ja, weil es einfach bei mir so passiert ist.
00:41:25: Ich habe an besonderen Orten dann, also als es mir dann besser ging, bin ich ja dann wieder losgezogen und habe einfach ganz viele Dinge gemacht, die mir Spaß gemacht haben, die die Seele zum Hüpfen bringen und einfach das ganz, ganz viel kombiniert, was ich schon immer gerne gemacht habe.
00:41:42: Und da habe ich auch versucht, dann einen Job draus zu machen.
00:41:45: Nur das war für mich natürlich gar nicht so einfach, wenn man eigentlich in der normalen akademischen Welt aus aufgewachsen ist und dann sich überlegt hat.
00:41:52: Ja, und was ist jetzt das andere, was jetzt Spaß macht?
00:41:55: Also werde ich jetzt Moderator oder werde ich jetzt Künstler oder irgendwas dazwischen oder irgendwas mit Kindern?
00:42:02: Also die Zeit, ich fand die echt auch anstrengend, weil ich so orientierungslos war mit diesen tausend Fähigkeiten.
00:42:09: Und das war dann das Schöne, das wieder auf Reisen, ich doch die Möglichkeit hatte, in viele Projekte reinzuschnuppern und viele Sachen wieder auszuprobieren, auch mit einem besonderen Fokus.
00:42:18: Damals war es jetzt halt dieser künstlerische Fokus.
00:42:21: Das hat mir so viel Spaß gemacht, dann habe ich auch mal sowas ausprobiert, weil ich hatte ja mit Meditation, ich kühl, Meditation auf dem Kissen sitzen, gar keine gute Idee, als mir das das erste Mal einer geraten hatte.
00:42:32: Aber in dieser Klinik, wo ich damals war, hat es wirklich eine Magie gebracht, weil durch dieses Meditieren fing es an, dass nach... vier, fünf Wochen, die Schmerzen tatsächlich weniger wurden.
00:42:43: Und da habe ich gesagt, es gibt es nicht.
00:42:44: Das ist ja ein Wunder.
00:42:45: Vorher habe ich Ibuprofen sechshundert, viermal am Tag genommen.
00:42:48: Das war natürlich auch nicht sonderlich gesund, aber es gab einfach keine Alternative für diese, also für die Heilung dieses Virus in dem Sinn.
00:42:56: Und dann habe ich gesagt, das ist ja total faszinierend.
00:42:58: Und dann habe ich jetzt in Kapstadt wie Passana gemacht, zehn Tage lang.
00:43:03: Und das war echt krass.
00:43:05: Also zehn Tage Schweigen, was da dein Körper macht, dein Inneres macht.
00:43:09: war auch eine interessante Erfahrung.
00:43:10: und über diese ganzen Erfahrungen beim Reisen oder auch bei den Olympischen Spielen, weil ich Volontier ist auch und Kapitel im Buch, das wissen ja auch viele nicht, dass man zum Beispiel so reisen kann, dass da die ganze Welt zusammenkommt und einfach viele Freiwillige überhaupt die Olympischen Spiele möglich machen, mit dieser ganzen Freude, die ganzen Menschen empfangen und dass man da Volontieren kann.
00:43:33: und ich habe mich halt immer für die Eröffnungsfeiern beworben, weil mich das schon immer gereizt hat als Kind und auch als Jungler.
00:43:39: Und da war ich in Rio und in Athen eben in der Eröffnungsfeier und das war das allerschönste.
00:43:47: Naja, und ich sag mal, das macht ja auch dann zum Beispiel solche ganz großen Fernreisen.
00:43:51: Also klar, es kostet immer noch Geld, aber es macht sehr bezahlbar.
00:43:55: Total, obwohl man sagen muss, dass Volontiering bei den olympischen Spielen mittlerweile auch sehr teuer ist.
00:44:04: Weil einfach in den Städten, wo die Olympischen Spiele stattfinden, das verzwanzigt facht sich der Preis oft.
00:44:12: Und da was zu finden, wo man auch umsonst unterkommen kann oder mit Kontakten, das ist auch gar nicht so einfach.
00:44:18: Da muss man sich dann mit der Welt-Community irgendwie verbinden, sei es bei Facebook oder so und mit mehreren Voluntiers was schaffen.
00:44:24: Aber ich hatte durch mein großes Netzwerk durchs Reisen.
00:44:27: immer Glück wirklich tolle Unterkünfte zu haben, auch wenn ich manchmal die Sprache nicht gesprochen habe.
00:44:32: Ich habe es ja relativ schnell gelernt, auch nach sechs Wochen.
00:44:34: Rio war mein Portugiesisch.
00:44:36: So haben die Oberfahrer gesagt, dass man mich gut verstanden hat.
00:44:40: Also das war immer ein Feuerwerk, wirklich an Inspiration auch.
00:44:45: Ist eine deiner Botschaften, ich glaube... Da ist natürlich Fernreisen oder Vielreisen eine Möglichkeit, aber ich glaube, es beginnt schon im Kleinen.
00:44:54: Geht es auch, um die Momente zu sammeln?
00:44:58: Um die Momente zu sammeln und im Moment auch zu sein.
00:45:02: Nicht zu sagen, ich mache das, wenn ich in Rente bin.
00:45:04: Das weiß ich nach dieser Krankheit auch gar keinen Fall.
00:45:06: Ich mache es jetzt, wenn ich Lust drauf habe.
00:45:11: Das ist natürlich jetzt spannend nach einer Beamtenlaufbahn, dann diese Worte zu hören.
00:45:15: Klar.
00:45:16: Klar, aber ich bin kein Beamter mehr.
00:45:18: Ich würde es jetzt Lebenskünstler nennen oder was auch immer du das nennen magst.
00:45:24: Dafür ist das Leben zu kostbar, wirklich drauf zu warten.
00:45:28: Und du weißt nie, wie schnell es vorbei sein kann.
00:45:30: So ein Mückenstich kann sein, ein Autounfall kann sein, eine Krankheitskanz sein.
00:45:35: Und man verändert sich ja meistens nur, wenn man sehr Freude getrieben ist und etwas mit so großer Begeisterung macht oder wenn es richtig weh tut.
00:45:43: Ich habe leider bisher zu wenig Leute erlebt, die nur durch Freude sich verändert haben.
00:45:47: Meistens knallt es leider einmal ordentlich im Leben.
00:45:50: Schade, dass es bei den meisten so sein muss, bis man sich bewegt.
00:45:53: Ich wünschte es auch durch das Buch.
00:45:56: die Leute vorher auf die Idee kommen, also wenn sie das spülen, muss ich ja nicht jeder verändern, aber es gibt einfach viele Menschen, mit denen ich auch zusammen arbeite im Coaching oder im Medientraining, einfach die merken, ich hätte einfach Lust auf was anderes.
00:46:09: und das kann man ja schon im Kleinen machen.
00:46:11: Das kann im Unternehmen sein, eine neue Aufgabe zu übernehmen oder mehr die Hobbys wieder zu integrieren.
00:46:17: Also ich habe das Buch hoffentlich so geschrieben, dass es so ist, dass ich die Menschen an die Hand nehme durch meine Reise, durch die Welt.
00:46:25: und nach innen.
00:46:27: Aber jedes Kapitel ist vielleicht so eine Inspiration, dass es ersetzbar ist für den, der das liest und sagt, okay, ich habe eigentlich auch ein Hobby, was ich total liebe, was irgendwo ganz schön verstaubt ist und das einfach nur jeden Tag ein bisschen mehr zu intrigieren.
00:46:41: Das kann von mir aus Malen, Gärtnern, Kochen, whatever sein, tanzen.
00:46:48: Aber es gibt ja einfach so viel mehr zurück und an Lebendigkeit oder die Leute sollen einfach schauen, wo fühlen sie sich dann eigentlich lebendig und dann zu gucken.
00:46:59: Ich finde das spannend, also wir bekommen Reiseberichte von dir, jetzt ist es glaube ich kein klassischer Reiseführer, hole ich trotzdem Tipps vielleicht raus, wo es hingehen könnte?
00:47:09: Ja, du kriegst an jedem Kapitel meine persönlichen Reisetipps, auch teilweise von Restaurants von Städten, wo man hingehen soll, von ja auch Begegnungen, die man machen kann.
00:47:21: Also zum Beispiel, ich habe eine ganz grandiose Reiseführerin auf den Osterinseln.
00:47:26: Das ist ja wirklich ein sehr besonderes Reiseziel.
00:47:28: Ich glaube, da kommt man gefühlt nur einmal im Leben hin, weil es einfach auch so ab vom Schuss ist.
00:47:32: Und ich habe da eine ganz unglaubliche Rapanui kennengelernt, eine Einheimische, die perfekt sexisch spricht, weil sie lange mit einem Leipziger verheiratet war.
00:47:41: Und die macht unglaublich tolle Führungen über die Insel.
00:47:45: ist in meinem Buch erwähnt, der Kontakt ist auch da.
00:47:48: Also sie ist auch sehr bereit, ich habe sie gefragt, sonst wäre sie auch nicht im Buch drin, dass man sie kontaktieren darf und freut sich natürlich sehr, wenn Menschen auch von mir da hinkommen.
00:47:59: Und das Buch soll auch so sein, dass die Leute das nachreisen können, wenn sie wollen.
00:48:03: Und meine große Vision ist es tatsächlich auch, wenn das Buch draußen ist und die Leute Spaß daran haben, eine Reise zu organisieren, wo sie mitkommen können, zu bestimmten Kapiteln.
00:48:12: Ja, das ist vielleicht sogar ganz gut.
00:48:14: Manchmal muss man ja bei der Hand genommen werden, um vielleicht Dinge zu wagen.
00:48:18: Das ist vielleicht auch eine neue Tätigkeit, die du dann anstreben kannst.
00:48:23: Ja, und ich weiß einfach, dass Menschen von Afrika sehr inspiriert sind, sich oft aber nicht trauen, weil eben natürlich das schon immer wieder kursiert ist, ist es gefährlich und es ist ja auch so.
00:48:33: Also es gibt ja auch natürlich Provo-Konzept, dass es solche Fälle auch gibt und gleichzeitig ist es ein so reiches Land an Natur, an Kultur, an Sprachen.
00:48:43: Ja, ich meine, es gibt ja alleine elf Landessprachen dort, ja, und das sind nur die Amtssprachen, ja, der Rest, der ist ja jetzt mal nicht gezählt.
00:48:51: Das ist, ja, und da trauen sich viele einfach nicht alleine.
00:48:55: Und warum nicht?
00:48:56: Und ich werde es wahrscheinlich auch verbinden, mit Coaching-Teilen da drin, also einfach den Abenteurer in dir zu entdecken.
00:49:02: Und da gibt es, glaube ich, ganz, ganz viele schöne Möglichkeiten, sich auch zu verbinden und einfach auch spannende Menschen untereinander kennen zu lernen, die sagen, hey, ich habe jetzt niemanden, der so abenteuerlustig ist oder Lust drauf hat.
00:49:14: Aber wenn wir damit fahren, dann wird das eine ganz besondere Verbindung.
00:49:18: Das ist zumindest das, was ich als Vision habe.
00:49:21: Natürlich gibt es viele gefährliche Ecken, gibt es bei uns allerdings auch, muss man dazu sagen, ich glaube einige Sachen sind auch eine Haltungsfrage, wie ich unterwegs bin.
00:49:31: Ja, das ist tatsächlich wahr.
00:49:35: Wie gesagt, glaube, nie eine schlechte Erfahrung gemacht.
00:49:37: Und es gab auch Situationen, wo ich dachte, oh mein Gott, wo ich mal irgendwo abends mit einem Bus ankam und dachte, oh je, das hört man in diesem Land, sollte man das besser nicht machen?
00:49:47: und so.
00:49:48: Ich bin trotzdem relativ selbstbewusst dann auf Taxifahrer oder irgendwas losgegangen.
00:49:51: Und ich hatte immer so eine Strategie, dass ich vor allem Taxifahrer in südamerikanischen Ländern oder wo ich mich unsicher gefühlt habe, habe ich immer alte Opas genommen.
00:49:59: Da habe ich immer gedacht, die tun mir nichts.
00:50:01: Und das war immer die beste Unterhalte.
00:50:03: und die haben mich immer dahin gebracht, wo ich wollte.
00:50:06: Also da darf man, glaube ich, mit einer sehr freundlichen Haltung reingehen und das Nette ist, was ich auch oft zurückgekriegt habe beim Reisen, dass ich gar nicht Deutsch wirke.
00:50:16: Und dann habe ich mal gesagt, wie wirklich denn?
00:50:19: Ich wurde irgendwie nie richtig zugeordnet, weil ich einfach gerne offen auf Menschen zugehe.
00:50:24: Natürlich viele Sprachen spreche deswegen.
00:50:26: scheint man meinen deutschen Akzent im Englischen nicht zu hören oder im Französischen auch nicht.
00:50:30: Oder es ist ein Akzent da, aber den können sie nicht zuordnen.
00:50:33: Und dadurch war das immer sehr international und hat mir total viel Spaß gemacht.
00:50:38: Wobei jetzt aus meinen Reiseerfahrungen war es nie negativ, als Deutsch erkannt zu werden, muss ich jetzt sagen.
00:50:45: Ich weiß nicht, wie es heute ist, aber ich habe da eigentlich nie negative Erfahrungen
00:50:50: gemacht.
00:50:50: Also ich will das auch gar nicht leugnen, nur ich weiß, dass die Leute oft überrascht sind, wenn sie mich erleben, weil es oft wohl manchen passiert, oder sie sagen jetzt mal auch voll mit Reisegruppen, dass doch mal mehr gejammert wird als in anderen Nationen oder solche Dinge.
00:51:05: und dann habe ich, also das wurde mir zumindest öfter mal gesagt.
00:51:10: Das ist jetzt einfach meine Erfahrung.
00:51:12: Gleich geht es weiter hier im Gespräch mit Julia Schmitz.
00:51:16: Grenzenlos lebendig, so heißt das Buch, das in Kürze erscheint von Julia Schmidt.
00:51:20: Sie ist meine Gesprächspartnerin.
00:51:22: Spannend, spannend, spannend, deine Reiseberichte.
00:51:25: und zum Nachlesen gibt es das alles in Grenzenlos lebendig und ich glaube, das ist dann ein Impuls für viele Menschen, die vielleicht sagen, hey, ich muss in meinem Leben was ändern.
00:51:35: Und vielleicht gibt es da genügend Inspiration, um einfach zu sagen, hey, vielleicht diese Reise wollte ich schon immer machen.
00:51:42: Wobei es nicht immer die Reise sein muss.
00:51:44: Die Reise steht jetzt hier nur für ein Bild.
00:51:46: Es kann einfach sein, eigentlich wollte ich lieber den handwerklichen Job machen und bin jetzt in irgendeiner Sackgasse oder halt auch die Beamtenlaufbahn abbrechen.
00:51:57: Und ich kann nur sagen, es lohnt sich auf jeden Fall meine Zeit hinzuschauen, sich selbst zu beschäftigen.
00:52:03: Und ich habe das ja auch nicht geplant.
00:52:05: Im Endeffekt war es eine Reise um die Welt, die im Endeffekt eine Reise um die Welt zurück zu mir geworden ist.
00:52:12: Ja, und ich meine, du hast ja viele Stationen, wenn ich das auch so lese, Schweige, Retreats und was ich da alles so lese, was natürlich dann auch Herausforderungen sind.
00:52:21: Insbesondere, ich glaube, du redest auch viel, das ist dann einfach mal zurückgeworfen auf sich, ist schon speziell.
00:52:29: Das war richtig speziell vor allem, weil ich nicht gedacht hätte, ich dachte natürlich, dass es schwierig ist, das nicht reden durchzuhalten.
00:52:37: zehn Tage und das Bei Vipassana ist aber die sogenannte Noble Silence, die edle Stille, auch damit verbunden.
00:52:45: Man darf den anderen nicht angucken, man darf ihn nicht anfassen oder umarmen.
00:52:49: Du kriegst halt alles weggenommen, eine Handystift, du kannst auch nichts deine Gedanken nicht niederschreiben, weil du hast nichts, ja.
00:52:55: Und das fand ich tatsächlich schwieriger, jemanden, weil ... irgendwie nach sieben Tagen, nach drei Tagen, denkst du irgendwie, boah, du willst mal jemanden angucken und mal die Augen rollen, so Gott, noch sieben Tage oder irgendwie sowas.
00:53:08: Und das darfst du halt nicht.
00:53:10: Und da passen die auch wirklich auf.
00:53:13: Also es gibt da so genannte... Ja, ein Female Manager, das ist so getrennete Frauen und Herren in der Meditationshalle und die haben auch verschiedene Trakte, wo die schlafen.
00:53:23: Und wenn du da, ich hab mal einen, der mich mitgenommen hat, zu dem Retreat in der Halle angeschaut und wir haben uns sowieso Zeichen gegeben, wo Gott noch sieben Tage und zack, saß der woanders.
00:53:38: Das war echt streng.
00:53:39: Und gleichzeitig gut für den Prozess, der da passiert ist, weil die einfach wollen, dass du ganz oft dich zurückgeschmissen bist.
00:53:45: Also du hast die Chance zwar mit dem sogenannten Teacher, der da ist, wenn es irgendwie gar nicht mehr geht, weil irgendwelche Ängste hochkommen oder irgendwas, du kannst mit dem einmal am Tag reden, aber das ist auch der einzige.
00:53:56: Also untereinander ist es nicht erlaubt, aber wünschen Sie sich, dass es nicht so ist.
00:54:03: Zehn Tage, ich glaube, da zählt man irgendwann wahrscheinlich auch die Stunden und man ist wirklich auf Sicht geworfen.
00:54:10: Ja, also ich hätte es auch nicht gedacht, dass das funktioniert.
00:54:13: Es sind auch viele abgereist und deswegen bin ich total stolz, dass ich es durchgehalten habe.
00:54:17: Und ja, es ist total verrückt, was dein Körper einfach auch macht oder dein Inneres in dieser Zeit.
00:54:23: Du hast einfach auch Schmerzen, weil du meditierst ja... Also drei, sechs, ich glaube, elf Stunden am Tag, das sind immer so dreier Blocks und am Anfang zweier Blocks.
00:54:33: Und dann zwischendrin darfst du was essen und darfst ein bisschen rumlaufen.
00:54:36: Und gleichzeitig scanst du einfach deinen Körper ja nur von oben bis unten.
00:54:41: immer wieder, das wie so ein Body-Scan die ganze Zeit.
00:54:44: Und ich hatte mich über den Typ Tod lachen können, weil drei Tage Scans du nur irgendwie dein Dreieck zwischen Nase und Mund und dann sagt er am vierten Tag so, jetzt beginnt wie passender richtig, jetzt scannen wir den ganzen Körper.
00:54:56: Ja, grandios, Wahnsinn, zweite Entwicklung.
00:55:00: Und so passiert es dann halt, aber dass da dann auch echt Dinge, die du lange vergraben hast, beziehungsweise an die Oberfläche kommen und du da Erkenntnisse kriegst und auch... Ich soll mir sagen, Raum plötzlich in dir entsteht, weil dein Kopf diese ganzen Gedanken irgendwann mal aufhören.
00:55:17: Naja, und die Ablenkungen sind weg, ne?
00:55:21: Ja,
00:55:22: das kann ich jedem empfehlen.
00:55:24: Weil heute haben wir mit allen möglichen Medien, also wir haben ja alle möglichen Ablenkungen.
00:55:30: Ja, das ist wahr.
00:55:32: Ja, und was es sich, wenn wir dann irgendwie, wenn mal, was es sich, ich weiß nicht, wo die durchschnittliche Handynutzung liegt, aber es sind einige Stunden bei uns am Tag und alleine, wenn das schon mal weg ist in der Routine, glaube ich, stellt viele schon vor Schwierigkeiten.
00:55:46: Ja, und das habe ich auch gedacht, dass das schwieriger ist, dass irgendwie mal der Impuls ständig zum Handy geht oder so.
00:55:52: Aber wenn es einmal weg ist, ist es weg.
00:55:53: Also das fand ich auch nicht schlimm.
00:55:55: Also ich fand eher dieses, wie ich den Blickkontakt zu den Menschen nicht zu haben oder ich habe auch zwei vorher kennengelernt auf der Fahrt dahin, die ich sehr sympathisch fand.
00:56:03: Und manchmal hat man einfach den Impuls, den mal in den Arm zu nehmen oder so.
00:56:06: Das geht nicht.
00:56:08: Sehr, sehr spannend.
00:56:09: Ich danke dir für diese... Einblicke und ich lade jeden einfach mal grenzenlos, lebendig, sich anzuschauen und vielleicht auch die eigenen Rückschlüsse auf das Leben zu machen und vielleicht das, was irgendwie vergraben ist und was noch nicht gemacht wurde, machen bevor es zu spät ist.
00:56:30: Ja und ich lade einfach jeden ein, da sich mit auf die Reise zu begeben und das vielleicht auch mit auf Reisen zu nehmen dieses Buch und dass es Impulse sein dürfen.
00:56:39: Jedes Kapitel liest sich auch einzeln und wer auch Lust hat, ich bin ja einfach ein großer Reisefreund und mit Menschen befreundet, die sowas auch sehr professionell machen.
00:56:49: Und wir machen zum Beispiel auch Ende August in meinem Logo-Institut unten drunter, in dem Event-Space Zweitloft ein großes Reisefestival zum Buch-Lounge, aber auch um Menschen zu verbinden, die gerne solche großen Reisevorträge gucken und die auch einfach gerne gute Bilder sehen.
00:57:05: Und da sind auch einige Besteller-Autoren dabei und auch Arte-Regisseure, die zum Beispiel der Peter Weihnachts, der viel über Nepal gedreht hat und mit dem ich auch viel unterwegs war.
00:57:20: Das nennt sich das Off-Reise-Festival.
00:57:22: Also Off für Frankfurt und Offenbach.
00:57:25: Und natürlich auch Off the Pass unterwegs zu sein.
00:57:28: Also mal außerhalb der gedrehten Entfade.
00:57:30: Und beeindruckende Bilder hast du auch, ne?
00:57:32: Da hab ich auch, genau.
00:57:33: Also da werden auch viel mehr als im Buch zu sehen sein.
00:57:36: Und natürlich auch als Filme verpackt von mir besprochen.
00:57:40: Und auch natürlich meine Reise wird da erzählt.
00:57:42: Also da sind alle herzlich eingeladen, wer da kommen mag.
00:57:46: Da kannst du dich ja richtig ausleben mit deiner Reisetätigkeit.
00:57:50: und dann noch das berufliche Verton.
00:57:53: Genau, und das kann ich auch jedem empfehlen, wenn das funktioniert, dass man seine Hobbys verbindet, da entstehen Dinge, das kann man sich noch gar nicht vorstellen.
00:58:01: Also das mache ich auch mittlerweile in meinen Coachings, wo ich echt die Leute dazu inspiriere, mal ganz um die Ecke zu denken und ganz kreativ zu werden, weil hätte ich mir je das, was ich gelernt habe, im Coaching zu fühlen, dass ich Abwechslung brauche, Freiheit und die Connection zu Menschen.
00:58:18: Da habe ich immer gedacht, ich öffne irgendwann einen Seminarzentrum oder eine Zirkuschule oder sowas, aber dass das im Endeffekt in einer sehr berühmten Moderatorenschule endet, wo ich das alles jetzt auch verbinden kann und natürlich eigene Programme kreieren kann und mit Menschen, die sowas Verrücktes auch machen, was Neues kreieren, das hätte ich mir mit meinem Leben gar nicht vorstellen können.
00:58:38: Und das kann jedem nur raten, da offen zu sein, darüber zu sprechen, was sind die Träume, die Visionen, dann entdeckt man auch Menschen, die mit auf diesen Weg sind.
00:58:47: Ich danke dir für deine Zeit.
00:58:50: Vielen Dank fürs Interview.
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